Zum Urteil im Kölner Kunstfälscherprozess äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, nun also die urteile.

ja, alles wie gehabt. wir wussten es ja zuvor.

keine überraschungen, keine nachschläge? milderungen?

nein.

ansonsten?

urteil eben. der richter las alles vor, bild für bild, strafe für strafe, tat für tat.

es ging um 14 fälle.

nun kannst du überlegen, wer wann wo beteiligt war.

und dann?

dann kommt am ende etwas raus. bande, betrug, gewerbsmäßig, urkundenfälschung.

StGB. § 263, 5. BETRUG:

„(5) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer den Betrug als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.“

StGB 267, 4. URKUNDENFÄLSCHUNG:

„(4) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer die Urkundenfälschung als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.“

was? konkret?

6 jahre wolfgang b.
5 jahre otto s.-k.
4 jahre helene b.
1 jahr und 9 monate (auf bewährung) jeanette s.

nun ja.

interessant war, dass der richter meinte, man könne nicht von „skandalös“ sprechen, wenn es zu einer verständigung kommt, wo doch die verständigung (das wort „deal“ sei negativ besetzt, deshalb auch „verständigung“) vom gesetz vorgesehen sei.

das ist eine meinung.

offenbar hatte er das wort „skandalös“ in den medien gefunden.

was meinen wir?

wir finden es dennoch skandalös, dass der prozess so kurz und schnell über die bühne ging. denn die justiz soll auch aufklären, im dienste der öffentlichkeit. und dieser tätigkeit ist die justiz in diesem verfahren nicht nachgegangen. (randnotiz: angeblich hat der prozess bis dato circa 72.000 euro gekostet.)

ja, ja, und dann der rettungsschirm, oder die preise mancher der bilder … ja, ja, … wieso wollte man nicht den langen und ausführlichen prozess?

… weil man nur die sache beenden wollte, aber nicht tiefer in die dinge rein wollte. kein zeuge wurde geladen. kein zeuge.

sie haben alles geglaubt.

eben: alles wurde von den geständnissen für wahr und glaubwürdig angenommen. das konnten wir heute erfahren. oder: man konnte ihnen nichts gegenteiliges beweisen.

so ist die welt. man muss ja quasi „glauben“, solange alles stimmig scheint, wenn man auf zeugen verzichtet. wenn man auf tiefe und biss verzichtet.

man wird diese welt aber doch hinterfragen dürfen. deshalb muss man auch von „skandalös“ sprechen dürfen, obwohl ich das wort so abgenutzt finde. alles ist heute skandalös. auch das/der kaugummi unter meinem schuh.

es lebe der kölner kunstmarkt. man wüsste wissen, wer wie mit diesem markt verbandelt ist.

in der justiz? bei den anwälten? bei den staatsanwälten? bei den journalisten? bei denen, die im saal als zuhörer weilten? bei den einfachen justizangestellten?

ja.

in diese materie wollen wir lieber nicht eintauchen. es ist die materie, die in vielen bereichen des gesellschaftlichen lebens seltsam ist.

seltsam ist auch, wenn man für die zuschauer ein schreibverbot ausstößt …,

… dann aber manchen zuschauern sogar nichteingreifend und duldend genehmigt mit ihren handys alias iphones so zu filmen, als seien sie teil der offiziellen pressemeute.

ja, diese unterscheidung in presse und andere, die wurde sowieso seltsam gehandhabt. man muss vorne sitzen, irgendwie, und ist dann presse, irgendwie. die kuriosesten menschen sitzen auf der pressebank … und unter den zuschauern sind auch noch seltsame menschen.

es gibt also vieles zu bemängeln?

gewiss, die geschichte wird diesen prozess so schnell nicht vergessen.

und wenn der richter nur dem recht diente? und das ganze gericht? und die beiden schöffen? dann noch ersatzrichter und ersatzschöffe? alle diese. alle justizangestellten. die staatsanwaltschaft. und viele andere mehr?

das schöne am recht ist ja, dass andauernd ausgelegt wird. recht und sprachbetrachtung gehören zusammen. der richter selber entwarf heute für die straffestlegung wieder das bild der waage.

deshalb schreiben wir ja auch LIVE-gedichte, wegen der sprache: http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm

und die anderen?

die schreiben und sprechen auch. es gibt auch aus den kreisen der journaille kritische stimmen gegen diesen so sehr kurzen … und an den letzten tagen fast schon langweiligen (da fast informationslosen) gerichtsprozess.

und die geschädigten, was sagen die?

die kamen ja nicht vor, nur indirekt, aber nie als menschen, die man hätte befragen können. lediglich ein paar polizeiprotokolle wurden in den prozess eingeführt, das waren aber weniger geschädigte, sondern mehr an den dingen des kaufens, verkaufens und versteigerns beteiligte. die geschädigten stehen meist am ende der kette, weil sie dann ein falsches bild im wohnzimmer zu hängen haben.

EINGANGSBEREICH

Geschädigt sind
Die denen die
Bilder vom
Himmel fallen
Wie nackte
Gänse aus der
Tiefkühltruhe

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau(s)ens oder Klau/s/ens oder Klau#s#ens, LIVE geschrieben, am 27.10.2011, Landgericht Köln, Eingangsbereich innen, am Kamerakranz der Journalistenmeute, wo gerade gegen 13:22 der Anwalt Ferdinand Gillmeister vom Fernsehen befragt wurde.

und das bild hier unten. am blog dran. ist das echt?

es (also sie, die bilder!) wurde(n) heute um 27.10.2011 im parkhaus des landgerichtes köln aufgenommen, und dann zusammengesetzt. als collage. es ist sowohl echt, als auch unecht. es (das bild) und sie (die bilder) ist/sind wahr und falsch zugleich.

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

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