Monatsarchiv: November 2009

3 Bläck Fööss und Peter Bursch und Georg Hinz erlebt KLAUSENS

klau|s|ens, die bläck fööss?

an denen kommt man nicht vorbei. allein schon, weil man nicht weiß, wie sie geschrieben werden.

wie werden sie denn geschrieben?

bläck fööss. also vorne ein „ä“, aber hinten zwei „ö“ und zwei „s“.

wie kommst du an diese?

du musst immer fragen, wie kommen die an uns, zweitklausens. wir sind doch immer zusammen.

wie denn?

sie machen vieles mit, u.a. anderem unterstützen sie die bewegung „loss mer singe“ um georg hinz.

das ist, wo die die karnevalslieder singen und dann abstimmen, welches das beste ist? kneipe für kneipe?

genau. in vielen kneipen werden die neuen lieder der session (= saison) gespielt; die besucher singen mit und werfen nachher in den eimer ihre bewertung.

da entstehen die neuen hits der session?

auch, auch. und im rahmen dieser massenumfassenden kölschen bewegung treten die bläck fööss in einer teilbesetzung im domforum auf und geben einen gitarrenworkshop.

wie soll man sich das vorstellen?

vorne sitzen 3 bläck föös und peter bursch, der gitarrenkönner aus duisburg, der auch diese gitarrenlehrbücher schreibt und überaus erfolgreich verkauft.

also zu viert?

ja, da waren hartmut priess, bömmel lückerath und kafi biermann von den bläck fööss und dann peter bursch. außerdem begrüßte uns georg hinz, der auch später bei einem lied dann mitsang.

gitarrenworkshop?

ja, alle wurden im vorfeld ermuntert, ihre gitarren mitzubringen. und es waren einige. ich konnte sie nicht zählen, aber 30 oder 35 gitarren werden es doch gewesen sein.

und dann spielen die?

die netten menschen auf der bühne haben ein paar fööss-lieder ausgesucht, diese in ein kleines textheft gegeben, dazu dann die akkorde geschrieben – und anhand dieses heftchens wurde gespielt und gesungen.

und der workshop?

man darf es nicht zu hoch hängen: es werden akkorde erklärt, oder kluge übergänge von akkord zu akkord, und dann hilft das den leuten doch schon eine große menge.

und wie weiter?

die lieder werden angespielt, also etwas geübt, und dann richtig durchgespielt. dazu dann die hobby-oder nicht-hobby-gitarristen im publikum und die vielen ohne gitarre, die einfach nur mitsingen.

und das war schön?

es war wunderschön. denn die bläck fööss: das sind ganz nette. das muss man erst einmal erleben. nette, bescheidenen, freundliche menschen, die dann ohne starallüren mit den menschen vor der bühne kommunizieren. und der peter bursch ist auch ganz nett.

das fandest du schön?

sicher. es entsteht eine fast familiäre situation da im domforum zu köln. alle sind glücklich. es durfte sogar ein jüngeres mädchen noch auf der flöte ein lied spielen. und hernach konnte man sich autogramme holen. alles wirklich nett. ein kölner glückgefühl des „wir stehen zusammen“.

du hast also die bläck fööss endlich mal so halbprivatöffentlich erlebt.

so kann man es sagen. halbprivatöffentlich. ja, ja.

und es hat dir gefallen.

dir doch auch, zweitklausens. dir doch auch!

wielange machen sie das schon?

also diese veranstaltung im domforum, die war – glaube ich – zum fünften mal.

wie einfach doch das leben sein kann.

ja, wenn die leute das ihrige dazutun. ich kann auf die 3 anwesenden bläck fööss und den 1 peter bursch nur freundliche lieder singen.

schön. gedichte?

ja, ja, ein paar: http://www.klausens.com/klausens-und-die-blaeck-foeoess.htm

 

 

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Grossartiges erstes Bandkonzert von Musiker HERR MAYER in Köln im Gaffel am Dom erlebt KLAUSENS

klau|s|ens, herr mayer gab sein erstes bandkonzert?

genauso ist es passiert: ein tolles, schönes, gelungenes, kraftvolles … und auch sympathisches konzert.

dann ist HERR MAYER auf dem weg nach oben?

ich denke, ja, ja.

ich denke auch: so sieht es wohl aus – und er hat mit dem GAFFEL AM DOM auch eine beste location für so einen band-auftritt gefunden. (und wohl dort auch unterstützer.)

also war alles „erste sahne“, wie man so schön sagt.

die band war gut, das ganze hatte groove … und es floss überaus beschwingt dahin. super, wie die band harmonierte. dazu abwechslungsreich (z.B. saxophon oder ein chor der helfer. oder er wechselt von gitarre auf clavinova-piano.) – und songs, die einfach gut sind. und die der HERR MAYER wohl selber schreibt.

er hat die karriere-dinge schnell in gang gesetzt, dieser HERR MAYER.

er hat eine CD gemacht, klein, fein – und er hat es geschafft, dass diese bei REWE in der subbelrather str. in köln-ehrenfeld verkauft wird.

er hat also viele helfer.

sicher – aber er schafft es qua musik, aber auch qua einsatz und nettigkeit, diese menschen für sich zu gewinnen.

auf CENTER TV köln war er auch.

und im kölner stadtanzeiger (KSTA). und bei PECHA KUCHA köln.

auch ein künstler namens klau|s|ens = zweitklausens soll schon einen blog-eintrag über ihn geschrieben haben, und ein SERIELLO abgelegt haben.

alles fügt sich zum einem nach dem anderen.

und er macht auch gute musik. es hat also alles einen sinn und einen grund.

gibt es dinge, die man besser machen könnte?

ich denke, er bräuchte eine bessere gesangsanlage. (aber das geht wohl vielen so. die mieten sich die anlagen zusammen. aber sie bräuchten gerade für den gesang das allerbeste vom besten.) er braucht eine gesangsanlage, die die seinige – teils rauchige – stimme klar und rein wie einen klingenden bach an die ohren zu bringen weiß. sonst gehen die schönen texte verloren.

ansonsten?

das GAFFEL AM DOM hat sich als sehr guter veranstaltungskonzert für so ein musikkonzert erwiesen. die bühne steht leicht und zentral im raum, und endlich mal ist das publikum nicht längs, sondern breit in einem großen kreis um die bühne angeordnet. zudem erstickt man nicht in enge: man hat platz und space … und fühlt sich als zuhörer richtig wohl.

das hat dir also gefallen?

ja, das hat mir … zu der musik von HERR MAYER und seiner band (denn es war ja sein erstes mit-BAND-konzert) sehr gut gefallen. man sollte die bühne noch ausleuchten, mit warmem licht von oben, damit die musiker optisch noch „besser ins licht gesetzt“ werden.

ist HERR MAYER vorher noch nie aufgetreten?

doch, doch, an vielen stellen und plätzen. das ist doch teil seiner promotion. seine HÖRPROBEN-TOUR, die er sich ausdachte, sah vor, dass er im oktober und november tag für tag da und dort nur mit gitarre auftrat, wie ein geist aus der flasche: ZACK, ZACK, ZACK. ein paar lieder. und wieder weg.

und so hat er sich auf den 15.11. hingespielt, im gaffel am dom bzw. am hauptbahnhof, wo es ja auch liegt. denn da war dann der erste „große“ auftritt, also mit band.

alles ging tagelang hand in hand, bis dann der letztendliche auftritt mit band erfolgte. das hat er nun auch durch. und wie man hört, wird er nun auch in münchen sich auf den langen weg durch die lokale und gaststätten und museen und supermärkte und kneipen und galerien und was noch machen, um sich sein publikum zu erspielen.

das „starbucks“ in münchen soll auch dabei sein.

es ist schon toll, wenn man einen musik-künstler im werden beobachten und begleiten kann.

er müsste seine homepage ständig aktualisieren. er bräuchte jemanden, der das für ihn macht. http://www.myspace.com/herrmayer

ich denke, bei dem wird sich alles irgendwie finden. schritt für schritt, note für note.

und bei uns? hat das eigentlich von uns jemals jemand gesagt? mit dem „finden“?

ich weiß nicht. wir laufen sowieso auf einem ganz anderen ticket oder auch sound.

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Die Trauerfeier zu Robert Enke sah KLAUSENS

und?

das war eine der größten abschiede, die wir in deutschland kennen.

kannst du dich überhaupt erinnern, dass schon einmal ein sarg mitten in einem fußballstadion aufgebahrt war?

nein: es ist ein fast schon beängstigender hype, der da um robert enke getrieben und betrieben wird.

ich denke das auch: es gibt und gab immer schon depressive und selbstmörder (es sollen ja allein 1000 bis 1600 pro jahr sein, die sich vor einen zug werfen) … nur: bei robert enke ist auf einmal alles übertrieben anders.

es gibt immer menschen, die in eine stimmung hineingeraten. robert enkes tod fiel in eine typisch drückende novemberstimmung, die diesen traurigen vorfall geradezu brauchte.

so siehst du das?

ja, allerdings muss man auch sagen: früher gab es nicht so viele fernsehsender, die eine solche trauerfeier LIVE übertragen hätten.

man kann das trauerfeierzapping machen.

und dann spielen wir gewollt oder ungewollt voyeur, und wir gucken in die gesichter der familie.

die familie gibt sich allerdings insgesamt sehr offen.

inwiefern?

der vater von robert enke hat sich sogar in der BILD am SONNTAG geäußert.

es scheint, als müsste da vieles mal richtig raus.

aber durch eine solche haltung wird natürlich auch dieser aufruhr der gefühle, der ja teilweise auch ein gemachter ist, herbeibeschworen.

es ist wie ein teufel, den man aus der flasche lässt.

und: enke wird demnächst madonna und maradonna in einer person.

gewiss: die übertreibung in der trauer muss einen auch sorgen, so schlimm der tod des robert enke ist. eine gesellschaft, die so überdeutlich stark trauert, leidet offenbar. sie leidet an sich selbst.

eine insgesamt depressive gesellschaft also.

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Fast schon erschüttert … war KLAUSENS bei der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.

klau|s|ens, noch so ein verein? das hört sich ja grauslich an!

also: viele vereine sind ja auch lobby-gruppen – das muss man wissen.

bist du in dem verein?

gott behüte, nein, nein, das ist nicht meine welt.

wessen welt ist das denn?

z.b. die von funktionsträgern in der kulturpolitik, allein 50 kulturdezernenten und -dezernentinnen deutscher städte sollen wohl mitglied sein.
„Die Kulturpolitische Gesellschaft ist ein bundesweiter Zusammenschluss kulturpolitisch interessierter und engagierter Menschen aus den Bereichen Kulturarbeit, Kunst, Politik, Wissenschaft, Publizistik und Kulturverwaltung.

Die Kulturpolitische Gesellschaft bildet keinen berufsständigen Interessenverband und ist an keine Partei, Kirche oder Gewerkschaft gebunden. Sie will neue Leitbilder und Zielsetzungen für Kulturpolitik entwickeln.

Zusammen mit dem Deutschen Kulturrat betreibt der Verband seit 1998 im Bonner Haus der Kultur den Cultural Contact Point (CCP). Es hat die Aufgabe, die kulturpolitischen Entwicklungen und Förderkonzepte auf europäischer Ebene zu verfolgen und darüber die Kulturverbände in Deutschland auf dem Laufenden zu halten.

Die Kulturpolitische Gesellschaft ist eine bundesweite Vereinigung für die Entwicklung der Kulturpolitik. Sie wurde 1976 in Hamburg gegründet und hat ihren Sitz nach Stationen in Bonn, Köln und Hagen seit 1996 wiederum in der Bundesstadt Bonn.“

und was machst du da?

ich muss doch immer die welt beobachten.

ich denke, du bist kein mitglied?

richtig – aber am vorabend ihrer mitgliederversammlung hatten sie eine öffentliche diskussion.

wozu?

zum fehlenden geld. („kulturpolitik trotz(t) krise. was ist zu tun?“) geld, geld, geld: das ist doch klar. der kultur wird andauernd weiter der geldhahn zugedreht, weil die ersten städte pleite sind. und jetzt ist die finanzkrise, und jetzt fürchten sie, dass es noch schlimmer wird.

Kulturpolitik trotz(t) Krise. Was ist zu tun?

Öffentliche Diskussionsveranstaltung am Vorabend der 15. Ordentlichen Mitgliederversammlung am 13. November 2009 von 17.30 bis 20.30 Uhr im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn Die öffentliche Podiumsdiskussion hat das Thema »Kulturpolitik trotz(t) Krise – Was ist zu tun?« und soll sich mit der Frage beschäftigen, wie die Kulturpolitik von Bund, Ländern und Kommunen in der Wirtschaftskrise argumentativ aufgestellt sein muss, um die befürchteten Einschnitte zu verhindern. Wir wollen uns als Kulturpolitische Gesellschaft an dieser Diskussion aktiv beteiligen. Sie sind dazu herzlich eingeladen!
Podium
Rolf Bolwin, Gf. Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Köln
Amelie Deuflhard, Intendantin der Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH, Hamburg
Klaus Hebborn, Beigeordneter/Leiter des Dezernats Bildung, Kultur und Sport beim Deutschen Städtetag, Köln
Pius Knüsel, Direktor der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Zürich
Jörg Stüdemann, Stadtrat und Beigeordneter für Kultur, Sport, Freizeit der Stadt Dortmund

Moderation
Prof. Dr. Oliver Scheytt, Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V., Bonn/Essen

aha: man versucht sich „zu erhalten“! mehr ist es nicht. selbsterhalt!

ja, das fand ich auch so bestürzend.

inwiefern?

da ist „die kultur“ – dann haben wir „die finanzkrise“ – und das versagen des kapitalismus … und nun erhofft man sich von den kulturschaffenden  und kulturleitenden wichtige anregungen und neue modelle für eine welt jenseits des groß- und raubkapitals. man erhofft sich eine welt, die den profit des kapitals umdenkt. man erhofft sich visionen von einem neuen miteinander, wie man es sich ja auch immer von den sozialdemokraten erhoffte.

aber da kam nichts!

genau, und dann wurden sie bei der wahl abgestraft.

und die kulturpolitiker?

die sind genauso. die reden nur über ihren betrieb und wie man den erhalten kann. ziemlich billig!

ideen?

wirklich gute denker wie der schweizer knüsel, die sagen dann etwas wie: wenn zwei theater das gleiche spielen, dann muss man auch mal überlegen, ob man eines nicht einstellt, und die gelder dann für neue und anregende kunst umnutzt.

aha: gut gedacht, frech gedacht. aber dennoch im rahmen des „kulturbetriebes“.

genau so: dabei erhoffte man sich, dass endlich mal die kulturschaffenden und kulturbetreibenden die gesellschaft neu denken, das finanz- und steuersystem umdenken, alles so etwas.

aber das geschah nicht.

nein, es war eine der üblichen diskussionen um den erhalt des eigenen breis, völlig uninspirierend.

ideen?

ich sagte ja: am denkmutigsten und weitgeistigsten war noch der herr knüsel von der berühmten schweizer kulturstiftung PRO HELVETIA.

und sonst?

sonst? der herr hebborn vom deutschen städtetag meinte, man müsse auch mal überlegen, die eintrittsgelder zu erhöhen, für kultur, weil die ja für fußball auch so viel bezahlen, die fans. warum soll man dann für das schauspielhaus nur 18 euro bezahlen?

und du?

ich denke, dass das alles keine „diskussion“ ist: seit jahren brechen die städte finanziell weg, und nun gehen die steuereinahmen noch zusätzlich runter, dazu eine eklatante verschuldung der städte: das ganze system ist verrotet und verfilzt.

und weiter?

anstatt, dass jetzt mal menschen aus der kultur einen großen wurf wagen und mit gedanken zur „umordnung der städte“ oder so etwas an die öffentlichkeit gehen, ähnlich wie früher mal die mitscherlichs von der „unwirtlichkeit der städte“ gesprochen hatten … statt dessen nur klein-klein im rahmen der geldströme, die sich jetzt auch schon bewegen.

die kulturschaffenden wollen also immer nur geld, geld, aber sie denken nicht in die gesellschaft hinein?

überhaupt nicht, zumindest nicht die, die da am freitag gesprochen haben, auf dem podium und aus dem publikum.

dann wäre die kulturpolitische gesellschaft ja nur ein besserer scherz.

fast möchte man da sagen: ein billige lobbygruppe, nicht mehr und nicht weniger. kultur und versicherungswirtschaft und straßenbauer und steuerberater, alle sind lobbyisten und schauen nur auf ihre taschen.

und da ist die kultur nicht anders?

offenbar nicht. ich war erschüttert über das niveau der diskussion. kultur! pah!

und weiter?

nichts weiter. besondern seltsam ist dann noch, wenn vorne der jörg stüdemann sitzt, als beigeordneter der stadt dortmund, und es wird kein wort über den skandal in eben dieser stadt gesagt.

du meinst die bürgermeistergeschichte, kommunalwahl und so.

ja, ja, wo man vor der wahl so tat, als wüsste man von nichts, und direkt nach der wahl standen gigantische schulden auf der tagesordnung, und dann hieß es, der SPD-mann dürfe nicht mehr bürgermeister werden, weil er die wähler getäuscht habe … darüber, was er über die grausliche wahrheit der finanzen in dortmund weiß. er hat aber wohl am 21. oktober sein amt angetreten, der herr ullrich sierau von der SPD.

was ist aus der sache in dortmund geworden. aus dem wahlbetrug des SPD-mannes?

ich weiß es gar nicht. gewählt ist er ja, und angetreten dann auch. man hat also alles keingebügelt. ich weiß nur, es gibt eine dortmund-meldung der WAZ vom 11.11.2009: „Den fünf Schuldnerberatungsstellen in der Stadt wächst die Arbeit über den Kopf: Mehr als 73000 Dortmunder sind überschuldet – aber die Berater können gerade einmal acht Prozent davon erreichen. Und die Zahl der Schuldner wächst.“

iss‘ ja irre.

also. wenn man einen beigeordneten-mann aus eben dieser schuldenstadt noch auf dem podium hat und spricht die thematik überhaupt nicht an, dann muss einem „kulturpolitik“ mehr als seltsam vorkommen.

und die kulturpolitische gesellschaft?

die natürlich auch. daran ändert auch nichts die souveräne und offene art des herrn prof. dr. oliver scheytt, der dieser gesellschaft als präsident vorsteht.

was erwartest du?

nichts mehr! wenn diese gesellschaft nicht in der lage ist, einen gesellschafstpolitischen impuls zu setzen, der alles rund um steuern, finanzen, kapital, wirtschaftskrise, kultur usw. neu denkt, dann kann man nur mit dem kopf schütteln.

was erhoffst du?

… dass die endlich mal einen echten brain-workshop machen, dass endlich mal freie und innovative denker sich mit der rolle von kultur und gesellschaft beschäftigen und in diese gesellschaft der verlorenen anregungen geben, die uns auch innerlich von der krise freizukämpfen wissen.

wie geht das nicht?

indem man eng und klein nur von geld und etats und kürzungen und umschichtungen und eintrittspreisen redet. völlig verfehltes kleingärtnerdenken. völlig an der hoffnung an und auf „kultur“ vorbei.

das sind harte worte.

ja, aber einer muss es doch aussprechen, wenn die lobbyisten untereinander nur um ihre gartenzäune kämpfen.

und dann sind ja noch die LIVE-gedichte.

ja, aber es wurden nur 9. dennoch: wir machen immerhin aktive und kluge kulturarbeit. http://www.klausens.com/klausens-bei-der-kulturpolitischen-gesellschaft.htm

kk-klausens-variante-logo-kulturpolitische-gesellschaft-2009

Auf Jürgen Becker trifft KLAUSENS

klau|s|ens, nun auch jürgen becker?

man sammelt, nach und nach.

wie viele gedichte sind es geworden?

ich schrieb 33 LIVE-gedichte.

und becker las?

becker las oder sprach, also erläuterte. wohlgemerkt: der schriftsteller, nicht der kabarettist gleichen namens.

aber du schriebst?

ja, zeitklausens, gemäß der THEORIE DER LIVE-DICHTUNG. aber wir beide schreiben ja immer als eine person.

nun ist also auch becker von uns erfasst worden. dichterisch.

er war in der burg wissem in troisdorf, und habe ich ihn gehört. also: wir.

las er gedichte?

nein, er las hauptsächlich „AUS DER GESCHICHTE DER TRENNUNGEN“. laut untertitel ein roman.

er ist ein großer, alter, weiser literat.

genau das. er hat viele große preise bekommen. er gilt als einer der großen kölner schriftsteller. und so wollte ich ihn endlich mal LIVE erleben, um ihn besser einschätzen zu können.

und was besagen deine gedichte?

das soll die welt ab- und anurteilen. ich schreibe nur das auf, was mir schnell und spontan in den sinn komm. dann geht der raum ein, der ort, das licht, das publikum und alle die worte … und auch die präsenz des literaten, den ich da bedichte.

schön!

ja, ja, finde ich auch. manchmal fließt es aus der feder, manchmal kommt wenig.

und bei jürgen becker?

mit 33 gedichten eigentlich ein ganz guter ertrag.

„ertrag“?

in gewisser weise sammele ich (also: sammeln wir) doch solche gedichte so, wie andere leute münzen sammeln. also kann man durchaus von „ertrag“ sprechen.

dann war also der abend mit jürgen becker einer mit großem ertrag?

das könnte man so sagen, ja. aber als ich dann im auto saß und das radio anmachte, wurde vom tod des fußballers robert enke gesprochen.

was besagt das?

bezogen auf jürgen becker vielleicht gar nichts, aber bezogen auf diesen tag im november, der eine besondere stimmung hatte, vielleicht folgendes: etwas lag in der luft … und das wiederum könnte sich auf die becker-lesung ausgewirkt haben.

so gehört alles irgendwie zusammen.

das leben ist ein kosmos. und die literatur auch. und klau|s|ens und zweitklausens und jürgen becker am ende irgendwie auch.

wo sind die gedichte abgelegt?

hier: http://www.klausens.com/klausens-und-juergen-becker.htm

klausens-banner-zu-juergen-becker-am-10-11-2009-in-troisdorf-burg-wissem-900-pix-breit

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Von der SPD = SP Weh! verlangt KLAUSENS nach Abschiedsrede von Franz Müntefering nun auch den Rücktritt von Frank Walter Steinmeier

er hat eben gesprochen, zum letzten mal, als parteivorsitzender.

der franz müntefering?

ja.

aber der applaus war blass.

lang, aber blass – da hast du recht.

aber was soll er auch sagen?

man könnte sagen: ich habe versagt, die SPD hat versagt, die rechte führungsriege hat versagt, schon seit jahren.

aber wer traut sich das?

müntefering nicht.

eben: außerdem haben sie ja alles ausgekungelt schon wieder. keine basisbefragung, sondern steinmeier und nahles und gabriel werden denen quasi vorgesetzt.

auch das stimmt: sie machen einfach weiter und weiter, schieben sich oben die politik und die posten zu, aber sie tun es in buße und sie reden von der „aufarbeitung“, weil ihnen das die posten letztendlich bringt. alles taktik.

eben – und dieser steinmeier hat die alte politik, spätestens seit er leiter der staatskanzlei in niedersachsen wurde, mitbegleitet und miterfunden.

er hat schröder die bälle zugespielt.

oder schröders bälle auf den platz getragen.

dieser steinmeier geht dann nach einer gigantischen niederlage hin, übernimmt „die verantwortung“, und das bedeutet neupolitisch: ich mache weiter!

genau. dann sagt er: ich werde fraktionsvorsitzender … quasi als dank für die niederlage.

und er wird auch noch gewählt!!!

deshalb muss er noch gehen. wenn müntefering geht, muss steinmeier erst recht gehen.

das forderst du?

ja.

bist du SPD-mitglied?

die frage wird mir jetzt zu intim. aber als künstler und schriftsteller kann ich ernsthaft sowieso kein parteimitglied sein.

und günter grass?

der hat ja auch den nobelpreis, der kann ewig in parteien sein und falsche politiken an vorderster front unterstützen.

aber die SPD arbeitet doch jetzt auf.

sagt sie. die beiträge der delegierten sind vielversprechend, aber die führungsriege sitzt immer noch dick und dreist da und mauert.

was willst du?

ich will, dass nach dem abgang von müntefering auf jeden fall noch steinmeier gehen muss.

und dann?

dann muss endlich die innerparteiliche demokratie in der SPD ernst genommen werden.

und das bedeutet?

man kann noch gar nicht einen neuen vorsitzendenden wählen. das wäre die alten fehler wieder neu. man muss die partei erst einmal befragen. alle mitglieder.

aber die SPD wird es trotzdem machen.

man muss es befürchten. leider. die SPD bleibt eine SP WEH! für alle zeit.

klausens-fotos-collage-spd-parteitag-dresden-abschiedsrede-franz-muentefering-13-11-2009

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Über die übergroße Anteilnahme am Tod von Robert Enke denkt KLAUSENS nach

klau|s|ens, was ist nur los?

man könnte denken, dass ganz deutschland weint.

vor den fernsehkameras in hannover brechen immer wieder neue leute in weinen aus, die den mann robert enke nur aus dem stadion oder aus den medien kannten!

ja, sie weinen dennoch.

das ist doch seltsam.

es liegt nicht an der person robert enke allein.

woran denn noch?

robert enke passt in die gefühle der menschen, zumal im november.

sie nehmen sich robert enke für ihre eigenen gefühle.

genau das: alles an last und sorgen wird in robert enke verlegt. indem ich um robert enke weine, kann ich meine eigenen gefühle über das leben und die welt besser bewältigen.

der november ist eine dunkle und melancholische jahreszeit.

eben – es wird dunkler und dunkler. die nächte werden länger, die tage kürzer. dazu dann diese oft nasskalte atmosphäre. da werden viele menschen trüb.

und dann kommt robert enke.

genau. nun ist der tod dieses redlichen menschen ein ventil für all das aufgestaute an november, an depression, an leid, an problemen und sorgen.

so sind früher heilige entstanden.

das ist zu vermuten: bestimmte personen „sammeln“ alle gefühle, die herumschwirren … und diese person wird dann zum kristallisationspunkt des ganzen.

nur so kannst du dir das erklären?

aber ja. es soll 5% in der bevölkerung geben, die mehr oder minder schwer depressiv sind. also: dann kämest du auf 4 millionen mindestens in deutschland.

und?

alle diese personen haben noch bekannte und verwandte, die um diese depressiven menschen sich wiederum sorgen machen.

so werden es immer mehr?

mehr und mehr. dann nimm alle kranken prinzipiell hinzu. enke wäre auch ein stellvertreter für „die kranken“ oder „das kranke“, welches ja immer auch zusatzbedingung „des gesunden“ ist.

ohne krankheit gäbe es die idee von gesundheit nicht!

siehste! – und dann nimm alle mit schulden oder liebeskummer oder arbeitslosigkeit oder alle, die ein verbrechen begangen haben. alle, die sich schlecht verhalten. alle, die etwas bereuen.

dann komme ich auf viele millionen, vielleicht bald die ganze bundesrepublik.

genau so. so konnte es passieren, dass nun dieser robert enke so sehr betrauert wird. das ist in dieser dimension bislang selten geschehen.

dann noch der selbstmord.

nein, nein, es ist nicht nur der selbstmord, sondern das überraschende daran.

wieso?

es scheint so, dass niemand davon wusste.

niemand?

doch, doch, seine frau teresa und der befreundete psychotherapeut dr. valentin markser.

andere?

das wissen wir nicht. aber die fußballer und der verein und alle, die ihn vom fußball kannten, die waren wohl alle sehr überrascht.

dann geht es also auch um den schock?

der schock besteht darin, dass jemand anders ist, als er erscheint.

inwiefern?

niemand hatte sich auch nur in ansätzen überlegt, dass dieser profi durch und durch depressionen hat.

warum nur?

er hat davon nichts gesagt … und: offenbar auch nichts gezeigt.

das war doch besonders an seinem abschiedsbrief.

kennst du ihn? den brief?

nein, aber indirekt hat gestern der arzt valentin markser daraus vorgetragen. er meinte, robert habe sich bei der familie und den ihn behandelnden dafür entschuldigt, dass er sie getäuscht habe, über seinen wahren zustand, damit er den selbstmord ungestört planen könne.

da ist der kern: dieses streben nach selbstmord. diese große kraft. aber man kann sie nicht recht verstehen.

zumal enke nicht dauerhaft depressiv gewesen sein soll, also nicht klassisch endogen, sondern eher in schüben.

ja, da waren diese schübe, wir wissen nicht, wann und wie oft. aber zumindest zwei große schübe müssen es gewesen sein.

seit 2003.

und dann muss dieser gedanke an selbstmord immer wieder da gewesen sein, allerdings latent.

das wissen wir nicht.

nein, aber latent: davon sprach der arzt.

und dann?

dann muss sich dieser wunsch so stark gemacht haben, dass er sich weigerte in eine stationäre behandlung zu gehen, sogar noch am tag der selbsttötung – oder war es der tag davor? – dann noch einen arzt anruft und sagt, er käme nicht.

und dann hat er gesagt, es wäre besser geworden.

er hat auch da gelogen, mit dem ziel, den selbstmord auszuführen. so scheint es, nach dem brief.

dann hat dieser robert enke gespielt?

er hat allen etwas vorgespielt, gewiss.

und was ist daran falsch?

er musste spielen, um seine karriere nicht zu gefährden, gewiss. denn wäre er jetzt stationär eingeliefert worden, dann wäre er aus der WM 2010 wohl „raus“ gewesen.

das wollte er nicht.

das kann man doch verstehen.

sicher, aber im nachhinein.

so sagte es auch seine frau: ihm war der fußball alles, und er hatte angst, dass man die adoptivtochter verlieren könne, wenn er mit depressionen bekannt würde.

aber das resultat?

das resultat ist sein tod. und seine frau sprach von „wahnsinn“. aber nicht, dass er „wahnsinnig“ war, sondern, dass es wahnsinn ist, so zu denken, man müsse sich verstellen, wenn man dann das resultat sieht: den suicid.

man kann daraus aber auch folgern, dass man einen suicid nicht immer aufhalten kann.

auch das ist richtig: seine frau hat offenbar überaus viel für ihren mann getan, seit jahren. (und beide zusammen hatten ja auch die trauer um die verstorbene tochter zu bewältigen.)

aber auch das konnte nichts an der selbsttötung ändern. all der einsatz, all die liebe. die todessucht hat über alle menschlichen beziehungen triumphiert.

und nun sind wir wieder bei uns allen.

weil wir alle wissen, wie das leben funktioniert?

und weil wir alle von leid wissen, und von tränen, und weil wir alle die depression kennen, zumindest die melancholie, oder die traurigkeit.

oder die novembertage.

ja, ja, und deshalb transportieren wir unsere gefühle in robert enke bzw. in dessen tod.

und dann marschieren 35.000 durch die stadt hannover hin zum stadion.

35.000 – man überlege sich das. so bekannt war enke dann doch auch nicht. aber doch 35.000 menschen! als sei enke ein adenauer.

doch, doch, man kannte ihn: die geschichte vom tod der tochter, die ging wochenlang durch die presse und die fernsehsender einst.

war das so?

ja, deshalb kannte man ihn schon.

aber es ändert nicht darans, dass nun alle brav fragen „WARUM?“, bis man dieses platte fragewort nicht mehr ertragen kann.

am ende gibt es kein „WARUM?“, weil andere menschen in der selben situation wie enke weiterleben und sich nicht vor einen zug werfen.

das ist das sonderbare am leben und sterben.

dann denken wir noch an alle, die robert enke nahe waren.

und an die beiden zugführer, die ihr weiteres leben lang über diesen suicid noch nachdenken werden.

ob es ihnen hilft, einen prominenten überfahren zu haben?

warum?

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