Zur neuen „Taschenkarte“ der Bundeswehr für Afghanistan schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, kaum beschäftigst du dich mit afghanistan, stellt der verteidigungsminister gestern die neue taschenkarte vor.

wir beschäftigen uns – wir, zweitklausens.

ist doch egal!

was ist denn diese taschenkarte?

das sind anweisungen an die soldaten, was sie zu tun haben. also eine art TO-DO-liste. oder ein DO und DO NOT. handeln in kurzform. verstehst’e? militärische leitlinien – auch in der vereinbarkeit zum grundgesetz. alles das.

ja, ja, ich verstehe. teilweise zumindest. – und nun haben sie das geändert.

es bzw. sie ist kürzer und verständlicher geworden. (von 7 seiten auf nur noch 2!)

wie schön!

zuvor war der text wohl etwas anspruchsvoll – nun ist er sprachlich leichter. (vom ballast befreit!)

wie schön!

genau: sie sollen nun schneller schießen. das ist inhaltlich das schöne an allem.

dann sind wir jetzt eine „schießführende“ partei geworden?

ja, ja, diese ewigen hinterhalte und hinterhälte und hinterhaltungen … die sind doch anstrengend … bei so einer „friedensmission“.

aha – und dann?

dann dürfen sie nun schießen. vorzeitig quasi. peng. peng. peng.

wie konkret?

nun – die rheinische post schreibt:
( http://nachrichten.rp-online.de/article/… )

So hätten die Soldaten bislang vor dem Einsatz der Schusswaffe mindestens zwei Mal in den Sprachen Paschtu und Dari eine Warnung an den Angreifer rufen müssen. „Melgäro Mellatuna – Dreesch, ka ne se dasee kawum!“ Das bewies, dass die Bundeswehr die möglichen Herausforderungen am Hindukusch vor allem theoretisch durchdrungen hatte. Aber wie sie darauf kommen konnte, dass Soldaten, die längst unter Beschuss von Taliban geraten waren (denn nur dann sollte eine Gegenwehr erlaubt sein), zwei Mal das „Kawum“-Sprüchlein rufen sollten, das grenzte schon an Weltfremdheit. Zumindest illustriert es, für wie wenig wahrscheinlich die Chefs in Berlin Gefechte hielten. Deshalb beschäftigte sich die alte Taschenkarte auch intensiv mit den Methoden, wie die Soldaten Situationen mit aufgebrachten Bürgern deeskalieren können und wie sie mit polizeilichen Mitteln eine wütende Menge im Zaum halten.

Die Passagen sind in der neuen, unserer Zeitung vorliegenden Version gestrichen worden. Und für den scharfen Schuss reicht nun die schlichte englische Warnung „Isaf – stop, or I will fire!“ („Isaf – halt, oder ich schieße“). Aber auch das muss nicht sein, schließlich ist es eingeschränkt mit dem Hinweis „sofern es die Lage zulässt“. Ansonsten kann ein Warnschuss den lauten Anruf ersetzen.

Die Befugnis zum Einsatz von Schusswaffen galt bislang der „Abwehr von Angriffen“. Nun richtet sie sich auf die „Verhinderung und Abwehr von Angriffen“. Einschreiten kann die Bundeswehr nicht nur, wenn sie selbst angegriffen wird, sondern auch, wenn militärische und zivile Angehörige der Internationalen Schutztruppe Isaf und der Nato angegriffen werden sollen, dazu auch, wenn Aggressionen gegen „Einrichtungen und Material“ von Isaf und Nato geplant oder im Gange sind oder auch wenn Personen gefährdet sind, die „unter dem besonderen Schutz von Isaf stehen“. Als Beispiel nennt die Taschenkarte die Angehörigen der afghanischen Armee und der afghanischen Polizei. Die neue, weit gehende Empfehlung lautet: „Angriffe können zum Beispiel dadurch verhindert werden, dass gegen Personen vorgegangen wird, die Angriffe planen, vorbereiten, unterstützen oder ein sonstiges feindseliges Verhalten zeigen.“

ISAF! also: STOP! – und was tun wir?

wir?

ja, wir?

ich denke, wir haben auch eine „neue“ taschenkarte erstellt?!

du meinst die wahrheit über den einsatz in afghanistan. – ja, ja: hier ist sie, schau auf das bild.

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

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