Monatsarchiv: Juli 2011

Seine DSL-Verbindung testet KLAUSENS

klau|s|ens, wie schnell sind wir?

wir sind eher nicht so schnell. wir haben nur DSL 6000. es gibt ja mehr DSL. höheres DSL. tolleres DSL.

nur 6000 haben wir?

ja, ja, nur. wir können nur haben, was wir auch bestellen und bezahlen. wir haben nur DSL 6000. aber dieses DSL läuft dann „im grünen bereich“. es ist „perfekt“, sagt der test, wobei DSL-upload und DSL-download nicht das gleiche sind.

nein?

nein. einmal ist es, was du rausschickst aus deinem computer. und das andere mal, wie schnell es reinkommt, in deinen computer, z.b. wenn du dir ein video aus dem internet in deinen computer reinladen willst.

up and down?

ja, und beides ist „perfekt“ bei uns, allerdings nur im bereich DSL 6000. da ist der upload nur 10 x so schnell wie der download. das ist leider so. leider, leider. aber in diesem „leider“ sind wir dennoch „perfekt“.

ach, das lässt mich besser fühlen.

ja, mich auch. die daten, die wir jetzt schreiben, die gehen dann angemessen und ordentlich hinaus in die welt. auch wenn wir nur DSL 6000 haben.

wovon berichten wir heute?

wie schnell unsere daten in die welt gehen.

wie schnell ist das?

siehe doch selbst. wir haben es mit dem programm einer großen computerzeitschrift getestet. wir sind „gut aufgestellt“.

ach, das beruhigt mich.

mich auch. früher fragte man immer: „wie viel PS hat dein auto?“

und heute?

„wie viel DSL hast du? und kommen die auch wirklich durch das kabel?  bekommst du also auch das, was angeblich von deinem INTERNET-anbieter bzw. -provider geliefert wird?

bekommen die menschen denn eigentlich auch ihre worte angemessen von uns? halten denn auch wir als wort-provider, was wir versprechen?

oh ja, wir liefern! – sie, die menschen,  müssen dann nur noch austesten, wie sinnhaft das ist, was wir schreiben. und wie wichtig.

MEIN DSL

Huuuuuuuuuuiiiiiiiiiiiiii!

Die Daten gehen hier rein
Und kommen da auch raus

So lebt der schnelle Mensch

Mit Internet  fast wie ’ne
Flasche im Saus‘ und Braus‘

Berauscht von der Geschwindigkeit

Sich jeder Sinn im Un verbreit‘ [RÜLPS]

Pfuuuuuuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!

Das macht uns gar nichts aus.

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klausens oder Klau&s&ens oder Klau“s“ens, geschrieben am 30.7.2011, Samstag, in Königswinter-Oberdollendorf

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Für die ständige Dichtemessung der Liebesschlösser-Dichte an der Hohenzollernbrücke in Köln ist KLAUSENS

klau|s|ens, man sieht jetzt überall auf der welt diese schlösser, diese vorhängeschlösser. man schließt sie zu zweit ab … und dann ist man auf immer und ewig verliebt. so die denke.

man? meistens ja wohl mann und frau.

der schlüssel soll dann versenkt werden. im wasser.

das ist die idee, die liebe soll ewig sein, alles kam von italien nach deutschland hinüber, hörte ich … und jetzt ist es (auch) eine deutsche massenbewegung.

aber in köln an der hohenzollernbrücke dürfte sie in deutschland am stärksten und bekanntesten sein, diese bewegung. also: diese mode.

ja, das kann man vermuten. aber auch in kleinklickersdorf könnte es so etwas geben. es müsste nur jemand die gitter aufstellen, woran man die schlösser machen könnte.

mittlerweile gibt es auch die namen von toten.

auch das: die idee der liebe des liebespaares ist erweitert worden. nun haben wir auch elemente des friedhofes.

seltsam.

wieso? auf den friedhöfen werden gräber geräumt und geräumt, dann sind die menschen weg, und die leute weg, und die namen weg. vielleicht halten die schlösser länger als dreißig jahre.

du willst aber nun die dichte messen, in köln. wieso?

ich denke, dass die zahl der schlösser so rasant zunimmt und weiter zunimmt, das an einigen stellen der brücke das gitter nicht mehr erkennbar ist.

sondern?

es sind nur noch die schlösser erkennbar. aber nicht mehr als einzelne schlösser. eher als material. die schlösser bilden also fast schon ein gewebe oder einen teppich, der wie etwas eigenes nun wirkt.

für dich ist das kunst!

für uns, zweitklausens. diese schlösser sind ein kunstwerk, und die dichtemessung soll die rasante veränderung des flächen-leer-verhältnisses dokumentieren. die dichtemessung wäre dann wiederum ein kunstwerk.

aber wozu?

wozu die schlösser? wozu die kunst? wozu die welt? wozu das leben? – alles ist per se ziemlich sinnlos, aber der mensch gibt den dingen einen sinn, indem er spiele erfindet.

welches spiel hat der mensch denn erfunden?

diese schlösser eben. schnapp, schnapp, schnapp. es werden mehr und mehr und mehr … und eines tages gibt es vielleicht keine hohenzollernbrücke mehr.

nein, was denn dann?

nur noch ein einziges (nicht mehr sichtbares) stahlgerüst, welches über und über mit schlössern besetzt ist, sodass wir nachher nicht einmal die züge erkennen, wenn sie über diese brücke in köln fahren.

und das fändest du gut?

aber ja, aber ja. es wäre das erste mal, dass das schließen des schlosses zugleich eine neue welt eröffnet. (aber eigentlich hat sie das jetzt schon.) „schließen eröffnet die welt!“, wäre der slogan.

du weißt aber, dass hinter allem auch die vorhängeschlossherstellungsindustrie stecken kann?!

jetzt mach‘ doch nicht alle meine visionen wieder kaputt!

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Mit immer weniger Erkenntnissen zum Schrecken in Norwegen bleibt KLAUSENS

klau|s|ens, je mehr man erfährt, desto weniger weiß man.

der anwalt plädiert auf geisteskranheit bei jenem attentäter. es scheint seiner überzeugung nach den ersten gesprächen mit dem mann zu entsprechen.

zugleich aber wissen alle, dass der wahnsinn eines einzeln dennoch mit der gesamtheit des ganzen in verbindung steht.

einer tut das, was in der luft des ganzen liegt. amokläufer und attentäter reagieren vielleicht sehr stark auf schwingungen. aber erklärt wird damit dann eigentlich doch nichts.

man redet jetzt über seine vernetzung im internet und über politische neonazistische plattformen im internet.

gewiss, aber bei den aufständen in den arabischen ländern hat man das internet dafür gelobt, dass es freiheit und demokratie nach vorne gebracht hat. das internet wird aber genauso von kräften der unfreiheit und der diktatur gebraucht werden können. man darf sich keine scheinwelten zimmern.

das böse lauert überall.

„das böse“ ist eine so perfide vereinfachung, dass ich diese nicht mitmachen kann. der wahn wohnt in vielen menschen. auch unbescholtene bürger ticken bisweilen aus und bringen ihre schwester um. es gibt allerlei unerklärliche dinge auf der welt.

die welt ist ein überaus komplexes system, die welt der menschen erst recht.

das macht alles so verdammt schwer. man braucht umgangsfomen, die es allen ermöglich zu leben. das zeichnet eine kultur aus, wenn sie das schafft.

und?

wir in europa scheinen es nicht (mehr?) zu schaffen. denn immer wieder schwappt die soße von gewalt und hass in unsere gesellschaften. beteiligt sind wir letztlich alle.

auch wenn wir nicht fanatisch und rechts und gemein und ausländerfeindlich denken?

man muss es fast befürchten. ja. – man muss befürchten, dass wir alle dazu beitragen, dass es dann diese verformungen bei einzelnen menschen gibt, die dann zu solchem schrecken für alle führen.

menschen sprengen sich ja heutzutage allzuoft selber gleich mit in die luft, um andere dann dabei massenhaft zu töten. der „selbstmordattentäter“ ist fast schon gängig geworden, wenn man die nachrichten verfolgt.

es findet eine entwertung der idee von „leben“ und „am leben sein“ statt. als hätte diese grundkonstante des menschseins jede berechtigung verloren. so hebt sich der mensch dann als mensch selber auf. er hält sich sogar selber für so unwichtig, dass er „draufgehen“ kann.

aber der mann aus norwegen ist nicht „draufgegangen“.

er hatte es aber offenbar eingeplant und einkalkuliert.

er hat aber überlebt.

damit hat er ja eine vorlage an alle terroristen aller lager gegeben: seht, man kann so grausam sein … und dennoch selber überleben.

er gibt so auch radikal-muslimischen attentätern nachhilfe-unterricht in der bestmöglichen form von hinterhältigen anschlägen.

das ist ja das, was wir schon ansprachen: der mann meint, jenes zu bekämpfen, und befördert genau dieses. seine totale unlogik  hat noch ganz viele seltsame zusatzunlogiken in sich. man kann  dieses hirn nicht erfassen, man kann es schon gar nicht kapieren.

aber er ist teil unserer gesellschaft.

ja, aus unserem schoße kommt auch das so grausame ständig neu hervor. auch das ist ein teil vom wesen des menschseins: grausam, widerwärtig, abscheulich, unerklärlich.

deshalb sagen ja terroristen aller farben und dogmen: dann können wir diesen typus menschen ja auslöschen. durch attentate. wenn er so ein komisches wesen ist!

es scheint so. leider, leider. und es wird ewig so weitergehen. ewig.

das sind keine guten aussichten.

aber irgendein gott, an den wir selber nicht glauben, scheint es ja unbedingt zu wollen, dass die welt so bescheuert ist.

vielleicht mag dieser gott einfach nur manche symbole der attentäter. und er möchte diese immer wieder mal sehen, so wie in diesen tagen das tempelritterkreuz, welches der attentäter von norwegen mit seinem tun „besetzte“. es war ja auf blatt eins seines kruden manifestes.

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Mit ein paar Gedanken zum Schrecken in Norwegen äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, was für ein schrecken!

man kann es sich nicht ausmalen, wie hunderte (auch noch sehr junge) menschen um ihr leben laufen und laufen und laufen – und eine stunde lang schießt ein mann alles tot, was ihm unter die waffen kommt. unvorstellbar! aber offenbar passiert!

das geht über einiges hinaus, was man sich sonst so vorstellen muss, wenn man die verbrechensmeldungen der welt liest.

dieser mann will „unsterblich“ werden, indem er so viele andere dahinmordet. es sind immer diese expliziten widersprüche in allem „denken“ solcher leute.

da ist dann die idee der „rettung“ der welt. überall gibt es menschen, die die welt retten wollen.

dann ist es auch seltsam, dass wieder mal das wort „marxismus“ als wort des schreckens auftaucht. der marxismus als angstwort ist in den letzten jahren kaum noch in der öffentlichkeit zu vernehmen gewesen, weil er sich aus den regierungen der welt eher verabschiedet hatte. nun wird der marxismus wieder mal den armen sozialdemokraten zugeordnet.

zugleich ist es seltsam, dass jemand so offen ausländerfeindlich ist, aber den anschlag nicht dezidiert auf eine ausländische gruppe ausübt, sondern offenbar auf eine breit gestreute, breit gemischte gruppe. junge sozialdemokraten.

dann geht es ihm auch darum zu zeigen, was ein mann oder ein mensch „schaffen“ kann. eine ganze regierung mit bomben fast aushebeln und dann noch ein zweites attentat in nahkämpfermanier.  das ist schon unglaublich! ein mann alleine!

damit gibt er eine steilvorlage für alle terroristen dieser welt.

eben: egal, welche fanatiker es geben mag, sie könnten sich alle unter dem „bund der fanatiker“ zusammenschließen, wobei dann christliche oder muslimische oder andere fundamentalisten gedanklich nur noch eine gruppe sind. alle bekämpfen sich angeblich in ihren gedankengebäuden, sind aber letztlich teil EINER gruppierung. (das aber ist ihnen natürlich nicht klar.) auch muslimische attentäter werden von dem norweger „lernen“. es wird alles immer schlimmer und schlimmer. die religion heißt eigentlich bei allen „terror und schrecken und (ohn)macht“.

sie sind dann immer auch extreme fundamentalisten. sie meinen, dieses oder jenes zu schützen, schützen zu müssen, vor jeweils anderen ideologien oder religionen …

… aber sie stehen letztlich gemeinsam unter einem großschirm des wahnsinns, der ihr vermeintlich „weltverbesserndes“ oder sollte man sagen „weltverbesserisches“ tun begleitet.

anders behring breivik, der täter, will bewundert werden und als retter gelten. als retter und ritter. als tempelritter.

auch das ist dann wieder typisch: alles, was in der geschichte war, wird wieder aufgegriffen. immer wieder werden mythen und figuren der geschichte neu beseelt, weil sie den eigenen phantasien dienlich sind. so lebt alles weiter. (das grab von rudolf hess lebte ja auch als real besuchte „idee“ weiter, bis man es in diesen tagen auflöste und den leichnam verbrannte.)

er soll auch computerspiele wie „modern warfare“ gespielt haben, die ihm dann für seine grausige massenattacke zum übungsset wurden.

gewiss, die neuen medien (computer/internet) sind in diesen zusammenhängen die „innovation“ gegenüber den weltkämpfern früherer tage. computerspiele nutzen sie, neben den eher klassischen schusswaffen, oder auch das internet samt FACEBOOK und TWITTER. auch das alles instrumentalisieren sie, um den propagandaeffekt zu verstärken. dann hat er auch das unglaubliche 1500 seiten starke „manifest“ per mail verschickt. elektronisch.

und er hat geschafft, was er schaffen wollte.

auch das ist wahr. man redet über ihn und seine abscheuliche tat. aber: würde es besser werden, wenn man nicht darüber redete? oder schriebe?

wie meinst du?

muss man nicht immer über den humus reden, auf dem solche taten gedeihen?

was wäre der humus?

diese starke rechtspopulistische verschiebung, die wir in fast allen ländern europas beobachten können. die angst vor dem fremdem. die angst vor dem multikulturalimsus. daraus resultierend hassparolen der schlimmsten art, z.b. gegen den islam. auf diesem hass-humus gedeihen solche täter.

sie sind nicht allein?

auch wenn sie allein handeln, so führen sie teilweise das aus, was an stimmungen in der luft liegt.

so siehst du es?

man muss es bedenken: immer wenn sich die gesellschaften im hass und rassismus hochpeitschen, kommt es irgendwann zu solchen anschlägen. immer. – alle, die hass predigen, ob so oder so, tragen dazu bei, dass es zu solchen exzessen kommt. der hass sucht sich dann seine täter.

der täter von norwegen übersteigt in seiner dimension vieles, was wir bislang bei einem einzigen menschen an direkter verbrechenskapazität für möglich hielten. (also nicht das ferne planen am schreibtisch, sondern das aktive selber tun.)

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Ein SERIELLO zur Loveparade stellt KLAUSENS ins Netz

klau|s|ens, heute am jahrestag stellt du das SERIELLO ins netz?

es zeigt etwas von der wut und betroffenheit vieler menschen. es wurde am 14.8.2010 in duisburg erstellt, also circa 3 wochen nach dem schrecklichen unglück. http://www.klausens.com/seriello-loveparade-poster-kondolenz-wut.htm

was zeigt es?

es ist ein poster, welches das LOVEPARADE-team aufhängen ließ, direkt am tunnel hing es an einer wand.

und dann?

nun siehst du, wie dieses poster von denen, die dorthin kamen, bearbeitet wurde. unzählige schriften und beschriftungen, auch wieder verblasst, dann neues darüber. ein sehr intensives dokument. wir haben es in die kunst überführt.

du hast es festgehalten.

wir, zweitklausens, wir.

aber nur an jenem 14.8.2010?

eben: es ist ein ausschnitt aus der zeit der trauer und verarbeitung. wir wissen nicht, wann das poster aufgehängt wurde, wir wissen nicht, wie es 6 wochen nach dem unglück ausgesehen hat. wir wissen nicht, wie lange es dort hing.

wir dokumentieren nur den zustand von 3 wochen nach dem unglück.

genau so. und heute, am jahrestag der katastrophe, stellen wir dieses SERIELLO ins netz. zum gedenken an die opfer. an die toten. an die verletzten und traumatisierten. und an alle so oder betroffenen. und als wutschrei über verantwortliche, die keine konsequenzen ziehen.

der bürgermeister sauerland ist immer noch im amt.

ja, man mag es nicht glauben. aber auf dem poster siehst du schon, dass es eine online-petition zur abwahl von sauerland gab. schon unmittelbar nach der katastrophe gab es diese empörung über das verhalten der verantwortlichen. sie wird weiter andauern.

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Die Entblätterung eines alten (vorher verkleisterten) Hauses in Oberdollendorf sieht KLAUSENS

klau|s|ens, sie befreien ein haus von seiner alten fassade.

ja, an der kreuzung cäsariusstraße / malteserstraße / grüner weg.

nun kann das haus wieder haus sein!

man hatte früher die idee, wir machen was davor, und dann haben wir besser geheizt. da wurde vieles verschandelt. die eifel ist heute noch voll dieser untaten.

die idee ist ja nicht falsch, aber was man früher alles vor die fassaden machte! also …

seltsame platten, asbest, eternit, kacheln … allerlei zeug. oft sah es grauslich aus … und oft war es noch giftig.

heute ist alles anders.

das siehst du aber optimistisch. ich sehe auch heute noch verschandelte häuser, häuser, die im jahr 2011 neu verschandelt werden.

wirklich?

allein die vielen kuntstoff-fenster verschandeln so viele altbauten. auch alufenster, aber heute nimmt man ja lieber kunststoff-fenster.

das findest du grauslich?

vieles auf der welt ist grauslich, aber das unfeingefühl für baustoffe und verkleidungen und fassaden – das ist eine kleine grauslichkeit des lebens.

aber für dieses haus in oberdollendorf wird nun alles besser.

das wissen wir nicht.

wieso?

wir wissen nicht, was jetzt davorkommt, vor die fassade. denn dämmen werden sie ja wohl wollen. dabei gibt es nicht schöneres als den dunklen putz früherer zeiten, der dann nicht gestrichen wird. den findet und sieht man noch ganz selten.

aber du denkst, es wird anders werden?

ja, wir müssen mal abwarten. auch hinsichtlich der fenster. sind die nicht schon verändert? waren die nicht schon vorher verändert? sind nicht unsensible, neue fenster schon eine schlimme verschandelung alter architektur? — also ich denke: wenn etwas altes abkommt, was ein haus verschandelte, dann gibt es noch keine gewissheit, dass das neue dann weniger verschandelt.

… worüber sich gewiss streiten lässt.

jetzt kommst du wieder mit „geschmack“ und „lässt sich streiten“. aber wenn „geschmack“ meint, ich fahre nach OBI oder BAUHAUS oder KNAUBER … und kaufe mal billig ein, und das klatsche ich dann vor die fassade … dann kann man den „geschmack“ auch wieder vergessen.

eigentlich ist die welt voller hässlichkeit.

das meiste aber kommt vom menschen, wenn er „effizient“ sein will, und alles „sauber“ haben will, und „pflegeleicht“ und „wärmedämmend“.

dann sollte man „dem menschen“ fast alle seine architekten und bauträger entziehen.

ja, das wäre eine idee: aber die privatleute denken ja oft genauso. das ist eine allianz des schreckens!

niemand hat etwas für ästhetik über.

doch, doch, aber es sind deutlich weniger als die andere gruppierung, die die städte und dörfer ohne sinn und verstand zerstört: funktionaldenker, kaltherzen, spießer, sparer, kleinbürger, kleingeister, saubermänner/sauberfrauen. kommunalbeamte, etc.

warten wir ab, was sie aus diesem haus in oberdollendorf machen.

 

ja, warten wir ab. – keiner soll sagen, klau|s|ens und zweitklausens hätten nicht vor der immer weiter zunehmenden hässlichkeit der welt gewarnt.

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KLAUSENS sieht die Welt mit Linien und mit kleinen Brüchen

klau|s|ens, was ist welt?

das, was man sieht.

sieht man alles?

nein, aber die menschen glauben sehr oft, alles zu sehen.

und du?

ich glaube es auch, und weiß, dass es nicht stimmt. nichts stimmt! – ich sehe die ordnung der linien, aber ich sehe auch die brüche.

es ist unser kunstwerk.

ja, es ist unser kunstwerk: „linien und kleine brüche“ vom 21.7.2011.

es ist höchste philosophie.

ja, zweitklausens … und reine, klare erkenntnis der welt. wie eine revolution erschüttert unser bild die erträumte wirklichkeit.

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