Monatsarchiv: Mai 2015

klau|s|ens collagiert oder kollabiert alles beim erinnern 70 jahre ende weltkrieg II. – www.klausens.com

klau|s|ens, wir leben im erinnerungshypergetue.

das haben gewisse jahrestage so an sich: man hört und liest so viel, dass man nachher dann doch nichts gelesen hat und gehört hat. (gesehen dann auch nicht.)

das wäre die inflation.

die information als inflation … und das bewirkt dann oft das gegenteil.

aber du erinnerst dich doch auch, heute.

ich muss, denn der 8. mai wird mir überall um die ohren geknallt. den bekommt der bahnstreik nicht weg (ist der noch? der bekommt ja kaum noch berichte.), der KITA-streik bekommt den 8. mai nicht weg, die wahl in großbritannien bekommt den 8. auch nicht weg.

und die flüchtlinge, die gerettet werden, oder die, die sterben?

die bekommen den 8. mai auch nicht weg.

warst du denn im krieg?

nein, ich bin zu jung.

aber du kennst den krieg?

nein, ich sehe nur die kaputten städte, die heute kaputten städte.

wie meinst du?

wandere durch köln, wandere durch braunschweig, wandere durch würzburg, wandere durch essen, wandere durch alle städte, die mehr oder minder getroffen wurden.

was ist dann?

dann ist da alles fies, also vieles fies.

man musste ja schnell (auf)bauen.

eben: schnell bauen, teilweise wurden schneisen in die städte geschlagen, weil ja dann auch die autos kamen. und unendlich viele schnelle und funktionale gebäude. dazu niedrige decken, dass man ersticken könnte, in den bauten zum wohnen aus den 50er jahren.

das hat sich bis heute gehalten.

auch das: es entstand die idee des geldoptimierten bauens … und private bauherrn in den städten überschlagen sich ja heute noch, schnell und billig und hässlich und fies zu bauen.

so weinst du also um die städte … weniger um die toten?

mir tun die toten leid, klar, aber ich habe es nicht erlebt, ich kenne alles nur indirekt. also tun mir die toten abstrakt leid, mehr vom kopf. deshalb kann ich nur „mitfühlen“, richtig trauern kann ich nur um die städte, die ich heute noch sehe und selber erlebe: in ganz europa, eigentlich in aller welt. kaputte städte, wiederaufgebaute und dann auch oft „kaputte“ städte.

wir sehen heute bilder aus syrien … und wissen jetzt schon, wie es selbst in 70 jahren sein wird/werde/würde, falls man es nun alles aufbaute und es in syrien keinerlei krieg mehr käme.

das wäre ein beispiel: ja. die städte sind teilweise so sehr hässlich, die man sich dann neu zusammengeklöppelt hat, nach den kriegen, aus der not geboren, aber eben auch aus dem dumpfen empfinden für den menschen, für das bauen, für das wohlfühlen … das man nichts retten kann. (in meiner lebenszeit werden diese städte in der tendenz verdammt hässlich bleiben.)

man lebt seine jahre ab, weiß aber dass alles rettungslos geworden ist, rein von der architektur gedacht.

und das ist das tragische: alle anderen völker, die jetzt (aktuell) durch trümmer laufen, die sagen sich: was denkt der an die architektur? – wir haben nichts zu schlafen, nix zu trinken, nix zu wohnen, nix zu essen, nix zum leben.

so sehen die einen das und die anderen dies.

und irgendwo anders in der welt springen reiche menschen auch jetzt noch ungehemmt und von allem losgelöst in ihre privaten pools … und werden gleich auch noch fruchtige cocktails einnehmen.

und irgendwo auf dem mittelmeer treiben schiffe mit menschen und in nepal wimmern kinder in den krankenhäusern, auch auf den straßen. und: erwachsene weinen auch.

das alles ist krieg und kein krieg und nicht mehr krieg und doch noch krieg … und dann im reichen deutschland klagt ein blogger über die versaute architekter fast aller städte, weil sie fast alle schon im krieg (den sie, oh deutsche, selber anzettelten) ausgelöscht wurden, kaputt und bumms und wieder kaputt.

und dein bild? das kunstbild?

unser bild, zweitklausens, es ist ein löwenzahn als pusteblume, aber als nasse pusteblume. frisch eingenässt vom regen. eine nasse pusteblume ist etwas ganz besonderes. und diese kommt nun in der collage aus dem asphalt, aber asphalt der gerade eben gelegt wurde, über den im moment noch die dampfwalze fährt. asphalt ganz frischer art. das neue.

und diese beiden bilder: nasse pusteblume und nasser, frischer asphalt: die hat man kombiniert.

die haben wir kombiniert.

ja, ja, wir beide: unser kleiner beitrag zu 70 jahren „stunde null“.

es gibt viele facetten.

das meine ich auch. zu krieg könnte man 1 million blogeinträge schreiben, zur kapitulation am 8. mai 1945 (auf das datum konzentriert man sich ja bei uns) gäbe es natürlich auch 1 millionen blogeinträge.

aber es dampft die nasse pusteblume auf dem frischen asphalt = asfalt.

ich schäme mich.

ich weiß. etwas mehr betroffenheitsgetümel hatte ich doch erwartet. (aber herr gauck hat ja schon so viel dazu gesagt. herr gauck.)

soll ich jetzt kollabieren? oder doch lieber mein kunstwerk collagieren?

das kunstwerk ist doch schon da im blog. danke für die symbolik, danke: früher war ja immer unter dem pflaster was … nun also unterm nassen asphalt. wir werden alles mit asphalt überziehen, was noch irgendwie atmen kann.

und die pusteblume siegt dann? glaubst du das?

nee, natürlich nicht. die wird im asphalt konserviert.

klausens-collage-zum-ende-des-krieges-II-70-jahre-asphalt-und-kunstfoto-nasse-pusteblume-8-5-2015-96-dpi

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klau|s|ens schrieb am 5.5.2015 den „Dienstagsroman [5.5.15]“ – www.klausens.com

klau|s|ens, da hast du gestern den ganzen tag geschrieben?

und dann habe ich alles kurz vor 24:00 uhr noch an die druckerei geschickt.

an einem tag geschrieben? und vollkommen beendet?

so kann man es sagen. wir warten auf das fertige buch.

die datumsromane sind ja jetzt schon einige.

siehe die buch-roman-folge:

EINTAGESROMAN [8.8.8]
STUNDENROMAN [9.9.9.]
JETZTROMAN [10.10.10]
NUNROMAN [11.11.11]
BALDROMAN [12.12.12]
SCHONROMAN [3.3.13]
HEUTROMAN [4.4.14]
DIENSTAGSROMAN [5.5.15]

dann wäre es nun das achte werk in dieser reihe.

ja, gewiss. (die zeit verrinnt, auch das ist gewiss.)

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klau|s|ens braucht für das „en vogue“ nun auch dringendst einen mähroboter – www.klausens.com

klau|s|ens, die zeit eilt, die moderne ruft, die dinge sind immer in bewegung.

schau doch mal in die prospekte!

aha, auch du lässt dich von den wurfsendungen und beilagen blenden und prägen, auch du!

ich beobachte die zeit und ihre dinge.

welche dinge braucht diese zeit?

ich bin gedanklich noch bei den flachbildschirmen, die wahrscheinlich schon 99 % der haushalte haben … die moderne will aber jetzt mähroboter.

du hast noch keinen?

nein, du denn?

nein, aber muss man den denn haben?

wie willst du bei einer grillparty bestehen, wenn du keinen mähroboter hast? … oder zumindest jemanden kennst, der sich gerade einen gekauft hat?

ich bin nicht so oft bei grillpartys.

dann nimm eine andere situation, irgendwo in der welt: sie werden dich ansprechen und sie werden mit dir reden wollen … über den mähroboter.

gehört der zum guten ton?

ich denke ja: wenn schon schon ton = lärm, dann den smoothen mähroboter, der immer unterwegs ist und deinen rasen wimbledonfein hält. über den kann man dann schön reden – auch im zug, sofern der nicht streikt.

und ich habe eine fernbedienung und drücke knöpfchen?

ja, auch das. der modellbau kehrt anders zurück. das ferngesteuerte schiff für den see kehrt nun als mähroboter für den eigenen garten zurück: die männer können juchzen und vor freude glucksen … und auf der fernbedienung rumspielen.

zeitgeist wäre also aktuell ein mähroboter?

das wäre einer meiner vielen eindrücke, die ich jeden tag von dieser welt so habe.

haben wir denn schon einen?

nein, aber wir sollten dringend einen kaufen.

aber wir haben doch gar keinen garten, also auch gar keinen rasen!

ist doch egal: wir könnten den mähroboter in den flur stellen, demonstrativ, wenn jemand klingelt … und wir könnten den mähroboter sonntags für ausflüge auf die wiesen und felder der natur mitnehmen, jetzt im mai. als „mitnehmsel“.

so wie einen hund?

ja, auch das: der mähroboter ersetzt den hund. auch das. ein universales gerät für alle bedürfnisse, alle sehnsüchte und eben auch, um ganz auf der (rasen)höhe der zeit zu bleiben.

und wann geht’s nach wimbledon? wann?

du, diese dinge ersetzen weder auto noch flugzeug, falls du da was falsch verstanden hast.

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klau|s|ens erklärt sein eigenes signaturlogo aus dem monat mai auch noch zum kunstwerk – www.klausens.com

klau|s|ens, was du alles nur tust?! und das zum 1. mai! („arbeiter, heraus zum ersten mai!“)

du denn nicht, zweitklausens. bist du immer nur ideenlos?

nein, natürlich nicht!

na also, dann rege dich doch nicht auf.

aber warum musst du unser signaturlogo für den monat mai 2015 nun auch noch zum kunstwerk für sich selbst und aus sich selbst machen, indem du es vergrößerst?

… weil ich mich auf die nächsten kunstmessen vorbereiten muss, deshalb. („lang lebe die arbeiterklasse der künstler! lang!“)

und da brauchst du dein eigenes logo als eigenes kunstwerk für sich ganz allein?

es ist unser signaturlogo, zweitklausens. und: ja !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

und wozu dann noch diese roten punkte im dreier-set dann noch dazu? auf allem drauf?

das ist als schutz gegen kunstfälscher gedacht. alles hat seinen guten sinn. (außerdem ist heute der 1. mai, da hat man rote banner!)

aber hat es auch wert? das alles?

frag doch mal den kunstmarkt.

aber den sehe ich gerade nicht. hat der denn eben noch bei uns gestanden? ist der uns nah?

klausens-logo-als-kunstwerk-fuer-sich-selbst-1-5-2015

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