Tagesarchiv: August 23, 2009

Zum Bergbaumuseum Bochum sagt KLAUSENS

klau|s|ens, du warst echt unter tage?

nein, nein, das hatte ich vorher auch gedacht – aber so war es nicht.

das bergbaumuseum in bochum ist so berühmt.

man fährt ja auch „unter tage“ – allerdings nicht echt.

wie dann?

mit einem aufzug.

aha.

und das „unter tage“ ist ein künstlich gebauter stollen, der liegt auch nur 17 meter oder so unter der erde, nicht mehrere hundert meter.

alles „fake“?

in gewisser weise ja. man bekommt noch nicht mal einen helm auf. das widerspricht allen sicherheitsvorkehrungen der welt. und man kann sich an einigen stellen behörlich den kopf stoßen.

aber man ist „unter tage“!

scheinbar, ja – aber es fehlt der dreck und der staub und die feuchtigkeit und die hitze, alles das. – auch die kaue fehlt!

ist es heiß?

normalerweise ja, denn ganz tief unter tage wird es heißer und heißer. im museum nicht: wenige meter unter der oberfläche wird es erst noch kälter. wir hatten circa 10 grad.

dann warst du enttäuscht?

nein, ich hätte es mir anders gewünscht, echter, wahrer. aber immerhin konnte man einige maschinen sehen, dort unten – das ist ja auch etwas besonderes, dass man mal die maschinen sieht, auch wenn sie lärm machen, und dann kann man sich alles besser vorstellen.

und einen förderturm haben die auch?

man kann hochfahren, mit dem aufzug.

ist der förderturm echt?

ja und nein.

was heißt das?

man hat ihn doch tatsächlich in dortmund abgebaut, bei einer zeche „germania“, und ihn dann extra 1973 für das museum wieder aufgebaut, den turm. oder das gerüst. oder wie man es nennt.

das ist ja unglaublich!

ja, ja, aber es ist voll wahr.

hat dir der förderturm gefallen?

sicher: man hat einen tollen blick über das nahe und ferne ruhrgebiet. der turm dient also jetzt als aussichtsturm.

hast du gedichtet?

ja, ich habe auch gedichtet.

was hast du denn gedichtet?

wir beide haben gedichtet, zweitklausens. wir beide! oben auf dem förderturm!

und was?

das:

LYRIK AUF DEM FÖRDERTURM

Auf dem Förderturm
Liebe ich den brausenden
Klang der Güterzüge der
Sie mit der Weite des
Blicks auf Heizkraftwerke
Und sonstiges Gedampf
Zu einem Ehergrün noch
Vermischt welches ein
Loblied auf den ehrlichen
Charakter der Ruhr singt
Vom gelben sich regenden
Kran poetisch beäugt

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klausens oder Klau§s§ens oder Klau#s#ens, oben auf dem Förderturm bzw. Fördegerüst aus Dortmund-Marten, von 1944, Zeche „Germania“, wiederaufgebaut 1973 in Bochum, Bergbaumuseum, LIVE geschrieben am 18.8.2009, Dienstag, gegen 14:38 Uhr.

wo kommt den der gelbe kran her? in dem gedicht?

es wird da gebaut – im ruhrgebiet wird eben auch gebaut. ein stetiger strukturwandel, verstehst du?

was? — es ist so laut, wenn die züge unten längs fahren.

klausens-foto-bochum-bergbaumuseum-foerderturm-18-8-2009klausens-foto-bochum-bergbaumuseum-foerderturm-18-8-2009-auf-kopf

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