Monatsarchiv: Oktober 2009

Zum Nobelpreis von Barack Obama und an den möglichen Nobelpreis für die FDP denkt KLAUSENS

klau|s|ens, was wolltest du sagen?

sie haben ihn schon 11 tage nach seiner wahl nominieren müssen. sonst hätte er den preis nicht bekommen können.

11 tage nach der wahl?

ja, das war der letzte moment, um ihn für den nobelpreis vorzuschlagen. (nominierungsfrist!)

dann bekommt er den preis für 11 tage?

nein, denn bei der bekanntgabe der baldigen verleihung am 9.10.2009 war er ja schon länger im amt.

auffällig ist es schon.

ja, man hört: es sei wie ein riskantes bankgeschäft, wie optionshandel oder so etwas.

optionshandel in der politik?

man hofft, dass obama dass wahr macht, was er schon teilweise (nicht) wahrgemacht hat.

was denn?

er hat guantánamo noch nicht geschlossen.

aha.

und afghanistan, den krieg, wollte er noch nie beenden.

ach ja?

und aus dem irak ist er noch nicht weg.

oho.

du siehst: noch ist nichts wahr geworden, außer, dass er eine zeit der humanität eingeläutet hat. aber eben nur eingeläutet. und wie gesagt: afghanistan stand noch nie zur debatte.

auch bei seiner wahl nicht?

nein, auch das nicht. er bekommt also den friedensnobelpreis, obwohl er doch den krieg zugleich will.

das ist doch seltsam!

und seltsam ist auch, dass schon 3 amerikaner in den letzten 9 jahren den nobelpreis bekamen: carter, gore, obama.

dann ist stockholm ja gar nicht „weltunabhängig“?

stockholm ist ist der standpunkt der westlichen welt. und diese meint, dass man die sehnsucht nach frieden beglückwünschen sollte.

und dann?

dann? – dann ist der obama so unter druck, dass er alles versuchen wird, nun wenigstens etwas von dem wahrzumachen, was er vorhat oder verkündet hat vorzuhaben.

dann ist es doch auch genial, ihm den preis zu vergeben.

der preis ist eine option auf PEACE. also eine option auf ein PIECE vom PEACE.

das ist doch gar nicht so falsch dann.

aber seit wann werden ankündigungen so schnell belohnt? nach 11 tagen amtszeit musste er schon vorgeschlagen werden.

sollen wir nicht auch dinge ankündigen?

meinst du?

ja, wir könnten doch einfach eine insgesamt bessere welt versprechen.

oder „weniger steuern“! auch wenn der staat wegen der schulden nicht mehr pups sagen kann. - so was kommt immer gut!

au ja: „weniger steuern“. dann bekommt die FDP den friedensnobelpreis. prima.

schöne idee fürs nächste jahr: den friedensnobelpreis für die FDP. einfach klasse. ein stück vom nicht existenten kuchen für alle. „a piece of the cake, which does not exist …“

PEACE!

nein: PIECE! du alter indianer!

hieß der nicht BRIECE? PIERRE BRIECE?

was? der bekommt den nobelpreis? für seine unbeirrbar friedensstiftende rolle in allen deutschen karl-may-filmen? als winnetou?

auch eine verdammt gut idee. und nobel könnte für sein dynamit doch posthum …

wird es denn nicht täglich glücksbringend in afghanistan eingesetzt?

klausens-barack-obama-nobel-sei-der-preis-peace-piece-10-10-2009

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Der Nobelpreis für Herta Müller und KLAUSENS

du gratulierst ihr von herzen?

oh ja: es ist doch eine stimme für die freiheit, gegen die unterdrückung.

findest du?

sicher: sie arbeitet sich an der gewalt einer bösfiesen diktatur ab und fordert so die freiheit der welt. das ist schon eine große sache. humanität. menschlichkeit.  (müller ist so übrigens ein kontrastprogramm zur figur von berlusconi, über die wir gestern sprachen und schrieben.)

aber philip roth.

das stimmt: der wäre wohl dran gewesen. aber der nobelpreis kann nicht „gerecht“ sein. deshalb soll man ihn auch nicht überbewerten.

er lässt aber die verkaufszahlen hochschnellen.

aber ja: für alle zeiten. dann kommt noch der hinweis „nobelpreisträgerin“ auf das buch – und dann verkauft sich alles leichter und besser. flutsch!!!

dann ist der nobelpreis dynamit für den verkauf.

man kann es so sagen.

bei herta müller gibt es noch ein phänomen.

welches?

das ist die „nachpreisung“.

was meinst du damit?

kaum eine autorin hat soviele preise hintereinander erhalten. das ist schon auffällig.

fast jahr für jahr!

das ist die „nachpreisung“. die anderen preiskommittees sagen sich: da können wir nichts mehr falschmachen. sie hat diesen preis und jenen. da kann keiner was sagen, wenn wir ihr auch noch einen preis geben.

dann sind alle auf der sicheren seite.

genau: niemand kann klagen. und gegen die unterdrückung zu schreiben … also für die freiheit des geschundenen menschen, das macht sich für jedes preiskommittee gut.

dann sind das (diese preise in der auffälligen abfolge) also ketten, die logisch und unlogisch zugleich sind?

bisweilen. herta müller kann sehr gut schreiben. aber die ganze tretmühle der literaturpreise und derer, die sie in teils wechselnden besetzungen mit den immer gleichen gesichtern vergeben, das ist wieder ein weiteres thema.

du gönnst ihr den preis?

aber sicher: ich habe ein realgedicht geschrieben, deshalb. ich habe also von ihr noch profitiert, im künstlerischen sinne. ihre preisliste wurde nämlich zu meinem realgedicht.

NACHPREISUNG
- Realgedicht –

1981: Adam-Müller-Guttenbrunn-Förderpreis des Temeswarer Literaturkreises
1984: Aspekte-Literaturpreis
1985: Rauriser Literaturpreis
1985: Förderpreis zum Literaturpreis der Stadt Bremen
1987: Ricarda-Huch-Preis
1989: Marieluise-Fleißer-Preis
1989: Deutscher Sprachpreis, gemeinsam mit Gerhardt Csejka, Helmuth Frauendorfer, Klaus Hensel, Johann Lippet, Werner Söllner, William Totok, Richard Wagner
1990: Roswitha-Preis
1991: Kranichsteiner Literaturpreis
1992: Deutscher Kritikerpreis
1994: Kleist-Preis
1995: Europäischen Literaturpreis Prix Aristeion
1995/96: Stadtschreiber von Bergen
1997: Literaturpreis der Stadt Graz
1998: Ida-Dehmel-Literaturpreis und den International IMPAC Dublin Literary Award
1999: Franz-Kafka-Preis der Stadt Klosterneuburg
2001: Cicero-Rednerpreis
2002: Carl-Zuckmayer-Medaille
2003: Joseph-Breitbach-Preis (zusammen mit Christoph Meckel und Harald Weinrich)
2004: Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung
2005: Berliner Literaturpreis
2006: Würth-Preis für Europäische Literatur und Walter-Hasenclever-Literaturpreis
2007/08: Stipendium Internationales Künstlerhaus Villa Concordia
2009: Heine-Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft Düsseldorf
2009: Nobelpreis für Literatur


Copyright für die Liste, allerdings nur in der Form als erklärtes Realgedicht, liegt bei Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau=s=ens oder Klau?s?ens oder Klau$s$ens, geschrieben am 8.10.2009, in Königswinter-Oberdollendorf, am Tag, als der Nobelpreis für Herta Müller bekanntgegegeben wurde. REALGEDICHTE von Klausens siehe: http://www.klausens.com/realgedichte.htm

und außerdem habe ich ein gedicht geschrieben, was ihr zum preis gratuliert.

DIE EHRENSHERTAWERTE NOBELMÜLLER

Wer so das Dunkle hat erlebt …
Und es dann neu in Freiheit
Gar so hoch erhebt … zur höchlich
Sprache erster Kennung kalter
Fakten aus Diktatur und Katarakten …
Und dadurch erkennt Human-Tristesse
Als sei, meint: iss’ … ja aller Ehrung stolz gewiss.
Auch fress … damit die neue Zeit hell ereilt
Des Glückes, das in uns doch bebt!

——-
KLAUSENS, für Herta Müller, 8.10.2009
- Mit den besten Wünschen zum verdienten Nobelpreis
Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klausens oder Klau(s)ens oder Klau%s%ens, geschieben am 8.10.2009, Donnerstag, als der Nobelpreis LITERATUR für Herta Müller bekanntgemacht wurde

dann kann niemand etwas sagen?

niemand! ich gratuliere ihre von herzen, und es ist ja auch schön, dass wieder mal eine frau einen preis bekommt.

und philip roth?

ich sagte, dass es keine gerechtigkeit gibt. alles ist nur ein spiel.

aber der aufdruck „nobelpreis“ sichert doch umsätze, erbringt doch geld.

philipp roth hat genug davon. insofern …

und wenn wir nun auf unsere romane endlich mal NOBELPREIS aufdrucken würden? nur mal so als idee …

herta-mueller-und-der-nobelpreis-klausens-8-10-2009

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Klammheimliche Freude über den Druck auf Berlusconi empfindet KLAUSENS

klau|s|ens, „klammheimliche freude“ ist in deutschland ein problematischer begriff.

oh ja. du hast recht! terrorismus, göttingen, mescalero: alles das.

also: ein großer schriftsteller sein wollen, aber dann in jedes fettnäpfchen treten?!?!?! du lächerling !!!

dann freue ich mich eben öffentlich.

worüber?

dass dieser berlusconi nun in schwierigkeiten gerät.

aber das war er schon oft.

nun aber ist es sehr eng geworden.

ach wo: seine immunität mag aufgehoben sein, dafür werden die prozesse auf monate und jahre und jahrzehnte verschleppt werden.

du hast nicht viel vertrauen in die demokratie?

weißt du: demokratien sind schöne gebilde – aber nur wenn sie von der mehrheit des volkes ergriffen werden … und dann auch so begenutzt oder gebenutzt zu sein scheinen.

ist das nicht so? hat nicht das verfassungsgericht in italien ein gesetz kassiert, weil es gegen diese verfassung spricht?

sicher, sicher, aber was ist vorher alles passiert?! wie konnte es überhaupt zu so einem gesetz kommen? wie konnte es überhaupt sein, dass berlusconi an die macht kommt? mehrmals!

du zweifelst an italien?

ehrlich gesagt: ja. ich zweifle an teilen der italienischen bevölkerung.

an teilen?

ja, an teilen. aber das tue ich in deutschland auch. in anderen ländern übrigens auch.

du zweifelst an allen bevölkerungen?

ja, ehrlich gesagt ja.

als schriftsteller?

gerade deshalb: wer die welt beobachtet, stellt fest, wie schwach der mensch ist, und wie lückenhaft seine systeme auch sind, die er beständig hervorzubringen versucht.

und das soll ich jetzt unterschreiben?

ja, ich möchte, dass du jetzt das gesetzt unterschreibst, wonach schriftsteller auf alle zeit feststellen müssen, dass der mensch schwach ist, und willenlos, und manipulierbar.

soll ich das wirklich tun?

unterschreib jetzt endlich – oder soll ich dir noch mein schmiergeld auf die brust setzen?

KLAU|S|ENS DENKT: sprachlich kommen die schriftsteller auf ihre alten tage auch immer mehr aus dem gleis: „schmiergeld auf die brust setzen“? der spinnt doch!

ABER ER UNTERSCHRIEB DANN DOCH, JENER KLAU|S|ENS ALS ZWEITKLAUSENS, DER ZUDEM EINE WINSELNDE KOPIE EINES ALLSEITS BESTOCHENEN ERSTKLAUSENS NUR WAR.

—KLUGER NACHTRAG:

du züchtest bienen?

wieso?

weil auch du so – wie anscheinend der berlusconi – offensichtlich sowohl bestechlich als auch bestochen bist.

du meinst „bestechend“! ich bin bestechend! in allem, was ich tue!

klausens-k-werk-kunstwerk-berlusconi-8-10-2009

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klau|s|ens feiert 60 jahre gründung der DDR – www.klausens.com

klau|s|ens, du feierst die gründung der DDR?

etwas ironie muss erlaubt sein. – außerdem: gab es damals eine andere option, als erst mal die BRD gegründet war?

müssen wir das alles diskutieren? heute? jetzt?

ich erspare es dir.

aber was hat dann das stromdingsplakat mit der DDR zu tun?

ich finde dieses plakat, welches ich in der bonner city entdeckte, überaus phantasievoll und großartig.

wieso?

weil es an den gesunden menschenverstand appelliert.

schön? und weiter?

das macht das plakat liebevoll – und auch so kurios.

wieso?

weil es völlig neben der wahrheit namens welterfahrung liegt.

aha.

und trotzdem wurde es geklebt.

vielleicht haben die damit sogar erfolg!

das macht alles noch süßer und putziger.

und was hat es mit der DDR zu tun?

vielleicht herrscht da dasselbe prinzip vor. allein wenn man honnecker reden hörte, dachte man doch: und das soll der chef der DDR sein?! dieses gebrochene stimmlein ohne jeden charme, ohne jeden esprit, ohne jede verve?

aber er war es doch! der ober-DDR-mann!

genau! eine absolut kurios-putzige situation, völlig unterschätzt, die allerdings nachher (und vorher) für die bevölkerung so schlimm geendet ist. mit unrecht und unterdrückung und alledem.

und du gratulierst totzdem zu „60 jahre gründung der DDR“?

gab es denn damals eine alternative? (und das internet, um solche vorgänge blog-öffentlich zu disputieren,  war ja noch nicht auf dem markt!)

gab es denn in der DDR stromkästen?

und durfte man diese beplakatieren?

klausens-foto-stromkasten-bonn-city-3-10-2009 [800x600]

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Den Zerfall beklagt KLAUSENS

oh, klau|s|ens, was schaust du so trübe?

man hat ein gerät, dann geht dieses kaputt … und dann wirft man es weg.

so einfach?

aber ja: nimm diese elektrische zahnbürste. eines tages funktioniert sie nicht mehr. einfach so. man kennt keinen grund. man weiß nicht, wieso. aber sie ist nun kaputt.

und dann?

dann wirft man sie weg – und kauft sich eine neue.

willst du nichts reparieren oder reparieren lassen?

bei so einem ding? lächerlich. wer nimmt die denn? wer repariert die denn?

niemand!

eben – also wirft man sie weg.

das ist ja grauslich!

sicher, das ist die „ex-und-hopp-mentalität“.

und du machst auch noch mit! das ist ja noch schlimmer!

ich sehe keinen anderen weg.

keinen anderen?

doch einen: ich scanne die zahnbürste als kunstwerk und berichte vom wegwerfen hier in meinem blog.

soll das heißen: die zahnbürste ist noch nicht weg?

doch, doch, ich habe sie sofort nach dem scannen in meinen mülleimer geworfen. schau doch!

aber das darfst du gar nicht!

nein?

es gibt doch spezielle entsorgungsrichtlinien für elektrische kleingeräte. wusstest du das nicht?!

bestimmt gibt es die. bestimmt! – aber wer soll diese welt noch verstehen. das ist doch alles irrsinniger quatsch. findest du nicht?!

nein, ich finde das nicht. alles, was passiert, muss einen sinn haben. ich suche diesen dann.

und? wo liegt der sinn von ex-und-hopp?

vielleicht, weil es die kreativität befördert. z.b. deine. vielleicht deshalb.

elektrische-zahnbuerste-kunst-scan-klausens-6-10-2009 [1024x768] elektrische-zahnbuerste-kunst-scan-klausens-6-10-2009 [1024x768]

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Den Kundenbeirat von Penny sieht KLAUSENS als die neue Demokratie

klau|s|ens, die gesellschaft verändert sich?

aber ja: die wahlbeteiligung geht allerorten zurück.

warum?

die leute fühlen sich von allen verraten und verkauft … und sie glauben, die würden sowieso alle machen, was sie wollen.

dem ist aber nicht so!

offenbar nicht, denn nun verlagert sich die demokratie (scheinbar) aus den sphären des parlaments in die sphären der privatwirtschaft.

genau: PENNY hat es erkannt.

du meinst, die sehnsucht der menschen nach mitsprache.

ja. und nun?

nun machen sie den „kundenbeirat“.

was ist die funktion?

demokratie als werbemittel, um die aufstellung des unternehmens positiver zu gestalten.

hat das nicht auch die BILD-zeitung?

die haben das schon vorher gemacht. auch so einen beirat aus lesern. (oder war es die BamS?)

was ist die idee?

alles soll positiver rüberkommen.

und in wahrheit?

in wahrheit geht es immer um den verkauf, also um den verdienst.

und was helfen da die kunden?

sie geben wichtige informationen. denn meinungsforschung allein ist nur eine seite. und das unbewusste der kunden die andere.

und die dritte seite?

das ist das, was die kunden wirklich denken oder zu denken meinen.

und?

das dürfen die kunden nun sagen, fühlen sich dabei demokratisch toll, und penny oder die BILD oder wer noch alles bekommen weitere daten und fakten. zur „optimierung“.

man macht ja auch heute immer mit diesen kundenkarten.

das ist die andere seite: der kunde liefert bei jedem einkauf mit der kundenkarte wichtige informationen. ganze persönlichkeitsbilder entstehen, z.b. einer, der immer nur schokolade, aber nie bier kauft.

und was heißt das?

schokoladenkäufer sind kaum empfänglich für die bierwerbung. man kann dann alles noch besser planen und tun und machen und tun und so. auch werbung besser „positionieren“.

das ist die neue welt?

sie verlagert sich aus den parlamenten immer weiter in die unternehmen. (we call it „zeitgeist“.)

dort wird dann alles demokratischer?

eben nicht: zeitgleich beginnen heute die koalitionsverhandlungen von CDU/CSU/FDP. und sie werden dort bestimmt überlegen, die mitbestimmung weiter zurückzudrängen und die kündigungsmöglichkeiten auszuweiten, alles das.

dann wird die welt nicht besser?

die welt wird nie besser. der mensch ist immer nur objekt der finanziellen begierde. und so muss man auch die idee eines „kundenbeirats“ lesen. alles ist verführung des gesunden menschenverstandes.

das gilt auch für jede deiner zeilen!

unserer zeilen, zweitklausens. – gewiss: auch sätze haben ihre absichten. auch wenn es scheinbar gute sind.

klausens-scan-anzeige-penny-markt-kundenbeirat-vom-sept-2009

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Von der PLAN09 und Albert Speer berichtet KLAUSENS

also, klau|s|ens, PLAN09 oder PLAN 09?

was das ist? architektur und so.

wie genau?

eine vielzahl von veranstaltungen und ausstellungen, einmal im jahr, gestreckt über ein paar tage … und das in köln.

noch genauer?

du kannst einen ganz schön nerven. lies doch etwas von dem architekturüblich „geschwollenen“ originalton der macher/-innen der „plan09″:

Zum 11. Mal lädt das Architekturfestival plan zu einem Ausstellungs- und Veranstaltungsparcours quer durch Köln ein: Insgesamt 42 Projekte und 117 einzelne Termine bietet das diesjährige Programm an vielen unterschiedlichen Schauplätzen der Stadt.Das zentrale Thema ist, in Fortsetzung von plan07 und plan08, zum dritten und vorerst letzten Mal Urbanismus. Die plan-Triologie begleitet den Beginn des wahrhaft „urbanen“ Jahrhunderts: Seit 2007 leben erstmals in der Geschichte mehr Menschen in den Städten als auf dem Land. Wir stellen also aus gutem Grund erneut die Frage nach den aktuellen wie den zukünftigen Verhältnissen in den Städten, hier und weltweit. Dabei ist eine neue Form des „Stadtmachens“ zu beobachten. Mehr und mehr findet urbanistisches Handeln in undeterminierten Prozessen und in Selbstorganisation statt. Stadtplanung „von unten“, Initiativen wie „City from Below“ und andere offene Netzwerke sind heute treibende Kräfte. Und es zeichnen sich international deutliche Schwerpunkte ab: die globalen ökologischen Herausforderungen, die Integration von Natur in urbane Strukturen, der Ausgleich unterschiedlicher Interessen im Gemeinwesen Stadt sowie die Entwicklung zeitgemäßer Strategien und Methoden für das Weiterplanen und -entwickeln urbaner Räume.

und du?


ich war bei einer veranstaltung zum campus der universität köln, und zwar bei den humanwissenschaften: gronewaldstr., nähe dürerstraße.

und?

die haben da bauten aus den 50er jahren, von dem bekannten hans schumacher, die stehen auch unter denkmalschutz … aber die haben keinen echten campus.

wieso?

man hat damals fein gebaut, und es sollte eine PH sein, eine pädagogische hochschule, mit eigenem campus, aber dann hat man diese aufgelöst, alles wurde teil der großen universität köln, und dann sind die pläne nicht mehr so ausgeführt worden, wie sie gedacht waren.

sondern?

nur teile davon: wir haben da gebäude, aber wir haben nicht den zentralen bezug aufeinander.

und darüber wird diskutiert?

ich bitte dich: die uni köln ist riesig, da muss man doch wissen, wo man platz braucht, und wo man baut, wo man auflöst, wo man verändert: alles das.

also ein masterplan?

du kennst das wort?

du nicht?

oh doch. jetzt kommt ja speer ins bild. der hat nämlich für die stadt köln einen masterplan gemacht. und deshalb war er bei der diskussion dann auch dabei.

speer ist also ein großer stadtplaner?

er darf ja u.a. in china ganze gebiete und städte neu machen. er ist ein wichtiger mann. und sein büro natürlich. das sind viele, viele menschen.

und das alles wurde nun diskutiert?

wie man das so macht: man holt ein paar leute zusammen, diskutiert und geht wieder auseinander.

was bleibt?

meinungen oder auch „impulse“. man hofft dann, dass sich in den köpfen der leute etwas verändert.

ist es geschehen?

also: in diesem gebäude, da haben sie mal das ganze foyer leergeräumt. für ein paar wochen, damit man wieder „sehen“ kann. damit die architektur von schumacher überhaupt erkennbar ist.

das gefiel dir?

ja, aber es ist nur eine vorübergehende maßnahme. dann kommen wieder die automaten zurück und die schließfächer, weil ja das studium jetzt wieder beginnt. wintersemester.

und was soll es alles?

es soll dein bewusstsein für deine umwelt schärfen. auch die gebaute umwelt. auch die einer universität. diese wiederum prägt dich und dein denken. das sind wechselbeziehungen.

haben denn die leute auf dem podium frei gedacht?

ich würde sagen, sie haben es versucht. aber die grenzen im kopf sind beachtlich.

was meinst du damit?

wenn man wirklich „frei“ denkt, dann muss man erst mal alles in frage stellen. und dann neu denken. und dann erst intellektuell alles durchkauen. und dann erst kann man an visionen für eine universität der nächsten 30 oder 50 oder 100 jahre denken.

dafür bist du doch da.

ja, die schriftsteller und künstler sind für so etwas immer gut. ich nenne dir nur ein beispiel: wir saßen in einem hörsaal, der modernisiert war: aber es war der klassische hörsaal mit klappstühlen, der fokussierung nach vorne und der aufsteigenden treppe und alles das. (und: man kann nicht vorzeitig weg, wenn man in der mitte sitzt, weil man sonst alle und alles stört.)

was stört dich daran?

wer wirklich „neu“ denkt, der muss auch die art der ausbildung in frage stellen. der hörsaal ist der kern davon, der kern unserer „ausbildungskultur“.

ja, und?

den hörsaal stellt niemand in frage, dieses dumpfe sitzen, nach vorne starren, auf sein blatt kritzeln und irgendwelchen eminenzen zuhören.

das hat dich gestört?

sicher, denn da finge die freiheit des visionären denkens doch an. man kann nicht über den campus von morgen nachdenken, aber die art der bildungsvermittlung als auf ewig gegeben ansehen. hörsäle !!! pah !!!

wie kommst du darauf?

der herr heide aus frankfurt, der den neuen uni-campus rund ums alte IG-farben-haus entwickelt, der war z.b. besonders stolz auf sein hörsaalgebäude, weil da viel licht reinkommt. aber es ist eben doch ein „klassisches hörsaalgebäude“, und es wurde nagelneu gebaut. wie kann man da von einem „neuen denken“ sprechen?

so sind die menschen: neu und doch alt. was hast du gekritzelt?

gedichte und eine zeichnung.

schön. auch das zeigt beständigkeit an. immer weiter in den eingetretenen pfaden dahinirren. ganz der schreiber und künstler.

danke. aber welche alternativen gäbe es denn?

GELDQUADERSEELUNG

Gebäude haben
Unterschiedliche
Charaktere

Sie können gut
Sein oder böse
Oder auch schlicht

Zu teuer

©  Klau|s|ensĦķΩ7 Klau’s'ens=Klau(s)ens=Klausens=Klau|s|ens

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen, u.a. als Klausens oder Klau?s?ens oder Klau!s!ens, LIVE geschrieben am Mittwoch, 30.9.2009, gegen 20.20 Uhr, Albert Speer spricht, Diskussion „Universitätsbauten als Spiegel universitären Selbstverständnisses. Wie entwickelt sich der Kölner Universitätscampus?“ (Im Rahmen der plan09) … mit Jörg Jung, freier Journalist, Moderation, Gäste: Dr. Reto Naef, Firma Novartis, Basel, Prof. Dr. Wolf Dietrich Bukow, Soziologe, Ferdinand Heide, Frankfurt (Architekt, Masterplan CampusWestend Uni Frankfurt), Prof. Dr. Thomas Kaul, Dekan der Humanwissenschaftlichen Fakultät (Pädagogik und Didaktik hörgeschädigter Menschen), Dr. Ulrich Soénius, Geschäftsführer IHK Köln, und Prof. Albert Speer, Architekt und Stadtplaner, Frankfurt, Masterplan für Köln, Holger Schmieschek, Abteilungsleiter, Abteilung 51, Bauangelegenheiten, Universität Köln, Begrüßung: Professorin Dr. Heidi Helmhold, Professur für ästhetische Theorie und Praxis der Textilwissenschaft

Ort: Uni Köln, Hörsaal der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Gronewaldstr. 2, Köln-Lindenthal. Der 50-Jahre-Bau steht unter Denkmalschutz und wurde von dem Architekten Hans Schumacher (*1891 +1982) geplant. (Siehe dazu auch: „Zurück auf Los“, Räumliche Versuchsanordnung im Foyer der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Universität zu Köln, 6.7.-5-10.2009)

klausens-k-werk-zeichnung-CAMPUS-30-9-2009-diskussion-uni-koeln-plan09-humanwissenschaften [800x600] klausens-k-werk-zeichnung-CAMPUS-30-9-2009-diskussion-uni-koeln-plan09-humanwissenschaften [800x600]

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Zum Kultroman HULSK schreibt KLAUSENS etwas

ach, klau|s|ens, jetzt lese ich schon „kultroman“.

ich auch.

wo kommt das denn her?

ich weiß es nicht. es wird wohl jemand gesagt haben.

aber wer denn?

vielleicht du!

ich?

ja.

vielleicht auch du.

ich?

ja.

wir wissen es nicht.

nein, wir wissen es nicht. aber es ist ja auch egal.

was ist denn noch interessant, eventuell?

an dem roman HULSK? an dem KURZUMROMAN?

ja.

vielleicht das wort KURZUMROMAN.

wieso?

man kann es so und so lesen.

das ist mir noch gar nicht aufgefallen!

siehst du, die menschen eilen trübe durch die welt und passen niemals auf, was alles passiert oder passieren kann.

was ist denn in dem roman HULSK noch alles passiert?

das kann ich nicht sagen.

wieso nicht?

weil man ihn dann nicht mehr lesen muss. außerdem reden die autoren doch immer schlecht über ihr eigenes buch.

wirklich?

ja, wirklich.

ist alles wirklich?

wo?

in dem roman?

nein, nein, natürlich nicht. das meiste ist sehr unwirklich. aber eine besonderheit gibt es auch andersherum.

wie denn?

die abgedruckten mails sind echt.

ganz echt?

ja, sie sind wirklich zu dem datum und zu der zeit geschrieben worden. an eine reale person, die es wahrwirklich gibt. nur der name der empfängerin wurde verändert. in SORRELINE nun.

das ist ja kurios.

die typographie und die groß- und kleinschreibung wurde bei den mails auch noch verändert, aber sonst … der text blieb.

dann ist der roman nicht nur fiktion, sondern doku-fiktion?

man kann es so sagen, weil das eine und das andere direkt ineinandergreifen … was übrigens LIVE beim entstehen des romanes dann passiert bzw. passierte.

die wahrheit und die unwahrheit? die kamen zusammen? zeitgleich?

wenn du so willst – man kann ja das eine und das andere nicht auseinanderhalten.

das finde ich ganz und gar unglaublich.

ich auch. deshalb sagte ich ja: kultroman.

kam das jetzt von dir oder von mir?

meinst du nicht, es kam vom volk?

vom volk?

zumindest vom lesevolk?

gibt es das denn? ist das nicht am ende auch alles eine erfindung von dir.

von uns! immer von uns! klau|s|ens und zweitklausens sind EIN schriftsteller, in der realität der fiktion. und in der fiktion der realität.

HULSK – KURZUMROMAN von Karl van Klausens
http://www.klausens.com/hulsk-kurzumroman.htm

Beim KUUUK-Verlag —- HULSK – KURZUMROMAN
http://www.kuuuk.com/karl-van-klausens-hulsk-kurzumroman.htm

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Der Roman HULSK und KLAUSENS am Tag danach

klau|s|ens, heute ist der tag danach.

der tag nach der veröffentlichung!

wie fühlst du dich?

wie fühlst du dich, zweitklausens?

was habe ich denn mit deinem roman zu tun? mit diesem HULSK? mit diesem KURZUMROMAN?

wir beide sind und bleiben EIN schriftsteller – deshalb haben wir auch zusammen das buch geschrieben.

auch wenn du alles alleine machst?

das täuscht!

wieso?

das täuscht, glaube mir. ich kann doch nichts für deine komplexe.

ich habe keine komplexe!

dann sei doch ruhig: es ist und bleibt UNSER roman.

und wenn ich ihn gar nicht geschrieben haben will?

dann wird es schwierig für dich, zweitklausens.

wieso?

dann müsstest du dir einen anderen partner suchen.

bin ich an dich „angeschweißt“?

im prinzip ja. ein „zweitgoethe“ wird aus dir nie werden.

und ein „erstgoethe“?

auch das nicht! denn wenn es einen gäbe, der sich so nennen dürfte, dann wäre ich das.

du, klau|s|ens?

ja, ich sagte: „wenn“ …. aber „wenn“, dann nur ich.

da siehst du ja, dass ich nur ein anhängsel von dir spielen soll.

das ist so nicht ganz richtig, zweitklausens. ich würde es liebevoll als „detail“ betrachten.

du meinst, ich bin ein detail?

nein, anders: ich kann manche dinge nur detailliert beschreiben, weil es dich, zweitklausens, als zweite stimme gibt.

und was ist dann mit HULSK und ELWINA und SORRELINE und TIMMANKER und ALWINE und wie die alle heißen?

das sind figuren aus meinem neuen roman.

aha, also doch dein roman.

nein, nein, unser roman, zu dem viel beigetragen hast. nicht und mehr und nicht weniger.

und zum ruhm?

das ist eine ganz neue frage. die können wir jetzt nicht erörtern. das sollten wir uns für ein andermal aufheben. jetzt müssen wir erst einmal den roman „HULSK [KURZUMROMAN]“ millionenfach verkaufen.

und das geld?

jetzt lass’ doch mal die fragen. wie soll man da jemals vernünftig schreiben, zweitklausens?!

HULSK – KURZUMROMAN von Karl van Klausens
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KLAUSENS sein neuer Roman HULSK [KURZUMROMAN] ist da

oh, klau|s|ens, heute ist schon wieder ein roman von dir erschienen.

ich nannte ihn „roman einer romanovelle“.

und worum geht es?

darf man alles verraten?

nicht alles, aber eine idee.

das buch heißt HULSK.

komisch!

ja, gewiss, ein seltsamer name. und so ist auch das buch.

wieso?

es geht um das, was entsteht, wenn man schreibt, und wie diese ebenen sich dann gegenseitig im weg stehen … samt der personen. sehr spannend! kurios! wundersam! geheimnisvoll! auch für mich, als autor.

alle stehen sich im weg?

vielleicht. ich kann es selber nicht sagen.

aber sag doch mal etwas.

wir nehmen zeilen von meinem verleger.

wieso?

… weil ich selber nicht über meine bücher so viel schreiben möchte. ich bin befangen.

und dein verleger?

der muss es ja, über anderer leute bücher schreiben: es ist sein job. – außerdem ist er ein ganz netter.

das wollen wir mal hoffen!

also, ich zitiere: In diesem Buch geht es um herrlichsten Einfälle und die kluge Reise in den Kern und das Werden eines Romanes selbst. HULSK und ELWINA leben in einer seltsamen Stadt, die von der Produktion von Texten und Sätzen lebt. HULSK ist Akteur des Ganzen, und zugleich auch Schriftsteller, der die Worte und Wörter (was denn?), Sätze … ja auch Menschen (er)schafft. Und er erschreibt sich eine Hauptfigur dafür: ELWINA. Sie ist, so meint er, sein Objekt. ELWINA sieht sich aber als realen Menschen in der irrealen Welt des HULSK-Romans. Sie verweigert sich HULSKs Wahn, er würde sie „schreiben“. Sie agiert also selbst. Beide (HULSK und ELWINA) ziehen in diesem seltsamen Konstrukt los, um die Welt der erlöschenden Bücher vor dem Aus zu retten. Diese „abenteuersamliche“ Geschichte wird immer wieder neu gebrochen und in ihrem Fortgang zur Diskussion in Frage gestellt. Bis zum Schluss. – Wer ist Kreator des Ganzen? Wer hat die Autorenschaft?

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