Tagesarchiv: Juni 14, 2008

Betrachtung und Kritik der COLOGNE WORSHIP NIGHT von KLAUSENS

klau|s|ens, du bist christ?

nein, wahrscheinlich nicht, aber doch christlich, vom christentum geprägt.

gibt es einen gott?

ich glaube, im traditionellen verständnis nicht.

aha! – wie denn?

ich denke, wenn man gott als „das unverstandene“ nimmt, dann gibt es ihn. oder „das unerklärliche“, oder auch „das wunderbare“, weil der kleine mensch vieles nicht versteht … usw.

warum warst du dann bei dieser „cologne worship night“?

weil ich wissen, wollte, was die welt bewegt. (das will ich doch immer!)

und was bewegt sie?

offenbar neue strömungen in der gottesanbetung bei den christen.

was geschah?

es gab rockmusik, balladen, soul, gospel, chris-de-burgh-verschnitt, atmosphäre wie bei PUR oder GRÖNEMEYER, wild-tanzende, wild-frohe leute … alles das. aufregend! besinnlich! ergreifend!

hast du mitgesungen?

aber klar doch! – ich habe nicht gegen GOTT, wenn man ihn uns nicht aufzwängt. – außerdem: ich singe gern.

was ist denn die idee?

sie sagen „GOTT FEIERN!“ – und wenn man GOTT feiert, also einfach das leben feiert oder das schöne feiert, dann schadet es doch keinem (… sage ich jetzt).

dann singst du als atheist mit?

ich bin pantheist – oder universalist – oder etwas dazwischen. so sind wir doch alle.

was gefiel dir nicht?

mir gefiel nicht, dass es dann immer zur missionierung kommen muss. es gab da so lange szenen der massenbeschwörung, wo wir dann alle „lauter als bei jedem rockkonzert“ (interessant!) sein sollten. wir mussten dann „JESUS“ rufen, ganz laut.

war es schön?

aber ja: laut schreien, laut rufen – das ist doch immer schön. es befreit, es gibt kraft. aber dann kamen diese szenen.

welche?

… wo leute bekehrt werden sollten. es sollten sich die melden, die nach einem gebet an gott wieder die freundschaft mit jemandem reparieren konnten, es sollten sich die melden, die nach einer krankheit und einem gebet wieder gesund geworden sind

und? weiter?

es gingen immer mehr arme hoch – ein ziemlich billliger trick. massenverführung ist bei rockkonzerten und religionen doch wieder ähnlich, zumindest bei dieser worship-religion …

was geschah?

… immer meher arme gingen hoch und dann sagte der (aus london angereiste) rockmusikende „zelebrator“ (wie ich ihn nenne), jetzt sollten sich auch alle noch ungläubigen oder zweifelnden überlegen, ob sie nicht dazugehören wollen, wo doch GOTT schon so vielen menschen hier im saal geholfen habe … – du kannst es dir denken.

ja, ja, ich kann. und dann waren wieder ein paar bekehrt?

sicher, sicher, oder sie redeten es sich ein. – es geht ja nichts über die kraft der bewegten masse. das gilt für rockkonzerte, das gilt für religion, das gilt für politik. hitler hat mit der kraft der masse gespielt – und gestern war die kraft der masse eben JESUS oder GOTT oder LORD oder KING, der in uns ist. oder unter uns. der angeblich „lebt“. alle diese konstrukte menschlicher gedanken eben.
hmm, das hört sich alles befremdlich an.

also DAS fand ich befremdlich. zumal: die erdbebenopfer in china oder die wassersturmopfer in birma/burma/myanmar: die konnten alle keine hand heben. und da haben bestimmt massig menschen zu einem GOTT gebetet, der ihnen dann NICHT geholfen hat.

du meinst nach AUSCHWITZ kann es keinen GOTT geben?

doch, doch: aber nur GOTT als „das unerklärliche“, ich sagte es doch schon – aber nicht GOTT als RETTER. man kann sich die RETTUNG einreden, aber bei vielen menschen hilft auch das einreden nichts, wenn der krebs sie besiegt. oder das verbrechen. oder die katastrophe. oder der krieg. – aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen. (die leute sollen glauben, was sie wollen. aber sie sollen nicht immer manisch bekerhren müssen!)

wie fandest du die leute?

alle waren sehr nett, sehr geordnet, sehr anständig – und konnten dann doch wild aus sich herausgehen. kein alkoholmissbrauch. – also: da war JESUS gut aktiv, und das hat mir ehrlich gefallen. ich lass‘ mich ja auch ein, stehe nicht ‚rum – sondern ich mache einfach mal mit.

du bist also von der WORSHIP-idee einzufangen?

nein, nein, im sinne von „du-musst-aber-auch-an-gott-glauben“ nicht !!! – aber ich singe gerne mit, ich „worshippe“ gerne – weil es schön ist, freudig zu sein. … aber so wäre es bei einem rockkonzert mit positiver grundstimmung ja auch.

war es kein rockkonzert, gestern?

doch, doch, mit diesen gästen aus england, diesem matt redman, und hillsong london, … und noch dem deutschen lothar kosse. die stimmung war gut. alles fein. ich habe viel gesungen. toll.

na also!

ja, ja, wenn eben nur dieses missionarische nicht wäe. diese idee: man muss übertreten zu GOTT. und dann wieder dieses geld sammeln. man wollte, dass man jahrespate für kinder in afrika wird, in den slums. – das ist ja schön. aber alle machen „auf afrika“. (auch die normalen rockmusiker wie BAP und bob geldof) … und ohne dieses afrika geht es wohl heutzutage auch nicht mehr.

aber das domradio war doch dabei? indirekt der papst also!

das spricht dafür, dass die katholische kirche das stützt – das stimmt. es sind neue wege der spiritualität.

warum nur?

weil die menschen sich in den klassischen deutschen gottesdiensten zu tode lagweilen – und dann kommen evangelisten von überall her und machen die religion anders.

wie?

diese richtung gestern, die wirkte sehr frei, weil es auch kleidungsmäßig und so … nicht so weiß und sauber und brav war, wie z.b. dieses „misssionswerk karlsruhe“, welches ich immer (befremdet!) im fernsehen sehe.
dieses bürgertum im sonntagskleid. – nein, gestern war es anders.
klau|s|ens, du machst dir aber viel gedanken, wenn du doch zugleich nicht an DEN gott glaubst.

glauben nicht alle menschen am ende an ihren eigenen gott – besonders dann, wenn es ihnen dreckig geht, dann wird EIN GOTT herbeigezaubert.

ist das schlimm?

nein, nein, wenn es so wie gestern war – dann ist es nicht schlimm. dann wird es vielen gestrandeten der welt helfen. ich sehe das als therapie. wir singen zusammen, preisen den GOTT, wer-immer-er-sei … oder sie? – oder es? – und genau darin fühlen wir uns besser.

und sowas wäre dann …?

… das wäre dann einfach eine positive haltung zum leben – und das wäre mir schon religion genug. ich bin auch breit LORD und KING und JESUS und THRON und KÖNIGREICH und alles das zu singen, wenn man sich nachher besser fühlt.

nur?

dieser ganze „ideologische schnickschnack“ der dann dazu kommt, und wieder dieses sich berufen auf die bibel, diese ganzen dogmatismen – das müsste alles weg.

also nur singen und „rejoycen“?

ja, so stelle ich mir das vor: lebensfreude, mitmenschlichkeit, gruppe, nähe, hilfe für die schwachen – aber ohne jedes zusätzlich dogmatische wort.

eine religion ohne wort? in abgrenzung von „religion ohne gott“?

ja, ja, so ungefähr.

und warum schriebst du dann ein gedicht?

… weil wir menschen so schrecklich widerprüchlich sind (GOTT ist ja auch eine fiktion bzw. projektion des menschen angesichts seiner hilflosigkeit).

aha – und wie lautet dein gedicht?

es ist eines der welt-kürzesten:

1. Christlich-Klausensisches Gedicht
(REALGEDICHT)

JESUS!!!

Coypright Klau|s|ens in allen Schraibweisen und Schreibweisen, u.a. als Klau&s&ens oder Klau“s“ens oder Klau’s’ens, am 13.6.2008, in Köln-Mülheim, E-Werk, Schanzenstraße, LIVE, bei der „Cologne Worship Night“ mit Lothar Kosse, Matt Redmann, Hillsong London

ich verstehe es nicht!

es ist ein REALGEDICHT. (siehe dazu: http://www.klausens.com/realgedichte.htm) also: die texte zum singen wurden immer eingeblendet. (teil der worship-idee!) – da gab es extra leute mit LAPTOP und BEAMER, die die texte dann projezierten.

und weiter?

… und bei einem lied … da hatte der junge mann gar keinen text, da ging es dann in diese „predigtphase“ über. in die „bekehrung“. da hatte der nur „JESUS!!!“ auf seinem LAPTOP (siehe foto unten rechts, klein, unscharf, aber imaginierbar). – und dieses JESUS mit 3 AUSRUFEZEICHEN von diesem LAPTOP, der ja wiederum in aller technik die moderne dieser art von worship-religion kenn- und bezeichnet – das ist für mich der kern meines …
1. christlich-klausensischen religionsgedichtes, zweitklausens.

danke, klau|s|ens, „praise the LORD!“

warum nicht mich selbst, uns selbst, die dichter der welt, die schreiber, die autoren und autorinnen, das wort, die herrlichkeit, den könig, die königin, meine königin, das licht, die herrlichkeit, das leben, die ewigkeit, alles ???

ich finde, klau|s|ens und zweitklausens = klausens als „weltdichter der wettgöttlichkeit“ zu preisen … das würde uns beiden schon reichen.

http://www.klausens.com/