Tagesarchiv: Mai 20, 2012

Gedicht ohne Urheberrecht schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, du hast ein gedicht geschrieben? ohne urheberrecht?

wir! zweitklausens! wir!

geht das denn?

das ist eine gute frage: es gilt ein gesetz. kann man sich außerhalb des gesetzes stellen?

aber das gedicht ist nun da.

ich denke, dass man es auch so sehen kann: wir werden laut gesetz die urheber sein, bis die piraten eines fernen tages das gesetz geändert haben werden, falls sie es denn schaffen.

also, was ist zu tun? eigentlich willst du doch gegen das gedankenlose handeln solcher piraten protestieren.

ich denke, wir können für dieses eine gedicht darauf verzichten, unser urheberrecht einzuklagen.

ja, das ginge vielleicht. zivilrechtlich hieße es: wer nicht klagt, der bekommt kein recht. dieser mensch verzichtet auf sein recht.

und wir werden nicht klagen!

nicht?

bei diesem gedicht nicht, denn wir haben dieses eine gedicht ja „gemeinfrei“ gestellt.

jeder darf es nehmen und drucken und machen und tun?

das ist die idee: aber nur bei diesem einen gedicht.

und das verändert die welt?

alles verändert die welt, jeder atemzug.

also auch dieses gedicht?

dieses gedicht ist unser künstlerischer protest gegen den diebstahl an denen, die kreativ sind. zugleich nehmen wir dieses thema auf und sagen dabei nicht, dass man nicht über dieses und jenes diskutieren dürfe.

… weil wir arm sind.

der arme mensch ist einer der freiesten, denn er hat nichts zu verlieren.

aber wir sind reich an kreativität. ein reichtum!

das hoffen wir. immerhin ist dieses „gedicht ohne urheberrecht“ vielleicht eines der ersten oder das erste, das sich ausdrücklich im titel zu einer ausnahmesituation bekennt.

wir sind also vom gesellschaftlichen reichtum ausgenommen?

materiell ja, ideell nein.

wieso?

weil wir dinge hervorbringen, die sich nicht mit geld messen lassen.

mit dem lineal denn? oder mit dem thermometer?

GEDICHT OHNE URHEBERRECHT
– Aktion: Ein Gedicht als Spende –

Dieses verdammt freie
Gedicht stehe endlich
Jedem zur ehrlich
Freien Verfügung

Der Co-Gedichte
Ohne Py-Reim
Zu Right-befragen
Mag möge er euch also

Uns befreien der
Dichter die sätzlichen
Fesseln von den
Wörtlichen Gesetzen

Des Würg-Handelns
Und übergab sich
1 x nur klaglos (in) dem
Weltübel des Freilichen

Als oh Armseie(r)nder!

Dieses Gedicht wurde vom Autor am Samstag, 19.5.2012, von circa 15:30 Uhr bis 16:05 Uhr MESZ geschrieben und an diesem Tag geblogt und an diesem Tag vom Copyright freigestellt und absichtsvoll als gemeinfreies Gedicht veröffentlicht. Jeder kann es abdrucken, nutzen, kopieren, posten, veröffentlichen, vortragen … solange er den verarmten Urheber angibt.