Tagesarchiv: Oktober 2, 2016

klau|s|ens warnt vor der derzeitigen (rein absichtsvollen) nettigkeit bei und von OBI – www.klausens.com

klau|s|ens, du warst dieser tage in einem OBI-markt.

ja, zweitklausens, ja: und man hat mich ganz nett empfangen. überraschend nett. außergewöhnlich, in jeder hinsicht. (ich fühlte mich wie prinz charles.)

wieso „empfangen“?

normalerweise suche ich mir selber meine sachen zusammen: die schrauben, das öl, die farbe, solche sachen. als mann sucht man selber, bis es nicht mehr geht.

dieses mal war es anders?

eine dame trat mir geradezu in den weg, flötete mich nett an, ob sie mir helfen könne.

und? du hast dich korrumpieren lassen?

ich sagte „ja!“ und:  sie solle mir bitte helfen. es war so: ich war überrascht und überrumpelt und nahm die hilfe an. (wegen des lächelns der dame? als mann abgeholt? war es so? bin ich zu naiv?)

was brauchtest du?

eine glühbirne, also diese neue sparenergielampe sowieso: dieses hochgiftige zeugs, was uns vom staat mal dauerhaft angedreht wurde, per gesetzlichem zwang. (energiesparleuchte? wie heißen die denn genau?)

was geschah danach?

die dame war übernett, führte mich zum regal, gab mir erst etwas teures, ich wollte aber dann etwas billiges, und ich bekam es,  und ich bedankte mich dann auch recht nett: sie hätte nun einen kunden zufrieden gemacht, oder so. (ich gab ihr also ihre „nettigkeit“ auch zurück: so sollte das leben ja meist sein.)

also ist in deutschland der service neu ausgebrochen? wegen der wahlen in den USA? will man in deutschland (oder bei OBI?) nun so nett sein wie in den USA in den geschäften?

das dachte ich, ja, das dachte ich. ich dummling!

es kam anders?

man drückte mir dezent und doch auch ganz eindeutig noch eine art postkarte in die hände.

die ist unten im blog als bild.

genau diese: und es geht bei allem nur eine umfrage, eine aktion. – die nettigkeit galt nicht mir, weder als mensch noch als kunde. – sondern sie galt allein dieser umfrage. man wollte kurzfristig als ein OBI-markt von vielen anderen OBI-märkten super dastehen. (und dafür werden die kunden dann kurzfristig mal supernett behandelt. eine bestimmte form von bestechung.)

hast du bei der umfrage mitgemacht?

natürlich nicht: OBI hat nun das gegenteil erreicht.

was denn?

ich bin nun ein echter „feind“ von OBI. ich weiß ja sowieso, dass das meiste im leben nur mit einer absicht passiert, aber dass mitarbeiterInnen plöttzlich nur deshalb nett sind, weil es um eine kurzzeitige umfrage geht, wo man sogar als kunde seine bon-nummer im internet eingeben soll … und damit der markt klar identifizierbar wird – das finde ich widerwärtig, abscheulich, schlimm, unerhört und auch geschmacklos. OBI ist bei mir unten durch.

wirst du die dame noch zur rede stellen, die einmalig und absichtsvoll so nett war? (die sich also verkaufsprostituiert hat. für die umfrage.)

aber sicher: es gibt nur ein problem: ich werde meine OBI-besuche nach diesem erlebnis nun deutlich reduzieren. (da werde ich die dame dann sobald nicht mehr treffen können, um sie mal so richtig zusammenzustauchen.)

vielleicht wird die eines tages noch mal marktleiterin.

klar, dieser typus von falschheit wird in der branche geschätzt: der kunde ist das doofe schaf, sonst nichts.

aber: sobald der kunde gekauft hat, lacht man sich dann im hinterraum auch noch über diesen kaputt: wie dumm der doch ist!

deutscher baumarkt: einzig unter den baumärkten der welt. (aber dumm bin ich nicht. zumindest nicht auf die dauer. im gegenteil: man wird noch vorsichtiger, noch skeptischer. man glaubt niemandem nichts mehr.)

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