Tagesarchiv: Oktober 11, 2009

LIVE bei HALLO Ü-WAGEN ist KLAUSENS

ach, klau|s|ens, HALLO Ü-WAGEN gibt es doch schon jahre, nein, jahrzehnte!

und weiter?

was willlst du da?

ganz anders: das gibt es schon jahrzehnte, aber ich war noch nie vor ort.

LIVE vor ort?

ja, allerdings kam ich nicht als „gast“, sondern als gast.

was ist der unterschied?

die einen sind die gäste, die man zur sendung absichtsvoll einlädt, und die anderen sind die gäste, die dann noch da sind, aus der bevölkerung.

dann warst du „bevölkerung“?

als beobachter der welt bin ich immer bevölkerung.

aber du hast doch geschrieben?

das stimmt. ich habe als einer der wenigen geschrieben.

dann bist du doch nicht bevölkerung?

das scheint so, aber ich bin der schreibende teil der bevölkerung.

was bringt dir das?

du musst fragen: was bringt das der bevölkerung?

was bringt der das denn?

erkenntnisse!

oha, deine erkenntnisse?

unsere. es sind unsere LIVE-gedichte, zweitklausens.

wir haben also wieder LIVE-gedichte geschrieben?

das machen wir doch oft.

aber was soll das?

es soll uns und die erde weiterbringen.

tut es das denn?

das weiß erst die nachwelt. gegenfrage: bringen die ewigen gespräche denn weiter?

wer weiß es? aber geredet wird allerorten, von früh bis spät.

das machen sie ja auch bei HALLO Ü-WAGEN. dann kannst du ja zufrieden sein.

da brauchen sie dich als schreiber doch nicht.

vielleicht. aber sie dachten, wenn einer schreibt, dann bieten wir ihm die pressemappe an. das muss ein journalist sein.

hast du sie angenommen?

nein, denn ich war nicht als journalist da, sondern als schreibender beobachter. und als autor. und als LIVE-dichter. (ich kann mich nicht von pressemappen beeinflussen lassen. ich muss unabhängig und rein wie ein berufsrichter bleiben.)

schön, schön DU!!! aber wir sind doch immer zu zweit.

ich weiß, zweitklausens, sorry: auch du warst da. wir schreiben ja immer zusammen.

worum ging es überhaupt?

eigentlich um ein doch unbehagliches thema: wo man sterben möchte.

weißt du es denn?

nein, ich weiß immer nur, wo ich nicht sterben möchte. außerdem ging es ja auch darum, wie man sterben möchte. wo und wie ist ja auch eines.

sei doch mal konkret.

bitte. das thema hieß: „Wenn ich ihn mir wünschen könnte: Ein Ort zum Sterben“ (siehe die gedichte: KLAU’S’ENS und HALLO Ü-WAGEN http://www.klausens.com/klausens-und-hallo-ue-wagen.htm)

na also: es geht doch.

was? das sterben?

nein, aber dass du mal klar das thema nennst. was war denn dann?

das weißt du doch: da ist julitta münch mit ihrem team und dem großen wagen, der auch die bühne oder das podium beherbergt.

und was macht der wagen?

der steht aufgeklappt und sicher auf dem friedensplatz in bonn. und da sind dann stehtische und ein vorzelt, und das team von julitta (welches sie netterweise auch vorstellt), und auch kaffeekannen auf den stehtischen, und man darf sich kostenlos eingießen, und dann sind da menschen, die stehen so rum, und auf der bühne sitzt julitta mit den gästen, am anfang waren es 4 gäste (später kamen noch 2 oder 3 hinzu, da oben), und die sprechen ja dann, aber julitta geht auch ins publikum und holt sich da stimmen, und dann wird also zwei stunden gesprochen, dazwischen gibt es noch nachrichten, und immer wieder LIVE auch musik.

auch das?

ja, eine LIVE-band vor ort (die geht von den zwei stunden dann ab, zeitlich), und dann werden noch zuschriften von hörern vorgelesen, die aber auch anrufen dürfen, usw. usf. – es ist doch sehr komplex. und anlass war der „internationale hospiztag“. und da gab es noch einen stand von solchen hospiz-bewegungs-menschen in der nähe.

ein großes palaver also.

sicher, man redet sich durch sein leben. und HALLO Ü-WAGEN ist öffentliches reden. du kannst dich ja mal bewerben.

für das thema sterben?

dann nimm doch ein anderes. leben! dichten! künstlertum! a-sinn! abstrusitäten! unwelten! so etwas vielleicht!

war es denn schön?

das thema sterben sollte man nicht als „schönes thema“ bezeichnen. demnach kann auch eine sendung dazu nicht schön sein. aber vielleicht „gelungen“. nennen wir alles doch gelungen. durch gespräche ändert sich die welt unaufhörlich, aber keiner weiß vorher, wie.

und du warst LIVE dabei?

das war mir wichtig, mal alles zu erleben: das mischpult zu sehen, und den, der es bedient, oder die band, die auch in dem lastwagen auf der bühne sitzt, weil ja alles etwas eng ist, aber es geht ja doch. man muss immer wieder LIVE sehen, was da abgeht, um es richtig zu begreifen. (nachdem ich die sendung schon seit meiner jugend immer wieder im radio hörte.)

das alles hast du beobachtet? für das volk?

ja, aber am wichtigsten sind mir doch die LIVE-gedichte.

wieviele wurden es denn?

über 30, vielleicht 33.

was 33 gedichte? LIVE? binnen 2 stunden? wie soll das gehen?

aber zweitklausens, das ist doch teil unserer kunst!

und warum machen wir das?

weil die kunst in uns es so will. sie ruft uns. nicht nur der tod ruft, auch die kunst ruft. sie ruft: „mach mich!“

aber warum erhörst du sie bloß?

weil ich so schwach bin.

das scheint mir auch so. gib doch mal ein paar gedichte her.

gut, mal auf die schnelle 3 gedichte. (aber das thema ist dennoch sensibel. schnelligkeit und sensibilität gehen nicht immer zusammen, weil man in der schnelle seinen geist nicht so gut zensieren kann. lasse also milde walten, liebe nachwelt!)

NACHHALS

Wer im Krankenhaus
Stirbt ist weniger
Tot als die Abteilung
Des Krankenhauses
Die eben jenen nicht
Verhindern konnte

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau+s+ens oder Klau~s~ens, LIVE geschrieben, 12:18 Uhr, 10.10.2009, Samstag, bei HALLO – Ü-WAGEN, Bonn, Friedensplatz. Es spricht gerade der Arzt aus Aachen, Prof. Lukas Radbruch.

DAS HERSOLL

Nimmermehr
Nimmer sein
Und immermehr
Nicht doch alles dann
Verpackt in Holz
Als Todes Schrein

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau+s+ens oder Klau~s~ens, LIVE geschrieben, 12:20 Uhr, 10.10.2009, Samstag, bei HALLO – Ü-WAGEN, Bonn, Friedensplatz. Es spricht gerade der Arzt aus Aachen, Prof. Lukas Radbruch.

ABLÄUFE

Die Zeit bricht
Den Gesprächen
Das Genick des
Vergehens so
Lang es auch andauert

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau+s+ens oder Klau~s~ens, LIVE geschrieben, 12:21 Uhr, 10.10.2009, Samstag, bei HALLO – Ü-WAGEN, Bonn, Friedensplatz. Es spricht gerade der Arzt aus Aachen, Prof. Lukas Radbruch.

da spricht ja immer nur der arzt!

aber diese drei gedichte habe ich ja ganz schnell aufgezeichnet. binnen wenigster minuten.

und die anderen gäste?

bei denen habe ich auch noch gedichtet. und zeitweise hat es ja in strömen geregnet! in strömen! aber ich habe weitergedichtet. und die gäste waren auf ihre art allesamt bemerkenswert und beeindruckend … und auch menschen, von denen man auch wirklich hören wollte, was sie zu sagen haben. das hat mir gefallen.

du schreibst gedichte und hörst dann auch noch zu?

vielleicht höre ich dadurch noch besser zu, als die anderen menschen.

nenne uns wenigstens noch die anderen gäste, wenn sie hier nicht zu wort kommen können.

also: die ersten 4 gäste oben bei julitta münch auf der lastwagenbühne waren:
– Edgar Bardenheuer,
Gast aus Holzweiler (nicht als Experte, sondern als ursprünglichst von der Thematik Betroffener)

– Matthias Hoffman,
Soziologe, Uni Trier

– Dr. Christiane Ohl,
Geschäftsführerin beim Bonner – Hospiz Lighthouse, Hospizforum Bonn/Rhein-Sieg

– Prof. Lukas Radbruch,
Palliativmediziner, Uniklinik Aachen

– LIVE-Band Musik: Joscho Stephan Quartett

danke.

und hier, zweitklausens, sind die über 30 LIVE-Gedichte: KLAU’S’ENS und HALLO Ü-WAGEN http://www.klausens.com/klausens-und-hallo-ue-wagen.htm

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und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
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http://klausens.blogg.de

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