Monatsarchiv: März 2009

Gestrige Frühlingsfotos und KLAUSENS

klau|s|ens, es ist schön, dass du dich wieder dem leben zuwendest.

wie meinst du das?

gestern und vorgestern hattest du dich der literatur zugewendet oder zugewandt. (wie heißt es denn bloß?)

ist das kein leben?

doch, doch, aber doch anders!

zweitklausens, bei uns sind literatur und leben immer verknüpft.

ist das so?

ja, wusstest du das nicht?

nein, ich dachte immer, du bist mehr für das schreiben zuständig, klau|s|ens, und ich für das leben.

da hast du dich aber sehr getäuscht.

inwiefern?

… weil ich heute mit den frühlingsfotos daherkomme.

aber ich dachte, der blog(g) ist von uns beiden?! also: „klau|s|ens = zweitklausens = ein schriftsteller und blumenweltkünstler“.

nun gut – auf jeden fall habe ich die pflanze fotografiert, die auf meinem balkon steht, und die schon grüne blätter hat.

name?

weiß ich nicht mehr – du?

nein, das ist aber auch egal. mich stört etwas anderes.

was denn?

das foto ist nicht von heute.

von wann denn?

vom 1. märz.

na und?

ich finde es nicht gut, dass du mit „alten kamellen“ ankommst.

aber gestern und vorgestern schrieben wir doch über uwe timm.

sicher – aber das ist kein grund, heute gestriges zu bringen.

aber gestern haben wir uns doch schon mit dem problem „gestern = vorgestern“ befasst.

du mit deiner art, alles zu relativieren.

was hast du denn?

mich stört, dass du alte fotos bringst.

in einen hochaktuellen blog(g)? siehst du es so? alte fotos – brandaktueller blog(g)?

ja, so sehe ich es.

und die blume? die ist nicht aktuell?

ich sehe keine blume, ich sehe nur eine pflanze!

und? gibt es die nicht mehr?

doch, aber sie sieht heute anders aus als gestern bzw. am 1. märz.

zeit ist relativ!

das weiß ich!

es musste aber auch mal aufgeschrieben werden – außerdem ist es so mit dem frühling ja auch.

wie denn?

für die metereologen beginnt er am 1. märz, für den kalender aber am 20. märz.

dann gibt es keinerlei ordnung? in der ganzen welt nicht?

nein, alles ist nur gedacht und konstruiert, um dir etwas halt zu geben, zweitklausens.

dann erwarte ich in zukunft tagesaktuelle fotos.

aber ich erwarte eher gedankliche weite statt provinzieller enge.

ach! deshalb hast du deine hand auch schützend um die pflanze gehalten, als wärest du irgendwo in afrika. hauptsache: keine enge!

wenn man dich so hört, dürfte man nichts fotografieren und schon gar nichts veröffentlichen.

das stimmt – aber ich dachte dennoch, das hier ist unser blog(g).

dann solltest DU wenigstens den namen der pflanze kennen, wenn ich sie schon gnädig – als heilmittel gegen den heutigen regen und deine nervtötigkeit – in den blog(g) gesetzt habe.

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Seinen Eintrag zu UWE TIMM und HOLGER SCHWAB wiederholt KLAUSENS

klau|s|ens, du kannst doch nicht den beitrag von gestern wortwörtlich wiederholen. das geht doch nicht!

siehst du doch: klau|s|ens = zweitklausens ist ein weltkünstler, der immer neu die wirklichkeit ergründet, mit ihr experimentiert, sie erschließt, sich in ihr suhlt, daraus texte ergießt und alles in allem die welt von den buchstaben auf die füße stellt – außerdem: durch deinen satz und meine antwort hier ist es schon ein wieder ein anderer und damit neuer beitrag. – also, frage mich jetzt wie gestern!

ja, ja, aber das wort „gestern“ müsste ja dann durch „vorgestern“ ersetzt werden.

das stimmt, aber nicht in dem, was ich gerade sagte, sondern nur in dem beitrag von gestern, den wir jetzt gleich wiederholen. also: lieber zweitklausens, frage mich nun wie gestern … und dann denken wir uns danach „gestern“ immer als „vorgestern“. (texte sind wundervoll! großartig! herrlich!)

du willst ein „ewig gestriger“ sein?

nein, nein, genau das eben nicht! nun fang schon an!

klau|s|ens, du hast wieder LIVE gedichtet?

aber ja – und du doch auch. gemäß unserer theorie der LIVE-dichtung: http://www.klausens.com/klausens_live_di…

und was kommt dabei raus?

es sind gedichte, die auf das reagieren, was gerade passiert: schnell, unverbraucht, voller schön-herrlich-wirrster phantasie.

wenn man dich hört, könnte man glauben, du wärst von dir mehr begeistert als von uwe timm.

oh ja, du hast recht. das wäre unfein. uwe timm war toll.

wieso?

er hatte eine heitere gelassene art, zumindest gestern in bonn, im rheinischen landesmuseum.

wer hatte eingeladen?

der „buchladen 46″.

und wer sprach?

es sprach holger schwab von eben diesem buchladen 46.

war er gut?

timm war ganz begeistert. er meinte, es sei sein vielleicht schönstes gespräch gewesen. (er bezog es wohl auf solche lesungsgespräche.)

und?

timm sagte immer: „das stimmt!“, „da haben sie recht!“, „das ist wahr!“, „sie haben alles genau gelesen!“, „das stimmt auch!“ – oder so ähnlich, und so weiter.

so lobte er den holger schwab?

timm schien regelrecht erfreut, dass jemand seine bücher genau liest, alle bücher zu kennen scheint und keine oberflächlichen schnellschüsse macht. berufskritiker lesen ja 500 bücher pro tag!

lesen?

nun ja, querlesen, und so. kritiker sind auch nur menschen.

und? gestern? wie weiter?

also: timm las aus seinem buch „halbschatten“, dann kam das gespräch (mit zusätzlich einer frage aus dem publikum … für mehr war leider keine zeit). dann las timm eine schluss-sequenz, dann das signieren auf der bühne … das war der abend.

wozu braucht man dann deine gedichte?

unsere, zweitklausens, unsere. – außerdem könntest du fragen: „wozu braucht man uwe timm?“

man kann alles fragen und befragen.

dazu sind schriftsteller ja da!

wir oder timm?

ich denke, wir alle. und dann gibt es diese klugen leser wie eben den buchhändler holger schwab, der so vieles auch bemerkte, was selbst „große“ kritiker (sind die denn groß? sind es nicht lebende halbschattenwahrheitsschatullen?) übersehen.

was ist denn dieser „halbschatten“? jenes buch von timm?

ich bringe dir den klappentext des buches – O.K.?

Ein Oratorium auf eine zu allem entschlossene junge Fliegerin und eine ungelebte Liebe. Marga von Etzdorf, eine junge Fliegerin, erschießt sich im Mai 1933 in Aleppo, Syrien, nach einer Bruchlandung. Sie ist 25 Jahre alt. Ihr Grab liegt auf dem Berliner Invalidenfriedhof. Was hat sie hier, zwischen den Toten der preußischen Militärgeschichte, NS-Größen und zivilen Opfern der letzten Kriegstage, zu suchen? Gibt es eine Erklärung für ihren gewaltsamen Tod? Der Stadtführer, der Uwe Timms Erzähler über den Invalidenfriedhof geleitet, weist auf beunruhigende Nachbarschaften hin. Hier liegt nicht nur Scharnhorst, der Held der Befreiungskriege, sondern auch Heydrich, der Organisator der Judenvernichtung, neben namenlosen Opfer aus dem Mai . Die Toten beginnen zu reden, sich zu erklären, zu rechtfertigen. Unter den Stimmen, die zu dem Erzähler sprechen, ist auch der junge Kampfflieger Christian von Dahlem. Auf einem ihrer spektakulären Langstreckenflüge hatte Marga von Etzdorf in Japan Dahlem kennengelernt und mit ihm ein seltsame, zauberhafte Nacht verbracht – eine Nacht des Erzählens. Zusammen in einem Zimmer, aber getrennt durch einen Vorhang, waren die beiden sich fern und gewährten einander doch Nähe. In einem Augenblick innerer Preisgabe erzählen sie sich ihre Leben – und müssen sich am nächsten Morgen trennen. Dieses Oratorium des Schreckens und der Liebe, in dessen Mittelpunkt Marga und von Dahlem stehen – eine unbedingte Liebe und ein Verrat -, beschwört zugleich die Dämonen und Engel der Geschichte und erzählt von Haltungen und Sichtweisen, von denen die deutsche Geschichte geprägt und gezeichnet ist.

aha, da schreibt man jemand friedhöfe zusammen und rekonstruiert etwas aus unserer dunklen vergangenheit.

in etwa.

und du? was rekonstruierst du?

ich habe doch ein SERIELLO gemacht: http://www.klausens.com/seriello-uwe-tim…
und dann noch meine LIVE-gedichte:
http://www.klausens.com/klausens-und-uwe…
eines schon mal hier vorab:

TIMMOLYSE

Zertretenes Gras
Opfert die Kühe
Als Grabsteine
Für Schussfelder
Japans wie ein
Verrat der eisigen
Grenzsoldaten
Schweigen hager
Den grauen Mantel

© Klau|s|ensĦķΩ7 Klau’s'ens=Klausens=Klau(s)ens=Klau|s|ens Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau?s?ens oder Klau(s)ens oder Klau=s=ens, LIVE geschrieben, 6.3.2009, Donnerstag, Rheinisches Landesmuseum Bonn, Lesung Uwe Timm sowie anschließendes Gespräch (von Holger Schwab) mit Uwe Timm, veranstaltet vom “ Buchladen 46 „, http://www.buchladen46.de – Es liest nun Timm aus seinem Buch „Halbschatten“. Es ist circa 20:20 Uhr.

und nun?

nun „heißen wir euch hoffen“.

auf was?

… auf das hochtrabende auffliegen der grauen asche des ewigen untergangs der sturzbächelnden literaturkallographie in der dammnis der wiederkünstlichkeit.

was war das jetzt? timm?

literatur. von mir. – alles ist doch literatur. selbst deine kurzen und stechenden fragen, zweitklausens. selbst die!

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LIVE bei und von und zu Uwe Timm dichtet KLAUSENS

klau|s|ens, du hast wieder LIVE gedichtet?

aber ja – und du doch auch. gemäß unserer theorie der LIVE-dichtung: http://www.klausens.com/klausens_live_di…

und was kommt dabei raus?

es sind gedichte, die auf das reagieren, was gerade passiert: schnell, unverbraucht, voller schön-herrlich-wirrster phantasie.

wenn man dich hört, könnte man glauben, du wärst von dir mehr begeistert als von uwe timm.

oh ja, du hast recht. das wäre unfein. uwe timm war toll.

wieso?

er hatte eine heitere gelassene art, zumindest gestern in bonn, im rheinischen landesmuseum.

wer hatte eingeladen?

der „buchladen 46″.

und wer sprach?

es sprach holger schwab von eben diesem buchladen 46.

war er gut?

timm war ganz begeistert. er meinte, es sei sein vielleicht schönstes gespräch gewesen. (er bezog es wohl auf solche lesungsgespräche.)

und?

timm sagte immer: „das stimmt!“, „da haben sie recht!“, „das ist wahr!“, „sie haben alles genau gelesen!“, „das stimmt auch!“ – oder so ähnlich, und so weiter.

so lobte er den holger schwab?

timm schien regelrecht erfreut, dass jemand seine bücher genau liest, alle bücher zu kennen scheint und keine oberflächlichen schnellschüsse macht. berufskritiker lesen ja 500 bücher pro tag!

lesen?

nun ja, querlesen, und so. kritiker sind auch nur menschen.

und? gestern? wie weiter?

also: timm las aus seinem buch „halbschatten“, dann kam das gespräch (mit zusätzlich einer frage aus dem publikum … für mehr war leider keine zeit). dann las timm eine schluss-sequenz, dann das signieren auf der bühne … das war der abend.

wozu braucht man dann deine gedichte?

unsere, zweitklausens, unsere. – außerdem könntest du fragen: „wozu braucht man uwe timm?“

man kann alles fragen und befragen.

dazu sind schriftsteller ja da!

wir oder timm?

ich denke, wir alle. und dann gibt es diese klugen leser wie eben den buchhändler holger schwab, der so vieles auch bemerkte, was selbst „große“ kritiker (sind die denn groß? sind es nicht lebende halbschattenwahrheitsschatullen?) übersehen.

was ist denn dieser „halbschatten“? jenes buch von timm?

ich bringe dir den klappentext des buches – O.K.?

Ein Oratorium auf eine zu allem entschlossene junge Fliegerin und eine ungelebte Liebe. Marga von Etzdorf, eine junge Fliegerin, erschießt sich im Mai 1933 in Aleppo, Syrien, nach einer Bruchlandung. Sie ist 25 Jahre alt. Ihr Grab liegt auf dem Berliner Invalidenfriedhof. Was hat sie hier, zwischen den Toten der preußischen Militärgeschichte, NS-Größen und zivilen Opfern der letzten Kriegstage, zu suchen? Gibt es eine Erklärung für ihren gewaltsamen Tod? Der Stadtführer, der Uwe Timms Erzähler über den Invalidenfriedhof geleitet, weist auf beunruhigende Nachbarschaften hin. Hier liegt nicht nur Scharnhorst, der Held der Befreiungskriege, sondern auch Heydrich, der Organisator der Judenvernichtung, neben namenlosen Opfer aus dem Mai . Die Toten beginnen zu reden, sich zu erklären, zu rechtfertigen. Unter den Stimmen, die zu dem Erzähler sprechen, ist auch der junge Kampfflieger Christian von Dahlem. Auf einem ihrer spektakulären Langstreckenflüge hatte Marga von Etzdorf in Japan Dahlem kennengelernt und mit ihm ein seltsame, zauberhafte Nacht verbracht – eine Nacht des Erzählens. Zusammen in einem Zimmer, aber getrennt durch einen Vorhang, waren die beiden sich fern und gewährten einander doch Nähe. In einem Augenblick innerer Preisgabe erzählen sie sich ihre Leben – und müssen sich am nächsten Morgen trennen. Dieses Oratorium des Schreckens und der Liebe, in dessen Mittelpunkt Marga und von Dahlem stehen – eine unbedingte Liebe und ein Verrat -, beschwört zugleich die Dämonen und Engel der Geschichte und erzählt von Haltungen und Sichtweisen, von denen die deutsche Geschichte geprägt und gezeichnet ist.

aha, da schreibt man jemand friedhöfe zusammen und rekonstruiert etwas aus unserer dunklen vergangenheit.

in etwa.

und du? was rekonstruierst du?

ich habe doch ein SERIELLO gemacht: http://www.klausens.com/seriello-uwe-tim…
und dann noch meine LIVE-gedichte:
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eines schon mal hier vorab:

TIMMOLYSE

Zertretenes Gras
Opfert die Kühe
Als Grabsteine
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Den grauen Mantel

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und nun?

nun „heißen wir euch hoffen“.

auf was?

… auf das hochtrabende auffliegen der grauen asche des ewigen untergangs der sturzbächelnden literaturkallographie in der dammnis der wiederkünstlichkeit.

was war das jetzt? timm?

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Wegen Köln füllt KLAUSENS Beton in seinen Blog(g)

klau|s|ens, was macht du mit deinem blog(g)?

ich denke: unserer!?

ja, ja, aber was machst du mit unserem blog(g)?

was stört dich denn?

es ist alles voller beton.

sicher, ich fülle unseren blog(g) voll beton.

aber wozu?

das machen sie in köln doch auch, an den trümmern und unterhalb der trümmer des stadtarchivs.

weshalb?

damit nicht alles noch weiter absackt, in dieses 28 meter tiefe loch, von der u-bahn.

dazu füllen sie beton ein?

ja, und ich auch!

du hast angst???

ja, auch unser blog(g) könnte doch
_______________________________absacken
______________________________________in dieses
______________________________________________loch.

wieso
__________
__________________
________________________könnte?
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Vom Kölner U-Bahn-Sturz schreibt KLAUSENS

oh, klau|s|ens, 2 menschen werden noch vermisst. sie suchen nach ihnen.

ich weiß, es ist bitter. es hätten ja viele menschen mehr noch sein können, wenn man nicht noch rechtzeitig die 3 gebäude verlassen hätte.

du ärgerst dich?

alles spricht gegen köln.

wieso?

in dieser stadt läuft so vieles so mies, dass man nicht weiß, wie es immer wieder dazu kommen kann. klüngel und korruption und dann diese immer neu gespielte „ahnungslosigkeit“. alles zusammen macht einen nur wütend.

drei häuser stürzen in die u-bahn.

das muss man sich mal überlegen: sie bauen eine u-bahn, und immer wieder passieren diese dinge.

außerdem kostet die u-bahn 1 milliarde statt 600 millionen, wie geplant.

das ist doch immer so: die summen werden extra kleingeschrieben, um die projekte durchzubringen. hernach steigen dann die kosten. in köln sehr beliebt.

worüber ärgerst du dich?

über alles. ganz besonders bitter ist ja, dass vorher schon leute gewarnt haben, und dass es risse im haus gab. die menschen handeln wie die tiere, immer in ihren begrenzten berahmungen und rastern.

und die schätze!

ach ja: da wollen wir gar nich dran denken. älteste stadturkunden, handschriften von albertus magnus, diverse nachlässe, darunter der von heinrich böll. alles unter schutt und asche. das gedächtnis der stadt von anbeginn.

vielleicht können sie ja was retten, wie in weimar.

in weimar in der anna-amalia-bibliothek war es feuer, hier aber ist es gewicht, steingewicht von tonnen. außerdem: wie sieht es denn mit dem wasser aus? vielleicht wird es auch noch regnen. dann sind alle dokumente, die man eventuell noch retten könnte, auch noch nass. es ist schlicht grauenvoll!

die menschen sind arm, geistig sowieso.

zweitklausens, wem erzählst du das?

eigentlich gibt es nur eine positive sache an allem schrecken.

welche?

… dass wir unseren nachlass als grauenvolle schriftsteller und ächtungswerte hochkünstler allen zusammensturzes noch nicht an das stadtarchiv der stadt köln vermacht haben.

dein neuestes kunstwerk auch nicht? dieses werk namens „der kölner u-bahn-sturz“?

wir könnten es demnächst in diese böse schlimme sturzgrube werfen. – eine feine idee des protestes und der protestkunst.

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Den DOW JONES zum DOWN JONES erklärt KLAUSENS

oh je, klau|s|ens, die krise geht weiter.

der dow jones fällt und fällt – nun unter 7000.

sie sagen, es ist der niedrigste stand seit 12 jahren.

was sind 12 jahre?

nichts – aber es geht ja weiter und weiter.

wohin, wodurch, wozu?

du stellst fragen! auf jeden fall war der anlass doch dieser grossversicherer.

du meinst: AIG? in den USA?

ja, die. die haben schon 100 milliarden miese. stelle dir diese zahlen vor! davon 60 milliarden im letzten quartal.

ich glaube, der gesamte bundeshaushalt in der BRD hat 260 oder 270 milliarden. man muss das alles vergleichen. diese werte, diese größen!

der sturz von AIG ist der sturz vom DOW JONES, in diesen tagen.

und deine antwort?

sag doch lieber deine!

als künstler habe ich den DOW JONES nun zum DOWN JONES ernannt.

das ist eine großartige tat!

ich weiß: voller mut, voller kraft, voller zupackender energie. würdig eines großen politikers.

ganz wie in den deutschen kommunen.

was haben die denn damit zu tun?

die machten doch alle ihre cross-border-geschäfte.

was ist das denn?

ach, kennst es nicht? du verkaufst deine wasserleitungen oder anderes aus deiner kommune, und dann least du es zurück.

aha: verkaufen und doch angeblich noch haben.

eben – genial. amerika kauft, und der versicherer AIG tritt hinzu, sichert das ab (nur wie?) … und schon meinen die kommunen sich zu sanieren.

genial.

es sind immer wieder solche taschenspielertricks, die dann überall „toll“ gefunden werden. die meute tobt. alle ahmen sich gegenseitig nach. jeder will dazugehören und vom reibach etwas haben. alle klopfen sich auf die schultern. es lebe der stadtrat, wo immer er sei!

und dann?

dann muss jede kommune nachziehen. allein in NRW sollen laut den NRW-GRÜNEn immerhin 15 kommunen solche dubiosen verträge geschlossen haben.

und nun?

das weißt du doch selber!

nun wackelt alles munter vor sich hin, weil AIG wackelt, und dann brauchen die vielleicht neue versicherungen, die das abstützen, die wiederum mehr geld kosten. es ist alles so komplex, dass man es schwer versteht.

aber du verstehst den kern?

ja, crossborder, null ahnung, tolle masche, alle ziehen mit, dummheit pflanzt sich fort, glaube niemals mehr einem bürgermeister, kommunen sind blöd, politiker lachen sich ins fäustchen, alle gehen in den konkurs, am ende ist der kleine mann der dumme.

der kleine mann?

gibt es den nicht mehr?

ich weiß es nicht. ich kenne in diesen tagen nur diesen herrn DOWN JONES.

vielleicht war der DOWN JONES mal bürgermeister in sprockhövel oder buxtehude … und hat da schulgebäude oder wasserwerke oder kanalisationen oder straßenbahnen oder am ende sogar echte künstler wie klausens=klau|s|ens über crossbordergeschäfte verkauft und dann zurückgemietet.

vielleicht hat dieser DOWN JONES einfach nur eine kapitalvernichtungsmaschine weltweit ausgeliehen. wäre doch auch eine gute idee, um reich zu werden!

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Zur Deutsch-Niederländischen Hochzeit von Boris Becker und Lilly Kerssenberg schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, schämst du dich nicht?

weswegen?

… dass du nun boulevardthemen diskutierst!

es gibt keine „boulevardthemen“ – für einen schriftsteller ist alles interessant, was er zum interessant sein erklärt.

aber was kann an boris interessant sein?

er heiratet.

na und?

ich bitte dich! er hat es gestern angekündigt, im fernsehen, LIVE, bei herrn gottschalk.

und weiter?

seit jahren war die frage, wann und ob boris becker nach der babs nochmals heiratet.

das ist jetzt nicht dein ernst!

was?

… dass dich das wirklich interessiert.

„wirklich“ klingt etwas überzogen – aber man bekommt so vieles in der welt mit, wozu man sich dann seine gedanken machen muss, auch wenn man nicht will.

und was denkst du?

ich befasse mich der komponente, dass lilly kerssenberg niederländerin ist – und boris becker ein deutscher.

na und?

ist dir das nicht klar?

was?

sie treten an die stelle eines anderen berühmten paares.

welches paares?

na dieser prinz claus und königin beatrix der niederlande.

aber claus ist tot – außerdem ging es immer um seine NS-vergangenheit und die werhmacht bzw. sein deutschsein.

jahre sind vergangen, das stimmt. aber das thema deutschland-niederlande und der hass auf die deutschen besetzer ist deshalb nicht verschwunden.

aber abgeklungen!

nun gut. auf jeden fall kommt jetzt dieses paar und wird zum neuen symbol für deutschland-niederlande.

und was heißt das?

sie leben und handeln symbolisch.

inwiefern?

alles, was sie tun, wird beobachtet.

aber das ist doch bei diesen VIPs immer der fall, und bei boris besonders. er hat sich doch in diese rolle gedrängt.

aber jetzt wird es sich verdoppeln und multiplizieren, das interesse.

aber warum nur?

… weil beide, boris und lilly, wie diplomaten handeln und agieren. sie sind stellvertreter für ihre nationen.

was meinst du damit?

wenn beide sich gut verstehen, wirft das ein licht der positiven möglichkeiten auf das deutsch-niederländische verhältnis.

und wenn nicht?

dann sagen alle: deutschländer und niederländer können einfach nicht miteinander!

wenn beide scheitern, boris und lilly, dann scheitern auch die beziehungen von deutschen und niederländern? eventuell sogar die beziehungen von staat zu staat?

es kann sein, muss aber nicht.

das ist ja irre!

eben! – und ich glaube, den beiden ist noch gar nicht bewusst, auf was sie sich da eingelassen haben, wenn sie am 12. juni heiraten.

aber dir schon.

als weltschriftsteller habe ich eine besondere weitsicht. außerdem vergisst du, dass ich dereinst am sarg von prinz claus vorbeidefilliert bin, in den haag.

bist du?

aber ja. (du warst doch dabei!)

und warum?

ich wollte einfach schauen, was ich dabei fühle.

was hast du gefühlt?

eigentlich eine art beklemmung, und zudem eine gewisse distanz.

du hast dich von prinz claus distanziert?

nicht direkt – aber ich fühlte mich ihm auch nicht besonders verbunden. es war mehr die symbolkraft: niederländer und deutsche gehen gemeinsam an seinem sarg vorbei. ich vertrat die deutschen dabei. und den weltfrieden.

und das alles erzählt du jetzt.

wieso?

hier geht es um eine jauchzende hochzeit, und du verbreitest schreckliche düsternis. wir wollen doch alles für die deutsch-niederländischen beziehungen tun! die hochzeit von boris und lilly muss also ein erfolg werden!

ich wollte ja nur die möglichen probleme ausleuchten, mehr ja nicht.

du weißt gar nicht, was du alles sagst. es kann so schnell gehen: „NUON“ mit dem „lekker strom“ sind gerade von den schweden und vattenfall übernommen worden.

wie denkst du denn jetzt? welche „übernahmephobien“ sind denn jetzt virulent?

ich wollte mich nur mal in die lage der niederländer versetzen.

dadurch machst du alles noch schlimmer!

glaubst du eigentlich, dass deutsche und niederländer zusammenpassen?

ich weiß es nicht, zweitklausens. – zweifel sind berechtigt.

aber wir beide kommen ja auch miteinander aus. trotz aller unkenrufe.

was hat denn jetzt günter grass damit zu tun? boris ist und bleibt ein tennisspieler.

und lilly?

ich glaube, die pokert hin und wieder. auch öffentlich.

und deine neue fahne? was soll die?

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