Tagesarchiv: Juli 29, 2011

Für die ständige Dichtemessung der Liebesschlösser-Dichte an der Hohenzollernbrücke in Köln ist KLAUSENS

klau|s|ens, man sieht jetzt überall auf der welt diese schlösser, diese vorhängeschlösser. man schließt sie zu zweit ab … und dann ist man auf immer und ewig verliebt. so die denke.

man? meistens ja wohl mann und frau.

der schlüssel soll dann versenkt werden. im wasser.

das ist die idee, die liebe soll ewig sein, alles kam von italien nach deutschland hinüber, hörte ich … und jetzt ist es (auch) eine deutsche massenbewegung.

aber in köln an der hohenzollernbrücke dürfte sie in deutschland am stärksten und bekanntesten sein, diese bewegung. also: diese mode.

ja, das kann man vermuten. aber auch in kleinklickersdorf könnte es so etwas geben. es müsste nur jemand die gitter aufstellen, woran man die schlösser machen könnte.

mittlerweile gibt es auch die namen von toten.

auch das: die idee der liebe des liebespaares ist erweitert worden. nun haben wir auch elemente des friedhofes.

seltsam.

wieso? auf den friedhöfen werden gräber geräumt und geräumt, dann sind die menschen weg, und die leute weg, und die namen weg. vielleicht halten die schlösser länger als dreißig jahre.

du willst aber nun die dichte messen, in köln. wieso?

ich denke, dass die zahl der schlösser so rasant zunimmt und weiter zunimmt, das an einigen stellen der brücke das gitter nicht mehr erkennbar ist.

sondern?

es sind nur noch die schlösser erkennbar. aber nicht mehr als einzelne schlösser. eher als material. die schlösser bilden also fast schon ein gewebe oder einen teppich, der wie etwas eigenes nun wirkt.

für dich ist das kunst!

für uns, zweitklausens. diese schlösser sind ein kunstwerk, und die dichtemessung soll die rasante veränderung des flächen-leer-verhältnisses dokumentieren. die dichtemessung wäre dann wiederum ein kunstwerk.

aber wozu?

wozu die schlösser? wozu die kunst? wozu die welt? wozu das leben? – alles ist per se ziemlich sinnlos, aber der mensch gibt den dingen einen sinn, indem er spiele erfindet.

welches spiel hat der mensch denn erfunden?

diese schlösser eben. schnapp, schnapp, schnapp. es werden mehr und mehr und mehr … und eines tages gibt es vielleicht keine hohenzollernbrücke mehr.

nein, was denn dann?

nur noch ein einziges (nicht mehr sichtbares) stahlgerüst, welches über und über mit schlössern besetzt ist, sodass wir nachher nicht einmal die züge erkennen, wenn sie über diese brücke in köln fahren.

und das fändest du gut?

aber ja, aber ja. es wäre das erste mal, dass das schließen des schlosses zugleich eine neue welt eröffnet. (aber eigentlich hat sie das jetzt schon.) „schließen eröffnet die welt!“, wäre der slogan.

du weißt aber, dass hinter allem auch die vorhängeschlossherstellungsindustrie stecken kann?!

jetzt mach‘ doch nicht alle meine visionen wieder kaputt!

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