Tagesarchiv: April 24, 2009

Bei „Frau Höpker bittet zum Gesang“ war KLAUSENS

klau|s|ens, das singen nimmt zu!

ich denke, dass das mitsingen zunimmt, also das kollektive singen, ohne das man einem chor angehört. also das, was die kirchen sonntags machen, und was nun kaum jemand noch erreicht. (es kommen zu wenige, und die kirchenlieder erreichen sinnlich zu wenige. sie sind oft fad, der gesang zudem brüchig. von feuer gibt es nichts zu spüren. in den kirchen. meistens.)

und nun?

die menschen wollen singen, oder zumindest einige – und daraus ist das kollektive singen entstanden. ich berichtete ja einst über „loss mer singe“. und auch über die cologne worship night. bei LINUS TALENTPROBE wird ja auch vom publikum mitgesungen.

ich erinnere mich. da waren wir ja auch schon – und da gibt es noch etwas? zum thema singen?

es wird mehr und mehr davon geben. ich war nun bei der nun auch schon bekannten katrin höpker.

was macht die?

man singt zusammen lieder. und sie spielt am e-piano, sie singt per mikrophon, sie hat alle lieder einstudiert, die sie an dem abend vorträgt – und dann singen die menschen des publikums mit.

was ist das besondere?

alle starren nach vorne, auf die beamer-leinwand, wo die texte gebeamt werden. sie werden auch langsam hochgescrollt.

und dann singen alle zusammen?

ja, so ist die idee. so wie man am lagerfeuer singt, diese lieder aus der „mundorgel“ von boby dylan bis „im frühtau zu berge“ … so singt man nun mit ihr. man singt „das wandern ist des müllers lust“ und „if you leave me now“ von chicago, also alle bandbreite von volkslied bis schlager bis evergreen bis rock-pop. so wie in den vielen verschiedenen mundorgelheften – dazu natürlich noch viele weitere liedvorschläge. das publikum darf „wunschzettel“ ausfüllen, für die nächsten male.

was ergibt das? in gänze?

gesang und lebensfreude.

was ist besonders?

besonders? besonders ist ja immer das ambiente und das soziologische gefühl. dieses „frau höpker bittet zum gesang“ findet im kölner rheinauhafen statt, eine schicke, neue, sehr moderne angelegenheit. der ganze hafen ist ja DAS kölner entwicklungsprojekt samt der auffälligen kranhäuser.

und weiter.

da ist auch das lokal namens „congstar lounge“, was räumlich offenbar zur handybilligbezahlmarke „congstar“ gehört, die auch dort ihren sitz hat, am anna-schneider-steig … und da ist es auch. das singen. im lokal namens „congstar lounge“.

also nicht kölsch, verraucht, spelunke?

nein, eher gepflegt, sauber, fast schon fein, zumindest rein – und somit eine soziologische note besonderer art. es waren auch größtenteils frauen da. mit einem zarten handtäschlein am band quer über den rücken. oft auch clubs von freundinnen.

was sagt dir das?

ich dachte immer schon, dass frauen einen tick lieber und öfter singen als männer. aber frau höpker scheint nun eine ausgehmöglichkeit geschaffen zu haben, für frauen – und die männer dürfen dann zuhause die fußballspiele gucken. ideal organisiert.

also ist die welt doch toll!

sicher, sicher, aber ich muss auch sagen: mir war es einen tick zu brav, einen tick zu rein, die frauen einen tick zu sehr auf: „ich gehe heute mal lieb und schick zugleich aus!“ getrimmt.  es fehlte das wilde. das völlig ausgelassene. es war doch verhalten. also doch etwas evangelisch. – aber es kann ja nicht alles nach pommes und proletariat stinken. die vielfalt der welt ist für mich das schöne.

wie hat es frau höpker gemacht?

wunderbar! genau die richtige mischung aus führen und antreiben, zugleich kann sie sich immer wieder bescheiden auch zurücknehmen. sie hat es wirklich gut gemacht.

dann können wir also hoffen?

wir können immer hoffen, zweitklausens. frau höpker ist fast schon berühmt. sie hat auch eine schwester, die ist moderatorin für den WDR, und so konnte sie schon vor 1000 menschen in aachen singen.

und?

sie war schon auf „frauTV“ vom WDR und in der lokalzeit köln/bonn. sie ist also auch schon ein medienstar und eine lokale bzw. regionale größe des mitsingens. (man muss sich auch per mail anmelden, bei ihr, fürs singen … u.a. damit es nicht zu voll wird.)

das mitsingen ist unaufhaltsam?

es scheint so – genauso wie kochen, tattoos und tierpflegersendungen aus zoos. und castings und ausscheidungswettbewerbe. unaufhaltsam. seuchen der moderne. aber singen ist ja schön. das wusste und weiß schon der herr fischer von den fischer-chören. der konnte aber die neueren 68er-und-danach-generationen nicht so gut erreichen.

du schriebst etwas?

ja, ja, ein live-gedicht:

WANDERFLIEDERMÜLLERSLUST

Wir haben
Alle Strophen
Die es gibt
Gesungen ist
Die Welt noch
Schöner als das
Leben darauf

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau(s)ens oder Klau=s=ens oder Klau?s?ens, LIVE geschrieben, am 22.4.2009, Mittwoch, bei „Frau Höpker bittet zum Gesang“, in der „congstar lounge“ in Köln, im Rheinauhafen, Anna-Schneider-Steig 8. Bei dem Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust“ und dazu dann der Anfang von „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“.

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