Tagesarchiv: April 18, 2009

Bei Bonner BDA-Veranstaltung und der Kunst ist KLAUSENS – www.klausens.com

klau|s|ens, ist der BDA nicht der Bund Deutscher Architekten?

richtig!

und der macht veranstaltungen?

aber ja doch – unlängst im bonner universitätsclub in der konviktstraße. (am 15.4.2009)

und was war da?

da war der herr stefan schmitz, städteplaner, architekt, und seines zeichens vorsitzender des kölner BDA zu gast beim bonner BDA (vorsitzender ist joachim klose, er moderierte auch), um seinen siegerentwurf vorzustellen.

wo hat er denn gesiegt?

sein städtebaulicher entwurf für den bereich bahnhof, bahnhofsvorplatz … in bonn … wurde bereits prämiert. und nun stellte er seine ideen für den BDA nochmals vor.

was fiel dir auf?

architektur für große flächen, die stadtplanerisch zu entwickeln sind, ist immer ein gedachter entwurf. aber sie ist nicht bindend. alles wird noch anders werden. im verlauf der jahre. es gibt absprachen, änderungen, neue versionen, abspeckungen, verzerrungen – der architekt muss sich dann oft den fiesen realitäten anpassen.

was ist denn bindend?

das geld, das kapital, die immobilienbesitzer, deren immobilien, deren wunsch nach mehr kapital, dazu die ganzen spieler in der stadtverwaltung, in den verbänden, in der öffentlichkeit, in den parteien … und auch bei den architekten.

aha. bonn wird also schön!

bonn könnte etwas schöner werden, wenn die südüberbauung am bahnhof wegkommen würde, aber die gehört eben leuten, die nun wissen, dass sie weg soll, und die nun wissen, dass sie geld machen können, und dann findet sich der investor, der fast alle diese besitzer versammelt oder auskauft, und dann tritt der an die stadt, und so weiter, und so fort. preise treiben! das ist das spiel!

es siegt also im leben und im städtebau nicht „das beste“?

das beste kann und wird es nie geben, sondern immer nur einen kompromiss, mit dem man halbwegs leben kann.

und dieser stefan schmitz und sein büro?

die werden nun in diesen mühlen zerrieben, weil der entwurf zerrieben wird, weil nichts so kommt, wie es kommen könnte, weil eben alle interessen …. usw. usf.

ich verstehe, ich verstehe: ein minenfeld.

sicher – aber so ist das leben. stefan schmitz bleibt immer ruhig und sachlich. so kann er sich durchsetzen.

ist er der große künstler?

ich denke, er ist eher ein kluger diener und macher – und die wilden dinge überlässt er den wilden architekten. mit wildheit kommt man in bonn nicht voran. es wurden die entwürfe bevorzugt, die schlicht waren … und die nicht selber durch großartig neues und großartig neue bauten die wirkung des bahnhofes zum beispiel dann überlagern wollten. aber das sind lange diskussionen, die extra zu führen wären. hier ist nicht der platz.

und nun?

sie zeigen pläne und schaubilder und modelle. alles sieht immer schön aus. es gibt ja viele techniken, die dinge schön aussehen zu lassen.

stört dich das?

nein, auch das ist menschlich. mich stört nur, wenn sie die ganze zeit von oben auf die gebäude schauen, wie auf eine playmobillandschaft, aber man nie sieht, wie sich die dinge aus der perspektive des menschen gestalten, der unten an diesen gebäudekomplexen entlanggehen wird. oder dort gar leben soll.

ja, sie spielen aus der luft heraus. sie haben dann ein besonderes gefühl.

vielleicht liebte hitler deshalb die architektonischen spielereien mit speer. du schaust als herrscher von oben auf die pläne; und erst wenn alles fertig ist, begreifen die menschen, wie grauslich es ist.

könnte es so in bonn auch werden?

ich weiß es nicht. ich sah nur diese pläne und projektionen, und ich ärgerte mich, dass man alles aus der vogelperspektive diskutiert. (bisweilen auch seitensicht / schnitt.) so wird alles doch verzerrt. die realität von unten, vom bürgersteig aus … ist eine andere „sicht“. nachher sind die menschen böse über die gebäude und schreiben lange leserbriefe.

ist das schlimm?

ja, denn die gebäude stehen dann für jahrzehnte, wie diese grässliche südüberbauung, die nun weg soll. auch so ein problem. eine „baulast“. ich hasse diese ewige vogelperspketive der pläne und modelle.

was ist weiter zu tun?

ich kann nicht die geschicke von bonn lenken, aber bei der veranstaltung fiel auf, wie viel man lernen kann, wenn man den leuten aus dem publikum zuhört. die wissen von treppenbreiten und laufmengenzahlen (passanten pro stunde pro straße), fehlenden aufzügen. die durchschauen schon im vorfeld fehler und mängel. das ist großartig. man sollte viel mehr anhörungen machen und nur zuhören, was die normalen bürger und die besonders gebildeten bürger und natürlich die anderen bonner archtitekten … und wer auch immer zu sagen haben/hat.

tat schmitz das nicht?

doch, doch, er war ruhig und besonnen und hörte zu und sagte bisweilen: „das nehme ich mal mit!“, was heißen sollte: „diese anregung nehme ich auf – ich werde zumindest mit meinem team darüber nachdenken.“

na also!

man muss das positive ja auch betonen. aber warten wir es doch ab!

was willst du?

ich will, dass man aus dem bahnhof tritt und dann nicht auf eine straße fällt. ich will aus dem bahnhof herauskommen, und dann einen platz haben, um mich zu finden.

also nicht wie jetzt!

genau! ich will mehr raum – aber nach den plänen ist zu befürchten, dass alles so eng bleibt, zumal auch keine parkplätze zum „drop and go“ vorgesehen sind, zumindest nicht auf der vorderseite des bahnhofes. damit können bahnhofsfunktionen gar nicht wahrgenommen werden.

dann hat der entwurf also mängel!

ich denke ja – aber er kann auch nichts dafür, weil der raum eng ist. ohne südüberbauung wird es etwas besser … aber dennoch: die straße als zu nahe vorm bahnhof bleibt.

was wolltest du tun?

ich würde wollen … ich wollte die straße vom hauptbahnhofeingang nach unten legen, unter die erde.

aber?

da ist schon alles voll, da kann man nichts mehr tieferlegen, wegen u-bahn und bahnhof-unterbereich – es ist grauslich, das alles.

dann wird es also eng bleiben – und wenig großstädtisch?

das ist alles zu befürchten, auch wenn die „stadtkante“ zum bahnhof entlang historischer muster wieder hergestellt werden wird und soll. selbst dann. historisch war ja nicht immer nur wunderbar.

ich sehe, dass bonn sich noch jahre damit beschäftigen wird.

gewiss. sie müssen erst einmal die sübüberbauung in ihre hände bekommen. die investoren aber wollen den preis hochtreiben, von allem – und am ende bliebe nur eine enteignung. und das trauen sich politiker selten. zumal die gründe gut sein müssen, um damit rechtlich durchzukommen.

und du?

ich sehe nur die enteignung als einzige möglichkeit.

und weiter?

weiter? ich bin mehr der künstler und denker und beobachter als der strippenzieher der 10.000 ermüdenden sitzungen. mir fiel auf, dass man aus den plänen und projektionen auch kunstwerke machen kann, nicht nur architektur. denn diese pläne sind farbfelder, und aus diesen farbfeldern lässt sich etwas gestalten.

das hast du gemacht.

ja, denn kreativität ist eine weites feld, und das scheint oft im sachlichen des architekturgeschäftes zu kurz zu kommen. ich habe also eine neue kunstrichtung erfunden: „planierungen“. http://www.klausens.com/klausens-architektenkunst-planierungen.htm dabei nehme ich modelle, pläne und schaubilder von architekten und verändere diese zu einem neuen, eigenständigen kunstwerk.

und gedichte über orte, plätze, städte, etc. http://www.klausens.com/gedichte-ueber-o… machst du ja jetzt offenbar auch!

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