Monatsarchiv: Februar 2010

Beim Heinrich-Boere-NS-Prozess hört KLAUSENS kurze Übersetzungs-vorlesungen

klau|s|ens, es lagen noch nicht alle übersetzungen vor?

ja, leider, leider. diese dokumente aus dem archiv für limburg in maastricht … die mussten ja alle ins deutsche übersetzt werden. und die letzten seiten dieser übersetzung sind wohl erst am freitag morgen im gericht eingetroffen. (wer da wohl die schuld trägt? der/die übersetzer/-in? das gericht? andere? aber es ist, wie es ist.)

wozu führte das?

wir hörten nicht alles, was wir am freitag, 19.2.2010, hätten hören können. die nebenklage hat ja mit helfern dokumente aufgetan, wonach boere aktiv als spitzel tätig war und widerständler in helden-panningen im mai 1944 bewusst verraten hat, sodass diese verhaftet wurden, was dann zu deportationen nach deutschland führte, und in einigen fällen (7 sind wohl klar nachgewiesen) zum sicheren tod dieser opfer dann in KZ und/oder arbeitslagern in deutschland.

und welche dokumente?

das sind diverse verhöre und befragungen, u.a. auch mit boere selbst, nach dem krieg … und die waren ja in der öffentlichkeit bislang nicht bekannt gewesen. die idee ist: boere hat nicht nur in 3 fällen gemordet, sondern er ist zudem ein aktiver und aggressiver verfechter der NS-ideologie gewesen.

aha.

boere tut immer so, als hätte er als befehlsempfänger menschen erschießen MÜSSEN. … aber es stellt sich heraus, dass er mehrfach überaus bewusst und dauerhaft teil des schreckenregimes der deutschen in den niederlanden war. boere war in der waffen-SS, im NSB, in der landwacht (bewaffneter arm des NSB) und in der SS … da im besonderen „kommando feldmeijer“ und … und … als zählerableser hat er zeitgleich auch gearbeitet. und das ist ja auch der klassische job, um dinge und menschen auszukundschaften.

was ist hinter allen neuen fakten um boere die idee?

die idee ist: boere hat uns vieles verschwiegen, was jetzt mühsam recherchiert werden musste. boere war kein „armer mörder“ auf befehl, sondern ein mörder des wollens. das ist sehr wichtig, wenngleich man ihm die toten widerständler in deutschland kaum als weitere morde unmittelbar auf den zettel seiner untaten schreiben kann, rein rechtlich. es wäre eher etwas wie aktive beihilfe. aber es gab ja auch viele schreibtischtäter, die deportationen organisierten und veranlassten und planten … und die nachher sagten: „ich habe niemanden umgebracht. ich trage keine schuld.“ man muss dann alles im rahmen des verbrecherischen gesamtsystems bewerten. die fakten müssen deutlich sein. jede neue information nutzt. man muss überlegen, wie sehr und wie willentlich heinrich boere das NS-system in den niederlanden (be)förderte und vorantrieb, auch wenn er ja eher weiter unten in der pyramide des bösen agierte.

es gibt ja da eine liste.

ja, die universität amsterdam hat die verurteilungen deutscher und österreichischer NS-täter zu NS-verbrechen in den niederlanden erfasst und alle täter samt urteilen zusammengesucht: http://www1.jur.uva.nl/junsv/NED/NL-Uebersicht.htm

„Niederländische Strafverfahren gegen Deutsche und Österreicher wegen im 2.Weltkrieg begangener NS-Verbrechen“

aha.

auf dieser liste ist aber boere nicht erfasst, weil er denen als niederländer galt (gilt?). auch uns bekannte täter wie besteman(n) oder kromhout, die an den morden auf bicknese, de groot und kusters z.B. beteiligt waren, fehlen in dieser auflistung. wohl, weil sie als niederländer gelten.

hast du deine gedichtseite denn weiterbetrieben?

ja, auch diese wächst. es sind ja nicht nur die LIVE-gedichte, sondern weit mehr informationen, die dann hier und da auftauchen. es ist auch das: ein prozess!

LIVE-GEDICHTE: KLAUSENS BEIM HEINRICH-BOERE-NS-KRIEGSVERBRECHERPROZESS IN AACHEN http://www.klausens.com/klausens-beim-boere-ns-kriegsverbrecherprozess-in-aachen.htm

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Zu Westerwelles Populismus und Tösen und Sausen und Blenden hat KLAUSENS eine Meinung

klau|s|ens, gestern war wieder ein donner und ein getöse und ein getue und ein lärm und ein theater.

es leben die populisten. ein „hoch!“ auf die populisten!

ist es denn populär, was westerwelle tut?

populär ist das, was ankommt.

kommt es denn an? dieses plakative getue um leistung und mittelstand.

das ist die alte frage. der populist ist sich für nichts zu schade. er hackt auf allen volksgruppen herum, wenn es ihm etwas bringt oder bringen möge.

du meinst, westerwelle sucht das volk?

westerwelle sucht den teil des volkes der zwischen 6 und 15 % der stimmen liegt. dafür verzichtet er auf den teil des volkes, den er sowieso nicht bekommen kann.

ach herrjeh.

ja, so sind sie, so sind sie alle. dann liest und hört man die plakativen sprüche, die zugleich so viel an unheil anrichten.

du hast es dir angeschaut?

nur wenige minuten. nicht mehr. ich wollte es mal wieder sehen, wie der populismus funktioniert. dazu eignen sich die aschermittwochreden sehr gut.

der populismus funktioniert wie die sekten.

wie genau?

sie hämmern und hämmern, bis jeder es nachplappert. irgendwann träumst du von dem ewigen quatsch von „leistung“ und „leistungsträger“ und „mittelstand“ und „leistungsgerechtigkeit“ … und wie es alles heißt.

funktioniert es denn?

FDP-mitglieder, wenn sie dann vor der kamera befragt werden, plappern den unsinn dann brav nach. gehirnwäsche bester machart. es sind nur schlagworte, nur parolen, es steckt keine weisheit dahinter, nur eine eindeutige absicht.

dann sind parteiführer wie sektenführer?

wenn man diese auf dem politischen aschermittwoch erlebt, muss man das offenbar so sehen.

und westerwelle?

er ist derzeit einer der schlimmsten. dafür beleidigt und denunziert er arme arbeitslose, die nichts dafür können, wenn sie dann sehr bald auch in HARTZ IV absinken. diese menschen werden instrumentalisiert, um dem populismus güte zu tun. aber es gibt keine arbeit für sie. man macht gesellschaftliche opfer zu den sündenböcken. es ist so billig, und so primitiv … und es erinnert so sehr an den deutschen ungeist in der zeit 1933 bis 1945 (und davor).

was denkst du über unsere politiker?

ich bin immer wieder erschüttert, wie sie charakterlich ausgestattet sind. es gibt keine grenzen. alles ist „opportun“ – und morgen kann wieder einer auf den ausländern rumhacken, weil es dem populismus dient. sie zünden ständig feuer, bringen die gesellschaft in wallung, machen alle übereinstimmungen kaputt. sie bedrohen den gesellschaftlichen frieden. alles nur, weil sie „erfolg“ brauchen. geert wilders aus den niederlanden lässt grüßen. mir schaudert!

wie schrecklich.

ich erinnere mich an „kinder statt inder“ von rüttgers. ich vergesse das nicht, und wenn er sich 1000-fach nun als freund der kleinen leute aufspielt. und ich sehe auch immer wieder diesen herrn roland koch vor meinem auge, der – ebenso wie rüttgers – auf alles menschliche mit worten einschlägt, wenn es etwas „erbringen“ könnte.

dann können wir von einer verluderung der politischen landschaft sprechen?

gewiss, denn ich sehe eigentlich kein gesicht in der politik, das mir noch glaubwürdig erschiene. die populisten haben das zepter ergriffen und deutschland unter ihrer kontrolle.

die sektenführer also. politiker als sektenführer von und für millionen.

genau die. ich bin voller abscheu und ekel vor diesem typus mensch.

da wird einem ja angst und bange.

nicht nur „einem“, sondern uns allen.

dann hämmer du doch auch?

ich soll jetzt so werden wie die?

ich denke, dass der populismus die welt erobern wird. nein, schon erobert hat.

dann würde ich mal so sagen: „schriftsteller und schreibende sollten von der teilhabe am gesellschaftlichen diskurs ausgeschlossen werden, weil sie sowieso nichtsnützig sind.“

ja, ja, es wird schon langsam. du bekommst es noch hin. übe nur weiter. alles muss knapper daherkommen, schlagwortartig. sätze sind schon zu lang.

wirklich?

ja, ja, es muss noch kräftiger und gemeiner daherkommen. aber der ansatz ist schon ganz gut. vielleicht wird westerwelle deinen spruch von den „nichtsnutzschreibern“ noch aufgreifen. populisten können alles gebrauchen, was nutzen verspricht. und moral ist neben dem anstand für sie nur eine spielwortfigur.

Material zum Aschermittwoch bietet KLAUSENS

klau|s|ens, ist heute nicht aschermittwoch?

ja, gewiss.

aschenkreuz und so?

gewiss.

beginn der fastenzeit, ende vom karneval?

ja, gewiss.

ich habe das was.

was denn?

ich habe da etwas, um sich ein kreuz selber auf die stirn zu machen.

wem bietest du die stirn?

der kirche.

inwiefern?

ich habe eine tüte … und da kann sich jeder selber zuhause dann das aschenkreuz draufmachen.

schön, schön, ganz ohne messe und alles?

bei der austeilung spricht der priester doch traditionell die worte: „Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst” (Gen 3,19)

schön, und nun?

es gibt auch einen aschermittwoch der künstler.

aha, deshalb nun dein plastikbeutel mit diesem zeug darinnen.

es ist eine gewürzmischung.

und was hat die mit asche zu tun?

eben! wegen der künstler! wir beide sind auch ein künstler. und deshalb bieten wir dieses aschebeutelpaket an: für künstler von künstlern. man sehe die gewürzmischung als neue asche.

aha! – und es bleibt doch ein aschekreuz? im kern?

genau das: nur etwas gewandelt und umverwandelt. so ist das mit der kunst.

und das büßergewand?

das trägt doch heute keiner mehr

und wenn man es trüge.

dann wäre es ein umhang aus durchsichtigem plastik, den wir mit dem beutel doch versinnbildlicht haben

jetzt bin ich auch für aschermittwoch und deine gewürzmischung. du hast allem neuen sinn gegeben.

und in 40 tagen erstehen wir dann zusammen auf. das leben hat viele herrliche seiten, auch unter der asche.

die kirche kann einen richtig inspirieren.

die kirche ist per se kunst.

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klau|s|ens beendet karneval mit der erfindung neuer garden – www.klausens.com

klau|s|ens, heute ist der letzte tag karneval.

gewiss.

haben wir noch einen beitrag?

ich denke: ja.

welchen denn?

nachdem wir alle diese garden gesehen haben, werden wir heute vorschläge für weitere machen.

das ist schön.

ich denke auch. diese garden als männergesellschaften sind ein phänomen für sich. kein sparkassendirektor kann sich dem entziehen.

und kein festkomitee kölner karneval. und deine vorschläge?

prinzengarde rot-rot
ehrengarde weiß-beige
königsgarde weiß-schwarz-kariert
prinzentrupp weiß-weiß
ehrentruppgarde weiß-beige
stadtgarde grün-gelb-blau
dorfgarde grün-grün
ortsgarde yellow-submarine
truppgarde gelb-grün-weiß-blau-rot-schwarz
gardetrupppkorps gelb-gelb-kariert-beige-gestreift
korpsgarde gelb-gelb-gestreift-blau
prinzenkorpsgarde blau-weiß-grün-schwarz-violett
korpstrupp weiß-weiß-weiß
husarengardekorps gelb-gelb-gelb-hurra
gardehusarenkorps schwarz-schwarz
korpshusaren weiß-schwarz-schachfarben
stadtkorps kariert-kariert
korpsgardehusaren grün-kariert-grün-eigelb
kosarentrupp gelb-schwarz-lotto-gelb
stadtprinzentrupp weiß-schimmer-weiß-muschel-lachs
prinzengardehusaren gelb-herzfarben-gelbherzfarben
männerprinzenkorps blut-blut-blut
prinzenkorps husch-husch
husarengarde weiß-stählern-weiß
gardegarde gelb-bestimmt-anderswo
prinzenstadtkorpsgarde matt

und die möchtest du nun hinzufügen. ja, zu den circa 111 mitgliedern des kölner festkomitees.

ich nenne hier nur die 57 „ordentlichen Gesellschaften„:

1
Die Grosse von 1823 Karnevalsgesellschaft e.V.
2
Rote Funken – Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V.
3
Große K.G. Greesberger e.V. Köln von 1852
4
Rosen-Montags-Divertissementchen von 1861 e.V.
5
Kölner K.G. Blomekörfge 1867 e.V.
6
Kölner Funken-Artillerie Blau-Weiß von 1870 e.V. Blaue Funken
7
Kölner Narren-Zunft von 1880 e.V.
8
Große Kölner K.G. e.V. 1882
9
K.G. Alt Köllen vun 1883 e.V.
10
„Große Allgemeine“ K.G. von 1900 Köln e.V.
11
Alte Kölner K.G. „Schnüsse Tring“ 1901 e.V.
12
EhrenGarde der Stadt Köln e.V. 1902
13
Große Mülheimer K.G. e.V. gegr. 1903
14
Kölner K.G. „Nippeser Bürgerwehr“ 1903 e.V.
15
Bürgergarde „blau-gold“ von 1904 e.V. Köln
16
Prinzen-Garde Köln 1906 e.V.
17
Kölner K.G. „Fidele Zunftbrüder“ von 1919 e.V.
18
Große K.G. „Frohsinn“ Köln vun 1919 e.V.
19
Altstädter Köln 1922 e.V.
20
KG. UHU von 1924 e.V. Köln-Dellbrück
21
Treuer Husar Blau-Gelb von 1925 e.V. Köln
22
Reiter-Korps Jan von Werth e.V. 1925
23
K.G. Sr. Tollität Luftflotte e.V. 1926
24
Große Dünnwalder K.G. 1927 e.V. (Fidele Jonge)
25
K.G. Kölsche Grielächer vun 1927 e.V.
26
Große K.G. Närrische Insulaner Köln e.V. 1927
27
K.G. Fidele Burggrafen e.V. 1927
28
Große Sülz-Klettenberger K.G. e.V von 1928
29
Traditions-Gemeinschaft ehemaliger Prinzen, Bauern und Jungfrauen des Kölner Karnevals, gegr. 1928
30
„Lyskircher Junge“, Gesellschaft zur Pflege Kölner Mund- und Eigenart gegr. 1930 e.V.
31
Flittarder K.G. von 1934 e.V.
32
Kölner Karnevalsgesellschaft „Mer Blieve Zesamme“ e.V. von 1937
33
K.G. „Löstige Höhenhuuser“ 1939 e.V.
34
Kölnische Karnevalsgesellschaft 1945 e.V.
35
Kölner Karnevals-Verein „UNGER UNS“ von 1948 e.V.
36
K.G. „Mülheimer Narrenzunft“ 1948 e.V.
37
Große Höhenhauser Karnevals-Gesellschaft Naaksühle 1949 e.V.
38
Löstige Paulaner Kölner K.G. von 1949 e.V.
39
Kölner K.G. tafaba 1949 e.V.
40
Große Ehrenfelder K.G. „Rheinflotte“ e.V. 1951
41
K.G. Alt-Severin e.V. 1951 „Mit den Winzern und Winzerinnen vun d´r Bottmüll“
42
K.G. Müllemer Junge Alt Mülheim e.V. 1951
43
Deutzer K.G. „Schäl Sick“ vun 1952 e.V.
44
Kölner Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß 1956 e.V.
45
K.G. „Schwazze Kääls“ e.V. von 1956
46
K.G. Kölsche Lotterbove e.V. 1957
47
Kölle Bliev Kölle Karnevals-Gesellschaft von 1960
48
Römer-Garde Köln-Weiden e.V. 1962
49
KKG Alt-Lindenthal e.V. 1967
50
K.G. Kölsche Narren Gilde von 1967 e.V.
51
Willi-Ostermann-Gesellschaft Köln e.V., gegr. 1967
52
K.G. Blau-Rot 1969 e.V. Köln-Dellbrück
53
Kölner Husaren-Korps von 1972 e.V.
54
Grosse Junkersdorfer Karnevalsgesellschaft von 1973 e.V.
55
K.G. „Die Isenburger“ Köln-Holweide 1974 e.V.
56
Große Braunsfelder Karnevals-Gesellschaft von 1976 e.V.
57
1. Kleine K.G. „Löstige Innenstädter“ von 1980 e.V.

wie immer: grandios!

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Zu Karneval hat KLAUSENS weitere Wintersprüche

klau|s|ens, du hast weitere wintersprüche geschrieben?

es ist doch unendlich!

und das alles zu karneval!

karneval ist auch unendlich. genau wie die wintersprüche von klau|s|ens = zweitklausens.

und was weiter?

hier, lies doch:

Kommt der Winter stets wie Lotto
Ärgert sich der Bauer Otto

Kommt der Winter mit ’ner Brise
Kriegen wir ’ne echte Krise

Kommt der Winter kalt und kälter
Werden wir minütlich älter

Kommt der Winter gar zu kräftig
Wird der Abscheu eher mächtig

Kommt der Winter wie ’ne Ratte
Packen wir uns wohl in Watte

Kommt der Winter auf den Speicher
Werden wir kaum wirklich reicher

Kommt der Winter wie die Fliegen
Wird der Frost am Ende siegen

Kommt der Winter auf den See
Bleibt gefroren auch mein Zeh

Kommt der Winter aus dem All
Machen Meteroiten wohl Krawall

Kommt der Winter durch das Hassen
Sollten wir ihn beiseite lassen

Kommt der Winter auf das Amt
All mein Schabernack erlahmt

Kommt der Winter in die Messe
Kriegt er kräftig auf die Fresse

Kommt der Winter zu den Mohren
Wird er gänzlich kurz geschoren

Kommt der Winter aus den Tüchern
Jagen wir ihn mit schlimmen Flüche(r)n

Kommt der Winter herrlich jung
Beisst sich Oma Hanne auf die Zung‘

Kommt der Winter zu dem Bullen
Stopfen wir ihm’s Maul mit Stullen

Kommt der Winter ins Konzert
War’s den Eintrittspreis nicht wert.

Kommt der Winter zu den blöden Ollen
Ist er aus dem Bypass wohl gequollen

Kommt der Winter zu’n Marxisten
Sie sofort die rote Fahne hissten

Kommt der Winter zu Kroketten
Sie bald eine andere Meinung hätten

Kommt der Winter von den Komoren
Hat er in Europa nichts verloren

Kommt der Winter immer wieder
Singen wir nur Weihnachtslieder

Kommt der Winter heut‘ und gestern
Heulen alle Klinikschwestern

Kommt der Winter auch zur Schule
Wundert sich der kluge Schwule

Kommt der Winter mal da und dort
Geh’n wir richtig leise zum Abort

Kommt der Winter wie ein Nagen
Hast nur du das letzte Sagen

Kommt der Winter wie ein Grüßen
Werd‘ ich mir den Tag versüßen

Kommt der Winter wie der Weiler
Werd‘ ich noch zum Wunderheiler

Kommt der Winter mit viel Häme
Denkt er falsch, dass ich mich schäme

Kommt der Winter mit viel Brust
Bekommen wir erst richtig Lust

Kommt der Winter auch zur Moni
Neidet ihr’s die fesche Vroni

Kommt der Winter in die Häuser
Werden alle Botox-Parties leiser

Kommt der Winter zu den Hunnen
Hat’s der Herrgott ausersunnen

Kommt der Winter zu den Griechen
Können die kein Gyros riechen

Kommt der Winter auf den Baum
Ist auf der Erde wieder Raum

Kommt der Winter zu Spatzen
Lassen die ’s Speisen sich vergratzen

Kommt der Winter mal nach Wien
Zieht da sicher keiner hin

Kommt der Winter mal zu Tisch
Gibt es höchstens wieder Fisch

Kommt der Winter zu Bären
Werden die sich dann beschweren

Kommt der Winter nach Marien
Müssen wir gen Malta ziehen

Kommt der Winter in die Uhren
Treiben’s öfter noch die Promihuren

Kommt der Winter an den Rahmen
Wird der Schimmel bald erlahmen

Kommt der Winter in die Pforte
Fluchen Harry und Konsorte(n)

Kommt der Winter in den Grill
Ich ihn gerne braten will

Kommt der Winter auf das Bett
Ist er sicher richtig fett

Kommt der Winter rein ins Beet
Blühen alle Blumen spät

Kommt der Winter auch zur Tanne
Such‘ ich ’ne Wasserzapfenkanne

Kommt der Winter ans Gerüst
Wird der Bauarbeiter brüsk

Kommt der Winter zum Balkon
Stöhnet der: „Das kenn‘ wir schon!“

Kommt der Winter zur Terasse
Ordert die ’ne Fluchtbarkasse

Kommt der Winter zu den Meisen
Wollen die nach Dubai reisen

Kommt der Winter nach Darfur
Jaulen wir in einer Tour

Kommt der Winter mal zum Papst
Dieser sich taufwassernd labt

Kommt der Winter zur Moschee
Weiß die nich‘ wohin m’m Schnee

Kommt der Winter wieder mal
Wird die Erdbeerbowle schal

Kommt der Winter zu den Capverden
Wird es Sommer bald in Verden

Kommt der Winter endlich stolz
Sagt der Landmann nur: „Was soll’s?“

Kommt der Winter auf die Pfosten
Lassen wir ihn da verrosten

Kommt der Winter an die Stanzen
Suchen wir nach STASI-Wanzen

Kommt der Winter unters Sofa
Ruft der Sohnemann: „Wohl doof, wa?!“

Kommt der Winter an den Fluss
Etwas wohl noch dran sein muss

Kommt der Winter an den Hengst
Du ihm besser Hafer schenkst

Kommt der Winter an die Flur
Spielen wir den Marsch in Dur

Kommt der Winter in ’ne Waschmaschine
Verspeisen wir 10 Kilo Petersilie

Kommt der Winter in die Bowle
Ich zuerst Jeanette versohle

Kommt der Winter an die Grenzen
Werden wir die Schule schwänzen

Kommt der Winter wieder her
Sprech‘ ich sommers gar nichts mehr

Kommt der Winter aus den Feldern
Verzichte ich auf Post nach Geldern

Kommt der Winter ganz naiv nach Köln
Preiset er hernach die schlimmsten Höll’n

schön! schön! wo legst du sie ab?

hier: http://www.klausens.com/wintersprueche.htm

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Zu Karneval gegen und für den Winter erfindet KLAUSENS die Wintersprüche

klau|s|ens, es hat schon wieder geschneit.

alles ist weiß, alles bleibt weiß.

was tun wir nun?

wir könnten verzagen.

sollen wir das?

nein!

was können wir noch tun?

ich erfand die „wintersprüche“.

was ist das?

es sind sprüche über den winter, angelehnt an bauernweisheiten, an karneval und die poesie des witzes.

und wie gehen die?

die gehen so:

Kommt der Winter schnell und bald
Ist die ganze Wohnung kalt

Kommt der Winter früh am Morgen
Verdichten sich des Lebens Sorgen

Kommt der Winter immer wieder
Singen Eises Schollen Lieder

Kommt der Winter auch am Abend
Sind die Nächte liebeslabend

Kommt der Winter mal beizeiten
Können wir’n warmes Bad bereiten

Kommt der Winter dann in Schüben
Ist er sicherlich von drüben

Kommt der Winter auf die Wege
Dringt er mir in mein Gehege

Kommt der Winter wie ein Magen
Stellen Journalisten Fragen

Kommt der Winter mal ganz leise
Tritt man unterm Schnee auf Scheis(s)e

Kommt der Winter fies und schnell
Werden alle Tage fuchtbar und hell

Kommt der Winter schnell und bald
Ist die ganze Wohnung kalt

Kommt der Winter frech und froh
Sagen wir: Das iss‘ nun so!

Kommt der Winter mit den Fluten
Treiben es im Stall die Stuten

Kommt der Winter wie ein Hammer
Trainiert ihn der Matthias Sammer

Kommt der Winter so wie Polen
Sollte man ihn sehr versohlen

Kommt der Winter von den Russen
Verstecken wir uns unterm Kussen

Kommt der Winter wie ’ne Walze
Hofft er wohl, dass ich noch schnalze

Kommt der Winter kurz und bündig
Wird selbst die Amalie sündig

Kommt der Winter wie ein Reiben
Drücken wir die Nasen an die Scheiben

Kommt der Winter wie ein Schrank
Wird gern Tante Trude krank

Kommt der Winter wie ein Hauen
Sollten wir nach Hämmern schauen

Kommt der Winter aus dem Norden
Erwarten wir noch Schlägerhorden

Kommt der Winter mal zur Ruhe
Legt Opa sich in seine Truhe

Kommt der Winter über Westen
Gehört er meistens zu den Besten

Kommt der Winter aus der Tiefe
Denket man, dass er uns riefe

Kommt der Winter wieder her
Sagen wir: Wir woll’n nicht mehr

Kommt der Winter auch zur Nacht
Bin ich schwitzend aufgewacht

Kommt der Winter mit den Witzen
Sagt die Erna: Lass‘ die Spitzen!

Kommt der Winter wie ’ne Frau
Machen wir ihn wohl zur Sau

Kommt der Winter wie ein Mann
Fängt er gar nicht richtig an

Kommt der Winter wie ’ne Scholle
Bekommt sich’s Pärchen in die Wolle

Kommt der Winter eher müde
Bellt erbost der kühne Rüde

Kommt der Winter mal im Mai
Das wohl eine Lüge sei

Kommt der Winter mit den Maden
Hat der Bauersmann den Schaden

Kommt der Winter vor der Steuer
Ist das dem Meister nicht geheuer

Kommt der Winter aus der Lade
Ruft der Amtsinhaber: Schade!

Kommt der Winter klein und lose
Ist vorbei die ganze Chose

Kommt der Winter mit viel Schnee
Ich kaum eine Hoffnung seh

Kommt der Winter mit Eis und Glätte
Ich die Schlittschuh‘ nicht verwette

Kommt der Winter auch in Dosen
Sollte man ihn ganz verlosen

Kommt der Winter alt und trocken
Werden wir die Flocken rocken

Kommt der Winter immer neu
Wird die Amsel frühjahrs scheu

Kommt der Winter mit den Samen
Denken wir an Schweden voll Erbarmen

Kommt der Winter mal mit Lotte
Killen wir die nächste Motte

Kommt der Winter gleich nach innen
Werden wir die Saat gewinnen

Kommt der Winter mit dem Pferd
Ist er sicher gar nichts wert

Kommt der Winter ohne Schall
Macht der Maulwurf laut Krawall

Kommt der Winter wie ’ne Sause
Trink‘ ich endlich wieder Brause

Kommt der Winter in ’nem Tee
Ich schon wieder Beutel seh‘

Kommt der Winter unter Tage
Stellen Steiger manche Frage

Kommt der Winter hier und da
War er verwandt mit Herrn Ha-Ha

Kommt der Winter unter Lachen
Muss er einen Kopfstand machen

Kommt der Winter ohne Häme
Weiß er wohl, dass ich mich schäme

Kommt der Winter als Kartoffel
Bekommt er noch die Hauspantoffel

Kommt der Winter alle Jahre
Opfer‘ ich ihm meine Haare

Kommt der Winter jeden Tag
Ich nicht drüber sprechen mag

Kommt der Winter auch mit Glanz
Wackelt er mit seinem Schwanz

Kommt der Winter dann mit Rüssel
Geben wir ihm ’ne rote Schüssel

Kommt der Winter mit ’nem Würgen
Warnen wir die Siebenbürgen

Kommt der Winter mit ’ner Tolle
Schüttelt sicher’s Kissen die Frau Holle

Kommt der Winter wie ein Zittern
Verschon uns das vor den Gewittern

Kommt der Winter wie ein blaues Auge
Ich mal wieder an der Amme sauge

Kommt der Winter unter Rüben
Kann das nicht mein Jammern trüben

Kommt der Winter mal zum Hahn
Gackert schon der wilde Schwan

Kommt der Winter nach Berlin
Müssen all die dummen Nörgler zieh’n

Kommt der Winter später an
Dies wohl kaum was ändern kann

Copyright © Klau|s|ensĦķΩ7 Klau’s’ens=Klau(s)ens=Klausens=Klau|s|ensCopyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau&s&ens oder Klau*s*ens oder Klau?s?ens, geschrieben am 13.2.2010, Samstag, in Königswinter-Oberdollendorf. Fortlaufendes Projekt.

oh! das ist ja einiges an material!

ja, man kann immer weitermachen. es ist unendlich.

wo legst du sie ab?

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Kunst bei und zu der Ausstellung „fully booked“ in Bonn macht KLAUSENS

klau|s|ens, du machst kunst in der kunst?

ich mache kunst mit der kunst oder aus der kunst.

inwiefern?

man ist in einer ausstellung namens „fully booked“, denkt dieses und jenes, wird inspiriert, macht dann auch fotos … und so geht es weiter. so wird aus der kunst dann neue kunst.

wie deine fotocollage beweist.

unter anderem. so funktioniert die welt: einflüsse werden aufgenommen, verarbeitet, neu zusammengesetzt … und dann entsteht wieder etwas … und wieder etwas … und dann suhlen wir uns in der kreativität der welt.

mehr noch?

mir erschuf sich auch ein gedicht, als ich dorten war, in jener ausstellung.

welches?

ERKLÄRUNGSMUSTER DER LILIEN ALS FENSTERBEAMIERUNG

Die Zeit kommt
Aus dem Jenseits
Ins Nichts des
Konkreten eines
Selbstreferentiellen
Textes vom Stehen
Der Verkunst

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klausens oder Klau(s)ens oder Klau!s!ens, am 10.2.2010, Mittwoch, gegen 16:19 Uhr, in der Ausstellung „Fully Booked“ im (ehemaligen) „Hotel Beethoven“ in Bonn. Dabei sich auf das Kunstwerk „Die Lilien“ von Andreas Lorenschat beziehend beziehungsweise auf die Texte, die zur Erläuterung des Kunstwerkes zu lesen waren.

du spielst also in deinem LIVE-gedicht vor ort mit den begriffen, die zu und an und bei der kunst und den kunstwerken immer wieder hin- und herjongliert werden, aber oft gar nichts sagen. bisweilen sagt die kunst nichts, und der text versucht das nichtssagende dann noch in eine sprache des vermeintlichen „sagens“ als versagen zu schrauben.

wie recht du hast! die kunst ist eine sache für sich. aber die verschriftlichung durch kuratoren und kunstkritiker und journalisten, bisweilen auch die künstler selbst, ist oft eine ewig sich wiederkehrende satire. die satire als besen. ewig wiederkehrend. daraus ergibt sich spontan folgendes gedicht:

GEDICHT VON DER SATIRE ALS BESEN

Ewig
Wieder
Kehrend

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau“s“ens oder Klau§s§ens oder Klau-s-ens, am 13.2.2010, Samstag, 11:25 Uhr, LIVE, in Königswinter-Oberdollendorf geschrieben.

oft kann man diese sprache nicht mehr hören. ich kann dir jedes ding als kunstwerk verkaufen, indem ich hernach mit einer sprache des scheins eben diesem „kunstwerk“ sinn verleihe, zum schein! und das ist oft unerträglich – zumal, wenn man unmittelbar sieht, was da „fabriziert“ wurde. die texte verschachteln dann phrasen und hohle wendungen … und der anseher und leser soll sich täuschen lassen, eingedünkelt vom dünkel des dünkelwesens.

hast du denn noch etwas? zur sprache? fiel dir noch was ein?

ja, auf diese weise, dass man sich mit der banalität der sprache und mancher kunst befasst, kommt man auch wieder auf neue entdeckungen.

beispiel?

BANAL
APFAL

was soll das sein?

die steigerung von „banal“ wäre vielleicht „apfal“.

und das bedeutet?

es gäbe eine banale kunst und eine apfale kunst.

und das bedeutet wiederum?

dieses:
ENTEHRT
ENTTEERT

wieso?

weil das eine nicht das andere ist, aber doch verdammt ähnlich klingt, je nachdem wie man es spricht.

und das wurde dann zusammengebracht?

oh ja:

SPRACHENTDECKUNGEN

banal
apfal

entehrt
entteert

lasso
las so!

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau&s&ens oder Klau*s*ens oder Klau?s?ens, geschrieben am 10.2.2010, Mittwoch, gegen 16:10 in der Ausstellung „Fully Booked“ im ehemaligen Hotel Beethoven zu Bonn am Rhein. Und am 13.2.2010 in Königswinter-Oberdollendorf, gegen 11:37.

kann man denn etwas „entteeren“, also ein ding seines teeres berauben?

du bist zu wenig poetisch, du bist zu sehr praktisch, zweitklausens. das macht das leben mit dir bisweilen unerträglich.

soll das letzte denn ein gedicht sein?

es kommt auf die definition an. ich mache dir aus allem ein gedicht, und schreibe dir auch die erläuternden texte dazu … wenn du mich nur lässt.

siehe auch: http://www.klausens.com/kunstgedichte.htm

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
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http://klausens.blogg.de

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