Tagesarchiv: Februar 27, 2012

Die seltsame Sammeltonne sieht KLAUSENS vor der Tür

klau|s|ens, nun also die tonne vor der tür. ungefragt. frech. da steht sie dann.

es sind neue tricks und neue wendungen.

warum stellt man eine tonne vor die tür?

man will mir die arbeit leichtmachen.

will man?

gewiss, diese kleidersäcke aus kunststoff, die muss man sich in seinem eigenen schrank oder aus dem briefkasten suchen … und dann werden sie nachher aufgeschlitzt.

und diese tonnen?

diese tonnen sind der moderne lumpensammler.

ich dachte, man tut gutes.

das denkst du aber nur. der text ist sehr zwiespältig formuliert. zunächst: „Die Abholung erfolgt in 24 – 48 Stunden. Vielen Dank! An Sonn- und Feiertagen erfolgt keine Abholung.“

na, das ist doch schön.

zwangsbetonnung von nur 24 bis 48 stunden. das nenne ich „fair“. allerdings: die ersten tonnen lagen schon zerfetzt auf der straße, vom wind oder von wütenden fußtritten dorthin gelangt.

sie stellen die tonne einfach frech vor die haustür?

sagten wir doch. das nenne ich aggressives marketing.

was schreiben sie noch?

„Die Sachen werden von Bedürftigen und armen Menschen in der 3. Welt weiter getragen. Sie landen nicht im Reißwolf.“

das ist perfide.

gewiss, hier wird so getan, also ginge es um eine soziale tat. in wirklichkeit unterstützen wir keine „3. welt“ (gibt es die denn noch?), sonden den geldbeutel dieser findigen sammler.

ich finde das alles unlauter.

ja, aber es ist eben nicht ganz so unlauter wie andere sind. das ist der feine unterschied.

dann rühmst du diesen unternehmer für seine unlauterkeit, die weniger schlimm ist als bei anderen menschen?

so weit sind wir schon gekommen: in einer welt des betruges freue ich mich, wenn nur eine tonne vor meinem haus steht …

… und ich nicht in der u-bahn überfallen werde. (das wolltest du sagen.)

ich wollte sagen: diese gesamte welt gehört in eine tonne. – eher, als dass unsere atomaren abfälle nachher in der 3. welt landen. oder in russland.

am ende landet aber doch alles da. im nirwana der armut. du kennst doch die bilder, wie in kenia oder nigeria kinder durch hochgiftigen computerschrott wandeln, den sie auch noch mit feuer schmelzen! du kennst diese bilder doch!

dafür schäme ich mich.

meinst du nicht, wir selber als menschen gehörten allesamt in die tonne? und dann ab in eine andere welt?

dann müsste die tonne aber länger als 48 h stehenbleiben. dann braucht man etwas mehr bedenkzeit.

entsorgung ist im prinzip ein schönes wort.

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

 

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