Tagesarchiv: April 12, 2010

Nochmals zum Wahlkampfauftakt der SPD in Düsseldorf schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, was denn nun noch?

man kann an allem kaputtgehen.

an der SPD?

an all dieser politik.

was ist denn dein problem?

ich kann es nicht mehr hören: alles ist unwahr. alles ist inszenierung. alles ist parole und slogan. die figuren agieren wie im marionettentheater. und die fäden werden vom vermeintlichen sinn der taktik gezogen. also vom irrsinn.

und das ergibt?

man nimmt nichts und niemanden ernst. jedes wort ist gelogen oder ausgedacht. jeder sinn dient nur dem ziel der wahl und der macht. es gibt keine moral, keine ehrlichkeit, keine realität. alles wird zum gigantischen spiel der worthülsen. in denen verlieren sie sich dann „gut aufgestellt“ selbst.

na und?

man denkt, dass man ständig theaterstücken beiwohnt.

ist das schlimm?

die theaterstücke sind doch alle so schlecht. man nimmt niemanden mehr ernst. die politik ist total verkommen.

aber die „oben“ glauben daran!

das kommt, weil sie immer nur „spielen“, und dann denken sie, dass das alles das wahre leben ist. sie spielen in einer dauer-soap, die sich politik nennt, und denken: alles ist ganz echt. – eine klassische erkenntnis der soziologie: die scheinwelt wird zur echtwelt.

das kritisierst du?

die politik hebt sich selber auf.

inwiefern?

keiner kann das schablonen-getue noch ertragen, keiner will es hören. bei jeder parole denkt man nur: was soll es erbringen? jedes gesagte wort hat eine dümmliche und überaus primitiv-pseudo-kluge absicht. aber man denkt nicht mehr: wie werden sie unsere welt umgestalten?

und am ende?

am ende (also eigentlich schon jetzt) sind die politiker scherzfiguren, die die fußgängerzonen bunt machen, durch ihre ballons und plakate und stände … und dann hechelnd versuchen, mal einen prospekt abzusetzen.

den prospekt will keiner mehr haben?

immer weniger. wieso auch: alles dient ja nur der absicht. und nichts dient der ehrlichen kommunikation.

wozu führt das?

es führt zur entpolitisierung. am ende ist es politischer, einen baum zu pflanzen, als das alles, was da inszeniert wird, noch ernstzunehmen.

was möchtest du?

ich möchte politiker, die einfach nur „sind“. die einfach sagen, was sie meinen und denken, und die den ganzen apparat von propaganda und taktischen sprachblasen von sich legen.

fische stoßen auch blasen aus.

politiker auch. politikerinnen auch. wenn man die SPD in düsseldorf erlebt hat, dann hatte man wieder das blasengefühl. jedes wort war rausgepustet, aber zuvor absichtsvoll erwogen und überlegt. nichts war wahr. und doch war alles unwahre verdammt wahr. und verdammt gewollt.

und am ende?

am ende? geht keiner mehr hin. zu nichts! wir sind doch schon fast so weit. die politik hebt sich in ihrem eigenaffentheater auf.

glaubst du, dass die politik diese deine worte wahrnimmt, ernstnimmt, annimmt?

nein, natürlich nicht.

warum schreibst du sie dann? deine worte?

vielleicht weil mir gerade keine guten parolen einfallen. oder sprüche.

… „und darum muss NRW hannelore kraft wählen.“ – „hannelore kraft, die neue ministerpräsidentin von NRW.“ – „wir in NRW“

ja, ja, das ist doch alles nicht mehr auszuhalten. meine verachtung ist unermesslich.

dann wähle doch „liste verachtung“.

KLAUSEN TRIFFT AUF HANNELORE KRAFT – LIVE–GEDICHTE VOM 10.4.2010, DÜSSELDORF, PHILIPSHALLE

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