Tagesarchiv: Juli 27, 2011

Mit immer weniger Erkenntnissen zum Schrecken in Norwegen bleibt KLAUSENS

klau|s|ens, je mehr man erfährt, desto weniger weiß man.

der anwalt plädiert auf geisteskranheit bei jenem attentäter. es scheint seiner überzeugung nach den ersten gesprächen mit dem mann zu entsprechen.

zugleich aber wissen alle, dass der wahnsinn eines einzeln dennoch mit der gesamtheit des ganzen in verbindung steht.

einer tut das, was in der luft des ganzen liegt. amokläufer und attentäter reagieren vielleicht sehr stark auf schwingungen. aber erklärt wird damit dann eigentlich doch nichts.

man redet jetzt über seine vernetzung im internet und über politische neonazistische plattformen im internet.

gewiss, aber bei den aufständen in den arabischen ländern hat man das internet dafür gelobt, dass es freiheit und demokratie nach vorne gebracht hat. das internet wird aber genauso von kräften der unfreiheit und der diktatur gebraucht werden können. man darf sich keine scheinwelten zimmern.

das böse lauert überall.

„das böse“ ist eine so perfide vereinfachung, dass ich diese nicht mitmachen kann. der wahn wohnt in vielen menschen. auch unbescholtene bürger ticken bisweilen aus und bringen ihre schwester um. es gibt allerlei unerklärliche dinge auf der welt.

die welt ist ein überaus komplexes system, die welt der menschen erst recht.

das macht alles so verdammt schwer. man braucht umgangsfomen, die es allen ermöglich zu leben. das zeichnet eine kultur aus, wenn sie das schafft.

und?

wir in europa scheinen es nicht (mehr?) zu schaffen. denn immer wieder schwappt die soße von gewalt und hass in unsere gesellschaften. beteiligt sind wir letztlich alle.

auch wenn wir nicht fanatisch und rechts und gemein und ausländerfeindlich denken?

man muss es fast befürchten. ja. – man muss befürchten, dass wir alle dazu beitragen, dass es dann diese verformungen bei einzelnen menschen gibt, die dann zu solchem schrecken für alle führen.

menschen sprengen sich ja heutzutage allzuoft selber gleich mit in die luft, um andere dann dabei massenhaft zu töten. der „selbstmordattentäter“ ist fast schon gängig geworden, wenn man die nachrichten verfolgt.

es findet eine entwertung der idee von „leben“ und „am leben sein“ statt. als hätte diese grundkonstante des menschseins jede berechtigung verloren. so hebt sich der mensch dann als mensch selber auf. er hält sich sogar selber für so unwichtig, dass er „draufgehen“ kann.

aber der mann aus norwegen ist nicht „draufgegangen“.

er hatte es aber offenbar eingeplant und einkalkuliert.

er hat aber überlebt.

damit hat er ja eine vorlage an alle terroristen aller lager gegeben: seht, man kann so grausam sein … und dennoch selber überleben.

er gibt so auch radikal-muslimischen attentätern nachhilfe-unterricht in der bestmöglichen form von hinterhältigen anschlägen.

das ist ja das, was wir schon ansprachen: der mann meint, jenes zu bekämpfen, und befördert genau dieses. seine totale unlogik  hat noch ganz viele seltsame zusatzunlogiken in sich. man kann  dieses hirn nicht erfassen, man kann es schon gar nicht kapieren.

aber er ist teil unserer gesellschaft.

ja, aus unserem schoße kommt auch das so grausame ständig neu hervor. auch das ist ein teil vom wesen des menschseins: grausam, widerwärtig, abscheulich, unerklärlich.

deshalb sagen ja terroristen aller farben und dogmen: dann können wir diesen typus menschen ja auslöschen. durch attentate. wenn er so ein komisches wesen ist!

es scheint so. leider, leider. und es wird ewig so weitergehen. ewig.

das sind keine guten aussichten.

aber irgendein gott, an den wir selber nicht glauben, scheint es ja unbedingt zu wollen, dass die welt so bescheuert ist.

vielleicht mag dieser gott einfach nur manche symbole der attentäter. und er möchte diese immer wieder mal sehen, so wie in diesen tagen das tempelritterkreuz, welches der attentäter von norwegen mit seinem tun „besetzte“. es war ja auf blatt eins seines kruden manifestes.

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