Tagesarchiv: Juni 22, 2009

Wegen der Buchtage Berlin 2009 befragt KLAUSENS Gottfried Honnefelder zum Urheberrecht

mensch, klau|s|ens, was hast du nur mit herrn honnefelder vor?

nichts: ich dachte nur, wo jetzt die buchtage 2009 lange zuende sind, könnte ich ihn etwas fragen.

was willst du ihn fragen?

mir geht es um das urheberrecht: das ist ja immer so ein problem.

im internet!

überhaupt: man weiß nicht, was man darf und was man nicht darf.

man darf nicht von anderen leuten klauen!

sei doch nicht so naiv, zweitklausens. die ideen schwirren durch die luft … und keiner weiß, ob er sie selber erdachte oder ob sie ihm zugeflogen kamen. du brauchst nur einem gespräch in der bahn zu lauschen, und dann …

aber es muss doch klare regeln geben!

das ist ja der haken: alle diskutieren über das urheberrecht, auch im zusammenhang mit dem bücher-einscannen durch google … aber nichts ist klar.

wirst du es klarer machen?

ich klaue nicht! – aber manche sachen, die muss man auch klauen.

wie meinst du das?

hätte john heartfield jemals seine berühmten collagen machen können, wenn er dazu nicht die zeitschriften um ihre artikel und bilder und so beklaut hätte?!

das ist doch ein alter hut. darüber streiten sie sich doch ewig, auch in der musik: wo fängt der diebstahl an? – und wann ist die künstlerische eigenleistung so bedeutsam, dass sie das geklaute vergessen lässt?

eben, eben. sieh mal: ich habe nun ein kunst-objekt für ein mögliches urheberechtsseminar vorbereitet.

wieso?

ich nahm eine figur!

den grünen teufel? den darfst du nicht einfach nehmen, der ist doch bestimmt von einem künstler.

sicher, sicher, es ist aber ein millionenfaches massenprodukt. es ist aus der packung „BUMIX“ von HARIBO. man kann ihn essen. zuckersüß.

aha: ein lebensmittel.

eben. wie bei einem spekulatius oder einem schokoladenhasen: es gibt eine form und dann das lebensmittel. (irgendeiner hat die form gemacht! eine art künstler!)

und du hast dieses lebensmittel jetzt abgebildet, in unserem blog(g).

genau, genau: aber darf ich das?

ich dachte immer, „kunst im öffentlichen raum“ dürfte man fotografieren.

ach so: weil ich das jetzt hier ausstellte, ist es kunst im öffentlichen raum, wodurch dann wieder das fotografieren oder scannen im nachhinein erlaubt ist.

ja, ja, so in etwa. ist doch geschickt von mir. es erinnert an münchhausen, der sich an den eigenen haaren …

aber ist es nicht per se erlaubt, massendinge wie lebensmittel zu fotografieren? und abzubilden? kann man so etwas schützen?

ich weiß es alles nicht. vielleicht weiß es herr honnefelder.

der muss immer alles wissen, der arme mann.

aber prof. dr. gottfried honnefelder hat schon so viel gelesen, leitet einen verlag und ist vorsteher des börsenvereins für den deutschen buchhandel.

und?

er muss so etwas wissen!

aber hier geht es um kunst, nicht um buchstaben. vielleicht kennt er viel von den buchstaben, aber wenig von der kunst.

aber er muss doch auf seine bücher titel drucken.

sicher, sicher, aber die sind bei der berlin university press nicht so wild und künstlerisch. die machen ja mehr auf geisteswissenschaften. ich denke, honnefelder hat diese probleme kaum.

aber wir und andere haben diese.

genau: was dürfen wir, was dürfen wir nicht?

was darf GOOGLE, was darf es nicht?

und deshalb habe ich ja auch den grünen teufel von BUMIX noch ein zweites mal abgebildet.

ich sehe: du hast ihn optisch verfremdet, aber man kann den grünen teufel noch erkennen.

eben! meine zweite frage wäre: wenn man den grünen teufel nicht abdrucken darf, darf man ihn denn verfremdet abdrucken, so wie es rechts geschehen ist, in meinem „kunstwerk zum urheberrecht“?

ich weiß nicht, ich weiß nicht.

fragen wir doch herrn honnefelder!

der ist jetzt von den buchtagen 2009 in berlin erschöpft. der hat für deine fragen keine zeit.

schade!

sicher, sicher: aber die fragen werden ja immer komplexer.

wieso?

du hast doch auch LIVE-gedichte geschrieben, als honnefelder in bonn war, in der universität. http://www.klausens.com/klausens-und-got…

ja, das stimmt. wieso?

die frage wäre, ob das überhaupt erlaubt ist: du benutzt die worte und das dasein von honnefelder als anregung und inspiration, um selber dann LIVE-gedichte zu schreiben, bisweilen sogar ZITATGEDICHTE. http://www.klausens.com/zitatgedichte.ht… – geht das?

ich weiß es doch nicht, ich weiß es doch nicht.

aber wofür ist dein ganzer blog(g) dann überhaupt da?

vielleicht um fragen zu stellen? nur dafür?

und die unterliegen nicht dem urheberrecht?

wer bist du eigentlich, zweitklausens? – du unterliegst auf jeden fall!

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com