Tagesarchiv: März 9, 2010

Zur natürlich weitergehenden Hannelore-Kraft-Hartz-IV-Debatte spricht KLAUSENS

oha, da hat es die hannelore kraft doch geschafft.

und die SPD auch.

sie waren dick in der presse, in den medien, überall.

man nennt das „eine debatte besetzen“.

aber die hatte doch schon westerwelle besetzt.

das ist die höchste form der politik: besetzte debatten ins eigene lager hinein nochmals neu zu besetzen.

das hat die hannelore kraft vollbracht.

wir wissen nicht, wo die strategen saßen, die diesen schritt sich ausdachten. es kann ja auch in berlin ersonnen sein.

dann ist die SPD wieder da!

die SPD? sie hat erst millionen von arbeitsverhältnissen entwertet, sie hat die arbeit selbst entwertet, sie hat die menschen der repression von ARGE und ARBEITSAGENTUR ausgesetzt, den kleinen schikanen, der willkür, den schlechtformulierten gesetzen, den sperrungen, den quälungen, den prozessen, alledem.

das hat die SPD getan?

aber ja doch: man sollte das nicht vergessen. niemals!

und nun?

nun kommt die SPD wieder daher.

ist es denn schlecht, wenn leute arbeiten?

nein, es ist nicht schlecht. arbeiten ist wohl meistens besser als depressiv auf dem bett zu liegen. (es darf aber keine zwangsarbeit sein. und keine schikanierung.)

na also!

so einfach geht es nicht. das problem bei der arbeit für den staat ist ja, wie kommt du wieder raus?

wie meinst du das?

es gibt einen wichtigen gedanken, den die leute immer übersehen.

welchen?

das ist der gedanke der „dequalifizierung“.

was ist damit?

du bist ingenieur und gehst nun die straßen fegen.

ist das schlecht?

im prinzip nicht. warum soll ein ingenieur nicht die straße fegen? aber …

was denn, aber …?

der ingenieur hat eine bessere ausbildung und könnte viel mehr für die gesellschaft leisten, gedanke nummer 1.

und gedanke nummer 2.

dieser ingenieur, wenn er sich einmal zum fegen entschlossen hat, und so eingesetzt wird … der ist verloren.

wieso ist der denn verloren?

… weil er dann ewig feger oder träger oder fahrer oder jobber oder so bleibt. gedanke nummer 2.

ach, das ist dein gedanke?

ja, ja, das ist ein wichtiger gedanke: wenn sich ein arbeitsloser mit qualifikation in einen nichtqualifizierten job begibt (sofern überhaupt einer da ist!), dann ist er auf dauer verloren, in einem anderen segment. denn die arbeitsagentur sagt. „da haben wir wieder jemanden untergebracht.“

und was ist dann?

der kommt nie mehr da raus – verstehst du! du bist in einem kerker des vergessens. ewiger jobber. ewiger feger. nie mehr ingenieur. – alle menschen sollen ja, auch das eine idee von HARTZ IV, schnell wieder arbeiten und werden dann in arbeitsverhältnisse getrieben (sofern überhaupt welche da sind!), die auch deutlich unter ihrer qualifikation liegen können / sollen / müssen.

und dann?

dann stecken sie da fest. eigentlich wird alle arbeit so dequalifiziert und der einzelne denkt: „jetzt sitze ich im loch des fegers, bin aber ingenieur, aber ich komme nie mehr dahin zurück!“

du meinst also, jede sinnvolle reform muss auch den weg wieder zurück anbieten? in die qualifizierten jobs? für qualifzierte arbeitnehmer? (meist schaffen sie es aber nicht, wegen der angedrohten strafen. und meist sind ja auch keine jobs da.)

genau: wenn ich weiß, ich kehre 6 monate, und ich tue es für die gemeinschaft, dann ist es vielleicht schön, wenn danach auch wieder der weg zurück in die berufliche welt meiner qualifikation erfolgen kann.

du meinst, weil alle arbeit dequalifiziert worden ist, von der SPD, deshalb weigern sich auch kluge menschen, bestimmte arbeiten anzunehmen.

so ist es – und darüber wird nicht gesprochen, weil es keiner hören will. in den statistiken geht es nur um die zahl der arbeitslosen, aber niemand möchte wissen, was das für arbeitsplätze das sind, wie viele stunden die umfassen, und wie die bezahlt werden. das alles wird sowieso verschwiegen.

und die SPD hat alles das begonnen?

genau – zusammen mit den  GRÜNEN. sie haben alle arbeit entwertet. und die menschen auch. aber jetzt tut frau kraft so, als hätte die SPD ihr herz für die menschen entdeckt, die langzeitarbeitslos sind.

dann ist die SPD gar nicht „gut“.

solange sie nicht ihre gesamte HARTZ-IV-politik seit schröder und herrn hartz offen aufarbeitet … und sich vor ganz deutschland entschuldigt … und alle fehlleistungen rückgängig macht … solange nicht!

von dir könnte die hannelore kraft noch so viel lernen, klau|s|ens.

komm wir fegen jetzt mal die straße!

da kommst du nie mehr raus! bedenke das! du fegst dich in dein berufliches ghetto.

das haben schriftsteller sowieso. das ghetto.

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