Tagesarchiv: November 3, 2014

klau|s|ens erspürt diese neue, zu oft eher beunruhigende haltung zum tod und sterben und zum generellen abtreten – www.klausens.com

klau|s|ens, es geht bei diesem thema nun richtig ab.

überall redet man vom selbstbestimmten sterben – alle bedenken werden weggewischt.

es wird propaganda für den selbstbestimmten tod gemacht, wie es lange nicht derart so war.

alles kulminiert.

das kommt, weil wir immer älter werden.

das kommt, weil die pflegeheime voll und übervoll sind.

immer mehr menschen geraten in schlechte und sehr schlechte lebens-nicht-gesund-umstände, die sie sich natürlich jeweils nienicht erwünscht hatten.

und aus aus dieser andauernden veränderung des verlängerten und teils siechen menschseins im eher reichen westen heraus zeigt sich zugleich die andere seite: der tod, der tod, der tod.

der eigene tod als schnelle und beste erlösung.

die natur ist abgemeldet, eine idee von herrgott ist abgemeldet: ich mache mir frühstück, ich kaufe mir elektrogeräte, ich bestimme auch mal so eben meinen tod … und dann gucke ich sportschau und schalte die waschmaschine aus.

und damit werden wir regelrecht zugehämmert, mit dieser idee. tod, tod, tod. selber, allein, frei.

da war jene krebskranke frau in den USA, die sich nun den giftcocktail gab oder geben ließ: brittany maynard.

dann die fast öffentlichen suizide von gunter sachs und udo reiter.

dazu jede menge sterbehelfer, sterbebegleiter, sterbegesellschaften, alle sind „human“ und nur noch „human“. alle reden und schreiben. alle machen propaganda.

und man weiß, das kann nicht „gut“ sein, in seiner gesamtheit.

wenn alle menschen das leben weggeben, sehr schnell weggeben, die gesellschaft den wert des lebens insgesamt nicht mehr hoch achtet … dann leidet sehr bald auch das leben selber.

dann kann und will und soll man sich wohl auch mit leichten weh-weh-chen schon von allem verabschieden.

es ist zumindest ideologisch dann eher möglich: wir alle schwimmen ja in dieser suppe, die wir „gesellschaft“ nennen und lassen uns von dem treiben, was die gesellschaft da gestaltet oder verunstaltet. mit twitter und facebook und youtube und whatsapp und trullala werden alle themen binnen minuten durchgekaut und durchgesaugt, wo man früher jahre und jahrzehnte hätte ins land gehen lassen.

nun aber gehen die jahre in minuten und das leben wird zum erwünschten tod: soll uns das kalt lassen, bevor wir alle kalt werden?

ich denke an alle die, die nicht mehr recht denken können. die abhängigen mit alzheimer oder anderen krankheiten. die von der familie oder freunden oder bekannten „geführt“ und betreut werden.

wie leicht könnte man da denken, dass man diesen menschen „hilft“, auch aus anderen gründen: zugriff, erbe, macht, bestimmen … probleme aus der welt schaffen.

und da haben wir unsere große, große angst. genau das ist es!

deshalb geht uns das selbstbestimmte sich-selber-töten(-lassen) nicht so leicht über die lippen, auch wenn wir diesen oder jene gut verstehen können wollen.

das ist die empathie … und da ist die angst.

eine gesellschaft, die sich selber wegwirft, weil sie das leben wegwirft.

bei den tieren fingen wir an … mit unseren bosheiten … und jetzt sind wir selber dran. (… wieder dran, nachdem die menschenfresser wohl ausgestorben sind.)

wir werfen alles weg und heben es so auch auf. da sitzt ein dicker klumpen in meiner kehle, wenn alle in die welt pilgern, um sich da und dort beim sterben helfen zu lassen.

das thema ist so omnipräsent, dass man sich dem nicht entziehen kann.

und so ist es immer: schleichend löst sich alles in dir auf, auch in deinem kopf.

wenn man genug mit den dingen beschallt wurde, dann weiß man selber auch nicht mehr, was man wirklich weiß oder will.

es ist bei allem so viel unbehagen.

so viele alte leute, die dann frühzeitig enden könnten, weil man das thema „sterben und sterben lassen“ zu schnell und zu dynamisch freigibt. ach ja. (und dann ein paar seltsame pfleger und pflegerinnen, die in dieser „hausse“ auch noch durchdrehen: kissen, spritzen, maschinen. auch das noch. auch das noch. man will nicht daran denken!)

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