Tagesarchiv: August 2, 2009

Nochmals vom Dalai Lama in Frankfurt spricht KLAUSENS

du, klau|s|ens, heute ist es schon der vierte tag mit dem dalai lama in frankfurt.

ja, in der commerzbank-arena. und heute gab es auch ein interview mit ihm.

wo?

in der BILD am SONNTAG.

und?

er sprach von seinem freund george bush – man ist ja doch immer überrascht. ein „freund“? dieser kriegstreiber?

ja: sage mir deine freunde … und ich sage dir, wie du bist.

und wenn man alle menschen zu freunden hat? vielleicht hat der dalai alle zu freunden.

dann wird man unglaubwürdig.

was wolltest du denn sagen?

wozu?

zum dalai lama.

ich war doch da!

wir waren da, wir beide, zweitklausens – aber darüber haben wir doch schon geschrieben.

wir haben noch nicht über die besucher geschrieben.

wie waren die denn?

die wirkten sehr „normal“.

was heißt das?

sie waren nicht auffällig. keine wilden farben, keine tätowierungen, keine sexistische kleidung. die meisten wirkten fast schon unauffällig.

ehrlich?

ja, ja, aber nicht alle.

wieso?

es gab natürlich schon frauen, die da eine art mode auftrugen, scheinbar „schlichte“ kleidung von höchster qualität, dazu eine marken-sonnenbrille, ibiza-weiß, aber alles auf „buddhistisch“. das war schon interessant.

was denkst du?

ich denke, dass es auch einige leute mit viel geld gibt, die nun zum dalai lama fahren, um ihrem leben sinn zu geben. aber: es gab auch die althippies, die sich freuen, wenn viele tücher wehen, und die dann buddhismus als folie nehmen, um sich selber flatternd einzukleiden. auch ein schuss von folk-bewegung (denke mal an das festival von rudolstad!) liegt über allem. aber nur ein vorsichtiger hauch.

und dann noch?

natürlich gibt es buddhisten aus ganz europa, die dorthin strömen. zum dalai lama. nach frankfurt. commerzbank arena. man will ja seine führer auch mal LIVE erleben.

du weißt aber, dass der tibetische buddhismus nur eine spielart von vielen buddhistischen ist? ich muss dir nicht alle „wege“ und „pfade“ des buddhismus erklären?

nein! nein! – ja, ja, aber der tibetische ist offenbar sehr erfolgreich, zumindest in deutschland, aber wohl auch in anderen ländern, z.b. den niederlanden. er scheint die intellektuellen am ehesten anzusprechen. und es gab und gibt ja diesen bekannten dänen, diesen ole nydahl, der heute auch ein lama ist.

woher kommt es denn? der erfolg des tibetischen?

sag du!

vielleicht ist es die ausstrahlung des „diamantenweges“ (als einer buddhistischer hauptströmung) selbst – ich weiß es nicht – oder: zu viele urlaubsreisen? nach nepal? oder wohin? ich weiß es nicht recht. denn die kultur, die man aus tibet verbreitet, die ist nicht so super ästhetisch und anziehend, finde ich. die menschen leben karg, und die natur ist gar nicht sehr bunt. zumal über der baumgrenze.

du meinst: es faszinieren dann die tibetanischen fahnen, die überall wehen?

ja, ja, z.b., dann auch die täschlein und hemden …. ich selbst finde das oft nicht so aufregend. auch die pullover nicht. aber andere offenbar …

woher weißt du das alles?

ich war doch auf dem markt, dieser „asian spirit expo“. diese über 80 zelte in weiß, direkt vor der commerzbank arena aufgebaut. shoppen, shoppen, shoppen. menschen, menschen, menschen.

und was sahst du da?

ich sah das merchandising des buddhismus. alle formen der ästhetik … und frauen, die sich dann minutenlang um einen ring schleichen, bevor sie ihn dann zurücklegen … oder kaufen. und eben alles, was man so verkaufen kann. alles, was eine „atmosphäre“ herstellen kann, die irgendwie tibetisch oder buddhistsisch ist. auch bunte kärtlein. natürlich videos und DVDs. buddhastatuen, vergoldet.

das wurde verkauft?

ja, ein martk eben. devotionalia – und es gibt eine bestimmte gruppe von menschen, die darauf abfahren … und nicht auf heiligenbilder der jungfrau maria zum beispiel. jede religion ist immer eine kultur. und sie wirbt neue menschen, indem diese sich von der kultur angezogen fühlen: von den farben, den formen, den gerüchen, dem alltagsmobliar. von allem.

aha, und das publikum wirkte auf dich meist „bescheiden“.

ja, es ist eine kultur „des sich nicht in den vordergrund stellens“ – aber wenn man sich dann die rucksäcke und die schuhe und solche details anguckt, dann weiß man, dass diese leute dann doch wert auf „qualität“ legen, auch auf ihre marken achten. ein echter „deuter“-rucksack oder ein „jack wolfskin“ z.b., die wären in solchen kreisen wohl „eine marke“.

understatement, aber das ganz bewusst? – das hast du alles studiert, an jenem 30.7.2009, wo du beim dalai lama in frankfurt in der commerzbank-arena warst?

du doch auch. wir sind doch immer zu zweit.

aber ist das gemäß des buddhismus überhaupt erwünscht? auch bezogen auf die frage des ICH und des SELBST?

du hast wieder seltsame ideen und gedanken. vielleicht ist das der große vorteil des buddhismus. er wirkt am wenigstens „missionarisch“ (ist ja auch nicht intendiert) – und er lässt am meisten zweifel zu. – der von anderen religionen bekannte und nervende dogmatismus kommt kaum zum vorschein. das macht seine (des buddhismus) stärke in einer aufgeklärten und wissenden welt aus.

und seine schwäche?

er ist so schwach wie die menschen auch, siehe unsere worte zum „shopping“. und er hat eigentlich keine rechten gott. das ist sein manko.

und der buddha selbst?

der ist natürlich toll, aber dazu muss er fein vergoldet sein, einen schrein haben und eine höhe von mindestens 5 oder 6 meter erlangen. noch höher ist schöner.

und sonst?

sonst fehlt eben etwas zum heiligsein. und wenn man schon eine religion hat, dann will man auch heilig sein. oder etwas davon erleben.

aber hatten wir nicht schon gesagt, dass der buddhismus mehr eine philosophie ist, als eine religion?! ein lebensweg … da wird niemand angebetet.

ja, ja, aber das macht dann das erleben auch etwas „arm“. andererseits, wenn menschen in den tempeln ihre gaben darreichen, und stäbchen erzünden, dann haben wir wieder alles das, was wir auch vom katholizismus kennen.

du meinst das theater?

ja, ja, theater muss immer sein. aber wie gesagt: die meisten leute, die ich in frankfurt sah, fielen durch das schlichte ihres erscheinens auf. also den verzicht auf „großes theater“.

also nicht, wie bei den heavy-metall-freaks beim rock-festival in wacken? nicht so auffällig? sich nicht deutlich als so oder so zeigend?

nein, nein, ganz und gar nicht. die auffälligsten sind und bleiben die mönche selbst in ihren bestimmt-roten und senfgelben gewändern. graue gewänder sah ich übrigens auch.

schön, dann bin ich wieder etwas informiert.

ja, und wir haben ja noch gedichte und SERIELLO. was kann man klagen? der klausensinismus ist als religion und als philosphie eigentlich auch recht gut „aufgestellt“.

und „positioniert“!

das ist aber jetzt mehr die sprache der politiker … als die der religionisten.

http://www.klausens.com/klausens-und-der…

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