Monatsarchiv: Mai 2010

An die über 40 % Nichtwähler erinnert KLAUSENS

klau|s|ens, die hohlschwätzer waren und sind wieder zugange.

schrecklich: gestern im fernsehen und im radio … und heute im fernsehen und im radio.

aber ja.

es sind nur wieder diese füllsätze und parolen und wischiwaschi-aussagen samt dieser theaterdrehungen, die keiner mehr ertragen kann. schauspiel, schauspiel, schauspiel. man sehnt sich so nach authentizität.

es geht immer weiter.

die wahlbeteiligung ist auf unter 60 % gesunken!

und das bei dieser krise! in einer solchen situation! – und das wetter war ja zum wählen auch o.k.

das volk bleibt den politikern weg.

aber diese ändern sich deshalb nicht.

man hat ja auch nie im fernsehen gesehen, wie hoch die wahlbeteiligung war. das wurde auf den balken und barometern immer verschwiegen.

es ist schon erschütternd: auch die journaille. alle leben in ihrem wolkenkuckucksheim – dann führen sie die ewig gleich hohlgespräche – aber das volk bleibt weg.

dabei müssten alle aufschreien: das volk bleibt weg!

aber niemand tut es!

es ist ein skandal erster güte! aber so können sie „in ruhe“ vor sich hinregieren und vor-sich-hin-spielen.

und dann reden sie wieder. ein gedicht?

gern!

also:

SIE REDEN WIEDER
VON DEN BLÄHUNGEN
- Politikerabnervgedicht -

schwarz-gelb-grün
grün-schwarz-rot
rot-rot-grün
gelb-rot-schwarz

schwatz-rot-grün
schwatz-grün-rot
grün-schwatz-gelb
schwatz-gelb-rot

Copyright Klau|s|ens in allen Schreibwaisen und Schreibweisen, u.a. als KlauCDUsCDUens oder KlauSPDsSPDens oder KlauGRÜNsGRÜNens oder KlauFDPsFDPens oder KlauLINKEsLINKEens. Geschrieben am 10.5.2010, am Tag nach der Wahl in NRW.

klau|s|ens, dir ist aufgefallen, dass in dem gedicht das „schwarz“ sich plötzlich in „schwatz“ umwandelt?

aber das ist doch der kern des gedichtes: das klammheimliche umschlagen von SCHWARZ in SCHWATZ, wobei sich das auf alle bezieht. ich kann sie nicht mehr hören. ich ekele mich. frau kraft lief gestern nur sprücheaufsagend herum. sie wirkte wie eine marionette: taps, taps, taps.

man kann diesen personen weder trauen noch etwas zutrauen.

deshalb kommen doch unter 60 % zur wahl – und das bei dieser krise! aber alle machen weiter und weiter. sie würden auch bei einer wahlbeteiligung von 30 % noch so weitermachen.

wir hirnlos ist der mensch? wie seelenlos? wie dumpf?

und erst der politiker!

dann will ich mich über noch etwas beschweren.

worüber denn?

sie sagen nicht, wer und wie viel diese SONSTIGE oder die ANDERE denn sind?

du meinst gestern?

ja, ich schaue fernsehen und weiß, dass es über 6 % für ANDERE oder SONSTIGE gibt, aber niemand sagt mir, wer das ist. auf den balken taucht eine partei mit über 6 % auf, aber ich kenne sie nur als SONSTIGE.

das ist wirklich eine weitere tragödie, die das drama der entpolitisierung noch weiter voranschreiten lässt.

die leute gehen nicht mehr wählen. und die leute, die wählen gehen, die finden zu über 6 % prozent ihre stimmen in der veröffentlichten publizität nicht wieder. ich weiß nicht, wer diese über 6 % sind. ich weiß nicht, z.b., wie viele stimmen die piratenpartei bekam.

oder diese bösen hetzer von PRO NRW.

ich würde das alles wissen wollen, wenn ich schon über diese schrecklichen wahlen und wahlinszenierungen informiert werden soll.

„informiert“?!

das ist es ja – und die journalisten machen bei diesem affentheater mit.

ich glaube, du müsstest auch mal dem landeswahlleiter auf die finger klopfen, wegen dieser sache mit SONSTIGE und ANDERE, die einfach am wahlabend nicht aufgeschlüsselt werden.

ich weiß. vielleicht sollte ich als künstler, dichter und weltbeobachter mal einen OFFENEN BRIEF schreiben.

tue das, was du niemals lassen kannst.

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Mit wichtigem Beitrag zur Landtagswahl meldet sich KLAUSENS

klau|s|ens, was ist dein wichtiger beitrag zur wahl in NRW? heute am wahltag?

eine frage: darf man einen germknödel auch als dampfnudel bezeichnen?

du meinst … in anlehnung an die parteien und politiker?

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Oskar Lafontaine und Gregor Gysi in Köln auf dem Heumarkt sieht KLAUSENS

klau|s|ens, du hast die großen, alten schlachtrösser der politik gesehen?

ich sah gregor gysi und oskar lafontaine … und erfreute mich daran.

wieso?

weil sie so gut sprechen können. nur deshalb. sie können vereinfachen, erklären, polarisieren, aufputschen und stimmungen erzeugen.

das schaffen sie?

ja, du hörst ihnen zu – und alles, worüber du dich ärgerst, das pushen sie hoch: afghanistankrieg, bankenkrise, die reichen, die armut, die ungerechtigkeit, die anderen parteien, die lage … alles wird benannt und angeprangert.

und das ist schön?

aber ja: es ist wie balsam für die geschundene seele. das, was man denkt, wird da vorne ausgesprochen. es hat einen effekt der einstimmung. und die innere ruhe folgt dann auch irgendwann: man ist nicht so allein.

du bist mitglied von DIE LINKE?

iwo! – aber das, was  DIE LINKE anprangert, das prangere ich – zufällig – auch an.

dann prangert ihr beide zufällig dasselbe an?

offenbar in großen teilen: ja! aber ich bin ja als dichter, autor und künstler kein „echter“ teil von dieser welt. schon gar nicht einer partei. außerdem weiß ich, dass lafontaine und gysi mit allen wassern gewaschen sind. auch sie sind politiker, auch sie haben (uns) genug belogen und betrogen, auch sie sind keine madonnen. sie sitzen eben nur im moment auf dem richtigen politischen zug. und sie kämpfen für die kleinen leute.

das findest du gut?

es muss sich jemand für die kleinen leute einsetzen, nachdem die SPD die kleinen leute über jahre verraten und betrogen hat. die SPD hat u.a. krieg gebracht und HARTZ IV eingeführt. die GRÜNEN haben mitgemacht.

DIE LINKEN übernehmen also die felder, die die SPD verlassen hat.

jetzt kommt ja die SPD auf diese felder zurück, kleinlaut, still, die vergangenheit beschweigend. diese SPD hat sich nicht geläutert, sondern nur taktisch etwas geändert. zurück zur arbeiterpartei. zurück zur partei der rentner. zurück zur mieterpartei. aber: ohne die eigenen fehler jemals schonungslos zu benennen.

und DIE LINKE?

die braucht sich auf diesen feldern nicht zu läutern – sie muss „nur“ radikal die fragen von DDR, STASI, überwachung, kontrolle, diktatur, etc. „in frage stellen“ – das ist ein problem DER LINKEN. dieser real- und staatssozialismus samt diktatur und kleinlicher kontrolle muss raus und weg aus der partei. es lebe die freiheit! es lebe die demokratie!

und deines? dein tun? dein schaffen? dein wollen? dein verhalten?

ich bin freier beobachter der welt, gehöre zu keiner partei und erfreue mich rein ästhetisch an der dynamik der reden von lafontaine und gysi.

ich verstehe.

es freut mich, dass du das verstehst, zweitklausens. und wenn du bei so einer großen abschlusskundgebung dabei bist, dann siehst du ja auch die „follower“ der partei.

du kannst dir ein soziologisches bild machen?

in etwa schon. außerdem kann ich beurteilen, welcher teil vom volk hinter DER LINKEN steht.

und?

es sind viele ganz bestimmte archetypen des „ewig politischen“, aber wenige andere. zumindest gestern im regen war das nicht so zu erkennen: das andere. man sah auch keine prominenten kölner, die ihre gesichter für DIE LINKE hergeben.

und dann?

wenn eine partei keine breite basis findet, sondern nur unter bestimmten politische tummelkreisen von handzettelverteilern und zeitungsverkäufern, die einfach nicht anders können, also menschen, die „DAS LINKE“ zu ihrem leben machen, weil ihr leben sonst arm wäre (ohne eine religion, und sei es die religion des LINKSSEINS), dann ist das ziemlich schlecht für diese partei.

dann ist DIE LINKE nicht breit aufgestellt?

soziologisch-optisch betrachtet, gestern in köln, auf dem heumarkt? – dann nein!  (günter wallraff beispielsweise wirbt in zeitungsanzeigen als mitunterzeichner mit anderen für den bonner SPD-landtagskandidaten bernhard „felix“ von grünberg.) die LINKE braucht noch viel normale leute, aber zugleich auch einige intellektuelle, die sich zeigen.

und du?

ich werbe für das ehrliche und gute, für den anstand, für die freiheit, für die rechte der armen und schwachen. ich werbe für das prinzipiell gute …

.. was es so nicht gibt.

künstler müssen auch phantasten sein. außerdem bin ich glücklich, wenn ich meine LIVE-gedichte schreiben kann. die sind auch poltisch und verändern die welt mehr als jede phrase. künstler brauchen keine parteimitgliedschaft, sie brauchen die parteien und die gesamte welt nur als objekt der beobachtung.

zum beispiel?

WELTBÜGELN

Afghanistan
Verlassen in
Pakistan ist
Die Logik nun
Ein loses Hemd
Ohne die Falten
Des Hindukusch

LIVE geschrieben, 7.5.2010, Freitag, Köln, Heumarkt, gegen 17:52 Uhr, Es redet Gregor Gysi auf der Abschlusskundgebung von DIE LINKE.  Copyright Klausens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau-s-ens oder Klau(s)ens.

STUNDE GEBOTEN

Es wird zuviel
Verdient am
Krieg ich noch
Zustände

LIVE geschrieben am 7.5.2010, Freitag, gegen 17:56 Uhr, auf dem Heumarkt in Köln, Abschlusskundgebung von DIE LINKE. Es redet Gregor Gysi. Achtung: Dieses Gedicht ist ein Zitatgedicht. Siehe: http://www.klausens.com/zitatgedichte.htm Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau(s)ens oder Klau&s&ens oder Klau§s§ens.

DER ACKERMANN

Er bestimmt die
Richtlinien der
Politik wie die
Furchen der
Käuflichkeit
Auf deren Feldern
Die Arbeitspferde
Im Kanzlerkostüm
Daherhinhertraben

LIVE geschrieben von Klau|s|ens am 7.5.2010, Freitag, gegen 18:23 Uhr, Köln, Heumarkt, Abschlusskundgebung von DIE LINKE zur Wahl in NRW. + kl. Änderung am 8.5.2010 in Königswinter-Oberdollendorf. Es spricht Oskar Lafontaine. Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen.

SIEHE AUCH: http://www.klausens.com/klausens-und-gregor-gysi-und-oskar-lafontaine-und-die-linke.htm

UND AUCH: http://www.klausens.com/seriello-oskar-lafontaine-und-gregor-gysi.htm

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An den ZWIEBELFISCH schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, warum schreibst du an ZWIEBELFISCH?

das ist doch das neue sprachmonopol, welches SPIEGEL ONLINE ausgerufen hat. und ein monopol hat nicht immer recht. man muss sich also als demokrat aller kunst dagegen wehren, dass das MONOPOL qua MONOPOL behauptet, alles richtig zu wissen.

was wissen die denn nicht richtig?

vieles an der sprache kann man nicht richtig wissen. sprache ist frei und unterliegt vielen (nicht)regeln und (schein)regeln und gesetzen, die teilweise unsinnig sind oder keine regeln sind. aber die grammatiker und lingufetischisten kommen und sagen dann, wie es zu sein hat, dieweil die sprache auch rebellisch, eigensinnig und anarchistisch ist.

das war aber viel stoff.

eben. und deshalb muss ich auch mal an den ZWIEBELFISCH schreiben, wo ja auch jener bastian sick hintersteckt:

### Sehr geehrte Damen und Herren,

ich finde Ihren Beitrag noch (lange) nicht überzeugend und tiefschürfend genug.

Man sollte doch klarer sagen: Viele Leute mischen Perfekt und Präteritum de facto und realiter munter durcheinander. Gerade, wie es kommt.

Das ist mein Eindruck, den man noch für unterschiedliche dialektale Gebiete untersuchen müsste.

Die Grenzen zwischen PRÄTERITUM und PERFEKT sind immer vager geworden, der Bedeutungsunterschied tritt oft sehr zurück …. und das Ganze geht nur noch nach Regeln der Sprachökonomie recht spontan daher.

Gewiss wird das Perfekt in gesprochener Sprache öfter benutzt, weil es „näher“ und „unmittelbarer“ scheint. Das Ganze passiert aber auch meist tiefenpsychologisch. Ohne Sprachwissen und Sprachbewusstheit.

Aber das Präteritum kommt immer wieder häufig ins Gesprochene eingestreut vor.

Dies kommt u.a. (als ein Beispiel) von den Modalverben. Man sagt immer schnell und direkt „wollte, musste, konnte“ …. und nicht nicht „habe … können “ „habe … müssen“ etc., weil das zu formell klingt. „Gestern habe ich kein Mittagessen kaufen können.“ Das klingt ja wie Graf Kox. Und wer wüsste überhaupt diese Perfekt-Form mit dem Infinitiv sicher zu produzieren?

Dadurch hat das Präteritum eine Vorkommensgarantie im Sprechen.

Auf diese Weise wird einem das Präteritum auch für das Sprechen immer vertrauter und normaler.

Und auch „war“ (Hilfsverb) und „wurde“ (Hilfsverb) und „kam“ und „ging“ und „schlug“ (gerne also Voll-Verben mit starken Stamm) bieten sich wegen der Kürze, bisweilen der wenigen Silben, auch im Sprechen an, um im Präteritum genutzt zu werden.

Wenn Sie genau hinhören, werden Sie Menschen erleben, die sagen: „Gestern kam ich um acht Uhr nach Hause. Und ich wollte doch schon um sieben Uhr kommen. Meine Frau ist aber erst um neun Uhr gekommen.“ Dieses Mix von Perfekt und Präteritum nach gusto ist meiner Meinung nach gesprochen-sprachtypisch.

Das Präteritum in „Reinkultur“ hat sich in erzählenden Texten, typisch das Märchen, gehalten.

Aber die „muntere Mischung“ in der gesprochenen Sprache ist meiner Meinung nach die Wahrheit.

Lassen Sie mich außerdem noch auf eine wichtigen Tatsache hinweisen.

Das Präteritum ist bisweilen schneller deutlich. Die Informationen kommt schneller „rüber“.

Wenn ich im Radio hör(t)e:

„Steffi Graf hat in Melbourne im Viertelfnale des Tennis-Turniers ….“ weiß ich nicht, was kommt. Kommt jetzt „verloren“ oder kommt jetzt “ gewonnen“?

Das kommt / entsteht durch das Perfekt.

Die Information wird nach hinten in den Satz verlagert. Ins Partizip.

Ich kann beim Sprechen im Perfekt oft am Ende des Satzes die Bedeutung noch ändern. Der Zuhörer bleibt bis zum Schluss im Ungewissen.

Sobald ich aber Präteritum benutze, kann und muss ich sagen: „Steffi Graf gewann in Melbourne im Viertelfinale … “ und der Hörer/ die Hörerin hat sofort die Botschaft am Anfang des Satzes oder fast am Anfang des Satzes verstanden.

Die Hörer haben die Botschaft früher verstanden. Bedeutend früher. Die Nachrichten sprechen oft anders als die Menschen in der Gaststätte. Die Nachrichten benutzen dann formell das Perfekt, der echte Mensch aber das Präteritum. Aber auch in den Nachrichten oder Tageszeitungen, auch in der F.A.Z., werden sie immer wieder den Mix von Präteritum und Perfekt finden. Vielleicht gar im SPIEGEL.

Auch dieses hat mit dem großen Thema PRÄTERITUM (alias IMPERFEKT) sowie PERFEKT zu tun.

Ich würde mich freuen, wenn Sie die von mir angeführten Gesichtspunkte ergänzen, damit alles „runder“ wird … und weniger einseitig betrachtet.

###

wozu hast du geschrieben? zu was?

gestern. zum ZWIEBELFISCH-ABC, konkret: zum thema „präteritum/imperfekt“ (und ja auch perfekt). siehe hier:

### Imperfekt und Präteritum – zwei verschiedene Begriffe für dieselbe Vergangenheitsform? Ist unsere Grammatik nicht schon kompliziert genug? Wozu benötigen wir dann zwei (Fremd-)Wörter, wenn es sich doch um dasselbe Tempus handelt? Oder gibt es da womöglich doch einen Unterschied?

In den meisten Nachschlagewerken findet man unter dem Stichwort „Imperfekt“ einen Hinweis auf den Eintrag „Präteritum“. Letzterer ist heute der üblichere Fachausdruck für das, was man auf Deutsch als „erste Vergangenheit“ bezeichnet.

Die deutsche Sprachwissenschaft hat wesentliche Impulse von der französischen Philologie erhalten – und daher stammt auch die Bezeichnung Imperfekt (frz. imparfait), denn im Französischen wird zwischen einfacher Vergangenheit (passé simple) und unvollendeter Vergangenheit (imparfait) unterschieden.

Diese Unterscheidung gibt es aber im Deutschen nicht. Wir haben kein „passé simple“, sondern nur eine (erste) Vergangenheitsform. Und eben diese als „unvollendet“ zu bezeichnen, ist in den Augen vieler Deutschlehrer und Germanisten irreführend, denn die Vergangenheitsform, um die es hier geht, bezeichnet doch gerade einen Vorgang, der abgeschlossen ist:

Ich ging allein nach Hause.
Er aß nur einen Happen.
Wir warteten auf den Bus.

Was ist daran „unvollendet“? Als unvollendet kann die Handlung nur gedeutet werden, wenn sie sich zum Beispiel in einem Roman abspielt. Und die meisten Romane sind ja in der Vergangenheitsform geschrieben. Wenn man liest „Harry zog seinen Zauberstab“, dann ist die Handlung noch keinesfalls abgeschlossen, dann wird die Sache ja erst richtig spannend, und jeder will wissen: Was passierte als nächstes?

Einen inhaltlichen Bezug zur Gegenwart hat die erste Vergangenheit aber nicht. Den wiederum hat das Perfekt, jene mit „haben“ und „sein“ gebildete Vergangenheitsform. Deshalb nennt man das Perfekt auf Deutsch auch „vollendete Gegenwart“. Wer seine Freunde und Bekannten über seinen Umzug informieren will, der tut nicht gut daran zu schreiben: „Wir zogen um“, auch wenn der letzte Karton bereits ausgepackt ist, sondern sollte besser schreiben: „Wir sind umgezogen“, denn der Wohnortwechsel bleibt ja bis auf weiteres aktuell. Weil also die erste Vergangenheit – im Unterschied zum Perfekt – aus Sicht des Erzählers eine abgeschlossene Handlung beschreibt, bevorzugt die deutsche Grammatik dafür den Ausdruck „Präteritum“. Der kommt aus dem Lateinischen und heißt nicht „unvollendet“, sondern schlicht und einfach „vergangen“. Einigen Romanisten (wie zum Beispiel „Zwiebelfisch“-Autor Sick) fällt es allerdings schwer, sich vom Begriff „Imperfekt“ zu lösen. Ich bitte um Nachsicht und gelobe Besserung.

In der gesprochenen Sprache wird das Präteritum heute nur noch selten gebraucht. Kaum jemand sagt im Gespräch: „Ich ging allein nach Hause“, sondern eben „Ich bin allein nach Hause gegangen“. Wenn das Präteritum in der gesprochenen Sprache zum Einsatz kommt, dann meistens in Verbindung mit Modal- und Hilfsverben:

Ich hatte keine Zeit.
Das war letzten Donnerstag.
Wir mussten nicht lange warten.
Das konntet ihr nicht wissen.

In einigen süddeutschen Dialekten ist das Präteritum sogar völlig verschwunden, dort bedient man sich allein des Perfekts. ### ZWIEBELFISCH-ABC.

und nun?

nun fühle ich mich schon besser. also: gestern ging ich um die ecke, traf auf den herrn ging und habe begonnen, mit dem herrn ging y-ging zu spielen. als dieser dann dazu überging, dass er übergegangen ist, obwohl ich übergangen wurde, verlor ich meinen gang und fing an zu „gingen“, was falsch gewesen ist, weil der infinitiv schon seit 1928 total verboten gewesen sein wird gewesen ist doch wahr!

schön geschichte, herr dr. grammaticus klausensus brutus dumpfus. mir kommen noch die zwiebelfisch-tränen.

seit wann kommen dem ZWIEBELFISCH tränen? dem kommen höchstens die gräten … aber aus dem munde heraus sind sie gekommen kamen.

gekommen kamen? sind? nicht haben?

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Weiteres von der Hauptversammlung der TELEKOM in Köln am 3. Mai 2010 berichtet KLAUSENS

klau|s|ens, gäbe es denn noch mehr zu berichten? von der TELEKOM?

eigentlich müsste man nur über diese berichten, weil sie die schaltstellen für die weitere entwicklung der globalen welt besetzt hält. weil sie über den gang der dinge des globus’ sehr entscheidend mitbestimmt.

aber das wäre ja endlos.

ich weiß, ich weiß. das alles wäre endlos. aber man muss sich doch überlegen, was der vorstandsvorsitzende, der herr rené obermann, dann erzählt hat, um sich gegenüber den aktionären „zu positionieren“.

der vorstandsvorsitzende?

sicher, der muss ja verkaufen, was die TELEKOM anrichtet oder anrichten wird. seine worte sollen marksteine sein, auch in der berichterstattung über die TELEKOM.

und wie war obermann?

obermann wirkte direkter und weniger blasenhaft als andere, die ich schon erlebte. das war schon auffällig. dass er am ende dann doch wieder viele blasen produzierte, dass ist dann ein extra kapital. wir leben ja in dere welt der blasen, wo alle sich blasen um die ohren pusten oder prusten. jeder „bebläst“ jeden, keiner glaubt es … und alle machen mit.

was sind solche blasen?

veränderungen, moderne netze, datenexplosion, gigabytegesellschaft, modern, effizient, wettbewerbsfähig, strategischer weg, schlanker, safer service, technologie, integrativ, innovativ, cloud computing, kapitalverzinsung, usw. usf. – das geht ja endlos. irgendwann denkt man, es werden diese begriffe immer neu sortiert, hintereinander gesetzt, variiert, und die bedeutung als solche spielt keine rolle mehr.

eine wortmasse, die uns die ohren und das hirn verklebt?

auch das – aber bisweilen hat man den eindruck, die manager reden dauernd begriffe, ohne noch den sinn der begriffe zu verinnerlichen. jeder begriff ist eine schablone. nichts ist mehr inhalt. alles ist nur noch material für wortschlachten und reden. so bestreiten sie 1000 kongresse und 100 konferenzen und 10000 besprechungen. seltsam, seltsam.

und wie kann ich das genauer erfahren?

meine gedichte, also unsere gedichte, erfassen einiges von diesen sprachlichen versteck-einheiten: http://www.klausens.com/aktionaersgedichte-telekom.htm

und?

und ich denke, ich werde die obermann-gedichte zusätzlich noch ausgliedern als http://www.klausens.com/klausens-und-rene-obermann.htm

und was wird dadurch erreicht?

erkenntnis. nicht mehr und nicht weniger als erkenntnis: wie funktioniert die welt? wie funktionieren die akteure? – ein langes … bisweilen trauriges kapitel.

gut, gut. und was verdient der herr obermann denn?

man traut es kaum, sich das zu sagen. diese summen machen einen sprachlos. die ungerechtigkeit der welt wird einem dann immer doppelt und dreifach deutlich. ich zitiere wieder zahlen aus dem geschäftsbericht 2009:

René Obermann 2009
Festes Jahresgehalt 1 250 000 €
Sonstige Bezüge 37 233 €
Variable Vergütung 1 365 000 €
MTIP (Beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt
der Gewährung) 76 613 €
Summe 2 728 846 €
Pensionsaufwand (Service Costs) 549 326 €

das sind ja wahnsinnige beträge!

eben. nun nimm mal eine friseuse, die 1000 euro rausholt, also im jahr dann 12.000. nun sage mir: ist rené obermann ein 227 mal klügerer oder besserer oder effizienterer mensch als diese friseuse? ist das noch im entferntesten gerecht oder anständig oder sinnvoll?

nein, nein, natürlich nicht! und die pension kommt ja noch extra.

der kapitalismus bringt seltsame blüten hervor, aber in den letzten jahren ist es in deutschland ja besonders schlimm geworden. schröder/fischer, ROT/GRÜN, sind diesen weg der sozialen spaltung konsequent weiter vorangeschritten, und jetzt wird etwas beigedreht, etwas, weil ja die bankenkrise so erschütternd war. die gehälter werden neu gesplittet, andere regelungen, aktienpaktete 4 jahre halten …. und so … das nennt man dann mehr „nachhaltigkeit“, das alles soll in die entlohnungen der manager einspielen. – aber man überlege sich genau den „summenbereich“, in dem solche verschiebungen stattfinden. das sind doch nur schönheits-OPs an der bereicherungsmaschine der manager. (der bei ARCANDOR so fürstlich entlohnte dr. eick, nur für wenigste monate bis zum konkursantrag dort vorstandsvorsitzender, der war ja von der TELEKOM – dort noch finanzchef, was jetzt der timotheus höttges macht – dorthin gewechselt. die „mentalitätenströme“ und „-bewegungen“ des kapitals und seiner manager sind auch interessant.)

es ist eigentlich „unanständig“.

ja, in höchstem maße. aber das ist kein TELEKOM-phänomen, sondern betrifft alle großen aktienunternehmen. mich widert es an.

ach, klau|s|ens, ach, klau|s|ens!

und dann versprechen sie uns dauernd eine noch modernere, noch mehr „verbundene“ welt, in der alles schön wird, noch schöner wird, am schönsten wird. mit verbundenen augen wird alles am allerschönsten. TELEKOM und TELEGEH und TELEBLEIB.

ach, klau|s|ens, man möchte eigentlich gar nicht mehr kommunizieren. man möchte nur noch werbesprüche erfinden.

halt, halt! herr obermann will aber doch die frauen nun so stark fördern. sie sollen zu 1/3 an die macht. bis 2015 soll jede dritte managementstelle mit einer frau besetzt werden.

aber das macht der doch nur wegen seiner lebensgefährtin, der frau maybritt illner. die wird ihm bei jedem treffen sagen: wenn du schon mein freund bist, und ich selber eine wichtige emanzipationskluge moderatorin von talkrunden im deutschen fernsehen, lieber rené, dann versteht es sich doch von selbst, dass die frauen mehr gefördert werden müssen.

du meinst, dieser direkte „draht“ bringt dann auch solche iniativen hervor?

ich bin davon überzeugt, wenngleich der ganze vorstand die dinge natürlich umsetzen und befürworten muss. aber eine maybritt illner als lebensgefährtin ist ein automatischer druck hinsichtlich der frauenquote.

wie doch die welt funktioniert!

manches ist erschreckend simpel … und funktioniert doch.

das ist wie bei meinem telefon. wen soll ich denn mal anrufen? die presse?

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Die TELEKOM AG erfährt KLAUSENS auf ihrer Jahreshauptversammlung in der Lanxess Arena

klau|s|ens du hast die TELEKOM erlebt? in köln? in der lanxess arena? am 3. mai? auf ihrer hauptversammlung? ihrer ordentlichen?

ja, es ist immer die inszenierung … man muss sich alles anschauen und dann bewerten.

wie gab die TELEKOM sich denn auf ihrer hauptversammlung?

es war eine ordentliche hauptversammlung – und von datenschutz und datenklau war natürlich keine rede. dieses thema ist für die TELEKOM so abgehakt, dass sie von selber nicht mehr darüber redet, zumindest auf ihrer hauptversammlung. die welt wird schön gemacht. und die eigenen missetaten sollen – von unsereins – schon längst vergessen worden sein.

aber?

ich vergesse nichts. – die TELEKOM gab sich jedenfalls sehr schlicht … und somit fein. es dominierte nicht das magenta, sondern es dominierte das weiß. das magenta akzentuiert das weiß. und auf dem geschäftsbericht war sogar das T der TELEKOM in weiß. auch die vielen helfer/hostessen (alles AZUBIs der TELEKOM?) hatten ein stilisiertes weißes T auf dem sweat-shirt, was sich eher aber als Y lesen ließ.

aha – man ist also ein feines, seriöses unternehmen, man hat den hauch von yoga und urlaub am weißen stränden. man ist einfach per se ein hort der ruhe und klarheit.

so ungefähr sehe ich das. so haben sich die strategen das ausgedacht.

schön, schön.

sie hatten auch in der musik diese esoterische note, diesen hang zum spirituellen in reinheit … und einer stets hochmodernen klarheit.

also ganz anders, als man die TELEKOM sah oder noch sieht.

sie wollen weg von dem billig-image. sie wollen weg von dem unseriösen. und sie wollen nun zeigen, dass sie nachhaltig sind, dass sie anständig sind, dass sie die kunden ernst nehmen, dass sie die mitarbeiter und mitarbeiterinnen ernst nehmen, dass sie frauen in die führungspositionen holen wollen (betonung liegt auf „wollen“ – noch ist keine da!). alles das will die TELEKOM demonstrieren. der mercedes der kommunikation – das sei die TELEKOM. die alles verbindet und der alle-zusammenbringer. der guttuer. nicht-bespitzeler (denn das wird schlicht nicht thematisiert), die kein-überwacher (das thema existiert nicht – dabei sitzen sie an allen kabeln und wissen alles von uns. aber geheim. hoch geheim. sie beherrschen viel von der welt. aber wenn niemand etwas verrät, werden wir es nie erfahren. sie können e-mails mitlesen und telefonate mitschneiden. sie haben die möglichkeiten eines geheimdienstes. und sie verfügen über daten, daten, daten.)

das ist doch schön.

für die von der TELEKOM, ja, ja – aber für uns? – in gewisser weise will die TELEKOM sagen: die welt ist schön, weil es uns gibt, weil wir alles verbinden, weil wir telefon und internet und alle geräte zusammenführen. wir machen und bringen allen segen. wir sind die religion der zukunft. nur wer an die TELEKOM glaubt, glaubt an sich selbst. die TELEKOM ist die bedingung für alles zukünftige schlechthin. so sollen wir es sehen.

so interpretierst du das alles!

ja, aber ich fand es noch nicht einmal schlimm. es ging mir runter wie öl.

wieso das?

ich habe mal die firma HEIDELBERGER DRUCK auf der messe DRUPA erlebt, und da hatte ich ein beklemmendes scientology-gefühl – das hatte ich bei obermann und co gestern noch nicht. es gibt also unterschiede in der art, wie man gedenkt, die menschen in den bann und unter oder in oder durch seine kontrollpanele zu ziehen. die TELEKOM ist dezenter und weniger angsteinjagend, obwohl ihre visionen die welt umspannen. die „animal farm“ und „1984″ müssen beide immer ganz neuzeitlich mitgedacht werden.

du musst uns auch den aufsichtsratsvorsitzenden nennen.

ja, den herrn prof. dr. ulrich lehner, den muss ich nennen:

Prof. Dr. Ulrich Lehner.
Mitglied des Aufsichtsrats seit 17. April 2008
Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 25. April 2008
Mitglied des Gesellschafterausschusses
der Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf
– Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart (seit 11/2007)
– Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG, Stuttgart (seit 1/2007)
– E.ON AG, Düsseldorf (seit 4/2003)
– Henkel Management AG, Düsseldorf (seit 2/2008)
– HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf (seit 6/2004)
– ThyssenKrupp AG, Düsseldorf (seit 1/2008)
Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen
Kontrollgremien in Wirtschaftsunternehmen:
– Dr. August Oetker KG, Bielefeld, Beirat (seit 3/2000)
– Novartis AG, Basel, Schweiz,
Mitglied des Verwaltungsrats (seit 3/2002)

die daten gelten für 2009 und haben sich vielleicht schon hier und da geändert. man gibt dieses mandat ab, bekommt jenes hinzu. da ist auch eine gewisse fluktuation dabei. aber so einen aufsichtsratsvorsitzenden, den muss man kennen.

na also: man muss nicht nur den vorstand nennen, sondern auch den aufsichtsrat. den gesamten.

ja gleich: den gesamten aufsichtsrat. also: der aufsichtsrat verdient ja ganz gut, obwohl er selber – via dem vorsitzenden lehner – sagt, er verdient im „internationalen vergleich“ schlecht. und das führt zu „problemen“, weil man schwierig dann gute leute für den aufsichtsrat findet. man kann bei solchen äußerungen nur lachen.

alles ist relativ.

sicher, aber so ein aufsichtsrat, der verdient schon ganz schön. wenn du dann noch in mehreren bist, hast du schon ausgesorgt, ohne wirklich viel leisten zu müssen. was ein „aufsichtsrat“ ist, im versagen, haben wir ja in der bankensache mehrfach gelernt. man darf sich keinesfalls von all dem auch noch blenden lassen.

was verdient denn nun der aufsichtsrat der TELEKOM?

Aufsichtsratsmitglied
Fixumvergütung
inkl. Sitzungsgeld
Asmussen, Jörg 32 400,00 euro
- fehlte gestern !!!
Becker, Hermann Josef 42 800,00 euro
Brandl, Monika 21 400,00 euro
Bury, Hans Martin 42 000,00 euro
Falbisoner, Josef 21 400,00 euro
Dr. von Grünberg, Hubertus 31 400,00 euro
Guffey, Lawrence H. 42 600,00 euro
Hocker, Ulrich 21 400,00 euro
Holzwarth, Lothar 42 400,00 euro
Kallmeier, Hans-Jürgen 21 400,00 euro
Kühnast, Sylvia 21 400,00 euro
Prof. Dr. Lehner, Ulrich (Vorsitzender) 73 400,00 euro Litzenberger, Waltraud 64 600,00 euro
Löffler, Michael 21 400,00 euro
Prof. Dr. Reitzle, Wolfgang (bis 31. Dezember 2009) 20 800,00 euro
Prof. Dr. von Schimmelmann, Wulf (bis 31. Dezember 2009) 21 000,00 euro
Schröder, Lothar (stellv. Vorsitzender) 63 400,00 euro
Dr. Schröder, Ulrich 21 000,00 euro
Sommer, Michael 20 600,00 euro
Dr. h. c. Walter, Bernhard 62 600,00 euro

das sind ja beeindruckende zahlen.

sie stammen aus dem geschäftsbericht 2009, beim aufsichtsrat hat es mittlerweile schon wieder veränderungen gegeben. gestern gab es neuhinzuwahlen bzw. bestätigungen von neuen durch die hauptversammlung.

hier der letzte aktuelle stand laut homepage der TELEKOM: Mitglieder des Aufsichtsrats

Anteilseignervertreter:

Prof. Dr. Lehner, Ulrich, Mitglied des Gesellschafterausschusses Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf; Vorsitzender des Aufsichtsrats Deutsche Telekom AG

Asmussen, Jörg, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Berlin

Dr. Bernotat, Wulf H., Vorsitzender des Vorstands E.ON AG, Düsseldorf

Bury, Hans Martin, Managing Partner Hering Schuppener Consulting Strategieberatung für Kommunikation GmbH, Frankfurt

Dr. von Grünberg, Hubertus, Aufsichtsrat, unter anderem Präsident des Verwaltungsrats der ABB Ltd., Zürich

Guffey, Lawrence H., Senior Managing Director The Blackstone Group International Ltd., London

Hocker, Ulrich, Hauptgeschäftsführer Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), Düsseldorf

Dr. Schröder, Ulrich, Vorsitzender des Vorstands KfW Bankengruppe, Frankfurt

Prof. h. c. (CHN), Dr.-Ing. E.h. Dr. Middelmann, Ulrich, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Vorstands ThyssenKrupp AG, Düsseldorf

Dr. h. c. Walter, Bernhard, ehemaliger Sprecher des Vorstands Dresdner Bank AG, Frankfurt am Main.

Arbeitnehmervertreter:

Becker, Hermann Josef Mitglied der Geschäftsleitung Deutsche Telekom Direktvertrieb und Beratung sowie Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses und des Unternehmenssprecherausschusses Deutsche Telekom AG, Bonn

Brandl, Monika, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Konzernzentrale/GHS, Deutsche Telekom AG, Bonn

Falbisoner, Josef, Landesbezirksleiter ver.di Bayern

Holzwarth, Lothar, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats Deutsche Telekom Geschäftskunden, Bonn

Kallmeier, Hans-Jürgen, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats T-Systems International GmbH, Frankfurt

Kühnast, Sylvia, Sachverständige des Gesamtbetriebsrats T-Mobile Deutschland, Hannover

Litzenberger, Waltraud, Vorsitzende des Konzernbetriebsrats und des Europäischen Betriebsrats Deutsche Telekom AG, Bonn

Löffler, Michael, Mitglied des Betriebsrats, Deutsche Telekom Netzproduktion GmbH Bonn, TI NL MO

Schröder, Lothar, Mitglied des Bundesvorstands ver.di, Berlin; Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutsche Telekom AG

Sommer, Michael, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Berlin

(Stand: 4. März 2010)

und dieser sommer? das ist der boss der deutschen gewerkschaft?

ja, ja, das stimmt. es gibt ja wegen der mitbestimmung immer auch die arbeitnehmerseite. was mit deren geldern passiert, weiß ich nicht. geben sie die ab? die arbeitnehmervertreter? ich weiß es gar nicht.

wie oft haben die denn getagt?

wenn ich das richtig verstanden habe: 23 x mal im jahr 2009, aber der aufsichtsrat SAMT der ausschüsse, die aus dem aufsichtsrat heraus gebildet werden.

und das waren insgesamt 23 mal? aufsichtsrat komplett plus einzelne ausschüsse des aufsichtsrates?

so habe ich das verstanden.

und damit verdient man so viel geld? mehr als ein briefträger? pro jahr?

deshalb sage ich doch: aufsichtsrat ist per se ein schöner beruf. fürs finanzieren vom golfspielen hat man dann mehrere mandate, fürs „extra“.

und dafür fährst du zur versammlung der TELEKOM? für diese info? aufsichtsräte gibt es doch überall.

das ist doch nur ein aspekt unter so vielen. ein so großes unternehmen zu verstehen, während man einige stunden bei der hauptversammlung sitzt, das ist ja unmöglich. man kann nur dieses und das spüren, solches bemerken, und jenes notieren.

das hast du gemacht?

aber ja doch: ich schrieb wieder mal AKTIONÄRSGEDICHTE, genauer: AKTIONÄRSGEDICHTE TELEKOM: http://www.klausens.com/aktionaersgedichte-telekom.htm

und davon wird die welt nun besser?

nein, nur anders. etwas anders. ein klein bisschen vom „etwas anders“ anders.

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Einen Ölteppich erfindet KLAUSENS

klau|s|ens, das öl zerstört die küsten. es ist schon da. und obama will heute erscheinen.

mir fehlen die worte.

zu dieser katastrophe?

ja, mir fehlen die worte.

es ist das alte spiel: profit, gewinn, gier … geopfert werden mensch und natur und der frieden der schöpfung.

aber in diesem ausmaß.

sie beherrschen die dinge nicht, die sie tun. mit der atomkraft ist es ja auch so. aber wir werden beschwichtigt. wir werden immer beschwichtigt.

wir werden immer beschwichtigt. ja, ja. aber man darf die namen nie vergessen.

welche namen?

die namen der firmen, die da böses tun. heute ist es BP.

und morgen?

wieso morgen? es gab auch mal SANDOZ. man darf die namen nie vergessen. egal, ob sie kriegsgeräte herstellen oder gift oder anderes böse.

oder ob sie mitarbeiter bespitzeln wie LIDL oder menschen schlecht behandeln wie SCHLECKER.

oder ob sie sinnlos firmen und standorte schließen wie NOKIA. man darf so namen nie vergessen.

oder wenn menschen umgebracht werden, wie dieser mann namens KEN SARO-WIWA in nigeria, der gegen die SHELL protestierte und umgebracht wurde.

KEN SARO-WIWA hatte sich gewehrt!

eben, die namen derer darf man auch nicht vergessen, weil sie gutes wollten. aber die namen der firmen darf man auch nicht vergessen, weil sie schlechtes wollten.

was ist denn mit DEGUSSA oder den nachfolgefirmen von IG FARBEN?

die liste der firmennamen wäre schier endlos. ich darf das alles nicht weiterdenken. es ist alles so grauslich und so schlimm. es fehlen einem die worte. zumal, was jetzt in den USA an der küste passiert. in alabama, louisiana, texas, florida, mississippi … und wie sie alle heißen.

ach, schrecklich, das alles!

klau|s|ens, du hast ein kunstwerk gemacht.

ja, es heißt „ölteppich“, damit ihn (einen solchen teppich) auch jeder von diesen unverantwortlichen managern und umwelttätern auch schön in seiner wohnung haben kann.

aber wer braucht denn am ende das öl, herr autofahrer?

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Nachtrag von KLAUSENS zu Joschka Fischer in der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

klau|s|ens, du hattest doch schon über joschka fischer geklagt! hier in diesem blog(g)! vor zwei tagen!

sicher, sicher: ich wollte noch mehr klagen.

worüber denn?

wie sich ein mensch ändert … und was dann von diesem menschen übrigbleibt.

joschka fischer war noch nie ein gutmensch. und wirklich sozial war er auch nie. für ihn war politik ein spiel, aber keine soziale frage. er hat die einfachen menschen nie wirklich geliebt.

genau das ist es ja: da ist er in düsseldorf und spielt den verquasten „elder statesman“, was per se schon sehr unangenehm ist, und dann sagt er noch in einem nebensatz, wie toll HARTZ IV war, und wie richtig. und wie sehr doch dadurch die arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. nur solche hohlparolen!

das ist ja total unglaublich!

eben. erstens ist es falsch, und zweitens kann man nicht glauben, dass so einer, der ja auch mal als „links“ galt, so etwas sagt.

ROTGRÜN hat HARTZ IV doch eingeführt. also sind die GRÜNEN auch voll verantwortlich, und joschka fischer wird bei allen wichtigen entscheidungen mitgewirkt haben. nicht nur bei der hinführung deutschlands zur kriegsführungsnation, sondern eben auch bei der verelendung der massen. und deshalb muss er das jetzt krampfhaft verteidigen, weil sonst seine biographie weiter leidet.

zudem ist es ja so: diese „arbeitsplätze“ sind ja keine. das ist alles schrott: teilzeit, halbzeit, niedriglohn, gar kein lohn – das sind doch keine „arbeitsplätze“! und sich dann hinter einer formal-statistik zu verstecken, die sagt: weniger arbeitslose – ohne die ganzen zusammenhänge aufzudröseln, abgesehen von den vielen menschen, die in „maßnahmen“ geparkt sind, und dann nicht in der statistik auftauchen … also, das ist doch die höhe !!! – sieh mal: ich senke die wochenarbeitszeit auf 1 stunde – und habe auf einen schlag (zack!) formal keinen arbeitlosen mehr. aber: das ist alles nur schlimmste augenwischerei.

die GRÜNEN waren immer schon die partei des „gesundspießigen“ mittelstandes. gut verdienende eltern, z.b. lehrer oder ingenieur, 2 kinder, haus mit biogras = GRÜN. und seine (joschkas) äußerungen zu HARTZ IV passen voll dazu.

aber es ist doch alles falsch und erlogen und erstunken. wie kann man da rumlaufen und sagen, dass diese maßnahme so erfolgreich die arbeitslosigkeit gesenkt hat und deutschland wieder konkurrenzfähig geworden ist?! das ist doch alles müll. nichts davon ist wahr – außer der tatsache, dass millionen leute in halbgaren jobs rumlaufen, von denen sie nicht leben können, während sich zugleich andere hemmungslos bereichern. das ist der „ackermann“-effekt.

ich denke, dass herr fischer und herr ex-SPD-HARTZ-IV-clement sich auch heute noch gut verstehen. beide haben sich nie für die „kleinen leute“ interessiert, sondern letztlich mehr für die sorgen des großen kapitals. und beide haben erfolgreich für die kapitalseite „gearbeitet“.

fischer war ja früher selber ein kleiner „taxi-mann“, aber heute verkauft er dieses und jenes mit seiner beratungsfirma. er ist sich – ähnlich wie schröder – für nichts zu schade. völlig dem kapital ausgeliefert. völlig in einer pseudowelt aufgegangen.

fischer ist eine empörende erscheinung. politik diente ihm nur zu befriedung seiner langweile, und die arbeiterklasse (gibt es die noch?) sieht er wohl auch heute noch als „ewigen scherz“ der weltgeschichte.

fischer hatte ja in düsseldorf noch einen zweiten aussetzer.

welchen denn?

da fragte ihn der amtierende AStA-vorsitzende, was er davon hält, wenn heute studenten für ihre rechte eintreten, und für bildungschancen, usw. – weil, er, fischer doch früher auch an vielen aktionen teilgenommen habe.

und?

wie „und?“?

was sagt fischer?

fischer hält sich aus allem raus. in die aktive poltik mische er sich nicht mehr ein. dann hält er lobenshymnen auf den staat von heute, weil man heute, ganz anders als damals, zu seiner zeit, keinerlei gewalt brauche, um für seine ziele einzutreten, usw. – aber zu den aktionen der studenten sagt er nichts. er lässt den armen studentenmann vom AStA im regen seiner frage stehen. anstatt ihm mal zu sagen: „toll, dass ihr studenten euch noch wehrt! toll, dass ihr euch nichts gefallen lasst! toll, dass ihr aktiv seid!“ – aber so etwas sagte er nicht. er warnte wie ein biedermann vor der gewalt. mehr kam nicht. armer fischer, kleiner  fischer, mieser fischer.

so ist fischer?

aber ja, aber ja: heute lobt er diesen staat über allen klee und behauptet, man könne alles friedlich erreichen. und das war’s dann auch. (da scheint ein ähnlicher prozess wie bei otty schily vorzuliegen. am ende kämpfen beide in erster reihe für die einschränkung des demonstrationsrechtes! so weit wird es kommen!)

und was wurde erreicht, für die studenten? wie sieht es z.b. mit der erhofften und geforderten abschaffung der studiengebühr akut aus? wie ist denn die lage?

das sind themen, die jenseits von fischer liegen und stehen und sitzen. fischer hat sich in zwei „nebenwürfen“ (zusätzlich zu seiner nervenden europa-elegie) am 28.4.2010 in düsseldorf als einer gezeigt, der von der bevölkerung meilenweit entfernt lebt und denkt. einer, der seine vergangenheit mehrfach verraten hat. einer, der nicht glaubwürdig ist. einer, der sich immer dem sozialen milieu anpasst, in dem er lebt. eine chimäre (oder schimäre), ein chamäleon. einer, der kriege geführt hat. einer, der die arbeitenden menschen dauerhaft verhöhnt.

mensch, jetzt hast du aber losgelegt.

ist doch so. allein die ganze bankensache mit den verlorenen und verschenkten steuermilliarden in deutschland könnte tausende ermutigen, tausende fensterscheiben einzuschlagen. es gibt soviel hanebüchenes in deutschland! aber dieser mann stellt sich hin und tut so, als sei nichts. als sei die welt nur damals im frankfurter westend böse gewesen … aber heute sei das paradies ausgebrochen. lächerlich!

bist du denn für gewalt?

nein, das bin ich nicht. aber ich bin auch gegen die, die alle gewalt verdammen, weil sie so nur ihren status quo halten wollen. wer sich mit der geschichte von umstürzen und revolutionen beschäftigt, der weiß, wie die herrschenden argumentieren, um sich an ihre macht zu klammern.

aber fischer ist doch jetzt der große weltprofessor der weltgeschichte. einer der großen kenner aller materien.

fischer ist ein kleines lichtlein, dass gerne groß brennen möchte. ich empfand seinen auftritt als würdelos. und seine „dick aufgetragenen“ denkfalten stören mich ungemein. eigentlich darf die parole auch nicht lauten: „trau keinem über 30!“, sondern eigentlich müsste die parole lauten: „trau keinem! schon ja keinem fischer!“

schon mal was von „menschenfischer“ gehört?

und was nützen da noch unsere LIVE-gedichte?
http://www.klausens.com/klausens-und-joschka-fischer.htm

und unser SERIELLO? was soll das überhaupt alles?
http://www.klausens.com/seriello-joschka-fischer.htm

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