klau|s|ens schreibt über die halbwertzeit von trauer und betroffenheit und überhaupt wahrnehmung bei anschlägen – www.klausens.com

klau|s|ens, die welt wird mürbe.

wir alle werden zermürbt. wir menschen. wir kaltherzigen.

das mitgefühl scheint weniger zu werden.

es ist diese „gewöhnung“ an anschläge, so scheint es.

der „große“ anschlag in deutschland: am 19.12. der … da war ein kleiner ruck, nach dem motto: nach ansbach und münchen haben wir jetzt endlich auch einen „dicken“ anschlag oder ein „großes“ attentat mit mehr als 10 toten.

dann kam die silversternacht von istanbul: 37 tote.

da war es wieder weniger. an allem.

die türkei ist weiter weg, weiter als frankreich so scheint es.

die berichte sind weniger, auch weniger oft.

kaum sondersendungen zur türkei und jenem 31.12.2016 auf 1.1.2017.

die redaktionen war ja auch ausgedünnt, über silvester.

aber man regt sich nicht so richtig viel auf.

es scheint so, in unserer medialen glocke scheint es: da sind anschläge und attentate, und manchmal sind sie besonders „schlimm“, in wahrnehmung und darstellung, dann wieder fast schon „normal“, in wahrnehmung und darstellung.

auch wir stumpfen ab.

die iraker kennen das gefühl in aller bedrohlichsten höhe: dauernde anschläge, zugleich abstumpfung, weil man ja auch durch den tag kommen muss. auch nach attentat 298721.

und nun stumpfen auch wir europäer allmählich ab.

sie berichten über ein attentat und wir heben kaum noch den kopf.

attentate in nigeria sind eh weit weg.

in der türkei scheinen sie auch noch eher weit weg.

aber in paris oder nizza sind sie nah. in unserer hauptstadt berlin furchtbar nah.

aber auch die deutschen werden, bezogen auf attentate in deutschland selbst, „gewöhnender“.

was für ein wort: die menschen werden „gewöhnender“.

aber ist es nicht so? ist es nicht so?

man kann sich an solche dinge nicht gewöhnen.

aber wir tun es: 37 tote in istanbul. bitter, aber …

es ist also noch das wort „aber“ dabei.

das „aber“ sagt: so ist die welt, so ist die welt geworden, wir werden es nie ändern, wir müssen weiterleben, auch mit videokameras, dauernden gesetzesverschärfungen, dazu ausnahmezuständen. es wird nix besser, alles schlechter, und dennoch sollen wir leben und leben und leben.

in frankreich und in der türkei übertrifft man sich mit den verlängerungen des ausnahmezustandes.

das eine land ist eher autokratisch, das andere behauptet, demokratisch zu sein: aber es verfließt ja alles. die länder scheinen sich anzugleichen, die systeme.

durch die straßen laufen bewaffnete männer: a) attentäter b) soldaten und polizisten.

alle visionen sind alles andere als schön.

aber die 37 toten in istanbul gingen deutlich schneller „an uns vobei“ als die 12 aus berlin.

du, frage mich allein nach den schlimmen attentaten von 2016: ich würde sie nicht aufzählen können. selbst münchen ist bei mir nur noch als schemenhafte wolke irgendwo in der erinnerung.

wie der mensch tickt!

ja, das wäre ein „schöner“ romantitel: sogar eine reihe denke ich mir. – BAND 1) wie die bombe tickt BAND 2) wie der mensch tickt BAND 3) wie der autor dieser zeilen in die überwachung seines schreibens durch die obrigkeit hineingeriet und deshalb nun anders tickt

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