klau|s|ens begreift erneut den staatspolitischen unterschied zwischen formalen distanzregeln und dem ewigen täglichen brechen “unter der hand” – www.klausens.com

klau|s|ens, es sind der gebote so viele in arbeit, staat und beruf.

gewiss, aber sie werden auch dauernd gebrochen. (siehe edathy-affaire.)

da sind die regeln und die gebrochenen oder verletzten regeln im staatsgefüge. (beispiel: der CSU-innenminister plaudert an freunde der gegenpartei unter der hand aus, was er nicht darf. der SPD-fraktionsgeschäftsführer ruft unter der hand den chef vom BKA an und bittet … direkt oder indirekt … um ermittlungsauskünfte, wovon der so ja gar nicht erzählen darf. schon der anruf als solcher ist befremdlich.)

beides ist eins. (ja, oh du, unser aller gewaltenteilung, du, ja du, stehe nur auf dem papier!) – dazu der klassiker: „du darfst dich eben nur nicht erwischen lassen!“

herr friedrich hat sich erwischen lassen.

ja, aber das konnte man vorher nicht wissen. denn der herr oppermann hat das dann der öffentlichkeit erzählt.

das ist der haken jedes geheimnisbruches.

eben: es gibt immer mindestens zwei, und beide seiten müssen dichthalten.

man sagt ja, dass bestimmte gruppierungen (marke „freimaurer“) so funktionieren.

wie?

du gibst geheimnisse an die gruppe preis und somit kann die gruppe dich bedrängen, dich unter druck setzen, vielleicht sogar erpressen.

alle jeweils gegenseitig?

so in etwa stelle ich es mir vor. alle sind so in einer zwangsgemeinschaft und damit rettungslos verzahnt.

das ist dann das thema „offenheit“ und „verschwiegenheit.“

der steuerberater darf ja auch nicht dem golfplatzfreund sagen, was er über den mandanten XY weiß.

nein, darf er nicht. wenn er klug ist, unterlässt er das.

aber manchmal macht er es doch.

ja, manchmal. beispiel: wenn er weiß, dass die firma des mandanten die firma des freundes mitreißen könnte, sagt er dem freund vielleicht doch auf dem golfplatz, dass der mandant in einer bedrohlichen lage ist.

er sagt es, weiß aber, dass er es nicht darf.

nun hat der steuerberater dem freund fein geholfen, sich aber auch dem freund knallhart ausgeliefert.

und er hat illegal gehandelt.

ja, genau so: da es aber viele golfplätze gibt und einige steuerberater, muss man doch mit dem blick menschlicher klarheit annehmen, dass hin und wieder goldene regeln gesetzwidrig außer kraft gesetzt werden.

die ganzen vorgänge, wo dinge aus der polizei oder aus der staatsanwaltschaft „durchgesteckt“ werden, sprechen auch bände.

man hört es immer im vorfeld von durchsuchungen. und all das spielt ja nun auch in der edathy-affaire wieder eine rolle.

au ja! da spielen viele regelverletzungen eine rolle.

verdammt viele! es sagt uns das alles nur, dass realiter verdammt oft und verdammt viel die regeln gebrochen werden. (das ist nicht nur im vatikan so, wenn ein privatsekretär dokumente mitgehen bzw. kopieren lässt und diese zur publikation weggibt.)

überall werden dauernd regeln gebrochen: nimm die ärzte, die so vieles wissen, und vielleicht manches in der skatrunde preisgeben.

ja, ja, es wird solche ärzte geben. aber fatal ist es immer.

für den hans-peter friedrich war es ja auch fatal.

er verlor seinen job, gilt aber CSU-intern als held der freundschaft und der freundschaftlichen beziehungen unter politikern jeweils anderer parteien.

so verschieben sich die maßstäbe, die da aufeinandertreffen. da gilt es als illegal, dort aber als mannestat mit charakter.

helmut kohl wollte ja auch nie die oder den spender nennen. aus „freundschaft“ und „anstand“.

wow, die freundschaft als das höchste gut!

du machst auf ironie, aber immer wieder gibt es im leben diese spannungssituationen zwischen legal handeln und illegal handeln. (und für beides wird man dann argumente finden.)

mag es so sein. uns geht es ja nur um das ausmaß, was dieses „gegen alle regeln“ plaudern wohl im alltag angenommen hat, nicht nur in der politik.

man überlegt sich ja auch oft, ob richter und staatsanwälte sich da in einer sauna über gerichtsprozesse austauschen, an denen beide zugleich beteiligt sind!

man fragt sich so vieles.

die edathy-affaire hat nun wieder so manches beantwortet. „infos unter der hand“ sind mehr als alltäglich, sie sind allminütlich.

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