Monatsarchiv: September 2011

An die Strategie beim Kölner Kunstfälscherprozess denkt KLAUSENS

klau|s|ens, bei diesem prozess lassen sich zwei der vier angeklagten, und zwar das ehepaar wolfgang und helene b., offenbar gerne filmen und fotografieren.

das muss man weiter beobachten. aber besonders der angeklagte wolfgang b. war ja sehr frei, sehr locker, sehr beschwingt zu sehen … und  ließ sich besonders gerne filmen.

dieses ehepaar hat ja herrn rechtsanwalt birkenstock und eine kollegin, frau wirths, von herrn birkenstock als verteidigung.

halt! nicht verkürzen: beide habe aber auch die rechtsanwälte gillmeister und rode aus freiburg. die freiburger kanzlei „Rechtsanwälte Gillmeister Rode Trüg“ scheint sogar insgesamt vier anwälte in diesem verfahren zu haben, wenn ich die sachlage richtig sehe. RA trüg und RA habetha aus der kanzlei sind wohl auch dabei.

meinst du?

immerhin scheinen ja auch damals die verhaftungen in freiburg stattgefunden zu haben. oder in köln? zumindest jener wolfgang b. wurde doch in freiburg verhaftet, nicht wahr?! hatte man da in freiburg nicht seitens der angeklagten ein „anwesen“, wie es so schön heißt? und auch in frankreich, im hafenstädtchen mèze am mittelmeer? auch da ein anwesen?

es geht um den lebenstil. das wort „anwesen“, das die presse benutzt, soll diesen lebenstil in einem wort fassen.

auf jeden fall scheint es so, dass das ehepaar b. die anwälte so beschickt hat: der herr wolfgang b., der ja als der fälscher gilt, also der künstler, … er hat herrn birkenstock (köln) und herrn rode (freiburg) als anwälte. und die frau helene b. hat herrn gillmeister (freiburg) und frau wirths (köln) als anwälte. das wäre dann jeweils ein köln-freiburger doppelachse von zwei kanzleien.

aber herr birkenstock gab hernach ein großes interview, von mehreren kameras eingefangen.

herr birkenstock ist seit dem kachelmann-prozess sehr populär, er taucht aber immer wieder bei brisanten oder bekannten prozessen auf. er hat eine gewisse position im rechtsgeschehen nun erlangt. und er äußert sich auch gerne.

die anderen nicht?

doch, doch, herr gillmeister gab auch einige einzelinterviews, aber den zentralrahmen im kamera-stern (er)füllte am meisten und am deutlichsten, wohl auch weil am bekanntesten, der rechtsanwalt birkenstock. er schien der hauptredner zu sein.

und das ist der eine anwalt von wolfgang b.

und genau dieser wolfgang b., der angeklagte, war besonders offen und freigesichtig zu den kameras. man verbat sich ja sogar das verpixeln, und es scheint teil der strategie zu sein.

woraus folgerst du das?

aus den worten des anwaltes birkenstock, der sich so ausdrückte, dass zumindest dieser angeklagte, vielleicht ja auch seine frau (bei den anderen beiden scheint es mir nicht so) sehr offen auftreten wollen und sich offengesichtig mit den vorwürfen auseinandersetzen.

wie?

das ist ja noch nicht klar. wird es einlassungen und anfangs ausführungen der angeklagten geben? bekenntnisse? geständnisse? zugaben? eingaben? wird es keine geben? herr birkenstock ließ das offen, bekannte sich aber zur devise, sich offen mit den tatvorwürfen auseinanderzusetzen. das wäre dann die erste grundstrategie.

fishing vor sympathies?

ich denke: ja. es soll so die idee entstehen, kunstfälschung sei nicht so schlimm, dass man sich da schämen müsse. also eine untat von niedrigerem rang … und eine charmante untat, die die menschen mögen könnten, weil man einerseits die kunst des fälschers anerkennen muss, andererseits auch die tatsache, dass reiche menschen oder galerien oder institutionen betrogen wurden. und wenn reiche etwas verlieren, und sei es durch betrug, dann denkt der normale mensch: „na und. es hat doch die richtigen getroffen! die kriegen den hals doch sowieso nicht voll!“

was denkst du?

ich bin doch neutraler prozessbeobachter (mit einigen vorgefassten und vorgeprägten meinungen, wie jeder mensch … auch die, die es nicht wahrhaben wollen) … da halte ich mich heute mal zurück.

vielleicht will man durch besondere offenheit auch alles für einen möglichen deal mit dem gericht vorbereiten.

wer weiß es?

http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm

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Eine LIVE-Zeichnung vom und zum Kölner Kunstfälscherprozess machte KLAUSENS

klau|s|ens, dieser kunstfälscherprozess hat also begonnen.

gewiss, gewiss, der erste tag ist vorbei, aber bis zum nächsten tag muss man sich wohl 3 wochen gedulden.

ach so: es geht gar nicht schlag auf schlag.

ach, da sind noch gutachten, die ausstehen, oder eines. und dann kamen ordner, aus andorra, kontoauszüge, die muss man überhaupt erst noch durchsehen. alles dauert seine zeit. und manchmal treffen die dinge nicht so zeitnah ein, wie sich das die justiz wünscht.

aber der erste prozesstag war doch voll?

gewiss war der voll. vom publikum aber gar nicht so voll. es gab noch freie plätze im saal. die fülle kam mehr von den medien. sie haben da ihre eigenen sitzplatzreihen. die machen schon viel raum aus, im gerichtssaal 7. landgericht köln. luxemburger straße 101 … wo man als zuschauer nicht alles so gut hören kann. leider. schlechte akustik. (hatten die die boxen und mikros überhaupt angeschaltet?)

ist das diese hohe haus?

es ist das verdammt hohe haus, ja, ja. man kann es meilenweit sehen. und dieser baukomplex (staatsanwaltschaft und arbeitsagentur sind ja auch da. und das amtsgericht.) samt garagenhäusern und stellplätzen für alle besucher … also das ist alles doch etwas befremdlich. und ein paar kanzleien gibt es auch dort. mindestens zwei cafés. etc. – kein ort, an dem man lange sein möchte. nicht dem menschen zugedachte funktionsarchitektur, wohl eher kalt am schreibtisch geplant.

aber man kann überall prozesse halten!

gewiss: in wilhelminischen einschüchterungsbauten … und auch in funktionsbauten schrecklichster architektonischer visionen nach dem kriege und später dann noch. das gebäude zum LG köln (eröffnet 1981) ist ein fall für sich. ein extremer architektonischer fall.

und der prozess?

der fand statt: saal 7 – und wir machten eine LIVE-zeichnung, zweitklausens.

nur wir?

ich weiß es nicht. aber ich sah keinen anderen zeichnen.

ach, das ist ungewöhnlich.

ich denke auch: es geht um kunst, es geht um kunstfälschung – aber niemand macht diese kunst dann im zuschauerbereich des gerichtes. ich habe auch keinen manchmal üblichen „gerichtszeichner“ entdecken können.

wie heißt denn unsere LIVE-zeichnung vom 1.9.2011?

diese zeichnung heißt „IST FÄLSCH“. sie entstand zwischen 9:20 uhr etwa … und 10:30 uhr. eigentlich in der zeit, als die staatsanwaltschaft die anklage vorlas.

aha, nicht „falsch“, sondern „fälsch“.

ja, genau so. und gedichte finden sich unter: http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm

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Beim Kölner Kunstfälscherprozess war KLAUSENS

klau|s|ens, du warst beim kunstfälscherprozess? in köln? landgericht? der heute begann?

warst du nicht auch da, zweitklausens?

war ich das?

ich denke doch!

denkst du?

ja, ich denke, dass du eine fälschung von mir bist.

und wenn du eine fälschung von mir bist?

dann sind wir dennoch wahr.

eine fälschung ist also wahr?

ja, aber sie hat einen anderen preis. jedoch: manchmal aber werden fälschungen teurer als die originale.

wird es bei diesen 14 fälschungsfällen im kölner prozess der fall sein?

ich denke: nein. diese fälschungen mögen mal viel wert sein, aber nie so viel, wie die originale, wenn es sie denn gegeben hätte.

wo sind diese denn?

das sind ja alles die details, die wir nun erfahren wollen. bild um bild wollen wir wissen: gab es überhaupt jemals so ein original? wurden nur neue originale erzeugt? wie? wer? wer machte mit? wer kaufte auf? wer war beteiligt? wer absichtlich, wer unabsichtlich? wer hat dennoch profitiert? warum?

der prozess wird alle diese fragen beantworten?

das hoffen wir doch: original und fälschung ist der klassiker schlechthin.

angeklagte sind wolfgang b. (60), seine frau helene b. (53) und otto s. (67), auch jeanette S. (54), schwester von helene b. und einer wohnt wohl in krefeld. in krefeld-oppum … zumindest ist er da gemeldet.

schön. wo KLAUSENS geboren wurde und groß wurde, sind einige große könner. das war immer klar.

sie haben sammlungen erfunden, die es so nie gab. aber es gab die menschen der namen der sammlungen, die sie erfunden haben.

ja, die sammlung jägers: der mann ist tot und liegt begraben zu köln. melaten. ihm dichtete man eine sammlung an. das ist ja auch eine kunst.

sie haben etiketten aufgeklebt, aufkleber, alles sollte echt aussehen.

alles sah echt aus.

dann haben sie die „experten“ genarrt.

haben wir nicht im letzten blog(g)-eintrag von den „experten“ gesprochen?

beim thema kunst wird es auch um „experten“ und „expertisen“ gehen.

wie nett!

eben. die angeklagten geben sich locker, lachen viel und spielen die rolle der posträuber. sie wollen nett wirken, wie freunde, wie nachbarn, wie vereinskameraden, wie kirchenfreundinnen, sodass wir alle sie mögen. das volk mag die betrüger, die nicht brutal sind, aber klug. das volk mag diese menschen, die die reichen über die ohren hauen. mit phantasie!

es werden viele filme so gedreht: nette gangster hauen klug reiche über die ohren, also übers ohr.

wir mögen diese filme.

mögen wir denn auch die wahrheiten dieses prozesses?

das wird sich doch erst noch zeigen.

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