Zu den Plädoyers im Kölner Kunstfälscherprozess schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, gab es überraschungen?

nein, seitdem die „verständigung“ feststeht, scheint alles klar und geritzt. die staatsanwältin plädierte auf und für ihre strafen … die verteidiger wollten gerne milde oder mildere strafen … also zeitlich gern etwas weniger.

konkret?

die staatsanwältin kathrin franz wollte 6 jahre für den maler wolfgang b., 5 jahre für den krefelder unterhändler otto s.-k.,  4 jahre für die ehefrau des malers, helene b. … und zwei jahre auf bewährung für die schwester von helene: für jeanette s., die hier und da nur mithalf.

so war es doch schon lange gesagt und abgemacht und durchdacht.

heute wurde es eben offiziell noch aufgestellt. es sind eher formalia. aber man hofft ja doch auf brosamen der erkenntnis.

danach?

danach, sage es!

… kamen die anwälte. sie forderten milde, aber nie konkret. sie redeten so, sie redeten so. lediglich der anwalt des otto s.-k. nannte 4 jahre und 6 monate als möglich. der ton war bei allen höflich und teils umständlich und auch gerne noch freundlich bittend.

sie wollen also noch ein paar monate rausschinden, darum geht es. aber sie wissen: zu fordern gibt es hier nichts.

gewiss, noch ein bisschen stimmung machen, so oder so … vielleicht hilft es ja. vielleicht bekommt man 6 monate noch runter, von den strafwerten.

gemäß der devise: das gericht kann etwas milder sein als die staatsanwältin.

die staatsanwältin ist ja schon milde, weil sie bei genau den höchststrafen blieb, die man vorher besprochen hatte. die milde war inhalt in der absprache zuvor. warum hätte sie heute diese milde noch unterbieten sollen? – die ausgehandelten höchststrafen sind aus ihrer sicht doch das ende der fahnenstange bzw. des malerpinsels.

in 14 fälschungs- und verkaufsfällen?

ja, nur 14. das war die prozessbeschränkung. für jeden fall wurde aufgelistet, wer der vier wie beteiligt war … bzw. für jeden der vier, wann er wo und wie was gemacht hat, bei den 14 bildern: fall 1, fall 2, fall 3, fall 4 … so ergeben sich dann die strafen. nicht durch addition, aber doch durch zusammenhäufeln der straftatmasse.

die anderen fälle, jenseits der 14?

die wurden ja eingestellt. demnach geht es nur um 14 falsche bilder, die man in den verkauf brachte.

wie ungerecht!

die anderen faslchbilder dürfen für die strafbeimessung und -zumessung keine rolle spielen, hieß es seitens der anwälte.

wer sagte das?

das sagte anwalt gillmeister aus freiburg, er sprach als letzter.

wie sprach er?

er sprach schön: frei, an die stuhllehne sich von hinten stellend, die stuhllehne greifend, und dann frei sprechend, auch akustisch gut, mit ein paar notizen. das kam gut.

wie machte er das?

hintergrund: er war am morgen beraubt worden, u.a. das plädoyer hatte man ihm entwendet, aber auch die brille, und viele dokumente, personalausweis, führerschein, die übliche liste. alles weg.

der anwalt ist also auch opfer?

an diesem tag wurde er opfer. der prozess musste später beginnen. aber dafür sprach er dann brillenlos und frei sein plädoyer. und ich würde sagen, dieser vortrag war von stil, ton und inhalt der gehaltsvollste. somit auch der beste.

du willst die anwälte jetzt bewerten?

nein, nein, aber der intellektuelle ertrag ist oft doch mager. man nehme den „strafverteidiger“ als typus. dieser typus wird durch die prozesse und die klienten, die er betreut, etwas „abgewetzt“ … manchmal auch „abgewichst“ – aber es gibt auch kluge erscheinungen unter ihnen. das wolllen wir immer feiern.

aber was wollten die anwälte, in ihrer gesamtheit?

sie wollten weniger, vielleicht, hoffentlich, eventuell: weniger. etwas weniger strafe. und sie führten dieses und jenes an, was mich als gericht nie umstimmen würde. einfach, weil ich ja weiß, was sie da spielen. das gericht kann dann nur den eigenen sympathiewert für die angeklagten walten lassen. die plädoyers der verteidigung werden eher wenig bewegt haben.

wird es das tun? milde sein? das gericht? also noch milder als die höchststrafen, die man schon ausgehandelt hatte?

wir wissen es nächste (kommende) woche donnerstag. eigentlich ist der prozess nur noch mäßg interessant, weil alles ja in den bahnen läuft, die seit dem deal vorgegeben sind.

haftverschonung?

wurde gefordert, ja, ja – raus aus der untersuchungshaft und dann unter auflagen schon rein ins leben. das scheint möglich. auch das.

unsere gedichte? http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherpozess.htm

die gehen weiter. wir versuchen an erkenntnis rauszuholen, was möglich ist, klau|s|ens.

danke, zweitklausens. ich merke, dass du von dem prozess doch etwas enttäuscht bist.

dazu morgen mehr.

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

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