Von der mindestens 6-Wochen-Sperrung der Autobahn A 57 erfährt KLAUSENS

klau|s|ens, 6 wochen vollsperrung einer der wichtigsten autobahnen des rheinlandes, des niederrheins und wohl auch von NRW.

lange zeit, eine verdammt lange zeit. ich hörte heute morgen im deutschlandfunk: da sprach man schon von einer sperrung bis mitte april. also noch länger.

und wie es dann immer so geht, wird es mehr und länger und mehr.

davon kannst du ausgehen.

die autobahn bleibt vielleicht länger geschlossen, als herr wulff noch im amt ist.

wie lang ist der wulff denn noch im amt? vielleicht nur einen tag. – eine gesperrte autobahn in einem dichtbesiedelten gebiet … das ist jedenfalls ein wahnsinn.

man liest und hört immer von erdbeben da und von fluten dort.

tut man das?

dann zeigen sie straßen, die nicht mehr da sind, brücken, die es nicht mehr gibt. löcher im asphalt. weggerissene trassen. abgestürzte berghänge.

schreckliche bilder.

hernach hörst du nie mehr etwas davon.

wovon?

von den betroffenen menschen. da ist vielleicht eine flussüberquerung weg, die wichtigste brücke der region. wir erfahren, dass es diese brücke nicht mehr gibt. hernach erfahren wir aber nicht, wie es den menschen ohne diese brücke ergeht. dabei müssen sie jahre ohne diese brücken leben, so wie die deutschen nach dem II. weltkrieg an so vielen flüssen: jahrelang ohne brücken.

so sind die medien. sie vergessen den menschen, weil sie nur die anfangssensation wollen. (oder dann: 50 jahre sturmflut in norddeutschland als jubiläum.) … der mensch ist nur träger der sensation. die katastrophen um den menschen erst recht. aber eigentlich interessiert es dann nicht, wie es dem menschen damit ergeht.

es sind schicksale. wir erfahren nur den anfang, als sensation. und dann lässt man die menschen in ihrem schicksal zurück. dabei beginnt das nächste leiden ja mit dem fehlen dieser infrastruktur. davon hören wir aber nichts mehr, wir sehen auch davon nichts mehr.

es ist ein prinzip.

ein prinzip der medien. von fukushima hören wir auch nichts mehr. nach einer täglichen 24-h-dauerbeschallung und dauerberichtung brach alles dann wie nichts zusammen. der medienhype um fukushima war vorbei. wusch. aus. null. seitdem gibt es fukushima nur noch in der erinnerung.

die menschen aber leiden.

sie leiden verdammt. es sind tausende, zehntausende: wohnungslos, krank, verstrahlt … dazu die trauer um tausende opfer. es ist unvorstellbar. aber wir hören nichts.

nun jedoch haben wir diese vollsperrung in deutschland.

jetzt ist alles da, bei uns, was wir aus den medien kennen. aber sehr, sehr gedämpft.

wir haben 0,01 % von haiti oder 0,001 % von haiti … und doch wird es die menschen in der region nachhaltig treffen.

tausende gefrustete menschen, die ihren arbeitsplatz mit schlechter laune und geringen leistungen in gefahr bringen. millionen verluste der ökonomie durch sinnloses warten und stehen. krankheiten, depressionen, gewalttaten kommen.

… und staus.

menschen, die sich neue wege suchen. oder keine.

die stadt köln wird einen großen teil des verkehres aus süden verlieren. die menschen sagen sich: was soll ich in köln, wenn ich in dormagen nicht weiterkomme und in die staus reinfahre?

die staus sind ja dann auch auf den anderen autobahnen. alles verteilt sich um.

die A 61 und die A 59 und die A 3 werden voller und voller.

und schon da war ja immer schon genug an stau.

nun kommt extra stau. der staustau kommt. ganz NRW wird zum staustau.

man sollte nie mehr das haus verlassen.

es scheint das beste, nie mehr das haus zu verlassen.

wochenlang.

monatelang.

aber wie kommt das essen? wie die waren? wie die dinge, die ich brauche?

ich bestelle alles aus dem internet.

ach ja, ganz einfach.

genau!

eben.

du hast nur eines vergessen: auch das internet muss letztlich mit dem auto über eine dieser autobahnen fahren, um die waren zu dir zu bringen.

dann leidet also auch das internet unter der autobahnsperrung?

alle welt leidet, nur die hasen und füchse, die sind glücklich, dass diese autobahn A 57 wochen oder monate oder jahre nicht befahren werden kann, zumindest dort bei dormagen, wo sie die brücke abreißen. (warum brauchen sie dafür eigentlich so lang?)

was schreibt denn „straßen NRW“?

die schreiben das:

presseinformation vom 15.02.2012,
QUELLE:
http://www.strassen.nrw.de/service/presse/meldungen/2012/120216-01.html, abgerufen am 17.2.2012 gegen 8:52 uhr MEWZ: „Brücke bei Dormagen wird komplett abgerissen

Dormagen (straßen.nrw). Die beschädigte Autobahnbrücke der A57 bei Dormagen muss doch komplett abgerissen werden. Dieses Ergebnis der Untersuchungen des Landesbetriebes Straßenbau Nordrhein-Westfalen wurde heute bei einem Termin mit Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger mitgeteilt. Auch das Brückenbauwerk in Fahrtrichtung Düsseldorf sei so stark beschädigt, dass man kurzfristig keinen Verkehr darüber laufen lassen könne.

In etwa zwei Wochen soll die beschädigte Brücke abgerissen werden, danach sollen zwei Behelfsbrücken in die Lücke eingebaut werden. Die Behelfsbrücken kommen aus einem Brückenlager, das Straßen.NRW für Notfälle im Auftrag des Bundes unterhält.

Danach kann in etwa sechs bis sieben Wochen, voraussichtlich in der Woche nach Ostern, der Verkehr auf je zwei Fahrstreifen in jeder Richtung wieder zwischen Köln und Düsseldorf über die A57 fahren. Die Höchstgeschwindigkeit in dem Abschnitt wird auf 60 begrenzt bleiben und für LKW gilt ein Überholverbot.

Noch in diesem Jahr könnte mit dem Baubeginn für die neue Autobahnbrücke gerechnet werden. Die Arbeiten müssen europaweit ausgeschrieben werden. Als Bauzeit für die neue Brücke erwartet Straßen.NRW nach Aussage ihres Brückenbauexperten Joachim Minten eineinhalb bis zwei Jahre. Für den Neubau der Brücke wird noch eine dritte Behelfsbrücke als Bypass aufgebaut.

Die Kosten für den Brückenneubau werden auf ca. fünf Millionen Euro beziffert. Die geplante Brücke wird dann schon für die später geplanten sechs Fahrstreifen der A57 ausgelegt sein.

Verkehrsminister Voigtsberger teilte mit, sein Ministerium prüfe, ob eine Prämie zur Ergreifung der Täter bereit gestellt werden könne. Die Autobahnbrücke war durch einen Brand unterhalb Anfang der Woche so stark beschädigt worden, dass eine Sanierung nicht möglich ist.

ach so: ich fand auch das, bei straßen NRW. der nächste kollaps. links und rechts des rheins ewiger kollaps. es lebe das auto!

„Sommer 2012: Vollsperrung der A40 in Essen – 24 Monate weniger Baustelle

[Luftbild: Helbingbrücken]Im Sommer 2012 wird die A40 in Essen in Absprache mit der Stadt Essen, der Bezirksregierung als Verkehrsbehörde und der Polizei für fast drei Monate komplett gesperrt. Mehrere Baumaßnahmen sollen im Schutz der Sperrung auf einen Schlag durchgeführt werden. Straßen.NRW wird im Zeitraum vom 6. Juli bis 30. September 2012 die Fußgängerbrücke „Steubenstraße“ und die „Helbingbrücken“ instand setzen sowie die Brücke „Stadtwaldbahn“ teilweise erneuern und die technische Ausstattung des „Ruhrschnellwegtunnels“ auf den neuesten Stand bringen. Betroffen von der Sperrung ist der Abschnitt zwischen Essen-Huttrop und Essen-Zentrum. Mit Gesamtkosten in Höhe von rund 16 Millionen Euro rechnet Straßen.NRW.“

ich liebe das: stau linksrheinisch, stau rechtsrheinisch. dazu millionen von wutbürgern und milliarden verluste in der ökonomie.

so weise ist der mensch in seinem unerschöpflichen tun.

baut mehr autobahnen! bitte, noch mehr autobahnen!

und noch mehr sperrungen! bitte: noch mehr sperrungen!

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

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