Monatsarchiv: Januar 2010

Durch seine Finger sieht KLAUSENS mal wieder alles anders

klau|s|ens, gestern schnee, aber heute schwarz. (ich schaue auf deine fotocollage.)

man kann die welt immer anders sehen.

wie denn heute?

durch die drei finger.

und dann?

dann siehst du dahinter etwas licht.

schön, und was bringt es?

nichts – oder doch etwas.

was denn?

es ist ein rein ästhetischer genuss.

wozu denn?

nun: die FDP hat doch mal wieder ihr dreikönigentreffen. und wenn man die ewig gleich langweiligen nachrichten und interviews dazu und darum nicht sehen will, dann hält man sich die drei finger vor den fernseher … und hat einen ästhetischen genuss.

wenn du so weitermachst, dann …

… kann ich das prinzip auf alle politischen hülsensprecher anwenden. ja, das finde ich doch sehr gut.  und die CSU hat doch ihr treffen in wildbad kreuth.

jetzt weiß ich erst, was die idee vom „schwarzseher“ alles beinhalten kann: du glaubst ja an nichts und niemanden mehr!!!

was heißt hier „mehr“?

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klau|s|ens mag den schnee – www.klausens.com

klau|s|ens, was ist an dem schnee?

er flimmert. er hat licht. er strahlt. man sieht alles anders.

ist das so?

ja, die welt bekommt einen anderen glanz.

auch bei dir?

ja, auch bei mir. ich sehe dinge, die ich vorher nicht sah.

also ist schnee durchaus visionär?

man braucht keine drogen, um seltsame erscheinungen wahrzunehmen.

also bist du nicht wütend über die vereisten straßen?

alles hat seine sichtweisen, auch der schnee. eine optische bereicherung ist er allemal.

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Das höchst-höchste Hochhaus der Welt hin zum Mond entwickelt Klausens

klau|s|ens, heute wird in dubai das höchste haus der welt eröffnet.

ich denke schon weiter. der sprung vom jetzt zweithöchsten in taiwan (508 meter nur!) ist schon gigantisch. rechne mal: von 508 auf über 800 meter.

es ist ein haus von 818 metern höhe. oder 825. ich weiß nicht, wie sie rechnen. und wo sie messen. jedenfalls: über 800 meter.

ich sehe in die zukunft. dubai hat jetzt circa 162 % von der höhe von taiwan. das sind doch sprünge!

13000 türen soll es haben.

ich schaue schon in die ferne.

612 etagen.

ich bin da viel weiter.

hörst du mir überhaupt zu?

ich plane schon den nächsten schritt. 385000 kilometer.

welchen?

ich werde erde und mond verbinden, mit dem weltallerhöchsten hochhaus. es wird gigantisch werden. eine starre achse mit einem schnellen fahrstuhl, der übrigens noch schneller wird, wenn vollmond angesagt ist.

hört sich noch alles etwas wirr und naturwissenschaftlich bizarr an. und dann?

dann werden wir die dinge noch viel besser justieren können. auch das verhältnis von erde und mond. die gezeiten. alles.

und das verhältnis von mensch und schöpfung?

wisse: der mond ist für das weltall nicht mehr als ein mini-nü-nano-partikel, wenn überhaupt. was meinst du, wie die schöpfung sich für diese baumikrobe in dubai interessiert?!

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Jenseits der Mohammed-Karikaturen sieht KLAUSENS die Kraft des Bildes und die Gewalt der Welt

klau|s|ens, da war der versuchte anschlag auf den zeichner der mohammed-karikatur.

der zeichner westergaard überlebte nur, indem er sich in sein speziell als schutzraum ausgebautes badezimmer flüchtete. in dänemark. in aarhus.

man wollte ihn ermorden.

ja, mit axt und mit messer. man wollte seinen tod. es war ein mann von 28 jahren, der den 74-jährigen zeichner töten wollte. man bringt den täter mit al-quaida in verbindung.

warum nur? diese tat? diese versuchte tat?

weil er (westergaard) vor jahren eine karikatur gezeichnet hat, in welcher mohammed mit einer bombe als turban oder im turban zu sehen ist.

und deshalb sollte er sterben. wegen einer zeichnung?

man unterschätzt immer, welche kraft welche sachen haben … und haben können.

wie meinst du?

diese ganze karikaturengeschichte hat ja noch ganz andere auswirkungen gehabt. das geht dann weiter und weiter und überzieht die welt, bis in kleinste diskurse, mit großen folgen für die meinungsfreiheit.

zum beispiel?

da gibt es den wissenschaftsbetrieb der USA. und dort wollte eine wissenschaftlerin namens jytte klausen (GENITIV: KLAUSENS !!!) die besagte zeitungsseite abdrucken, praktisch als quelle für eine untersuchung, die sie getätigt hatte. der titel der untersuchung lautet: „the cartoons that shocked the world.“

und?

yale university press kam zu dem schluss, man solle diese zeitungsseite nicht als quelle in das buch drucken.

das heißt: die wirkung bzw. die entstehung bzw. die ganzen verwirrungen um die karikaturen durfte in der wissenschaft noch besprochen werden, aber nicht mehr bildlich dokumentiert werden?

genau! das gremium, welches über die herausgabe von schriften bei der universität zu yale entscheidet, sah wohl die sicherheit des lehrbetriebes gefährdet.

dann haben also die bilder eine verdammt große macht und kraft.

bilder und worte, beides. mal alleine, mal zusammen. und dann gibt es leute, die beides als „gefahr“ oder als „gotteslästerung“ ausrufen … und dann gibt es aber auch leute, die bild und wort bewusst als provokation gebrauchen und missbrauchen.

dann haben wir also beides?

ja, wir haben die übertreiber auf beiden seiten: auf der seite der produzenten … und auf seite der bewertenden. irgendeiner macht schnell etwas falsch. und heutzutage ist die lage explosiver als zuvor. der streit der kulturen wird ja auch in den westlichen ländern drin ausgetragen. denke allein an die niederlande und den mord an filmemacher theo van gogh. danach dann dieser schlimme aufstieg des rechtspopulisten geert wilders. in den einst als so „tolerant“ gerühmten niederlanden ist das gebräu derzeit sehr gefährlich geworden. in deutschland kann es auch so werden, wenn wir nicht aufpassen.

was sagt uns das?

wenn die welt so zerrissen ist, dass täglich dutzende oder hunderte von menschen ihre existenz als „lebende bombe“ für irgendwelche ideale und ziele wegschmeißen, weil sie meinen, dieses leben sei unwichtiger als eine gotteslästerung … dann muss man überlegen, wie es so weit hat kommen können. bei aller verdammung muss man dann auch den gründen der verzweiflung auf die spur kommen wollen.

aber in deutschland ist der gott doch auf dem rückzug.

deutschland ist so „zivilisiert“, dass es vieles einfach nicht mehr glaubt. die „zivilisation“ bedeutet im kern auch: „eigentlich glaube ich an gar nichts mehr. alles sind konstrukte der menschen. menschen betrügen sich gegenseitig mit ihren lehren und ideen und religionen. nichts ist wahr. alles ist ein spiel. bisweilen ein grausames. und es formt unser schicksal. – lasst mich damit in ruhe.“

aber dieses spiel ist in anderen religionen der welt noch überaus aktiv.

ja, es scheint, dass man dort noch ganz anders mit den wahrheiten verknüpft ist: „was da steht, das steht da. und so ist es richtig für alle zeit.“ so scheinen da menschen zu denken.

dann gibt es die auslegenden.

das ist auch richtig. es gibt diejenigen, die mit den wörtern der götter und ihrer boten und ihrer gesandten und ihrer propheten dann noch zusätzlich schindluder betreiben. dasselbe gilt für thesen und theoreme und ansichten aus der politik oder der philosophie … oder was es so alles gibt. da wird jedes wort bewertet und neu umschrieben und in seinen zwingenden folgen so oder so hochgeschraubt. auch das geht hin zu mord und krieg und totschlag und so weiter.

das alles wird dann leicht eine radikale soße.

es kommt ja noch hinzu, dass ich (oder man) da und dort eine wahl gewinnen will, oder meine ziele erreichen will, und dann greife ich auch auf die religion schnell zurück, und auf die denunziation.

was forderst du?

ich fordere mehr „achtsamkeit“, was immer das heißt.

das sprach schon unser bundespräsident in diesen tagen.

es wird dadurch nicht falsch.

und wer legt diese religion nun aus? die religion der achtsamkeit?

ich weiß: du denkst jetzt schon daran, wie dereinst scharen von bewaffneten die „religion der achtsamkeit“ in aller welt durchsetzen werden.

leider, leider: kein wort bleibt ohne folgen. jesus soll ja sogar das „fleischgewordene wort gottes“ sein. man stelle sich das mal vor!

und du?

ich bin nur eine karikatur allen lebens. ich als mensch! ja, ich als mensch bin eine karikatur. dieses geschöpf schon! lächerlich, diese erfindung! mensch !!!

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Neujahr hat KLAUSENS

na, klau|s|ens, weißt du, was ich an dir schätze?

nein, zweitklausens. meine texte?

das wollte ich eher nicht sagen.

meine kunst? meine gedichte? meine romane? alles dies? und alles das?

das wollte ich eher nicht sagen. sorry!

was wolltest du denn sagen?

diese displizin. also: dass du auch an neujahr noch etwas schreibst. das ist es, was an dir bewundere. eigentlich – mal ehrlich jetzt – nur das!

was für ein herrliches neujahr. unter solchen vorzeichen. du findest also alles, was ich mache, nicht des lobes wert … oder der anerkennung … oder der erwähnung. Sollte ich mich denn nicht „entäußern“?

hast du denn nie von den guten vorsätzen gehört?! also ich denke: in deinem fall lag der vorsatz für 2010 doch auf der hand.

wie?

STOPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPP ITTTTT!

höre ich richtig? – wieso musst eigentlich du meine andere hälfte sein, zweitklausens? wieso nur du? wieso nicht jemand anders? wieso keiner, der mich aufmuntert?

… weil wir beide zusammen ein pseudalkünstler sind. leider auch im neuen jahr, auch wenn es vielleicht vor jahrhundertzehnten einmal anders war.

„pseudalkünstler“?

neues wort. klau|s|ens, wenn du schon weitermachen willst, dann muss ich ja auch. notgedrungen. und dann will ich wenigstens mal ein neues wort einbringen, in den immerwährenden diskurs.

„jahrhundertzehnte“ – wer soll das alles noch verstehen?!?!

wie gesagt: ich bewundere deinen fleiß. das wollte ich dir zum neuen jahr mal sagen, klau|s|ens. (aber mehr auch nicht.)

DAS NEUE JAHR

Das neue also dieses Jahr
So ähnlich völlig anders war
Wie dieses immerzu doch gleicht
Zum allerletzten vormals seicht als
Wir schon stets erschütternd dürr die
Immer flinken Zungen messernd wetzten
Und den weißen harten Kloben-Stein
Der ewig weißgewasch’nen Weisen die
(Im Westen) den jetzo quälend’ herben Text mit
Vieler All-von-Dir-bekannter Lahm-Oyanz …
— Du solltest nicht erneut entgleisen!
Na gut, dann eben „Larmoyanz“. Bitteschön!
— Was willst du uns denn nur beweisen?
Ich dachte: Wörter gibt’s wie Sand im Haar !!!
—- Was dann mal wieder gänzlich treffend für ihn war!
Das neue blieb also doch das alte Jahr. (Als kleiner Hinweis für die Engelschar.)

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