Tagesarchiv: März 10, 2010

Weiter an den Hannelore-Kraft-Vorschlägen zu HARTZ IV leidet KLAUSENS

klau|s|ens, du ärgerst dich immer noch über diese SPD? und über hannelore kraft? und deren jüngsten vorschläge zu langzeitarbeitslosen?

aber sicher: erst behaupten sie, wir müssen nach der niederlage bei der bundestagswahl alles aufarbeiten, alles ändern, die ganze partei neu aufbauen, an der basis diskutieren usw.

und dann?

dann spielen sie die alten spiele, diese billigen medienspiele: debatten besetzen, schnelle vorschläge machen, posaunen, schaumschlagen, usw. – die menschen für die wahlen „reinholen“.

was hattest du gehofft?

ich hatte gehofft, dass sich nach einer niederlage eine totale reformbewegung in und für die SPD ergeben wird.

und?

sie machen alles weiter, nur mit anderen „tönen“. und steinmeier ist immer noch fraktionschef. da kann man nur laut lachen.

aber es gibt doch arbeitslosigkeit!

eben: dann muss man erst einmal die ganze und volle wahrheit zur arbeitslosigkeit aussprechen. das hat die SPD ja nie getan. die SPD hat doch die statistiken geschönt und geschönt, um leute verschwinden zu lassen, damit sie nicht mehr arbeitslos sind.

die SPD hat aber auch die statistiken anschwellen lassen, mit HARTZ IV. das wurden ja dann neue zahlen der armut.

sie mach(t)en dieses und jenes falsch, sie taktieren da, sie taktieren hier – aber sie führen keine prinzipielle änderung durch.

und die neuen HARTZ-IV-kraft-SPD-vorschläge?

die dienen nur der wahl – nichts anderem. langzeitarbeitslose sollen vermeintlich verschwinden, wenn einige soziale arbeiten tun. das ist doch lächerlich. ein bauerntrick. es gibt keine parteien und politiker, denen man noch „glauben“ kann. es sind alles schauspieler und manager und verwalter und parolenschieber. und nichts ändert sich.

das ist aber pessimistisch gedacht.

es entspricht aber durchaus der realität.

und nun?

nun soll die SPD erst einmal alle zahlen zur arbeitslosigkeit und zu HARTZ IV wahrheitsgetreu aufarbeiten. ich zitiere mal aus einem buch.

aus welchem?

von einem werner müller: „Ein SPD-Vorsitzender und seine Sekretärin“.

und worum geht es?

es geht um  den abgang der generation müntefering – und deren ideenlosigkeit, damals, als sie dieses desaster eingefahren haben. das buch wurde noch vor der wahl veröffentlicht. es nahm die dinge vorweg, die jeder ahnte oder wusste, aber keiner gern laut sagte.

und dann?

dann schreibt der autor in diesem buch, also er lässt die sekretärin von müntefering sagen:

„Arbeitslose, die krank geschrieben werden, wenn auch nur für einen Tag, gelten nicht als arbeitslos. Menschen, die von einem privaten Arbeitsberater betreut werden (auch wenn sie den nur zweimal im Monat sehen), gelten nicht mehr als arbeitslos. Menschen, die nicht mehr vermittelbar sind, werden nach einer gewissen Schonfrist ebenfalls gestrichen. usw. usf. – Peter, ich denke, wir brauchen eine ganz neue Statistik.(Das Rumlügen macht die Dinge nicht besser. Auch nicht für die SPD.) Eine, die alles erfasst, und zwar so, dass man diese Statistik auch bewerten kann: Arbeitslose, Arbeitslose in Maßnahmen, Arbeitslose im 1-Euro-Job, Arbeitslose, die krank sind, Arbeitslose, die als zu alt gelten, Arbeitslose, die in den Vorruhestand abgeschoben werden, etc. – auch arbeitslose Jugendliche, die auf Schulen und in Fördermaßnahmen geparkt werden. Rentner. Berufsunfähige. Vom AA teilbezahlte Pseudo-Jobs. Alles.“

—-

„Genauso ist es übrigens umgekehrt: Man muss auch wissen, welche Jobs die Menschen haben. Denn Arbeit ist nicht Arbeit. Man sollte also wissen: Wie viele Menschen haben einen 400-Euro-Job? Wie viele Menschen haben zwei? Wie viele Menschen arbeiten nur 16 Stunden pro Woche? Wie viele Menschen arbeiten in Zeitarbeitsfirmen? Wer soll stets für 5,20 Euro in der Großküche helfen? Denn eine ‚Stelle‘ ist noch lange kein Arbeitsplatz. Und putzen müssen ja dieser Tage überaus viele. Eine einzige Sauerei, was da läuft.“

oho, ich verstehe. (der SPD-vorsitzende heißt in dem buch offenbar peter.)

ja, ja, peter. egal! – diese wahrheit müsste erst einmal benannt werden. es müssten alle zahlen auf den tisch. wir bräuchten eine halbwegs „wahre“ und aussagekräftige statistik über alle arbeitslosen, auch die überall in „maßnahmen“ und „existengründungen“ und „krankheiten“ und „hausarbeit“ und sonstwo versteckten.

das macht hannelore kraft aber nicht.

natürlich nicht! in dem buch sagt dann jene sekretärin weiter:

„Mal ehrlich: Wenn ich alle Leute hier in Deutschland für eine Stunde im Monat arbeiten lasse, bezahlt, und gebe diesen dafür einen Arbeitsvertrag – dann hätte ich auf dem Papier die Arbeitslosigkeit im Nu komplett abgeschafft. Sofort! Wusch! Zack! Ein-Stunden-Woche! Das wäre ein statistisches Paradies! Ich müsste jedoch wissen, welche Arbeit das überhaupt ist … und, wie schon gesagt, welchen Umfang diese hat. Im Ernst: Ein Arbeitsplatz ist kein Arbeitsplatz: Denn eine 40-Stunden-Woche bei 20,35 Euro Lohn pro Stunde ist etwas völlig anderes als eine 16-Stunden-Woche bei 6,10 Euro Lohn pro Stunde. Arbeit ist nicht gleich Arbeit. (Und die jeweiligen Bedingungen erst!) Ich denke also, dass die Statistik der Arbeitsagentur grundsätzlich geändert gehört, damit sie wirklich etwas aussagt … und nicht nur noch zur Täuschung aller dient. Kern: Nichts und niemand darf aus der Statistik verschwinden. Es muss möglichst viel an Information in der Statistik erhalten bleiben, damit möglichst „wahre“ Beurteilungen des Arbeitsmarktes geliefert werden können. Zum Beispiel in Arbeitsstunden pro Beschäftigte pro Woche (8, 10, 12, 14, 16 h und so weiter bis hin zu 40, 42, 44, 46, 48 h). Und dazu der Stundenlohn, ebenfalls in Lohngruppen gestaffelt: 2 € (!!!), 4 € (!!!), 6 € (!!!) – also auch die verbrecherischen Löhne ! – bis hin zu 20, 22, 24 € pro Stunde, etc., alles schön gestaffelt und geordnet. Und das Monat für Monat. So ein Weg wäre einer der notwendigen Schritte zu einer erwünschten und nötigen ’neuen, wahrhaftigen SPD‘. Eine andere Chance haben wir gar nicht. Das Weglügen der Wirklichkeit muss nun aufhören. Sonst ist die SPD bald ganz weg. Husch. Aus. Adieu! Und ich auch!“

das spricht für sich!

sicher, aber frau kraft will es einfach nicht verstehen.

„Doch nie mehr SPD!“, wäre dann meine parole für den wahlkampf.

ja, nein, vielleicht, obwohl …

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