Tagesarchiv: August 11, 2011

Die Plünderungen in Großbritannien als die immer selben Prozesse erlebt KLAUSENS

klau|s|ens, ein funke genügt und die steppe brennt.

„die steppe“ … das sind städte bzw. stadtteile.

aber brennen taten sie doch, diese straßen in den städten! also häuser und gebäude und geschäfte.

man drängt die probleme (vermeintlich) zurück, indem man sie nicht sieht. sie sind aber dann doch da.

es brütet immer etwas vor sich hin.

das ist das soziale. man treibt die menschen in die armut und ist stolz darauf. von seiten der politik.

man baut alles ab, was fördern und helfen könnte. man „spart“ auf kosten der unterprivilegierten bevölkerung. alle sparprogramme haben zuerst die unteren schichten im blick.

zudem lässt man ganze stadtteile verwahrlosen. man wehrt sich nicht dagegen.

man lässt durch planvolles und planloses nichtstun vieles unmögliche zu.

dann kocht alles auf und durch.

aus diesem geköchel bildet sich der unmut.

dieser unmut kennt keine zeitungsartikel.

dieser unmut kennt nur die nackte und sinnlose gewalt.

aber irgendwann bricht er auf, bricht alles auf. eruptiv.

dann ist die betroffenheit groß.

in großbritannien noch nicht mal das: es geht offenbar nur (ausschließlich!) um strafe und polizei und abschreckung.

man will die probleme lösen, indem man die oberfläche ruhig bekommt.

man möchte die straßen frei von gewalt und plünderungen bekommen. das ist zu verstehen. jedoch …

… man tut nur das. polizei, polizei, polizei!

man tat zu oft nur das: man denkt dann in kategorien der aufrüstung der polizei.

man denkt aber kaum die anderen kategorien.

die stadtviertel verkommen. über jahre. und darin verkommen die jugendlichen. die spannungen wachsen an und wachsen an.

es gibt keine ziele, keine auswege: nur das gefühl des abgestelltseins.

in frankreich ist es ja besonders krass, weil es diese banlieues gibt, diese trabantenstädte noch weit draußen vor der stadt. wie gigantische käfige für ewige verlierer. oder bei amsterdam jenes bijlmermeer. auch so ein stadtteil. was wurde aus gropiusstadt in berlin? wie geht es marzahn? was macht neuperlach in münchen?

in großbritannien waren es keine trabantenstadtteile, sondern abgesackte stadtteile in den stadtgebieten selbst. eher vergleichbar mit berlin-neukölln. jedoch: die idee ist immer gleich: probleme „löst“ man, indem man sie nicht sieht … und wenn es dann zu eruptionen und explosionen kommt …

… dann haut man „mit aller schärfe des gesetzes“ zu …

… aber die probleme köcheln dann weiter vor sich hin. die reichen grenzen sich ab, die armen werden weiter ausgegrenzt. die schere zwischen reich und arm wird größer und größer.

und bei all solchen prozessen waren und sind dann in vielen europäischen ländern die „sozialdemokraten“ so hilfreich, weil sie diese prozesse so sehr begünstigen … (man denke an HARTZ IV in deutschland!)

… bis die sozialdemokraten so viele stimmen verlieren, dass sie die „soziale ader“ wiederentdecken …

… dann wird etwas nach reformen verlangt …

… aber die städte sind lange unwirtlich und gemein. das ganze geht schon jahrzehnte so, inklusive der bewegungen, die gegen so etwas protestieren. die hausbesetzer sind ja auch so eine reaktion auf die verwahrlosung der städte.

auch die hausbesetzer haben nichts ändern können.

im gegenteil: sie werdene weiter verfolgt und verfolgt, selbst in den niederlanden werden hausbesetzer nun nicht mehr geduldet.

dann kommen immer neue verkehrssysteme, baumaßnahmen, verdichtungen, verhässlichungen, blocks, verwaltungsgebäude, verkehr, entnaturisierung … immer mehr verkehr – die städte werden schon baulich zu bedohlichen komplexen.

niemand kümmert sich darum, weil spekulanten und baufirmen daran verdienen.

so wird das gemenge dichter und schlimmer. und wenn es wirtschaftlich nicht so gut läuft …

… und lehrstellen und jobs wegfallen …

.. dann ist das gemisch besonders explosionsanfällig …

… dann braucht es nur einen funken, bis die städte brennen. der mob regiert. plünderungen, brände, beschädigungen, gewalt.

und dann kommt wieder alle härte des gesetzes …  und es gibt ein paar scheinmaßnahmen von „reform“.

hernach beschwerden sich die reichen, wenn sie in ihren autos auf offener straße überfallen werden. dabei haben sie diese brut selber mit ausgebrütet, die ihnen nun das reichsein madig macht. die reichen erzeugen die verbrechen, vor denen sie angst haben: durch ihre gier.

der reichtum erzeugt durch seine haltlosigkeit die verbrechen, die er so gar nicht mag.

in diesen prozessen und spiralen und kreisen und widersprüchlichkeiten treibt die soziologie des menschen als ewige sinnlosigkeit dahin. jahrzehnte, jahrhunderte. immer!

jeder hofft aber, dass sein haus, sein laden, sein geschäft, seine familie … und sein leben unversehrt bleibt.

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