Zu den weiteren zwei Geständnissen im Kölner Kunstfälscherprozess schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, das geht jetzt munter weiter mit den geständnissen.

gewiss, nachdem die „verständigung“, also der „deal“ erzielt wurde … muss jetzt auch gestanden werden.

heißt es so? gestehen? gestanden? ich habe gestanden?

es gibt wohl auch die begriffe „einlassungen“ und „auslassungen“. man sagt etwas. die angeklagten sprechen. sie geben ihre schuld zu, erläutern die details.

was waren die details?

gestern sprachen helene b., die ehefrau des malkünstlers wolfgang b., … und dann die schwester von helene, jeanette s.

die also sprachen?

gewiss, und es gab auch alles schriftlich, denn es wird eher verlesen, abgelesen, und dann bekommen danach das gericht und die staatsanwaltschaft schön die kurzen papiere in die hand. zum nachlesen … und dass sie nicht mitschreiben müssen.

das ist praktisch. was fiel auf?

die linie bleibt klar: da der fälscher und und macher wolfgang b. – dann seine ehefrau fast unfreiwillig reingerutscht, aber doch schuldig, … und die schwester in wenigsten fällen als helferin, zumal eine, die – angeblich – nicht wusste, dass es sich um fälschungen handelte.

was bekam die schwester?

jeanette s.? – wohl 100.000 euro für hilfeleistungen in wenigen fällen, als sie bilder z.b. transportierte. nach paris. zur übergabe dort an das deutsche auktionshaus z.b.

mehr machte sie nicht?

angeblich eher nein.

dann bekam sie aber verdammt viel geld. für so wenig tun … und bei kaum mitwissen, wie sie da in den geständnissen sagen.

ja, die dinge wirken doch etwas überteuert bei so viel nichtwissen und unschuld. 100.000 ist für mich da doch eher viel geld.

ich dachte, die jeanette habe auch verhandelt und briefe geschrieben.

das soll wohl eher helene b. gewesen sein, die sich unter dem namen der schwester ans telefonieren und ans briefeschreiben machte. – sie nahm also die rolle der schwester an, helene gab sich als jeanette aus.

holla!

gewiss: so stehen die dinge. wir wissen nicht, ob es 100 % stimmt, aber die geständnisse sagen es.

das ist auch ein problem: man kann die dinge absprechen

letztendlich ja. über verschiedene wege, aber auch durch die anwälte und anwältinnen lassen sich diese dinge genau planen und erwägen. so ist die welt der justiz.

was fiel dir auf?

mir fiel auf, dass sich helene b. bei sehr vielen entschuldigte, auch den geschädigten, und offenbar ihrem großen bereuen ausdruck geben wollte … während jeanette, die ja auch viel weniger tatbeitrag hatte, sich wohl nur bei ihrem mann entschuldigte, der von alledem nichts wusste.

da war doch die mutter?

ja, die alte mutter. die musste einmal einen handschriftlichen brief verfassen, dass sie ein bild kenne. (demnach also ein bild aus der familiensammlung sein musste und keine fäslchung sein konnte.)

die arme mutter.

nur so konnte bewiesen werden, dass es das bild in der (vermeintlichen) „sammlung jägers“ schon gegeben hat.

wieso?

weil das auktionshaus, ich glaube lempertz, ja eine geschichte zu den bildern haben muss, wegen der echtheit … und die meinten wohl, wir brauchen einen beweis, dass es die bilder schon gab. kann das nicht ein familienangehöriger bestätigen? – die kunsthäuser wollen sich absichern und sichergehen. einerseits lockt profit, andererseits wollen sie keine fälschungen untergejubelt bekommen. (frage nur: wie viel tun diese dafür? wie genau wollen die es haben? oder machen die sich selber das leben der echtheit zu leicht? welche expertisen bedeuten wie was?)

und dann haben die fälscher die mama eingespannt.

offenbar ja. helene b. hat es in ihrer verzweiflung getan, was ihr wohl auch sehr leid tut. (sie weinte bei dem bericht dazu.) die mutter schrieb den brief … und wurde mit in die dinge hineingezogen. wohl unwissentlich. mütter wollen ja dann helfen, auch wenn sie die dinge nicht immer verstehen. die sagen: „kind. ich habe kein gutes gefühl. aber wenn ich dir da helfen kann.“ diese mütter. später werden sie erschrocken und erschreckt ganz krank, wenn sie hören, die tochter sei verhaftet worden und sei in einer kunstfälscherbande.)

das sind ja wilde geschichten.

wer einmal fälscht, der fälscht dann immer weiter. und immer wieder neu. auch neue ideen müssen her. die verdeckung muss auf die spitze getrieben werden. da muss dann auch die mutter ran.

wie bei hochstaplern.

ja: es ist ein fass ohne boden, ein bild ohne rahmen, ein leben ohne grenze.

haben sie noch anders getäuscht?

o ja: wunderbar. ganz toll. das wäre wieder etwas für eine gaunerfilmkomödie.

was war das?

die brauchten eine idee, dass es die sammlung jägers beim großvater mal gab. was tun? beweise mussten her. beweise.

sie hatten ja keine fotos, um das nachzuweisen.

genau: aber sie machten diese. das hatte schon wolfgang b. erwähnt, nun sagte es auch helene b.

wie ging das?

sie machten auf altem fotopapier oder fotopapier, was sie hernach auf alt machten, abzüge von selbst „ertäuschten“ fotos, die die großmutter vor der sammlung jägers zeigt, die es nie gab.

die großmutter?

auch die nicht, zumindest nicht vor der sammlung. aber es war so: helene b. wurde nun so verkleidet, als wäre sie ihre eigene großmutter.

ach, das geht?

das kannst du auch! theater. schauspiel. kostüme. tralalla. – aber dann alles so inszenieren und fotografieren und dann solche abzüge herzustellen, dass es wirklich wie eine alte aufnahme aussieht – das kann wohl nicht jeder.

da fällt mir nichts mehr ein. helene b. wird zu ihrer eigenen großmutter. das müsste doch das millowitsch-theater interessieren.

eben: tolle sache, kluge leute. der ideengeber solcher tricks und aktionen scheint aber wolfgang b. zu sein.

wolfgang b. wird noch einmal ganz groß.

ist er das nicht jetzt schon?

aber seine frau helene, was hatte die gestern noch zu sagen?

sie sprach noch von ihren problemen mit o. s.-k, dem mann aus krefeld, dem vierten im bunde.

und?

sie mag ihn nicht. es gibt probleme zwischen beiden. sie wollte sich nicht näher äußern. zumindest jetzt noch nicht. (vielleicht auch nie.)

aha.

sie sagte etwas mit: „problemen als frau“ mit o. s.-k.

oho.

tja, man kann sich vieles zusammenreimen. aber wir wissen es ja nicht. ob es da anbändelungen gab, von einer seite nur? von der männlichen her? – auf jeden fall ist diese „viererbande“ keine geschlossene sache. sondern eher eine 3-er-gruppe … plus dem mann aus krefeld. und das bindeglied war dann wolfgang b., der mit o. s.-k. aus krefeld „konnte“. und genau dieser krefelder verkäufer und vermittler, der hat ja noch nicht gestanden.

der hat jetzt zeit.

gewiss: er muss überlegen, wie er die dinge, die er gestern und vorvorgestern hören musste, nun in sein geständnis einarbeitet. . s.-k. steht ja auch qua anwalt etwas anders da. er hat die kanzlei aus mönchengladbach, pohlen + meister, während die 3 anderen quasi als 3-er-pack gemeinsam von der doppelachse der kanzleien aus köln (birkenstock) und aus freiburg (gillmeister, rode, trüg) vertreten werden.

diese details!

ja, ich liebe solche details. ( siehe auch: http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm ) –  eigentlich ist es ein „lieber“ prozess, bezogen auf alles. der richter ist so freundlich …

… will aber nun zeugen ausladen.

das ist ja, was ich sagte: diese „verständigung“ verschont einige leute (die jetzt schon schwitzten und zitterten!) womöglich vollkommen vom auftritt vor gericht.

jammer, aber auch! zeugen werden nun ausgeladen! schon die, die am 11.10. kommen sollten, werden wohl nicht mehr kommen müssen.

sie können ja noch kommen, später dann … aber nur wenn man sie noch braucht. und genau das soll ja durch die „geständnisse“ oder „einlassungen“ oder „auslassungen“ oder „vorträge“ der angeklagten vermieden werden.

dann also weiter im prozess, der allerdings weniger über die machenschaften des kunstmarktes aufklären wird, als alle dereinst mal gehofft hatten!

die justiz will nicht. über die gründe haben wir schon teil-rum-spekuliert. es ändert aber nichts! man will nicht.

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

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