Monatsarchiv: Dezember 2011

Von der immer schlimmeren deutschen Arm-Reich-Schere hört KLAUSENS

klau|s|ens, arm und reich gehen mehr und mehr auseinander.

ja, gerade in deutschland. das einst gelobte deutschland. soziale marktwirtschaft, sozialdemokratie, arbeiterrechte, mitbestimmung. das einst mal eher vorbildliche land. (zumindest sich gerechter gebend als andere länder.)

ein jammer!

ein skandal! GRÜNE UND SPD und kanzler schröder haben es gezielt begonnen, die CDU und die CSU und die FDP haben es gezielt fortgesetzt.

sie alle wollten die schere?

offenbar ja. sie haben immer geredet von „wirtschaftskraft“ und „umbau“ und „agenda“ und „sanierung“ und „effizienz“ und „erfolg“ und „arbeit muss sich wieder lohnen“ und von …

was ist passiert?

genau das, was klar war: sinkende löhne, arme leute, hartz-IV, hilfsarbeiter, schlechte jobs, degradierte menschen und auch: pseudo-arbeitslosenzahlen, die verschleiern, dass die menschen schlechte jobs haben, bei weniger stunden, bei schlechtester bezahlung (so mache ich auch die arbeitslosigkeit weg! 20-h-woche, nur-6-euro-pro-stunde: darüber sagt die statistik des betruges nichts.) … dazu mehr leiharbeit und all das schlimme und böse, was marx schon ahnte und kannte.

ach ja. der gute alte marx.

ich lese heute in der rheinischen post: „Die obersten zehn Prozent der deutschen Einkommensbezieher verdienten 2008 mit 57 300 Euro jährlich etwa achtmal so viel wie die untersten zehn Prozent, wie eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ergab. Deutschland, das vor der Jahrhundertwende noch zu den ausgeglichensten Gesellschaften der OECD gehörte, rutschte damit ins Mittelfeld ab. In Europa hätten nur Finnen und Schweden einen größeren Schub in Richtung Ungleichheit erlebt, hieß es in der Studie. Allerdings gehörten beide Länder noch immer zu den ausgeglichensten in der OECD. Die Untersuchung widerlegt die Annahme, dass Wirtschaftswachstum automatisch allen Bevölkerungsgruppen zugutekommt.“

ich hörte gestern, von herrn gabriel, SPD-chef, die SPD, das sei nun MITTELINKS. MITTE … LINKS.

dann schau doch mal was auf unserem kunstwerk-sprach-schaubild links steht. wenn sich alles umdeutet, können sich auch die beziehungen LINKS und RECHTS umdeuten. die worte sagen immer weniger. (und zugleich mehr!)

übrigens: es öffnet sich auch eine weitere schere zwischen arm und reich.

welche?

die zwischen „reich an erkenntnis“ und „arm an erkenntnis“.

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LIVE zur International Telekom Beethoven Competition Bonn dichtet KLAUSENS

klau|s|ens, ich höre: competition?

ja, ja, das ist doch englisch.

wofür?

für wettbewerb.

ein klavierwettbewerb?

ein sehr gut dotierter und damit ein weltweit sehr bedeutender.

von der TELEKOM?

sie kann ja nicht nur in basketball-sponsoring machen. oder fußball. sie muss sich breit aufstellen. es geht immer ums image.

aha: und beethoven kommt immer gut. für’s image.

sie machen es auch in ihrer eigenen hauptverwaltung. erst am schluss geht man in die beethovenhalle bonn. dann kommt das beethoven-orchester dazu. es lohnt sich:
1. preis: 30.000 EURO
2. preis: 20.000 EURO
3. preis: 10.000 EURO

oh, wie schön.

aber sie müssen hart schwitzen. klavier ist härteste arbeit, training seit jüngster jugend. du musst alle stücke auswendig können. und trainiert haben. und wenn du ins finale kommst, dann hast du ja vorher schon die vorrunde und das seminfinale überstanden, wo ja jeweils anderes repertoire verlangt wird.

und du hast LIVE gedichtet?

wir, zweitklausens. wir sind doch immer zusammen. wir haben diesen wettbewerb schon zuvor aufgesucht, und jetzt haben wir zu einer russischen pianistin gedichtet, die dann auch gestern in die 2. runde kam. 28 traten an, am 2.12./3.12./4.12 – danach dann die reduktion der teilnehmer. (erste runde = 24, zweite runde = 12, seminfinale mit kammerorchester = 6, finale mit beethovenorchester = 3 spieler/innen.)

wer? wer bekam deine LIVE-gedichte zugeeignet, also unsere?

der name ist besonders schwer. (aber das sollte uns ja nicht davor abschrecken, LIVE über sie und bei ihrem vortrag zu dichten.)

na?

sie heißt varvara nepomnyashchaya, ist aus russland, wohnt aktuell in deutschland.

oh, das ist für unsere ohren nicht leicht. varvara ist gut, aber der nachname fällt mir doch schwer.

aber sie spielte so ausgezeichnet, dass sie in die zweite runde kam. außerdem hatte sie etwas schlichtes. sie war nicht so fein aufgebrezelt wie andere. einfache kleidung. vielleicht fehlt ihr dazu, zum aufbrezeln, (noch) das geld. nicht alle pianisten und -innen kommen aus besten häusern. es gibt auch welche, die sich von den unteren schichten nach oben spielen.

dann dichtest du LIVE, nur um bestimmte menschen zu unterstützen?

nein, nein, es hat sich so ergeben. siehe hier sind die gedichte: LINK zu varvara. – und hier sind ältere gedichte, z.b. zum wettbewerb von 2009: LINK.

aha, aha, es scheint fast so, als würdest zum hofdichter dieses wettbewerbs werden.

wir beide! vielleicht ist es auch nur, weil wir einerseits das können dieser pianisten und pianistinnen bewundern …

… und? andererseits?

… und ich mich andererseits frage, warum sie sich über jahre so quälen. (und später geht es ja auch ums ewige auftreten in diesem speziellen milieu, was sich für klavierkonzerte aller art begeistern lässt, mit orchester, ohne orchester.)

ja, man muss auch das publikum mögen. eher älter als eher jünger, eher gediegen als eher frech, eher gut situiert als eher schelcht situiert.

die „klassiker“. – vielleicht wollte ich auch nur ins publikum eine etwas andere note bringen. durch die anwesenheit als live-dichtender.

schön, dieses sprachspiel: note!

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Die neuen Violett-Sonstwie-Farben der SPD auf dem Parteitag sieht KLAUSENS

klau|s|ens, ist die SPD nicht mehr rot?

ich weiß nicht: war sie es denn jemals?

aber sie haben doch das roto logo.

das haben sie doch immer noch.

stimmt das?

ja, ja, soweit ich weiß.

aber der parteitag ist anders.

welcher?

der in berlin jetzt, 4.12. bis 6.12.2011.

was ist anders?

im hintergrund ist alles lila und violett und kirschrot und so. alles gedämpfte, warme farben, warme töne.

aha.

sie wollen weg von dem nur-rot.

wieso?

es gibt ja die linke. DIE LINKE!

ach so. konkurrenz!

außerdem gibt es das GRÜN der GRÜNEN oder das neue BRAUN der PIRATEN. die CDU hat ja auch ROT, der schriftzug. die FDP ist GELB und BLAU.

das weiß ich doch.

ich meine doch nur.

was meinst du?

man muss schauen, wie sie sich inszenieren.

wer?

diese parteien.

die SPD geht nun auf warme töne, wo violett und lila und kirschrot irgendwie und sonstwie dabei sind.

sie wollen wärme geben.

und etwas weibliche behaglichkeit.

und sie wollen auch von den farben her mehr in die mitte gehen.

wie denn?

sie wollen sagen: wir sind nicht rot, sondern wir sind die partei der geborgenheit.

ja, ja, das wollen sie wohl sagen: „uns kann man wählen. wir sind rot bis violett bis braun. wir sind behaglich. wir sind die mitte.“ das wollen sie wohl sagen. „frauen können uns erst recht wählen!“

ja, so kann es sein.

man muss die dinge immer genau beobachten.

ich weiß.

man muss schauen, wie die sich inszenieren. die parteien.

wie denn?

eben so, wie wir sagten. es geht ja um die nächste wahl: die SPD ist nicht rot, sondern die partei des gut geheizten haushaltes, wo frauen mit kuchen und blumen und emanzipation für die gewisse note sorgen.

das will man sein. die gewisse partei mit der gewissen note, aber doch für alle wählbar.

eben. und die NPD wollen sie verbieten.

welche farben hat die NPD?

ich denke: schwarz, weiß, rot. aus – aus deren sicht – „deutschen“ guten gründen.

was meint „aus guten gründen“? verbieten? oder die farben? worauf beziehst du dich?

ach, auf alles. die SPD stellt sich auf und die farben im hintergrund des parteitages gehören dazu. (die NPD soll verboten werden, haben sie heute auch beschlossen. bei der SPD.)

alles gehört dazu.

politik ist/sind ja immer mehr immer weniger die inhalte, und immer mehr die optik der inszenierung.

das ist die erkenntnis der klugen. daran kann keiner vorbei. mit farben fängt man mäuse.

und auch käse!

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Mit Teil 2 der Geschenkidee meldet sich KLAUSENS

klau|s|ens, was wolltest du noch hinzufügen? als geschenkidee?

nichts.

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Allüberall „Geschenkidee“ hört und liest und sieht KLAUSENS

klau|s|ens, es ist wieder so weit.

ja, das unwort des jahres ist wieder da. das unwort eines jeden jahres.

geschenkidee!

sicher, sicher, überall: geschenkidee.

jeder „pfurz“ ist eine geschenkidee.

jeder unsinn, jedes teil: alles ist eine geschenkidee.

so hören wir es.

so lesen wir es.

und so kommt es uns in film- und bildbotschaften entgegen.

alle leute rennen im dezember durch die geschäfte deutschlands und suchen eine „geschenkidee“.

sie laufen und laufen, weil die ideen ja überall feilgeboten sind.

so kann man keiner geschenkidee entfliehen.

auch menschen, die keinerlei ideen haben, werden eines dann doch haben … müssen: eine geschenkidee.

man nehme das billigste shampoo und das schlechteste parfüm und haue einen billigen preis drauf … und schon ist eine „geschenkidee“ da.

man nehme dieses und jenes … und drucke es auf einen gutschein … von „wellness“ bis „kostenlose autowäsche“ …

… und schon ist die geschenkidee da.

wir verschenken alles, was man verschenken kann.

wichtig ist: wir sollen kaufen!

die idee der geschenkidee  ist der kauf – nicht das geschenk, nur der kauf!

dieser kauf aber lässt unsere wirtschaft florieren.

das ganze wird dann zum „weihnachtsgeschäft“, welches wichtige „impulse“ liefert. für die wirtschaft. für den wohlstand.

könnte man nicht impulse als geschenkidee einkaufen? also impulse verschenken?

nein, das geht leider nicht.

wieso?

impulse sind nicht im eigentlichen sinne produziert worden. wir brauchen waren und dienstleistungen, die auf einem realen markt gemacht wurden und auch erworben werden können. nur so kann die wirtschaft durch weihnachten einen wichtigen aufschwung erfahren.

wer sich also der geschenkidee verschließt, der verschließt sich der wirtschaft und dem wohlstand der nation?

ja, das ist so. alle geschenk-idee-verweigerer haben schon einen ersten touch vom terrorismus an sich.

man sollte diese leute also prophylaktisch verhaften?

die geschenkidee-verweigerer? das macht nur sinn, wenn die verhaftung selbst wieder einen ökonomischen mehrwert erbringt. die dinge sind sehr kompliziert.

ich merke das.

na, also: dann ziehet los und kaufet! die welt wird an eurem konsum glücklich werden! besonders diejenigen, die euch die produkte verkaufen!

stimmt das denn? schau dir doch mal die gesichter in der weihnachtszeit an? in einer fußgängerzone? ist da glück?

ich sprach von den verkäufern.

aber die sind doch auch als käufer unterwegs. der geschäftsführer eines media-marktes braucht doch selber dann auch noch eine geschenkidee für seine frau.

er könnte ihr doch shampoo und parfüm schenken – ein besonders billiges parfüm.

und ein besonders ekeliges!

er liebt die idee einer „geschenkidee“ wohl mehr als seine frau.

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