Tagesarchiv: Mai 20, 2011

Vom Büchnerpreis von/an F. C. DELIUS profitiert KLAUSENS

klau|s|ens, was hast du von dem preis für ihn?

ich habe mal ein LIVE-gedicht geschrieben, zu ihm, über ihn.

und nun?

nun wird dieses gedicht an wert zulegen.

automatisch?

automatisch!

auch wenn es schlecht ist?

literatur funktioniert nicht immer nach gut und schlecht. oft, allzuoft … funktioniert sie nach wert, nach medienwert, nach promiwert, nach skandalwert, nach verkaufswert.

aha, so ist das mit der literatur.

dachtest du, alles ist echt und wahr und fair?

ist das nicht so?

denkst du nicht, dass ein jemand oder eine jemand auch mal „dran“ ist?
so wie belmondo in cannes dran ist?

und nun bist du dran?

ich? nein, aber ich profitiere davon, dass DELIUS dran ist.

mit diesem gedicht?

es wäre besser, ich hätte viele zu ihm. aber ich glaube, ich habe nur eines.

und das steigt und steigt.

ja, sie sollen noch oft von F.C.DELIUS berichten, weil ich dann immer mit profitiere.

erst dein gedicht, und dann du.

ja, zweitklausens, aber es sind unsere gedichte als aktien, sie steigen, also profitieren auch wir beide.

das ist gewiss schön.

ja, das ist gewiss schön.

DELIUS bekommt den preis und wir schreien „hurra!“..
dabei sind wir ganz eigennützig!

nein, nein, wir haben ein großes herz: wir sind uneigennützig und gönnen DELIUS das, aber wir wissen auch, ganz uneigennützig, dass das alles uns nutzt.

du möchtest dich über die berechtigung des preises an DELIUS äußern?

nein, ich möchte mich ungern über andere schriftsteller äußern. wir sind eine klasse oder gar kaste, wir gehören letztlichendlich zusammen und müssen auch zusammenhalten. äußern (bzw. schweigen) sollen (sich) die sowieso nervigen literaturkritiker und innen.

was wäre deine heutige tageslosung?

für alle schriftsteller, die von dem büchnerpreis an DELIUS profitieren wollen? und sollen? „zeile, zeile, du musst wandern“ – tageslosung klau|s|ens 20. mai 2011, obwohl die bekanntgabe ja schon vorher war.

dafür war dein LIVE-gedicht LIVE zu DELIUS.

gewiss, gewiss. unser gedicht! unser gemeinsames gedicht, zweitklausens. aber die location in bonn gibt es so nicht mehr. es wurden andere räume angemietet. und die damalige leiterin des hauses der literatur und sprache in bonn ist mittlerweile verstorben.

mensch, da wird einem ja ganz anders.

gewiss, es geht auch um das thema der andauernden vergänglichkeit, und ob schriftsteller/-innen sich dem vergänglichen / der vergänglichkeit wirklich erfolgreich entgegensetzen können.

können sie?

wenn preise als solche zu betrachten sind, als nicht-vergänglichkeiten …

sag mal, wer dann der büchnerpreisträger vom letzten jahr?

moment, da müsste ich mal nachdenken oder nachzählen oder was eigentlich?

MATHEMATISCHE DILEMATA

Bildnis des Dichters als fragwürdige Existenz

-Ausgerechnet sie

schritt über den Tiber

-Ausgerechnet er

liest uns das hier vor

-Ausgerechnet mir

fällt nichts dazu ein

-Zahllos bleiben die Fragen

12.10.2006, Donnerstag, LIVE geschrieben, von Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, Haus der Literatur der Sprache, Bonn, Lennéstr. 46, bei der Lesung von Friedrich C.Delius, http://www.fcdelius.de, aus „Das Bildnis der Mutter als junge Frau“. Moderation durch Karin Hempel-Soos

© Klau|s|ensĦķΩ7 Klau’s’ens=Klau(s)ens=Klausens=Klau|s|ens

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com