klau|s|ens schreibt über das universalwort VERUNSICHERUNG anlässlich des wahlschocks TRUMP in den USA – www.klausens.com

klau|s|ens, da sind nun tausende von interviews zu trump und dessen sieg zu hören, zu lesen oder auch im bewegten bild zu sehen.

sicher: alle haben eine meinung oder haben keine meinung oder wollen nach außen hin zumindest eine meinung haben.

womit kann man als „experte“ solche interviews bestreiten?

ich höre dauernd das wort „verunsicherung“. das gilt dann für die amerikaner und auch für die europäer. und diese „verunsicherten menschen“ wählen dann trump oder andere populisten.

das ist schön gesagt.

das ist vor allem leicht dahingesagt. die meisten wissen nichts genaues über die wahren USA, aber retten sich dann mit solchen floskeln durch die welt. gerne auch alle „experten“ und „expertinnen“.

das ist traurig.

es gibt dinge, die sich nicht statistisch abbilden lassen. bei meinungsumfragen sagen die leute nicht immer, was sie denken. außerdem ist eine meinungsumfrage sowieso kulturanhängig vom grad der wahrheitsaussage.  eine umfrage in asien, als beispiel, wäre mit anderen bildern und kulturprägungen belastet als eine umfrage in europa. in den USA oder südamerika ist es auch wieder jeweils ganz anders. in texas ticken die befragten wiederum nochmals anders als in alaska. immer auch bezogen auf ihren wahrheitsgrad gegenüber den sie befragenden. auch das müsste man bedenken. – nein, so leicht lässt sich der gedanke / lassen sich die gedanken eines menschen nicht erfassen.

sie sagen das und tun dennoch das!

das gibt es sehr oft. – man müsste eigentlich durch die mittlere USA reisen und in jedem dorf tausende, zudem sehr sensible und genau hinhörende interviews machen. ich erinnere an die interviews des berühmten studs terkel (2008 verstorben). der hat in den USA schon vor jahren versucht, das „wahre amerika“ zu beleuchten, in allen facetten. und dann sind diese interviews und beschreibungen unterschiedlichster USA-menschen in mehreren büchern erschienen: der begriff der „oral history“ wurde so geprägt.

aber was ist die wirklichkeit? und hat studs terkel die welt der USA verbessern können, wenn wilde hetzer diesertags zum präsidenten werden können?

die wirklichkeit ist so vielschichtig, dass man sie in wenigen sätzen, ja … selbst in dicken büchern nicht abbilden kann. die USA haben bekanntlich so viele unterthemen und subgruppen, das ist wahnsinn. dazu die fläche, die vielen bundesstaaten, die jeweils anderen ausprägungen dieser staaten.

die medien vereinfachen gerne.

die populisten auch.

so vereinfachen beide hin und her.

und man rettet sich dann als gefragter beobachter mit dem wort „verunsicherung“.

damit hat man nicht viel beschrieben, aber dennoch ein (kluges?) statement abgegeben.

und dieses statement pflanz sich jetzt von A nach B nach C fort. alle plappern dieses wort nach. so kann man so tun, als würde man die welt verstehen. dem ist aber nicht so.

mir fiel auch auf, dass man immer von den roten und blauen bundesstaaten spricht.

und?

nimm es mal so: vor 4 jahren hatten die demokraten vielleicht 47 % in einem bundesstaat und die republikaner 46 %..

ja.

dann war der staat blau. alle wahlmänner gingen an die demokraten.

eben: aber wenn es nun umgekehrt ist, 46 % zu 47 %, dann wird der staat rot. alles an die republikaner.

was wollen wir so sagen?

es hat sich faktisch etwas bedeutsames geändert, bezogen auf die wahlmännerstimmen. aber die wähler-real-verschiebung war vielleicht nur 1 %. also: 1 % der wähler ist vielleicht nur von blau zu rot gewandert und … WUPPS … ist der ganze staat nun aber zu 100 % an den herrn trump gefallen.

dann ist eigentlich nicht viel passiert, bezogen auf die wählerwanderung, sondern nur das daraus abgeleitete politische resultat ist so dramatisch.

ja, ungefähr so. es werden die dinge falsch beobachtet, weil man das 1 % wählerstimmen verwechselt mit den 100 % wahlmännern, die dadurch die seite wechseln. 1 % ist nicht gleich 100 %.

die verschiebung war also vielleicht nur dezent.

dennoch tut man so, als wären X bundesstaaten „umgekippt“, von BLAU zu ROT. von den demokraten zu den republikanern.

dem ist aber nicht so.

im eigentlichen: nein.

also ist die erkenntnis der welt prinzipiell verdammt schwer.

… und weil alle so schwer ist, suchen die beobachter nach schnellen begriffen, um sich dann in den medien behaupten zu können.

„verunsicherung“ also.

ja, und man weiß nicht mehr und nicht weniger als vorher. aber „verunsicherung“ wird nun so oft genannt, dass mich diese krankheit selber schon befällt.

und du wirst nun 2017 AfD wählen? weil du nun durch die „allgemeine verunsicherung“ selber verunsichert worden bist? – also: tu mir das bitte nicht an!

klausens-verunsicherung-usa-12-11-2016

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