Monatsarchiv: Februar 2010

Weiter vom NS-Prozess gegen Heinrich Boere in Aachen erzählt KLAUSENS

klau|s|ens, gestern ging es um den boere-prozess in aachen – und heute auch? gab es denn noch einen verhandlungstag? zwei hintereinander? tag auf tag?

nein, aber ich wollte doch gestern noch von diesem bart slop weitererzählen. das mache ich jetzt.

das war auch einer von diesen mördern?

ja, und dessen verhörprotokolle zweier verhöre von 1946 wurden gestern im gericht verlesen.

und?

die idee bei einem attentat, 19.7.1944, an dem bart slop beteiligt war, sah vor: fahrt nach apeldoorn, dann nach dem namen fragen. das opfer war ein herr mees. vornamen-initialen a.r.p. – und nach dem geburtsdatum fragen. sie fragen also immer wieder nach namen und geburtsdatum, bevor sie schießen. es soll nie der falsche erschossen werden. alles war ja auch furchtbar geheim. a.r.p. mees war das geplante opfer jedenfalls.

sie fragen also vielleicht so: „sind Sie der herr xy? wann sind Sie geboren?“ – oder: sind Sie am XY geboren?“ … und dann schießen sie?

vielleicht. im fall von herrn mees war es noch anders.

wie?

da hatten sie noch eine teuflische idee mehr. (sie gaben sich übrigens unter der tarnung aus, beamte des crisis controle dienst zu sein: CCD, als sie bei mees klingelten … an der tür. in apeldoorn.)

welche idee hatten sie noch?

einer sollte den brief übergeben. und dann sollte dieser kromhout schießen. so berichtete bart slop in dem verhör.

hendrik (oder henk) kromhout hat doch auch mal mit heinrich boere … mord an kusters, mord an de groot …

ja, ja, diese täter tauchen in immer anderen konstellationen auf, waren aber doch alle zusammen bei dieser „aktion silbertanne“ beteiligt.

und was war nun mit herrn mees?

da sollte ein brief übergeben werden … und wenn der arme mensch den brief entgegennimmt oder öffnet oder so, dann wird der eine mörder schießen. (man ist ja dann abgelenkt. der brief wäre also ein klassischer ablenker. taschendiebe arbeiten ja auch so. eine person sagt: „ihre tasche hat ein loch“, das opfer ist abgelenkt, und die andere stiehlt dann. oder auch derselbe, der das sagte. – ablenken ist klassisch, wenn man böses will.)

sie haben sich also noch überlegt, wie sie am besten töten?

so kann man sagen. kromhout hat dann als erster geschossen, und dann auch bart slop. ich weiß nicht, wer alles dabei war. (offenbar auch ein adolf de man, wie wir weiter unten sehen.) bart slop gibt in seiner vernehmung ja auch nur die eine variante der ereignisse wieder.

und heinrich boere?

der war bei dieser aktion nicht dabei. (aber 5 tage vorher: mord an bicknese, andere böse mordaktion.) es geht um ein prinzip: meist zwei autos, losfahren, zu der adresse, wo man das opfer vermutet. dann klingeln, sofern nötig. nach dem namen fragen, nach dem geburtsdatum fragen. oder sich der person richtig versichern, irgendwie. vielleicht gar den ausweis holen lassen. und dann schießen. – bisweilen aber noch etwas anderes zur ablenkung herumbauen, wie den vermeintlichen brief. (es sollte ja schnell gehen … und geheim. der mord blieb nicht geheim, aber wer es genau war, das sollte niemand erfahren.)

und?

„Op 19 juli 1944 werd Mees in de deuropening van zijn woning aan de Genistalaan in Apeldoorn neergeschoten door twee personen. Hij overleed later op de avond in het ziekenhuis. De moordaanslag op Mees was een vergeldingsactie voor de liquidatie door het ondergrondse verzet van de N. S. B. ‘er Maalcke. Deze was tijdens de bezetting directeur van het arbeidsbureau aan de Emmalaan in Apeldoorn. Deze vergeldingsaanslagen van de bezetter op goede Nederlanders staan in de geschiedenis bekend onder de naam Silbertannemoorden. Mr. Mees was ook beslist geen vriend van de Duitse overheersers. De lafhartige moord werd gepleegd door de Nederlander Adolf de Man en enkele handlangers van hem. In 1950 werd de Man bij verstek tot levenslange gevangenisstraf veroordeeld. De Man woonde na de oorlog in het Duitse stadje Hegge. Mees is op het plaatselijke kerkhof aan de Apeldoornseweg begraven. Gelukkig is er een straat naar hem vernoemd. Uit eerbied en erkentelijkheid. Mr. A. R. P. Mees heeft heel veel goeds gedaan voor Vaassen. Dat mogen we niet vergeten.“ QUELLE: homepage der gemeinde vaassen.

das ist ja niederländisch?

na und: die taten geschahen in den niederlanden, und die mörder sprachen wohl niederländisch untereinander, zumindest bei diesem „kommando feldmeijer“. da müssen wir diese sprache auch mal original hören. das gehört schon dazu, wenn man einen prozess führt, der deutsch-niederländische interkulturelle faktoren auch beinhaltet.

und woher hast du das?

das ist von einer homepage der gemeinde vaassen (steht doch oben.), wo es offenbar eine meesstraat gibt. nach diesem mann benannt. nach dem opfer benannt. ein gewisser frek bomhof (vielleicht ein lokalhistoriker in vaassen) hat fakten zu herrn mees niedergeschrieben. oben das stück handelt von jenem attentat. (vaassen liegt zwischen apeldoorn und epe.)

warum geschah es?

oben in der quelle steht, es war eine vergeltungsaktion der nazis wegen dem widerstandsattentat auf den NSB-ler maalcke. der hauptschütze beim attentat auf mees soll ein adolf de man gewesen sein, der dann 1950 zu lebenslang verurteilt wurde, er soll nach dem krieg in deutschland, in hegge (landkreis höxter) gewohnt haben. (das attentat gegen mees war ja nur 5 tage nach dem attentat auf den apotheker bicknese, bei welchem boere beteiligt war.)

war er nun im gefängnis oder nicht? der schütze, der auf mees …?

dieser adolf de man? das geht aus den angaben der homepage nicht hervor. vielleicht hat sich ja adolf de man wie auch heinrich boere irgendwie nach deutschland abgesetzt und blieb dann ewig unbehelligt. das müsste man nachrecherchieren.

es gäbe so viel zu recherchieren.

ich weiß. aber heute haben wir wieder etwas gelernt. wir haben zwei weitere täternamen, die wir auch nicht vergessen: bart slop und adolf de man, und wir haben ein opfer, dass wir als a.r.p. mees kennen, nach dem in vaassen eine straße benannt wurde und der auf dem friedhof am apeldoornsweg dort begraben liegt. mees wurde am 25.8.1883 geboren und starb durch einen gemeinen und heimtückischen mord am 19.7.1944. (übrigens nicht sofort, sondern er erlag abends an den folgen der vielen schüsse.) das opfer werden wir erst recht nicht vergessen.

die welt ist so verdammt schlecht.

halt. es gibt noch anderes: so fand ich informationen über einen niederländischen nazijäger namens jack kooistra, der in leeuwarden wohnt(e). der soll leute wie (obigen) adolf de man oder gerardus weimar oder klaas epskamp oder herbertus bikker aufgespürt haben. es gibt also auch diese seite: die aufarbeitung nach dem krieg und die leute, die keine ruhe geben. kooistra nennt man auch den wiesenthal der niederlande, aber er hat 2005 offiziell bekanntgegeben, dass er mit seiner tätigkeit als „spürhund“ nun aufhört. er muss ein großes (privates) archiv über opfer und täter haben, alles aus der und über die NS-zeit in den niederlanden.

was war denn mit bikker?

das war doch der „henker von ommen“, ein ganz brutaler fieser mensch, der zum tode verurteilt war, aber 1952 nach deutschland fliehen konnte und dort in hagen lebte. (so wie boere). schließlich wurde – wie bei boere – das verfahren nach jahrzehnten dann doch begonnen. 1993 aufgespürt bzw. entdeckt begann das verfahren dann jahre später. aber …

was aber?

man musste das verfahren einstellen, wegen „verhandlungsunfähigkeit.“ der prozess wurde quasi abgebrochen. 2004 war das. und 4 jahre später ist bikker gestorben, ohne in deutschland abgeurteilt worden zu sein. der „henker von ommen“ kam glimpflich davon.

dann ist die welt nicht gerecht?

nie! es gibt massig NS-täter, die sogar vollkommen unbehelligt lebten. – wir können nur hoffen, dass die angst vor der entdeckung, ihnen das leben zur hölle machte.

was heinrich boere wohl denkt oder fühlt oder glaubt oder meint?

er äußert sich ja nicht.

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Brav besucht KLAUSENS weiterhin den NS-Mordprozess gegen Heinrich Boere in Aachen

klau|s|ens, prozesstag 15.

ja, ein kurzer.

wieso?

es gibt nichts mehr zu verlesen, der einzige lebende zeitzeuge ist gehört (bestemann bzw. besteman in rotterdam), wichtige dokumente (die neu entdeckten oder zumindest neu von der nebenklage eingebrachten von letzter woche!) müssen noch übersetzt werden.

hat nicht die verteidigung von boere etwas zu dem gesagt, was die nebenklage will? vor eine woche? diese neuen dokumente aus dem archiv in maastricht. die verhörprotokolle? hat sie nichts dazu gesagt?

die verteidigung von heinrich boere (oder hendrik boere, denn niederländisch HENDRIK meint deutsch HEINRICH) wollte sich zu den dokumenten noch nicht äußern, sondern erst die übersetzung ins deutsche abwarten.

liegen die dokumente denn komplett auf niederländisch in aachen vor? diese verhörprotokolle über die razzien in helden-panningen?

ja, maastricht hat sie schnell nach aachen geschickt: die amtshilfe deutschland-niederlande bzw. umgekehrt klappte offenbar sehr gut.

und nun?

nun wusste heute beim prozess in aachen niemand recht weiter: für die plädoyers war es noch zu früh, denn dazu muss ja die beweisaufnahme samt zeugenvernehmung und beweisanträgen et al. komplett beendet sein, offiziell … aber ansonsten ist derzeit wohl nichts neues in diesem prozess zu tun. wir bekamen noch ein paar termine für weitere prozesstage, die bis 24.3. reichen (tag des urteils?). aber mehr war nicht.

dann ginget ihr nach hause? ohne alles? ein gerichtstag ohne jede aktion?

nein, die verteidigung hatte dann doch noch einen antrag in petto. sie wollte, dass ein verhör von einem bart slop, ein mittäter dieses silbertanne-kommandos, verlesen wurde … und dadurch bestandteil dieses prozesses wird.

und?

es geschah, denn ansonsten wären wir völlig sinnlos an diesem prozesstag in aachen gewesen.

man verlas?

ja, man verlas das verhör, welches die verteidigung wünschte, aber auch noch ein weiteres, welches ebenfalls vorlag. beide verhöre sind von ein und demselben täter, von einem mitglied der waffen-SS (1941) … und ab 1944 mitglied der SS in den niederlanden: bart slop. einer wie boere. (15.2.1946 und 2.4.1946, S. 350 ff. bzw 50 ff., sonderband I der prozessakten.) wir hörten also zwei – eher kurze – zusammenfassungen von verhören, die irgendeiner von der justiz oder der polizei oder wem immer damals machte. im gefängnis zu arnhem (= deutsch: arnheim), denn da saß dieser bart slop wohl ein. da befragte man ihn zweimal.

was erhofft sich die verteidigung?

sie meint, dass u.a. der text dieses einen verhörprotokolls (wir hörten dann ja 2 protokolle) beweist, dass die mörder des kommandos feldmeijer mit dem tod oder mit KZ bedroht wurden, sofern sie die befehle nicht befolgten oder die geheimhaltung verletzten. die verteidung hat ja als linie: boere gibt 3 morde zu, aber er musste sie ausüben, da er sonst selber von seiner eigenen SS (oder dem SD in der SS oder weiteren gliederungen, derer es ja unübersichtlich viele gab) umgebracht worden wäre. oder in ein KZ gekommen wäre.

ging das aus den verhörprotokollen hervor?

nur bedingt. oder eher: kaum. der anwalt der nebenklage, also der nachkommen der opfer der morde, heiermann, meinte nachher sehr klar: wenn überhaupt, dann ging es in den protokollen nur um die androhung von strafe bei verletzung der geheimhaltung. aber morden = menschen umbringen, das taten doch alle bei dieser feldmeijer-truppe offenbar eher sehr freiwillig. (die haben in einem fall sogar mal hölzchen gezogen, wer beim morden dableiben muss, weil die autos nicht genug plätze hergaben.)

was denkst du?

ich denke, dass verhörprotokolle von 1946 leider heute nicht mehr durch nachfragen zu verifizieren sind, zumal der verhörte, bart slop, vielleicht (oder sicher) tot ist. – bei jedem verhör gilt zudem, dass die täter sich damals wohl auch zu schützen versuchten. und es liegt nahe, dass man 1946 als verhafteter dann immer dreist sagt: „ich musste es tun!“ diese schutzbehauptung ist immer gut.

meinst du?

und wenn bart slop das also gesagt hat, 1946, dann muss es noch nicht gestimmt haben. zumindest nicht so, wie er es behauptet. man muss ja alle dokumente querlesen … und vergleichen und sich daraus eine meinung bilden. (und man muss wissen, wie die NS-besatzer insgesamt gehandelt haben, und ob überhaupt jemals menschen aus der SS oder aus dem SD oder aus der landwacht oder der SIPO umgebracht wurden, weil sie einen mord nicht ausführten. ich bezweifele, ob es quellen gibt, die beweisen können, dass man innerhalb der „germaanschen SS“ der niederlande die eigenen leute umgebracht hat, weil diese nicht mehr voll mitmachen wollten. aber das sollen die historiker uns erzählen. vielleicht gibt es ja einen fall, oder zwei. aber so groß wird die angst nicht gewesen sein, meine ich, nach dem, was ich bislang dazu in diesem prozess und außerhalb hörte.)

wer ist dieser bart slop?

er ist einer von den circa 15 leuten (ich müsste sie mal alle namentlich erfassen und dann zusammenaddieren. aber ich habe die akten dazu leider nicht.), die bei diesem „kommando feldmeiejer“ aktiv waren und die doch gezielt „repressalaktionen“ durchführten, besonders dann, wenn einer der NS-ihren durch den widerstand mutiger niederländer ums leben kam oder zumindest durch ein attentat verletzt wurde. das war ja dann knallhart: ein toter deutscher, und dann sollten gleich mehrere niederländer als rache dran glauben.

und bart slop?

bart slop, geboren am 24.6.1914 in rotterdam, damals dann wohnhaft in voorburg (heute teil von leidschendam-voorburg), mitglied der „Germaanschen SS“ in den niederlanden, bis 4.11.1941 beamter bei einer behörde vom ministerium „economische zaken“ (wirtschaftsministerium) in den haag, ab 5.11.1941 waffen-SS (freiwilig gemeldet), kam 1941 nach zwischenstationen, u.a. wohl in klagenfurt und/oder graz, an die ostfront; nach verwundung 1944 zurück in die niederlande, im april wohl, dann auch im jahr 1944 wurde er ins „sonderkommando feldmeijer“ berufen (oder abkommandiert? oder hat er freiwillig sich dorthin gemeldet? das ist eine der fragen, die diesen boere-prozess begleiten). beteiligte sich während der „aktion silbertanne“ wohl an den morden an j. de vries, dr. josua bromet und dirk ubbels.

und?

morgen erzähle ich dir mehr zu einer aktion von bart slop. ich bin jetzt müde von allem. immer mord, mord, mord.

LIVE-GEDICHTE: KLAUSENS BEIM HEINRICH-BOERE-NS-KRIEGSVERBRECHERPROZESS IN AACHEN http://www.klausens.com/klausens-beim-boere-ns-kriegsverbrecherprozess-in-aachen.htm

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Über „Ein Star für Oslo“ spricht KLAUSENS

klau|s|ens, gestern war wieder casting. „ein star für oslo“.

wir leben in der welt des castings. und des coachings. zumindest im fernsehen stellt es sich so dar.

und wie war diese sendung?

du meinst „ein star für oslo“? – ich würde sagen: fair.

du stellst es heraus? das „fair“? ist es nicht selbstverständlich?

ja, man muss das herausstellen: es ging ohne schimpfen und „fuck“ und „scheiße“ und „alles müll, was du machst“.

sie kamen ganz ohne aus?

ja, stefan raab und marius müller-westernhagen und yvonne catterfeld waren sehr nett, sehr anständig … und es funktionierte!

das ist doch positiv!

das will man meinen. stefan raab war zart wie ein lamm.

das wundert dich?

oh ja, er lebt von der verarsche von leuten, indem er menschen vorführt. er benutzt menschen in abscheulichster form, um dann mit denen und auf deren rücken witze zu machen.

raab hat also kein gewissen?

das ist es ja: mal ist er ein schwein per se … und dann das lamm an sich. er ist vollkommen wechselhaft. wir finden dieses phänomen auch bei leuten wie schmidt und pocher: sie machen, das was sie machen. sie können die menschen in widerlichster manier benutzen. und sie können ganz brav sein und den traumschwiegersohn in allen lebenslagen spielen. (pocher wird sogar mit der frau zusammen vater, die er vorher abgrundtief vollkommen respektlos vor aller welt im fernsehen mehrfach runtermachte. dieser hydra-typus mensch kommt aus den medien hervor.)

das wirfst du raab vor?

ja, das werfe ich ihm vor. man merke auf: hitler konnte auch kinder streicheln. natürlich gerne für die kameras. jeder diktator hat diese struktur: er kann bisweilen sogar weich und zärtlich sein, doch man weiß nie, wann er zuschlägt und sich den begierden seiner dunklen seele hingibt. diktatoren sind grausam, und manchmal süß.

dann wäre raab ein diktator?

nein, aber diese strukturen erkenne ich an ihm wieder. dieses „sowohl … als auch“. je nachdem, wie er lust hat. menschen werden instrumentalisiert, aber es kann auch mal anders sein.

aber er war doch gestern lieb!

genau das beweist ja, wie unberechenbar dieser menschentypus ist.

wow!

das muss doch mal gesagt werden. schon morgen kann er wieder eine hausfrau in einen videoclip hineinschneiden, den er dann in hunderte(n) von sendungen einspielt, um diese person zu demütigen. (das machte er auch gestern schon wieder, bei „TV TOTAL“ mit der fürsorglichen mama, die die vielen kinder hat … oder betreut.)

aber gestern war es doch – in der sendung „ein star für oslo“ zumindest – anders.

deshalb stelle ich das ja auch raus. genau deshalb. vielleicht ist die sendung so konzipiert: wir machen das ernsthaft, wir beschäftigen uns mit musik … und wir wollen keine quote durch demütigungen und beleidigungen und verfluchungen.

wie z.b. dieter bohlen.

diese leute bestimmen maßgeblich das umgangsklima in unserer gesellschaft. was abends beim casting passiert, wird morgens in schule und betrieb nachgemacht.

dann bist du über gestern also doch eher glücklich.

ja, trotz der gefährlichen struktur von stefan raab als person und moderator. catterfeld und müller-westernhagen haben ihn eingebremst, aber offensichtlich gehört es zum konzept der sendung: keine ausfälle, nur anstand. musikkritik, keine personenruntermache.

dann sind wir also glücklich über diese soziale meistervorbildsleistung … und die feine musik!

gewiss, und gestern waren ja tolle sachen zu hören, auch von einer großartigen band namens „heavytones“. wirklich klasse.

fiel dir was auf?

ja, manche lieder/songs/künstler/sachen hörten sich am fernsehen nicht so superdoll an, während sie im studio gelobt wurden. es herrscht also im studio eine andere akustik als zuhause. das studio lässt „falsches singen“ als richtig erscheinen, am fernseher ist es anders.

willst du namen nennen?

nein das ist nicht nötig. (ich fand es auch unpassend, dass die 3 juroren namen von sängern/sängerinnen nennen sollten, die vielleicht ausscheiden oder „es schwer haben“. das war ein rückgriff zum ungeist … und völlig unnötig.)

und sabine heinrich?

großartig. eine entdeckung fürs fernsehen, nachdem sie im radio immer schon gut war.

dann können wir feiern und tirilieren?

nein, denn es gibt das übliche: diese werbeunterbrechungen, wenn man auf ergebnisse wartet. dann dieses langweilige auto, was man angeblich gewinnen kann, während wir tausende von SMS schreiben, die den wert des autos mehrfach überbieten.

und was noch?

wenn man eine SMS geschrieben hat, wird man sofort neu in eine falle gelockt. die welt ist voller bosheit und voller fallen.

in eine falle?

ja, man soll dann nochmals teilnehmen an einem gewinnspiel … und dann verkauft man sich.

wieso?

lies doch den text. es bedeutet meiner interpretation nach: hiermit gebe ich mein handy für alle zeit für alle werbeanrufe frei.

so liest du das?

leider ja.

„Unser Star für Oslo sagt Danke! Jetzt gratis Gewinnchance auf 1 Million Euro? Antworten Sie mit GEWINN! (max 20 Cent/SMS). Unser Partner Lucellum ruft Sie an.“

böse sei die welt, oder zumindest hinterhältig, oder zumindest unberechenbar. (ich hätte übrigens nie gedacht, dass du eine SMS für so eine abstimmung schickst.)

ich auch nicht, aber ich wollte mal den raab’schen willkür-effekt am eigenen leibe (und geldbeutel) erleben. wenn ich bock habe, schicke ich sogar eine sinnlos-SMS.  ich bin auch „mister willkür“.

ach: ich hoffte, du hättest die SMS nur geschickt, um heute stoff für deinen eintrag hier zu haben.

so kann man sich täuschen. der mensch ist eine einzige enttäuschung … mit seltenen highlights.

und dein „light“?

ein schnelles klausensisches LIVE-gedicht, gestern, parallel zur sendung: EIN LIED FÜR OSLO. http://dichtblog.blogg.de/eintrag.php?id=207

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Dankbar sieht KLAUSENS die Unfälle bei Schnee und Eis

klau|s|ens, schnee und eis wollen uns nicht verlassen.

ach ja, es schneit und schmilzt und vereist … immer so weiter.

ich hörte heute morgen im radio, es seien wieder 900 unfälle passiert, nur in NRW.

das ist aber stattlich.

das ist die bilanz eines tages vielleicht.

dann ist es doch toll!

du freust dich über unfälle?

ich meine: wenn es nur blechschäden sind …

blechschäden sind nicht so schlimm?

blechschäden sind doch herrlich!

wieso denn nur?

weil blechschäden doch bedeuten, dass die autos kaputt sind.

ja, und dann?

dann müssen diese repariert werden … oder auch: neu gekauft werden.

und dann?

dann kurbelt das wieder unsere wirtschaft an.

dann ist der schnee also toll? das eis auch? und die glätte sowieso?

ja, denn alle kurbeln unsere wirtschaft an.

dann wäre ja glatteis dieser tage die fortsetzung der abwrackprämie!

eben, aber anders: es gibt keine rabatte – und die politik brauchte für diese abwrackprämie nichts zu bezahlen.

dann müssten wir also dankbar sein?

sofern es keine personenschäden gibt … ja!!!

wir müssten und also bei „mutter glaciensis“ oder so bedanken?

gewiss: wir bräuchten eigentlich eine heilige (zudem vorher selige) desselben namens.

mensch, wie einfach man doch eine wirtschaft wieder sanieren kann.

ja, ich finde auch, dass „wetter“ ins kabinett müsste.

meinst du jetzt diesen „kardinal wetter“ von einst?

nein, ich meine die weiteren schneefälle, die wir auch heute wieder zu erwarten haben. alle schneefälle müssen dringend ins kabinett.

und du solltest bundeswetterpräsident werden … um dann direkt nach deiner wahl als lobbyist in die automobilindustrie zu wechseln!

wie schön doch der winter sein könnte!

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Zu Spuren im Schnee äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, es wird viel geklagt, über den vielen schnee.

ich weiß.

du klagst nicht?

bisweilen.

was heißt das?

mal klage ich, mal klage ich nicht.

warum klagst du mal nicht?

weil alles ja auch schöne seiten hat.

du meinst das weiße, die ruhe, das gedämpfte, das helle vom schnee.

auch das, auch das.

und was noch?

ich kann endlich fußspuren zaubern.

deine eigenen fußspuren?

ja, dann drücke ich die sohlen in den frischen schnee und freue mich über meine eigene fußspur. also die abdrücke.

du weißt, dass das etwas verbrecherisches hat.

die fußspuren?

die auch – aber wie du diesen herrlichen weißen schnee in seiner oberfläche zerstörst, um dann diese dreckigen sohlenabdrücke hineinzupressen.

das ist verbrecherisch?

und noch mehr: es hat auch etwas sadistisches.

wirklich?

ich glaube, dass bösartige menschen sich u.a. dadurch zu erkennen geben, dass sie in den herrlich jungfräulichen schnee ihre fiesen, dreckigen sohlenabdrücke hineinmachen.

oh, das habe ich nicht gewollt.

du hast es aber getan – und jetzt sage ich dir, warum ich den schnee so mag.

warum denn?

weil sich alle bösen menschen über ihre wollentlich in den schnee gedrückten fußspuren verraten … ohne es zu merken. (ich rufe besser schon mal die polizei an!)

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