Bei der ARCANDOR-Jahreshauptversammlung ist auch Dichter KLAUSENS

klau|s|ens, was soll ein dichter bei der jahreshauptversammlung?

dichten!

das hast du getan?

aber sicher: gemäß meiner / unserer theorie des LIVE-dichtens: http://www.klausens.com/live-dichten-the… war es geradezu zwingend, sich auch in der wirtschaft umzutun.

du hast also die ganze sitzung begleitet?

aber ja: von beginn an, ab 10,00 uhr … bis zum bitteren ende, um 22.15 uhr. komplett!

die ganze zeit?

ja, es war eine selbstprüfung besonderer art, zumal der saal des morgens an die 1000 aktionäre als besucher gehabt haben soll, abends aber nur noch circa 60 aktionäre beinhaltete. weniger aktionärsvertreter also, als – der auch da seiende – vorstand (5) und aufsichtsrat (19) und notar (1) und security und technik und service und catering und der „wortmeldetisch“ … und alles das zusammen.

du liebst das kapital?

nach dieser veranstaltung habe ich das kapital noch mehr verabscheuen gelernt. am ende gab es stimmergebnisse von 99% bis 98 %, gigantisch russisch-sowjetisch-chinesische zahlen. selbst ein so umstrittener mensch wie thomas middelhoff (ex-vorstand, bis februar 2009, bewusst nicht anwesend, da er u.a. als „plaudertasche“ und „schönredner“ bezeichnet wurde, von einigen aktionären. er gilt als einer der verantwortlichen ruinierer von KARSTADT und allem anderen, was zu ARCANDOR gehört) kam bei der „entlastung“ auf 98,76 %.

wirklich?

ja, das ist ein besserer scherz! auch der herr zumwinkel (ex-post und hier ex im aufsichtsrat) wurde mit 98,83 % entlastet. und das zudem bei der „performance“ von ARCANDOR. nicht nur aus wirtschaftlicher sicht, sondern auch aus der dividenden-sicht der aktionäre. da wurde doppelt versagt, könnte man sagen!

wie kommen solche scherze bzw. solche schlechten scherze zustande?

das kapital regiert – in einer aktiengesellschaft natürlich ganz deutlich und ganz besonders. je mehr aktien, je mehr stimmen. und wenn sich die großen kapitalseigner einig sind, dann ist alles andere nur schauspiel.

und so war es gestern auch?

aber ja. sie wussten vorher, was nachher rauskommt.

und dennoch gibt es die hauptversammlungen?

es muss ja einen ort und einen moment geben, um diese stimmen dann zu erbringen. gestern wurden z.B. friedrich carl janssen von der bekannten privatbank sal. oppenheim (ja, die mit dem esch-fond zusammen einige geschäfte …) zu köln (nein, jetzt ja clever aus luxemburg … und köln) … und rechtsanwalt lüer aus köln in den aufsichtsrat eingewählt. das muss ja alles passieren. wie bei einem verein. das braucht einen rahmen.

dann ist alles sinnlos? es gibt für den kleineren aktionär keine rechte? keine chancen? keinen zugriff?

teils, teils. das deutsche aktienrecht bietet den aktionären viele rechte, die dann die bekannten und gefürchteten „kleinaktionäre“ bisweilen erbarmungslos ausüben, um den konzern-vorstand und den aufsichstrat zu quälen … und zugleich wahrheiten ans licht zu befördern.

kleinaktionär? bedeutet das 1 aktie?

1 aktie lag heute morgen bei eröffnung der börse bei 1,39 EURO. 1 aktie ist bei ARCANDOR also weniger wert als eine nationale tageszeitung: 1,37 EURO!!! eine kleine aktie. bei AUDI ist eine aktie mehrere hundert EURO wert. es hat eben auch mit der art der ausgabe der aktien dereinst zu tun.

und wieviel hat der kleinaktionär? an aktienbesitz? 1,37?

aber hallo! – bei rund 170 millionen grundkapital bei ARCANDOR wärest du mit 1 Millionen EURO aktienbesitz locker ein „kleinaktionär“.

was fragen kleinaktionäre dann?

ja, die stellen teils sehr brisante fragen – und dann schaut immer der notar zu, ob auch alles nach dem recht läuft, während der konzern ARCANDOR ein back-office von 50 leuten hat, während der sitzung (die übrigens rund 800.000 euro kostet, diese jahreshauptversammlung) … samt extra engagierter rechtsanwaltskanzlei bzw. sozietät, die dann zusammen eifrig alle fragen im hintergund beantworten.

richtig?

das ist eben die frage. die kleinaktionäre rufen dann bisweilen laut und erregt „NICHT BEANTWORTET!“ und „NEHMEN SIE DAS ZU PROTOKOLL!“, damit auf diese weise druck ausgeübt wird.

findest du das richtig?

aber ja. ich hatte gestern mehr denn je die überzeugung, dass das kapital ein geheimbund ist, der nur zu einem kleinen teil öffentlich agiert. aber in wirklichkeit blickt keiner durch, hinter alle diese verschachtelungen und verbündelungen von anteilen, beteiligungen, pfändungen, limiteds, GmbH & Co. KGs, tranches, abgleichungen, cash flows, EBITs und EBIT-DAs … und was es alles gibt. es widert einen an.

und diese klein-aktionäre?

einer heißt auch so „klein“, genauer: manfred klein. er war gestern auch da. einer der gefürchtetsten, weil einer der das aktienrecht sehr gut kennenden und nutzenden. zudem macht er ein aktionstheater aus seiner performance, weshalb dann wiederum andere aktionäre sich über diese minutenlangen vorführungen beklagen. er ist anstrengend und enthüllend gut zugleich, der herr klein als kleinaktionär. ein kunstwerk! eine soziale plastik!

dann ist alles ein schauspiel, mit ein bisschen wahrheit?

anders: die abstimmungen sind vorher vom kapital abgeklärt worden. im hinterzimmer, im garten, in einem lokal, im konferenzraum …. wo auch immer.

und dann?

dann kommt die versammlung – und das ist öffentlichkeit.

was macht die öffentlichkeit?

die bewertet den konzern. das sind artikel in den wichtigen kapital-fachzeitschriften bis hin zu tageszeitungen wie „Süddeutsche“, F.A.Z., Financial Times, etc.

und wer noch?

natürlich die ganzen „analysten“. die schauen sich sowas auch ja alles an. und die nagenden fragen bestimmter „kleinaktionäre“ sind eigentlich nur eine art recherche für alle diese analysten und wissenden. es muss also mit den mitteln des aktienrechts und dem darin festgelegten recht, auf der jahreshauptversammlung zu fragen, wissen erarbeitet werden, was zur bewertung des konzerns dient.

aha! also hat doch alles einen sinn!

sicher, im sinne einer demokratischen öffentlichkeit ist alles über ARCANDOR und andere konzerne wichtig. alles. (ich denke, dass viele der kleinaktionäre auch gezielt – und bezahlt – für andere leute zuarbeiten. zudem gibt es ja gruppierungen wie „kritische aktionäre“ und „deutsche schutzvereinigung für wertpapierbesitz“, die offiziell für diese zwecke existieren.)

was denn z.B. war wichtig, obwohl es unwichtig scheinen könnte?

so wurde gefragt, ob der aufsichtsratsvorsitzende friedrich carl janssen und der nagelneue vorstandvorsitzende dr. karl-gerhard eick nebeneinander wohnen, also quasi nachbarn sind.

und?

es scheint so zu sein, dass beide in köln sehr nah nebeneinander wohnen.

aha: und dann hat der janssen gesagt: „hey, karl-gerhard, komm doch von der TELEKOM zu uns!“

eben – das sind mögliche modelle. und der herr eick sagte vielleicht: „ich käme ja, wenn du mir bestimmte garantien gibst.“

und dann?

dann fragen die aktionäre gestern, warum sich herr dr. eick auf so einen „schleuderstuhl“ setzt, angesichts der misslichen lage von ARACNDOR. und schon beginnt sherlock holmes zu kombinieren – und diese erkenntnisse wirken sich auf die bewertung von ARCANDOR aus, was sich wiederum auf die aktienbewegungen auswirkt. dann gibt es rating-agenturen … und vieles mehr.

ist die so? die lage? von ARCANDOR? misslich?

dazu fehlt mir das fachwissen. aber die berichte und kommentare geben dazu anlass, zu vermuten, dass die „refinanzierung“ überaus ernst genommen werden muss.

du drückst dich so vorsichtig aus!

ich lerne beständig dazu – und die anwälte der großen konzerne sind ja kohorten des prüfens und checkens und kontrollierens und … klagens.

willst du nicht beklagt werden?

nur wenn es meinem ruhm nützt … und ich nicht finanziell ruiniert werde. nur dann.

dann halte dich bei ARCANDOR lieber zurück.

nein, nein, ich nutze eben nur die waffen der kunst für die bewertung des kapitals und seiner schachzüge.

was tatest du, klau|s|ens?

wir, zweitklausens, wir!

was taten wir?

wir haben LIVE gedichtet, über 40 gedichte – und so wird die welt wissen, was man von manchen dingen zu halten hat.

wo wirst du sie aufschreiben?

http://www.klausens.com/aktionaersgedich…

und hast du ein seriello?

ja, ja, von diesem herrn janssen, der ja von der bank sal. oppenheim ist, „privat haftender gesellschafter“. das seriello nenne ich: http://www.klausens.com/seriello-aufsich…

und ein gedicht?

eines vorab?

gern!

nun gut:

ERMESSUNGSTANTIEME

Es käme darauf an
Zu klären, was wir
Gedenken zu tun,
Um die Mehrung
Des Geldbetrages
Für die Zielerreichung
Des Vergütungsberichts
Dir, mein Freund, noch
Zusätzlich zukommen
Zu lassen, und auch noch
Zu geben, natürlich!

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau$s$ens oder Klau€s€ens oder Klau&s&ens, LIVE geschrieben, am 18.3.2009, bei der Jahreshauptversammlung von ARCANDOR, in Düsseldorf, in der Stadthalle, im CCD, Congress Center Düsseldorf, Rotterdamer Straße 141, 40474 Düsseldorf, gegen 10.40 Uhr. Friedrich Carl Janssen, Aufsichtsratsvorsitzender und Sitzungsleiter redet über die Vergütungen, die gezahlt werden und wurden. Ein überaus komplexes Thema von „fester Vergütung“ und „variablem Bonus“ und „dividendenabhängiger Vergütung“ und „Sondervergütung“ und „Beiträgen zur Altersversorgung“ und „Nebenleistungen“. Ex-Vorstand Thomas Middelhoff soll überaus vieles davon bekommen haben. Im letzten Jahr ganz besonders.

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

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