klau|s|ens erlebte die protestaktionen auf der RWE-hauptversammlung – www.klausens.com

klau|s|ens, war es schön?

was sollte an so etwas schön sein? so eine hauptversammlung von aktionären, kleinaktionären und minikleinaktionären? – das schönste ist, wenn leute, die nur ein paar aktien haben, diese abstimmungskärtlein ganz langsam und höchstkonzentriert ausfüllen. das ist witzig, wahnwitzig und aberwitzig.

was ist daran verwerflich?

also, zitat: >>Das Grundkapital ist im Zeitpunkt der Einberufung der Hauptversammlung in 614.745.499 Aktien eingeteilt. Davon sind 575.745.499 Stück Stammaktien, die 575.745.499 Stimmrechte gewähren sowie 39.000.000 Vorzugsaktien ohne Stimmrecht.<< so, nimm mal an, da hätte jemand 1000 stammaktien mit stimmrecht und kärtchenausfüllbefugnis, so wären diese 1000 aktien per 1 stimmkärtchen auch nicht mehr als ein samenkorn im flusse nil … bei fast 615 millionen aktien.

das amüsiert dich?

ich beobachte die welt: und diese HVs der konzerne, das sind ja alles inszenierungen – es kommt nur (noch) auf die art der inszenierung an, nur noch auf feinbetrachtungen dieser lächerlichkeiten.

gestern gab es aber auch proteste vor der grugahalle und dann da drinnen.

gewiss, das sind auch inszenierungen, die von der gegenseite: und RWE hat wahrlich viele proteste verdient.

weshalb?

das brauche ich wohl nicht auszuführen: umweltschmutz, kohle, atomschmutz, abbaggern gesunder orte, hambacher forst, undsoweiter undsofort. verpestete welt. so oder so. (und RWE hat ja hunderte beteiligungen über die ganze welt.)

und gestern?

da waren genau solche anti-RWE-proteste zu erwarten. deshalb geht man durch einen polizeitrupp in die halle, muss vorher durch diese „vereinzelungsanlagen“, vor denen man seit der LOVEPARADE so viel angst hat, wird dann untersucht wie am flughafen, mit schleuse, taschen-leeren und piepsgeräten.

toll, so eine HV.

dann überall die leute von KÖTTER, dieser security, viele in schlecht sitzenden anzügen, die firma hat so dramatische kritiken bekommen, weil lücken im kontrollsystem am flughafen köln-bonn aufgetan wurden. (und das wird wohl hauptsächlich von KÖTTER durchgezogen, da am flughafen.)

ich erinnere. das war dieser tage thema in presse und fernsehen.

du hast also diese gemengelage … und dann hast du im saal nachher dennoch diese „tumulte“, die eigentlich gut geplante protestaktionen im pussy-riot-stil waren … allerdings blieben die protestler gestern vollständig angezogen.

wie hat man sich das vorzustellen?

der mir seltsame vorstandsvorsitzende peter terium spricht, und dann stehen … rechts und links in der halle, auf den tribünen … menschen auf, haben ein transparent, rufen etwas, und vorne stürmen auch leute auf die bühne, auch mit kleinen transparenten oder so etwas in den händen. und dann ist der „tumult“ da, der aber ein inszenierter protest war.

so spannend kann eine hauptversammlung sein?

nein, denn diese proteste sind eine nur kleine (und seltene) ablenkung vom üblichen prozedere, mehr dann auch nicht. wichtiger sind die pressemeldungen und videos nachher draußen, in der weiten welt, die da von medien über die „tumulte“ verbreitet werden. (insofern haben die proteste erfolg, aber welchen genau?)

und weshalb sollte es auch noch proteste geben? gestern? bei RWE?

das ist doch klar: es sind immer diese aktionärsverbände, die für ihre klientel sprechen und dann den finger „in die wunde legen“: ihre wunde.

was kommt dann? wunde?

immer derselbe sermon: keine dividende, nulldividende, zu wenig dividende, es muss mehr dividende … die aktionäre müssten bluten, sollen aber nicht mehr darben, das müsse aber bald wieder vorbei sein, vor und zurück: wirklich tiefgehend befasst sich da niemand mit dem konzern. kurze redebeiträge (zu lange sieht das gesetz auch nicht vor, sonst würden HVs wochen dauern), manche blumig, manche nüchtern. ein paar fragen, ein paar statements. es geht nur um die kernfrage: sind die aktionärsverbände wie „Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger“ als ein beispiel von mehreren … und auch die fonds, die auch dann mal reden können … mit der strategie des konzerns eher mehr zufrieden oder eher mehr unzufrieden?

bei RWE?

da dachte man, alle sind sehr, sehr, sehr unzufrieden, verluste, dramatische verluste, erstmals 2016 keine dividende an die stammaktienbesitzer … am ende war alles heiße luft, eher friede und eierkuchen, salbungsvolle worte an den scheidenden (und mir seltsamen) aufsichtsratsboss manfred schneider, hoffnung auf diesen clou mit der RWE-tochter-AG-abspaltung  … und die entlastung soll ja auch abends mit 97 % und noch was erfolgt sein.

es geht ums geld?

aber ja doch: man kann es nicht hören. man kann es nicht ertragen! – diese HVs sind so weit weg von der realität der kleinen leute … und doch spiegeln sie diesen seltsamen kapitalismus. aktien. aktionäre. pensionäre. früher gab es noch couponschneider. oft spießige und geistesenge menschen. – und dann vorne auf dem podium die akteure von aufsichtsrat und vorstand. seltsame menschen, die da alle, besonders wenn die ganz vorne in der reihe mal anfangen zu reden. (aber das wären wieder studien für sich. herr DAIMLER-zetsche sitzt ja auch im aufsichtsrat von RWE, also genauer: er saß! gestern beendete er diesen gewollten zeitvertreib. da gab es eine wachablösung in der RWE, einige gesichter treten ab, andere kommen nach: eine RWE, die ja ein auslaufender konzern ist, weil man alles gute und schöne nun clever, clever in den neuen tochterkonzern abgespalten und weggetan hat, wo dann herr peter terium wieder der VV = vorstandsvorsitzende sein will und wird.)

ach ja, diese aufsichtsräte: viele konzernlenker sind über X und Y da und dort im aufsichtsrat mit anderen konzernen verwoben. ein ganzes system von querverbindungen, ein gewolltes.

auf den hauptversammlungen der deutschen dax-konzerne karikiert sich also generell „die wirtschaftswelt von deutschland“. (und gewerkschaftler sind ja auch immer dabei, qua mitbestimmung. bei der RWE sitzt übrigens auch bsirske von „ver.di“ mit im aufsichtsrat.)

ja, diese menschen da, diese macher und macherinnen — immerzu sitzen sie da vorne auf den HVs.und bekommen dafür dann tausende an EUROs, bisweilen nur für ein paar wenige sitzungen im jahr. manche sind nicht mal in den ausschüssen, außerdem kommen sie nicht immer zu den haupt-AR-sitzungen. herr zetsche kam nur zu 4 von 6 AR-gesamt-sitzungen.

geld! alles geht ums geld! direkt oder indirekt. – aber sie sind ja auch erschreckend real, diese theaterstücke in den grugahallen dieser welt.

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