Zum Tod von Pina Bausch schreibt KLAUSENS

oh, klau|s|ens, die ganze welt trauert.

ja, ja, so heißt es immer: „die welt“. bei michael jackson und bei pina bausch. und doch gibt es trauern und traurig sein und betroffen sein. und es gibt verschiedene massengrade solcher bewegungen.

aber du?

ich bedaure den tod von pina bausch, aber ich kannte sie doch kaum.

du mochtest sie?

aus der ferne mochte ich sie, im fernsehen z.b. – aber ich habe sie nur einmal live erlebt. und das recht nah.

na also!

ich bitte dich: millionen haben sie live erlebt, und das recht nah. manche haben jahre mit ihr verbracht.

es ist doch egal: du bedauerst ihren tod mehr als den von michael jackson.

das kommt, weil ich mir früher an meinem alten arbeitsplatz ihren namen ununterbrochen anhören musste. das war immer „pina bausch“ und „pina bausch“ und „pina bausch“.

wirklich?

es gibt koryphäen der massenkultur wie michael jackson und dann koryphäen der hochkultur wie pina bausch. damit schmücken sich dann allerlei menschen, gerne auch im ausland.

aber was war an ihr?

an ihr war die radikalität der kunst bei gleichzeitiger bescheidung ihres eigenen auftretens. sie selber war scheu und verlegen, zugleich warm und beobachtend und herzvoll. diese kombination rührt jeden an.

aha.

sie hat aber auch alle menschen „geschunden“. die kunst stand so hoch, dass sie viel abverlangte. das felix-magath-prinzip des fußballs übertragen auf den tanz.

das weißt du alles?

man liest ja dies und jenes und hört da und dort – man will ja immer wissen, wie die menschen so sind.

wie ist sie denn?

pina? wie sie war? einfach nett und anrührend. aber sie hat ihren eigenen körper überaus vernachlässigt. dieses dauerrauchen, dann stundenlang nichts essen. das essen vergessen über der arbeit. der eigene körper als ausgemergeltes arbeitswerkzeug, so als würde ein mensch in eine grube gehen und nur arbeiten und arbeiten, bis nichts mehr von ihm übrig ist.

sie starb so.

gewiss. es ist doch toll (???), wenn man seine dem-tod-geweihte erkrankung erst kennt, wenn der tod schon vor der türe steht.

ja, ja, das ist so.

ich habe gedichtet. heute:

PINA BAUSCH – Wo Grillen Hände um die Ohren schlagen / Körper sich zu Atomen wagen / Stunden jeden Halt beklagen / Stellt sie Tanzdochfragen

und gestern:

GEDICHT FÜR PINA BAUSCH

Ich habe sie einmal live
Und nah geseh’n dereinst
Zu Amsterdam als ich arglos
In den tiefen Furchen rühren
Wollte um ihre so traurigen

Augen über das Herz meiner
Liebe zu echten Gesten mir
Unwirklicher Achtlosigkeiten
Zu bewegen zog sie sich scheu
Zurück in den Rauch ihrer vielen

Zigaretten als sei das Leben in fast
Jeder Beziehung klar vorchoreographiert

Aber sie konnte darüber ungewohnt lachen

schön, und deine zeichnung überträgt den tod ins tanztheater.

ja, tanztheater ist kunst. tausende von bildern an einem einzigen abend. alle museen der welt an einzigen abend. tanztheater ist etwas ganz tolles und ganz besonderes … und sie hat es in dieser art wohl erfunden. „tanzbildkunst“ ist es.

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

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