Tagesarchiv: April 22, 2011

Die Ruhe zum Karfreitag und KLAUSENS

klau|s|ens, du musst schön still sein.

wieso denn, zweitklausens?

heute ist doch karfreitag.

gewiss, der arme jesus und das kreuz und alles das. eine schaurige geschichte. gott soll zugesehen haben, wie man seinen sohn quälte. ich bitte dich! soll man das glauben? kann man daran glauben?

man kann an alles glauben. die geschichte der menschheit ist eine geschichte des glaubens (der seltsamsten dinge).

denkst du? also: glaubst du?

gewiss, man redet den menschen dieses ein … oder jenes, diese glauben dann, und dann funktioniert es bzw. es funktioniert ja nicht.

die siehst alles als irrsinn?

gewiss: die religionen sind konstrukte des menschen, irrsinnige konstrukte. aber sie entstammen den hirnen des menschen, …

… die von einem gott so konstruiert sei könnten!

wenn du daran glaubst!

soll ich nicht?

ist mir doch egal. auf jeden fall hat man den armen jesus so grässlich gequält.

ich weiß.

aber daran denken die christen heute … und auch die nichtchristen. in deutschland zumindest kann man kaum anders: KARFREITAG!

es ist einer eher ruhiger tag.

vieles ist doch verboten. das kommt von diesem gesetz.

na und?

ich sag ja nur. vieles ist verboten. eine ganze oper musste abgesagt werden, eine premiere, weil die heute nicht passt. die ist nicht feiertäglich genug. „madame butterfly“ im aalto-theater essen. das sagt die bezirksregierung düsseldorf in auslegung des gesetzes.

aber andere ja?

andere opern dürfen stattfinden. gewiss, eine komplexe materie. was dient der unterhaltung? was nicht?

und die kneipen, und die discos, und die partys? und die rockbands? und der lärm? und der fußball? die kinos? alle feste? straßenfeste?

lies doch selbst: § 6 + § 7aus dem feiertagsgesetz aus NRW. die bundesländer haben ja alle gesetze zu den feiertagen und sonntagen. und karfreitag ist eben besonders.

„Bekanntmachung
der Neufassung des Gesetzes
über die Sonn- und Feiertage

(…)

§ 6 (Fn 4)
Stille Feiertage

(1) Am Volkstrauertag sind zusätzlich verboten:

1. Märkte, gewerbliche Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen von 5 bis 13 Uhr,

2. sportliche und ähnliche Veranstaltungen einschließlich Pferderennen und -leistungsschauen sowie Zirkusveranstaltungen, Volksfeste und der Betrieb von Freizeitanlagen, soweit dort tänzerische oder artistische Darbietungen angeboten werden, von 5 Uhr bis 13 Uhr,

3. der Betrieb von Spielhallen und ähnlichen Unternehmen sowie die gewerbliche Annahme von Wetten von 5 Uhr bis 13 Uhr,

4. musikalische und sonstige unterhaltende Darbietungen jeder Art in Gaststätten und in Nebenräumen mit Schankbetrieb von 5 Uhr bis 18 Uhr,

5. alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen einschließlich Tanz von 5 Uhr bis 18 Uhr.

(2) Am Allerheiligentag und am Totensonntag sind zusätzlich verboten:

alle in Absatz 1 genannten Veranstaltungen von 5 Uhr bis 18 Uhr.

(3) Am Karfreitag sind zusätzlich verboten:

1. alle in Absatz 1 genannten Veranstaltungen bis zum nächsten Tag 6 Uhr, mit Ausnahme der Großmärkte, die bis zum nächsten Tag 3 Uhr verboten sind,

2. alle nicht öffentlichen unterhaltenden Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen bis zum nächsten Tag 6 Uhr,

3. die Vorführung von Filmen, die nicht vom Kultusminister oder der von ihm bestimmten Stelle als zur Aufführung am Karfreitag geeignet anerkannt sind, bis zum nächsten Tag 6 Uhr,

4. Veranstaltungen, Theater- und musikalische Aufführungen, Filmvorführungen und Vorträge jeglicher Art, auch ernsten Charakters, während der Hauptzeit des Gottesdienstes.

(4) Bei Rundfunksendungen ist während der Zeit von 5 Uhr bis 18 Uhr (Absätze 1 und 2) und von 0 Uhr bis zum nächsten Tag 6 Uhr (Absatz 3) auf den ernsten Charakter der stillen Feiertage Rücksicht zu nehmen.

§ 7 Sonstige Verbote

§ 7
Sonstige Verbote

(1) Am Gründonnerstag ist ab 18 Uhr öffentlicher Tanz verboten.

(2) Auf den Vorabend des Weihnachtstages finden ab 16 Uhr § 5 Abs. 1 Buchstabe a und § 6 Abs. 1 sinngemäß Anwendung.“

puh, viel stoff. aha, ich verstehe. dann sollten wir also wohl auch ruhig sein.

im blog(g)?

vielleicht hätten wir heute nicht schreiben dürfen.

wieso?

es ist zu „laut“, so ein blog-eintrag ist zu laut.

findest du?

ich weiß es nicht. psssssst!

was denn?

leise! psssst!

meinst du?

gewiss, da hier ist schon zu laut. pssssst! wir müssen ganz leise sein.

gut, gut. ich schweige.

dann mach doch.

tue ich doch.

aber du redest noch.

weil du nicht schweigst.

ich muss den blog-eintrag doch zu ende bringen.

und ich nicht?

dann mach doch!

was denn?

sei still!

wofür denn?

für jesus!

ich denke, an den glauben wir nicht.

ist doch egal, so ein anderer tag im jahr ohne alles tralala ist doch mal ganz schön.

einfach so?

ja, karfreitag als einfach-so-tag. ein tag, der einfach mal etwas anders ist. so argumentieren schon einige von der kirche: einfach mal ein anderer tag mit innehalten. ohne lärm.

just for fun?

warum nicht?

aber jesus hat doch am kreuz gelitten.

oh, tut mir leid. ich habe mich vergaloppiert.

du ochse!

galoppieren tun eher pferde.

dann sei doch mal still, du esel!

bin ich doch: pssssssst!

ja: thanks god, it is „karfreitag“. wir schweigen jetzt.

es heißt ja auch: keine unterhaltung!

dann dürfen wir überhaupt nicht reden.

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

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