Tagesarchiv: September 4, 2010

Am Kemnader See ist KLAUSENS bei der Kultur- und Kreativwirtschaft

klau|s|ens, was ist am kemnader see?

da stehen zelte! in witten ist das.

wieso?

weil es dort ein zeltfestival gibt, was aber morgen zu ende geht.

und weiter?

es gab dort in einem zelt auch noch eine tagung. am 3.9.2010.

welche tagung?

eine jahrestagung.

jahrestagung sind immer schön. man redet, man zeigt sich, man fährt (kaum beglückt, aber in dem gefühl etwas absolviert zu haben) nach hause.

aber es war dann immerhin eine „tagung“.

wie kreativ war man denn?

die vier bzw. fünf sessel standen vorne auf dem podium im zelt so in einer reihe, dass sich zwei menschen immer nach vorne beugen mussten, um sich zu sehen.

das ist wenig kreativ. wie kann man so die sessel aufstellen?!

der begriff „kreativ“ hat eben eine hohe relativität. man muss das genau beobachten: was reden die leute? und: was tun dann die leute?

und wer lud ein?

zu dieser „2. jahrestagung kultur- und kreativwirtschaft“?

ja, wer lud ein?

das war „ecce“.

wer ist „ecce„?

das ist wieder so ein konstrukt. ich kann dir das hier alles nicht in allen einzelheiten auslegen. es hat natürlich mit RUHR.2010 zu tun, mit den geldern und mit den „impulsen“. man muss eben auch wissen, wie man an die töpfe rankommt. dazu wären jetzt lange erläuterungen nötig. außerdem brauchte auch dortmund noch eine organisation. „ecce“ sitzt dort. und das „U“, die neue hyp-location in dortmund, soll ja auch inhalt haben. einer davon wäre dann „ecce“.

aber der direktor von ecce ist doch dieter gorny.

ja, jener gorny, von VIVA, der VIVA dann von köln nach berlin verscherbelt hat … und die kölner szene so ausdünnte. der jetzt aber im ruhrgebiet „mind-set-arbeit“ leistet. und professor ist er auch. an der FH düsseldorf. und vorsitzender des bundesverbandes der musikindustrie ist der auch. er ist der „thomas bach der kultur“: ein „organisatosaurus rex“.

der name kommt bestimmt von dir. so hat also jedes spiel seine akteure.

es geht um geld und posten. beides muss man „bespielen“. auch das ist eine form von kreativität.

der lärm?

der lärm im zelt? der von außen kam? also: das war grauslich. waren es flugzeuge? hubschrauber? autobahn? man wusste es nie genau. (ich überlegte auch, ob es eine musikinstallation war, die uns provozieren sollte.)

und?

das kreative bestand darin, dass keiner der herren vorne mal etwas zu diesem lärm gesagt hätte. alle hören lärm, dieser lärm stört — aber keiner sagt etwas. man zieht alles durch, als sei nichts. oder als sei es immer so.

das publikum?

auch nicht. sagte nichts.

und du?

ich bin „weltbeobachter“, da kann ich nichts sagen. denn wer sagt, kann nicht mehr beobachten. das ist leider so.

und wer war da?

also: ich hörte sprechen: peter grafe, referat kultur- und kreativwirtschaft, beim bundesstaatsminister für kultur und medien, formal: BKM, also beim „bundesbeauftragten für kultur und medien“, sitz: bonn, graurheindrofer straße. also zuarbeiter von bernd neumann. er, grafe, ist referatsleiter dort. K 16. kulturwirtschaft. und arbeitet letztendlich unter dem bundeskanzleramt, wo die kultur ja angesiedelt ist, in deutschland.

und?

dann den herrn von der EG: reinhard büscher, von der generaldirektion unternehmen und industrie, den vorsitzenden (head of unit, support for innovation, DG enterprise and industry). dazu muss man wieder wissen, wie das alles in brüssel so konstruiert ist.

das weißt du?

nein, nur grob: aber man kann sich einiges ja erschließen.

und dann gab es noch wen?

dann gab es denn herrn bernd fesel, der stellvertretender direktor von „ecce“ ist, also der vize von gorny, und der in der kultur immer auf vielen spielfeldern dabei ist.

und dann wurde geredet.

eben: wie das eben so ist: alle geben sich als „kreativ“ aus, aber das ganze wird dann doch meist beredet. diese veranstaltungen dienen eher der absicherung der eigenen position in der öffentlichkeit. man muss sich zeigen, es müssen „artikel“ produziert werden, man muss präsent sein … und so finden eben auch tagungen statt, die wieder „impulse“ geben sollen. aber im kern sind das riesige potemkinsche dörfer. — aber keiner sagt etwas, weil man sonst alles beschädigen würde. alle spielen brav mit, und dann wird auf den partys der nächsten monate immer von der „kreativen klasse ruhr“ geredet werden, die man auch herbeigezaubert hat. tja, so funktioniert die welt.

und du hast durch deinen blog(g)eintrag auch noch zu alledem beigetragen.

das ist der sarrazin-effekt: wenn man drüber berichtet, macht man das, was diese leute intendieren. wenn man sich aber nicht kritisch mit den dingen auseinandersetzt, ziehen die akteure ewig ihr „ding“ so durch, wie sie wollen. ein ewiger zwiespalt. (aber ich sprach nur vom „sarrazin-effekt“. ich wollte diese kultur-leute nicht und niemals in eine solche nähe bringen! das war ein kreativer ausrutscher. sorry!)

ich verstehe. und deine LIVE-gedichte?

… sind hier: KLAUSENS UND DIE JAHRESTAGUNG KULTUR- UND KREATIVWIRTSCHAFT.

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com