Tagesarchiv: April 29, 2010

Erschüttert erlebt KLAUSENS Joschka Fischer in Düsseldorf an der Uni als Heinrich-Heine-Gastprofessor

klau|s|ens, du hast joschka fischer LIVE erlebt?

… und LIVE bedichtet: http://www.klausens.com/klausens-und-joschka-fischer.htm

und wozu soll das gut sein?

das frage ich mich jetzt auch, nachdem ich ihn erlebt habe.

wie denn? wo denn?

gastprofessur, düsseldorf, universität. heinrich-heine-gastprofessur: dreimal reden … und das war’s. 28. April, 1. Juni, 22. Juni: jeweils im konrad-henkel-hörsaal (= saal 3 A). gebäudetrakt 23.01.

und du warst gestern da?

ich war, alles war voll … und ich sah ihn LIVE.

und wie war er?

ich war erschüttert: nicht freches, nichts frisches, sondern der totale wechsel auf das staatsmännische imposant-helmut-schmidt-2-dumpf-gehabe.

wie geht das?

langsam reden, pausen machen, innehalten, langsam den finger heben, immer gewichtig rund gucken, und dann mit großen sorgenfalten unter der lesebrille hochschauen … und stets gewichtig reden, immer nur die honoratioren in den ersten beiden reihen angucken. und insgesamt eine total langweilige erscheinung abgeben. ohne kraft, ohne saft, ohne feuer. staatsmännisch eben. im alten klischee-stil – nicht im neuen obama-stil.

so ist fischer?

fischer hat nichts mehr vom sponti und vom taxifahrer. ihn langweilt das normale leben, er wird es kaum noch kennen … aber er strahlt auch selber keinerlei leben mehr aus.

aber er ist doch „staatsmann“.

diese attitüde ist ja so besonders langweilig. er redet wenig mehr, als in einem geschichtsbuch für sechstklässler steht, er lässt dann „europa“ oft fallen, sehr oft, zu oft … und dann kommt etwas „westfälischer frieden“ oder ein schuss „jalta“ … und dann wird das abgesteckt, was jedes halbwegs gebildete kind schon weiß.

und wie erfährt man seine „weltnähe“?

dann musst du einfließen lassen „letzte woche war ich in china“ oder „die asche hat mich in der ukraine erreicht“ oder „meine freunde in frankreich“ … und schon denken alle leute: wow, was der alles erlebt.

aber?

er hat nichts mehr mit GRÜN oder NEU oder LINKS oder ANDERS oder REBELLISCH oder KREATIV zu tun.

nichts?

nein: er ist ein ältlicher, dicklicher mann, dessen ausstrahlung sekündlich weniger wird, und der sich mit parlamentsvizepräsident thierse in einen wettkampf der denk- und sorgenfalten begeben könnte. fischer will „staatsmann“ sein und ist ein großer langweiler geworden. inhaltlich hatte er kaum „großes“ und „wichtiges“ beizutragen, außer mahnungen, einem bekenntis zu europa, dem dauerwort „europa“, und „euro“, und „transfermarkt“,  der angst vor dem neuen anti-griechenland-rassismus der BILD-zeitung usw. – dann einem lob für helmut kohl …. und noch einer mahnung an frau merkel, wegen griechenland und allem: es müsste dringend gehandelt werden. DRINGEND. so faszinierend regieren auch sei. man müsse eben dann auch unangenehme entscheidungen treffen. und die seien dann auch zu treffen. griechenland dürfe man nicht hängenlassen. im gegenteil: man müsste hier ganz schnell demonstrativ helfen.

so also war fischer.

so ist fischer. ich war doch überaus erschüttert.

erzählst du uns noch etwas?

vielleicht morgen. ich muss jetzt erst mal das SERIELLO fertigmachen: http://www.klausens.com/seriello-joschka-fischer.htm

und die LIVE-gedichte.

ja, ja, auch die. ich bin jedenfalls total erschüttert, über diese erscheinung, mit der ich gestern konfrontiert wurde: joschka fischer.

was heinrich heine zu ihm sagen oder klagen würde?!


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