Monatsarchiv: Februar 2009

Einträge zu „Status Quo Vadis?“ von KLAUSENS beendet

klau|s|ens, gib doch endlich ruh’ – es muss nun gut sein.

was denn?

ich will nichts mehr lesen, von der debatte, die eigentlich keine war.

du meinst zu „status quo vadis?“, oder wie??? dieses treffen zu bonn? kunst und kultur? alles das? (UNTERTITEL: „Wie verträgt sich öffentliche Kulturförderung mit zeitgemäßen Museen und Ausstellungshäusern?“)

ja, ja, sie haben nicht wirklich gestritten und geredet, es war – mit wenigen ausnahmen – alles nur ein „äußerlicher auftritt“.

aber heute hat sich doch auch noch der kulturstaatsminister geäußert.

der von ganz oben, von der regierung der?

der neumann hat sich für heute (8.2.2009) geäußert. man hat ihn wohl anlässlich der filmfestspiele interviewt (also nicht anlässlich von „status quo vadis?“ im bonner kunstmuseum zu bonn).

was sagte er?

der neumann? also, zu jaqueline boysen vom deutschlandradio berlin / deutschlandfunk? — u.a. das folgende:

Boysen: Verlassen wir mal das Terrain Berlinale und Film. Der Staatsminister im Kanzleramt ist als Beauftragter für Kultur und Medien für die Finanzierung wichtiger Kultur- und Kunstereignisse im Lande verantwortlich. Sie haben, Herr Neumann, den Etat in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöhen können und damit, wie einer meiner Kollegen hier im Deutschlandfunk so schön gesagt hat, „das Wunder von Bernd“ vollbracht. Auch für den nächsten Haushalt haben Sie eine Etatsteigerung angekündigt. Müssen Sie sich angesichts der Finanzkrise um die Finanzierung der Kultur Sorgen machen? Wie realistisch ist denn Ihr Versprechen, Ihre Ankündigung noch?

Neumann: Ja, da ich in den letzten zurückliegenden drei Jahren alle meine Ankündigungen eingehalten und sie mehr als erfüllt habe, gehe ich davon aus, dass auch der nächste Kulturetat des Bundes eine Steigerung vorsieht. Da bin ich optimistisch – wie überhaupt ein wichtiges Ziel zu Beginn meiner Amtszeit war, die Rahmenbedingungen für die Kultur zu verbessern. Und das fängt nun mal auch mit dem Geld an. Nicht alles ist mit Geld zu machen, aber es ist ganz wichtig, dass eine gewisse Grundsicherung da ist für unsere Kultur. Eine andere Frage ist, welche Auswirkungen wird die Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Kultur insgesamt haben? Natürlich – irgendwie wird sie Einfluss nehmen. Aber auch hier ist das Fördersystem in Deutschland ein Vorteil gegenüber der Situation in Amerika. In den Vereinigten Staaten sind die Ausgaben für Kultur nur zu 10 Prozent etwa staatlich finanziert. 90 Prozent …

Boysen: Das Verhältnis ist bei uns anders herum …

Neumann: … ja, 90 Prozent müssen über Sponsoren und Spenden etc. hereingeholt werden. Dass dies in einer Wirtschafts- und Finanzkrise sich bemerkbar macht, kann man bereits in Amerika verfolgen: Leute werden entlassen, Museen und Theater sollen geschlossen werden. Dies alles wird in dieser Form bei uns nicht passieren, denn mehr als 90 Prozent der Kulturausgaben in Deutschland werden durch die öffentliche Hand finanziert – Länder, Gemeinden, Bund. Natürlich – wie gesagt: Es wird sich bemerkbar machen, aber das wird unser gesamtes Kulturfinanzierungssystem nicht auf den Kopf stellen. Insofern haben wir hier auch eine wesentlich gesichertere Ausgangsbasis als in vielen Ländern der Welt.

(gesamtes interview siehe hier: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_d…)

also doch der staat, mit seinen 90%.

ja, der staat, der staat, der staat – keiner will ihn, alle rufen danach. „deutschland ist staat.“

ein schönes zitat von dir. aber das hebelt aber auch eines deiner kapitalkritischen gedichte von diesem symposium in bonn aus, zumindest für deutschland.

welches?

TONFALLVERÄNDERUNG
IM PUBLIC-PRIVATE-SPONSORSHIP

Hochtief

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau=s=ens oder Klau?s?ens oder Klau$s$ens, LIVE, am 6.2.2009, Freitag, gegen 10:58 Uhr, Kunstmuseum Bonn, bei „STATUS QUO VADIS?“, mit u.a. Stefan Gronert, Stephan Berg, Christina Végh, Bruno Brunnet (im Publikum), Thomas Steinfeld, Andreas Wiesand, Max Hollein , Ludwig Krapf (im Publikum), Pius Knüsel, Olaf Metzel (im Publikum), Gerhard Pfennig, Michael Samak, Ulrich Sauerwein, Andreas Siekmann, Norbert Sievers, Thomas Steinfeld, Regina Wyrwoll, Christoph Vitali. – Es redet Susanne Titz. © Klau|s|ens ĦķΩ7 Klau’s'ens = Klausens = Klau(s)ens= Klau|s|ens

aha, ich verstehe. du meinst den baukonzern HOCHTIEF? so war es intendiert. – ja, ja, das hast du fein erkannt: das kapital. die wirtschaft. public und private. alles das.

und deshalb habe ich nun auch noch ein bild gemacht: „bonner kunstdebatte“, welches auch wiederum zeigt, was es (nicht) zu zeigen gibt.

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Nochmals vom Diskutantenstadel „Status Quo Vadis?“ in Bonn berichtet KLAUSENS

klau|s|ens, nochmals zu „STATUS QUO VADIS?“

ja, weil der titel schon sagt, was nachher kam: eigentlich nichts.

wofür sind solche veranstaltungen denn da?

du meinst diese tagungen, symposien, sitzungen, treffen, kongresse, panels, diskussionen, foren und wie sie alle heißen?

ja, was soll es?

man muss sich zeigen. wer sich nicht zeigt, geht unter. alle buhlen um aufmerksamkeit, geld und macht. wer schweigt, wird niedergetrampelt.

und wer wollte sich zeigen?

ich denke die museen, die jetzt doppelt angst um das geld haben, weil es der privatwirtschaft so schlecht geht. dann muss man sich zeigen, damit die staatlichen gelder wenigstens noch fließen. (das wort „public-private-sponsorship“ war in bonn gestern und vorgestern so inflationär, dass man daran hätte arm werden können.)

so also läuft’s!?

ja, ja: man bastelt sich also eine veranstaltung. und los geht’s.

und dann?

dann wird diskutiert, ohne zu diskutieren.

inwiefern?

alles ist nicht wirklich. alles ist oberfläche. jeder weiß es, es ist wie ein gut einstudiertes spiel: man bietet an die 20 experten und expertinnen auf, verteilt die auf 4 „themenschwerpunkte“, baut dann jeweils 2 impulsreferate hinzu – und fertig ist schon alles. (außerdem sind berg und fleck ja jeweils neu als direktoren in bonn – kunstmuseum und bundeskunsthalle -, da muss man auch ein markzeichen des „neuen“ setzen.)

was kommt dabei raus?

wenig – denn viele reden nur ein paar sätze, dafür bekommen die dann tagungsgeld, hotel und essen … und reisen wieder ab.

und sie sagen nichts?

entweder sie haben zu wenig zeit (also nicht eigene schuld), oder sie wollen nicht anecken, oder es ist schon alles gesagt. außerdem ist ja keine wahrhafte diskussionsatmosphäre. man redet gerne aneinander vorbei. und falls es mal wirklich spannend werden könnte, ist das panel schon vorbei, es kommt die pause und dann ein neues.

alles ohne tieferen sinn?

also: wenn man so die dinge konzipiert, dann kann nichts weiter herauskommen, als eine fortsetzung der sitzungskarawane. (dabei könnte man herrlich über museen und alles was damit zusammenhängt, diskutieren: visionär, tiefsinnig, gesellschaftsbefragend, kulturradikal. … könnte!)

was soll es dann?

ich sagte doch: man muss sich zeigen. immer wieder muss man sich zeigen, weil andere sich auch zeigen. alle wollen wahrgenommen werden, alle kämpfen um gelder und pfründe. „wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.“ … und die zahl der museen ist so rasant gestiegen! sie konkurrieren, auch um das interesse der welt. der markt wird immer enger. NRW ist museumsübervoll.

„museumsübervoll“? – und was ist mit den vielen nichtkunstmuseen?

da müsste man doch erst einmal drüber reden: wo laufen da die trennungslinien, z.B. zu einem museum der zoologie wie „museum alexander könig“ oder einem fossilmuseum wie in neandertal-mettmann etc. – ich fange jetzt gar nicht erst an, weil ich nicht in einem blogg-eintrag alles das nachholen kann, was auf einem solchen symposium nie beabsichtigt wird!

was denn dann?

das sich-bemerkbar-machen ist es. – aber: wahrhaft neue erkenntnis ist aber offenbar nicht wahrwirklich vorgesehen!

und dann machen die da und dort dennoch solche veranstaltungen?

aber ja: sie treffen sich immer wieder gleich in neuer besetzung (da und dort) wieder. sie kennen sich über einige solcher diskussionen hinweg. über jahre schon. man läuft sich immer wieder in die wege, schätzt sich ein, grüßt sich, mag sich, verachtet sich. und so funktioniert ja alles. bonn, berlin, wien, london, bad sulzach. überall.

und du?

ich langweile mich, weil nichts kommt. man kann auch morgens in der zeitung lesen „suhrkamp zieht nach berlin“ und schon mit so einer schnell erhaschten schlagzeile auf so einer veranstaltung überaus gut bestehen.

du hättest also mit nur einer schlagzeile im kopf gut bestehen können?

ich sowieso. aber ich bin kein maßstab. selbst du, zweitklausens, hättest dort bestehen können.

das ist traurig. – und metzger und optikerinnen würden auch nicht anders debattieren?

im kern wohl nicht. man stellt sich immer viel zu viel darunter vor: kunstszene / kulturszene. das ist genauso hohl wie andere bäume im deutschen bürokratenwald.

und das geld? unser steuergeld?

ja, ja, aber es sind gelder des landes NRW hineingeflossen, in die veranstaltung dieser veranstaltung. am 5.2. und 6.2.2009 zu bonn.

was war denn gestern auffällig?

der lobende beitrag von regina wyrwoll über ein museum in tillburg. ein hymnischer beitrag. „de pont“ heißt es. (sie sprach noch am pointiertesten, zumindest gestern.)

und nun?

nun fahren alle multiplikatoren brav und bald in dieses museum, um sich dieses neue vorbild anzuschauen. (wenn sie nicht schon da waren!)

was bezweckte wyrwoll damit?

vielleicht genau das. (ich denke noch über deren tiefere absicht nach!) – das museum hat im übrigen nur zwei festangestellte mitarbeiter: den direktor und den kurator. und alles ist anders, alles ist neu. und da die museumslandschaft beständig an ihrer eigenen langweile kaputtzugehen droht, und die gelder weniger fließen werden, ist natürlich alles neue per se schon neu.

ach, wie die welt doch einfach ist. warum warst du überhaupt da?

ich wollte genau das studieren. und man muss ja die ganzen akteure und akteurinnen kennen. sie einfach beobachten. ihr auftreten bewerten. alles das.

dann war die ganze sache für dich nur deshalb interessant?

für viele andere wohl auch: es war wie ein fernsehfilm: grosse-brockhoff sich erhebend sehen, berg als sich duckend beobachten, metzel polternd erleben, steinfeld als feinsinnenden sich anschauen, brunnet als den sich-ehrlich-gebenden betrachten. alles das.

aber für die kunst kam wenig raus?

ich denke, dass meine fast 55 bis 60 LIVE-gedichte doch einiges an ertrag sind. (ich muss sie noch zählen! und abtippen, nach und nach.)

wenn du meinst … die teilnehmerliste wäre doch auch noch gut für eines deiner realgedichte, klau|s|ens.

ja, ja, aber es gab zwei absagen … und eine „nachnominierung“, die ich hier unten noch gar nicht aufgeführt habe:

Teilnehmer:

Philipp Blom (Autor, Wien)
Bruno Brunnet (Galerist, Berlin)
Bogomir Ecker (Künstler, Düsseldorf)
Michael Fehr (Universität der Künste, Berlin)
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff
(Kulturstaatssekretär NRW, Düsseldorf)
Max Hollein (Museumsdirektor, Frankfurt)
Ludwig Krapf (Kulturdezernent Bonn)
Pius Knüsel (Direktor der Pro Helvetia, Zürich)
Olaf Metzel (Künstler, München)
Gerhard Pfennig (VG Bild-Kunst, Bonn)
Michael Samak (Saatchi & Saatchi, Frankfurt)
Ulrich Sauerwein (luxoom Medienprojekte, Berlin)
Klaus Albrecht Schröder (Museumsdirektor, Wien)
Andreas Siekmann (Künstler, Berlin)
Norbert Sievers (Kulturpolitische Gesellschaft, Bonn)
Thomas Steinfeld (Feuilletonchef Süddeutsche Zeitung,
München)
Britta Steilmann (Unternehmerin, Ratingen) ABGESAGT
Susanne Titz (Museumsdirektorin, Mönchengladbach)
Hortensia Völckers (Bundeskulturstiftung, Halle) ABGESAGT
Andreas Wiesand
(Europäisches Institut für vergleichende
Kulturforschung, Bonn)
Regina Wyrwoll
(Generalsekretärin Kunststiftung NRW, Düsseldorf)

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Beim Symposium „STATUS QUO VADIS?“ ist auch KLAUSENS

na, klau|s|ens, sie tagen wieder!

in deutschland wird ununterbrochen getagt. du musst nur einmal in den großen tageszeitungen nachlesen, was da alles wo und wie angekündigt wird.

und worum geht es beim „STATUS QUO VADIS?“ in bonn?

es geht um die kunst und um das geld.

wie soll ich das verstehen?

das geld ist knapp, das geld wird knapper.

aha!

entweder es kommt vom staat oder von privaten mäzenen.

oho!

letztere sparen, der staat spart auch, während er sich verschuldet – und die kunst weint.

die kunst?

die kultur!

die kultur?

was meinst du? wieso deine fragezeichen?

ich denke alle reden viel, und jeder ist möglichst ungenau.

ist es so?

man wundert sich immer, wie viele menschen reden, ohne dass sie wirklich tief und substantiell von den dingen reden. ohne richtig nachzudenken. ohne den grund.

findest du?

aber ja – das finde ich. jeder erzählt aus seiner welt, schildert kaum verhohlen seine geld-begehrlichkeiten … aber die dinge von oben zu beschauen, das schaffen nur wenige.

wem traust du es am ehesten zu?

nach dem ersten tag? thomas steinfeld, dem feuilletonmann von der SZ.

meinst du wirklich?

„meinen“? – ich habe keine meinung, weil „kunst und kultur“ per se ein meinungsbrei ist.

aber der herr grosse-bockhoff redete doch auch!

ja, er sprach als NRW-staatssekretär und vertrat die staatsseite – und er wollte eine philippika reden.

war es so?

grosse-brockhoff griff etwas an: museumsmann stephan berg (direktor kunstmuseum bonn) will 80 % geld für eine neue große kunstsache 2010 – und grosse-brockhoff meinte, ein drittel vom staat müsse auch reichen. er solle sich den rest woanders holen. nicht immer alles vom staat!

80 versus 33,3PERIODE3?

ja, das ist kunst: es treffen unterschiedliche subventionswünsche aufeinander, mitten in einem symposium, der eine schluckt, der ander spuckt – und dann sind wir wieder mitten in der kulturlosigkeit.

du fandest vieles fade?

du nicht? kunst machen und kunst verwalten sind eben zwei dinge.

IMPULSREFERATE

Impulsreferate wirken sich zu
Selten auf den Puls
Aus
Diesem Grund brauchen wir
Impulsgedichte
Diese werden nass gemacht und
Dann einfach um das Handgelenk gelegt

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau=s=ens oder Klau?s?ens oder Klau$s$ens, LIVE, am 5.2.2009, Donnerstag, gegen 18:25 Uhr, Kunstmuseum Bonn, bei „STATUS QUO VADIS?“, mit gestern u.a. Olaf Metzel, Stefan Gronert, Stephan Berg, Christina Végh, Ludwig Krapf (Begrüßung), Bruno Brunnet, Thomas Steinfeld, Andreas Wiesand, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff

oder:

NORMALER MUSEUMSRUNDGANG

Mist hängt
An der Wand
Doch keiner
Der Künstler
Hatte ein
Happening
Angekündigt

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau$s$ens oder Klau€s€ens oder Klau?s?ens, LIVE, 5.2.2009, Donnerstag, Kunstmuseum Bonn, STATUS QUO VADIS?, es redet Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, gegen 18:45 Uhr

siehe auch: http://www.klausens.com/klausens-bei-status-quo-vadis.htm
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Die berühmte Schere präsentiert KLAUSENS

klau|s|ens, was sollen wir mit dieser schere?

aber die ist doch berühmt!

woher denn? ich kenne die nicht!

nein? – aber du hast doch mit der schere geschnitten.

was denn? was denn? – ich weiß von nichts.

erinnerst du dich nicht an die kunstpostkarte?

an welche?

an die mit dem loch?

ach, die! wo stand“ DAS LOCH KONNTE DAS LEKTORAT NICHT ÜBERSEHEN“ – und wo wir dann immer mühsam das loch rausgeschnitten haben.

ja, genau diese karte: http://www.klausens.com/kunstpostkarten….

und was ist damit?

wir schneiden immer noch!

was? die aktion ist noch nicht abgeschlossen?

doch, doch, ich hoffe, dass es diese woche dann soweit sein wird!

das gibt es doch gar: seit dezember sind wir an diesem mist dran! und immer noch nicht die letzte abgeschickt?

was tut man nicht alles für die kunst?!!

eben! jetzt müssen wir auch noch der blöden nagelschere huldigen!

wieso wir? das muss die nachwelt unserer vorwelt tun!

was müssen die tun?

die müssen im museum sich staunend und huldvoll über diese schere beugen, mit der wir die welt so radikal verändert haben.

ich weiß: ein falscher schnitt … und schon gibt es blut.

unsere kunst ist eben besonders echt, besonders ehrlich, besonders radikal und ganz besonders …

… nachhaltig. wolltest du „nachhaltig“ sagen? bitte, bitte, gib es zu: du wolltest „nachhaltig“ sagen. – ja? – lass es „nachhaltig“ sein.

jetzt hast du mir meinen satz abgeschnitten und ich weiß nicht mehr, was ich sagen wollte.

und das soll dann „große kunst“ sein?!

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Datenabgleich wie bei der Deutschen Bahn macht KLAUSENS mit sich

hallo, klau|s|ens, was machst du?

zweitklausens? bist du es?

ja, keine angst!

o.k., dann kann ich es ja sagen.

sag es!

keine presse da? kein fernsehen? keine journalisten? keine öffentlichkeit?

nein, niemand da – also, was machst du?

ich vergleiche meine daten, d.h. ich gleiche sie ab.

du gleichst deine daten ab?

ja, ich gleiche meine namen mit mir selber ab.

deine namen?

unsere namen, zweitklausens!

was willst du herausbekommen?

ich möchte wissen, wer und was hinter diesem klau|s|ens eigentlich steckt.

ich dachte immer: du!

nein, nein, klau|s|ens ist ein system und ein komplott – und dem komme ich nur auf die spur, wenn ich alle namensweisen dieses klausens = klau|s|ens = zweitklausens auch aufspüre, kontrolliere, abgleiche, überwache.

da bist du aber lange beschäftigt.

es muss sein.

das erinnert mich an diesen hartmut mehdorn.

wen?

den von der deutschen bahn.

gibt es den denn noch?

ich wundere mich sowieso immer, was für menschen an der spitze von ämtern stehen … in der wirtschaft, in der politik, in der gesellschaft.

du meinst, es sind viel zu oft menschen ohne jeden charakter?

ja, genau das: alles ist verlottert und verludert. (soll ich die TELEKOM jetzt noch nennen? soll ich?)

du wolltest noch die TELEKOM nennen? obermann und konsorten?

woher kannst du meine gedanken lesen, klau|s|ens?

seitdem ich alle meine schraibwaisen und schreibweisen mit mir selber abgleiche, kann ich noch viel mehr, zweitklausens.

warum bist du eigentlich nicht wirtschaftsführer geworden?

es war nie eine bank für mich frei – deshalb! … aber vielleicht kommt ja noch der anruf von hypo real estate. – wer weiß es?

ich dachte eigentlich, da wird mehdorn dann hingehen, nachdem er schlussendlich die bahn verlassen haben wird sollen müssen gekonnt.

seltsames system!

unsere sprache oder diese welt?

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KLAUSENS gratuliert

klau|s|ens, wem gratulierst du?

das sage ich nicht!

das ist aber gemein und hinterfotzig!

ja, ja, das macht so ein blog(g) möglich. und der datenschutz.

du kennst eine person, die heute geburtstag hat?

ich kenne mehrere personen.

au weia – du hast aber nur einer gratuliert?

ja, das stimmt.

das ist besonders gemein und besonders hinterfotzig.

ja, aber der blog(g) macht das möglich.

betreiben deshalb die menschen einen blog(g) bzw. ein blog(g) – wie war noch der artikel? der? das?

woher soll ich das alles wissen?! theoretisch haben ja sowieso circa 1/365 von der menschheit heute geburtstag.

ja, wenn alles so gleich verteilt ist, über die tage des jahres.

das stimmt: ich weiß gar nicht, ob die geburtstage so gleich verteilt sind.

vergiss nicht das schaltjahr!

das käme noch als zusätzliche verkomplizierung der statistik hinzu.

du hast dich von deinem urthema schon entfernt.

mein urthema?

ich denke, du wolltest gratulieren.

ja, aber nur einer person.

und weiß die davon?

aber ja, wenn der brief ankommt! als beweis!

jetzt warten vielleicht hunderte menschen vom geburtstag am 3.2., die dich kennen, klau|s|ens, bang auf die post.

eben, so etwas kann man per blog(g) alles erreichen.

du bist gar gefürchtet!

eben, dafür sind blog(g)s da!

… und ich will jetzt eigentlich auch nicht mehr mit dir zu tun haben. ich ängstige mich.

eben – vielleicht habe ich nur dafür die gratulation zu diesem geburtstag 3.2. ersonnen. am ende ging es bestimmt nur gegen dich, zweitklausens – wie ja alles gegen dich geht!

du bist ungerecht. außerdem weißt du ganz genau, dass ICH heute nicht geburtstag habe.

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Von der Rolllade berichtet KLAUSENS

klau|s|ens, was willst du mit den hässlichen fotos heute?

die welt muss es / sie sehen!

was denn?

die rollade (alte schreibung) bzw. rolllade (neue schreibung).

du meinst also die roll-lade. oder den rollladen? oder die roulade zum essen?

ja, die meine ich. die ohne „ou“, also nicht zum essen. für mich ist die rolllade und der rollladen sowieso synonym, also gleich.

aber die benutzen wir doch jeden tag. die rolllade als rollladen.

eben!

warum muss ich sie dann sehen?

du sollst sie in aller hässlichkeit sehen.

welche hässlichkeit? das plastik?

das sowieso, aber dahinter verbirgt sich noch mehr hässlichkeit.

was soll das sein?

das soll der mechanismus sein.

welcher mechanismus?

das ist der mechanismus der rolllade, den kaum einer kennt.

wir denn?

aber ja doch, weil unsere rolllade nicht mehr hochging, mussten wir doch alles abschrauben!

wir?

wieso denn nicht?

ich denke, wir sind „baldkünstler des jetzigen“ und „hochschriftsteller in aller flachheit“.

und? weiter?

da dürfen wir doch nicht so profane dinge tun.

aber erst durch das öffnen des rollladenkastens haben wir über die wahrheit der welt wieder dazugelernt.

haben wir?

aber ja doch: es sieht verdammt hässlich aus, in so einem rollladenkasten.

aber doch interessant!

ich schreibe noch schnell etwas:

GUTE VERSTÄNDIGUNG
- Rollladengedicht als Rolladengedicht -

Am Sonntag ist’s gewesen,
Der Werner war schon munter:
Doch eine Rolllade verweigerte
Ihm, ganz einfach wieder
Hochzugehen, worauf
Der Besitzer ereiferte sich:
„Ich komm gleich wieder runter!
Kannst du mich verstehen?“
- Da ist sie dann genesen.

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau%s%ens oder Klau“s“ens oder Klau*s*ens, 2.2.2009, Montag, Königswinter-Oberdollendorf

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KLAUSENS sieht Mannheimer Mahnmal zur Judenverfolgung und deren Vernichtung

klau|s|ens, du warst in mannheim?

muss nicht jeder einmal in mannheim gewesen sein?

was fiel dir auf?

ich war früher schon mal da – aber jetzt war es ähnlich: breite straßen, viel kriegszerstörung, ein beeindruckendes schloss als hauptsitz der universität, viel shopping. eine kirche, die an den berliner dom erinnerte. ein paar häuser, in den gut professoren wohnen hätten können. der wassertum. die achsen. viele autos, wegen der breiten straßen. husch, husch, husch.

so einfach, so schnell?

man hat nur wenig zeit, sieht kurz die innenstadt, vorher die popakademie – und das wars.

und was noch? die „söhne mannheims“? die nicht?

nein, eher: der aufzug zum turmcafé „stars“ und der großartige blick auf den paradeplatz. new-york-gefühl. in aller höhe.

mehr nicht?

ach, zweitklausens, nerve mich doch nicht so: mir fällt immer sehr, sehr viel auf. auch wenn ich nur minuten wo bin. aber ich will jetzt nicht alles erwähnen. es würde vielleicht langweilen.

nichts besonderes?

doch, doch, ich gehe auf der straße P2 (die haben ja schachbrettstraßensystem). und da ist der glaskubus, inmitten von all den hellen und großen kaufgeschäften, irgendwo inmitten, da sehe ich es: das „Denkmal für die vertriebenen und ermordeten Mannheimer Juden, Jochen Kitzbihler, 2003″ bzw. ich sehe einen kubus, und die spiegelverkehrten namen, das glas, das licht, und denke: es wird ein denkmal oder mahnmal sein, um an die deportierten juden zu erinnern.

version 1:
Jochen Kitzbihler konzipierte einen transparenten, leicht gekippten Glaskubus, in dessen Seiten von innen die Namen der Opfer spiegelverkehrt eingraviert sind. Der unzugängliche, aber einsehbare leere Raum mitten im geschäftigen Treiben der City macht den Verlust augenfällig. Das Lesen der spiegelschriftlichen Namen erfordert Anstrengung, wie das Gedenken an die Opfer ohne Anstrengung nicht zu haben ist – und doch werden die Schatten der Namenszüge in der Gegenwart präsent, auf dem Boden lesbar, wenn Licht durch die Glaswände fällt. Im Dunkeln bildet der Kubus ein Leuchtzeichen, das an das einstige Leuchten jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Mannheim gemahnt.

version 2:
Seit seiner Enthüllung im November 2003 wird das Stadtbild in den Mannheimer Planken durch den Glaskubus vor P 2 bereichert. In leichter Schrägstellung auf den Mittelpunkt des Paradeplatzes ausgerichtet, ist es unübersehbar und doch transparent, lädt ein zum Verweilen und zum Erkunden seiner Bedeutung. Häufig umstehen ihn Neugierige: Die eng mit Text beschriebenen Seitenflächen werden begutachtet und umrätselt. Ein erster Eindruck ist oft Verunsicherung, da die Schrift, nach außen hin spiegelverkehrt angebracht, nur im „Durchblick“ lesbar wird. Es handelt sich um die Namen von mehr als zweitausendvierhundert Menschen. Eine im Straßenpflaster eingelassene Tafel erläutert, dass es sich um die Namen der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Mannheim handelt.

und jetzt?

jetzt kommen die namen: wir gedenken derer jetzt hier im blog(g). alle namen! hier im blog(g)! jetzt! wir setzen so ein weiteres kleines zeichen.

fandest du die denn im internet? die namen?

nein. leider nicht.

dann wirst du sie alle in mannheim abschreiben müssen. vom kubus.

da steht mir ja noch ein wichtiges projekt bevor.

ich fang schon mal an: ELISABETH ELSA LEVI, das kann ich z.b. lesen, auf deinem foto schon.

und ich lese: BABETTE FERNHEIMER.

das sind schon mal zwei namen gegen das vergessen. du schriebst ja auch vorgestern darüber.

das hatte ich schon wieder vergessen.

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