klau|s|ens hat eine gedichtvision als „schreibsion“ zu peter handke – www.klausens.com

klau|s|ens, man diskutiert viel, über peter handke … und jetzt den nobelpreis.

man müsste den nobelpreis für eine bestimmte lebensphase ausreichen: dann hätte er ihn verdient.

der frühe peter und der alte peter? wen? wer? was?

der alte peter hat sich politisch vollkommen verirrt und verrannt, tragisch. völkermord in der rechtfertigung? kann das preiswürdig sein?

ich dachte auch an die schreibe: wenn literatur nur noch suhlen in sprache und beschreibung und befinden ist. als wäre der text eine art von „zuführung“, wie wenn man sich andere dinge „zuführt“. medikamente, text, wasser, luft, drogen, schlaf.

sprache als sprache als sprache, gewiss, da kann man viel diskutieren.

die frage ist immer auch: will ich das lesen oder muss ich das lesen?

es gibt zu viele muss-ich-das-lesen-texte, die dann noch preise gewinnen, gewiss. das gilt allgemein auf dieser welt.

zugleich müssen so texte symbolisch immer wieder auch mal sein, weil dann auch dinge „erkannt“ werden. die sprache als experiment ist auch wichtig. als solche(s).

auch das stimmt. wir wollen nicht dogmatisch sein. problem bei handke: der spätere peter handke hat eigentlich kaum noch etwas mitzuteilen … als seine befindlichkeiten. man könnte ganze bücher schreiben, wie die knochen knacken, weil man älter wird. wie die leber zieht, das herz ruckt, das hirn weint, der kopf zuckt. oder: was man fühlt, wenn man durch lüneburghausen marschiert. aber müssen alle diese bücher dann auch für alle welt gedruckt sein? und auch noch gelesen werden?

das langweilt dann gerne auch. dieses: „beim einführen der mit verhärtetem käse belegten relativ frischen graubrotscheibe in meinen trocken-höhligen mundraum überkam mich trauer über das verlorene des gestrigen tages.“ (erdachtes befindlichkeitszitat.) das liest man einmal, aber nicht über 1000 bücher hinweg. (immer der gleiche jammer!)

genau das. mir fiel gestern dieses (gleich hier folgende) gedicht zu.

eine vision?

gewissermaßen sah ich, ja, ja. aber als text! darf man da von einer „vision“ reden? ich nenne es lieber mal „schreibsion“.

der schriftsteller darf alles, man muss es ihm nur abnehmen. das ist doch die kunst!

WIE HANDKE HEUTE IST
[FRÜHER EHER NICHT]

Verschrobelt
Veryusert
Verzackerlt
Verrubbelt
Vermasselt
Verwibbelt also verknibbelt

Und ich? zu Handke?
Betroffenert
Betrappepferd
Betrutzenert
Betrickstert
Beträgert
Betrügerischogen

Und Handke? zu Handke?
Verklöbert
Verschwurbelt
Verquasert
Verdättert
Vertrotzert
Verkummert also verkümmert

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen, u.a. als Klau_s_ens oder KlauPETERsHANDKEens oder KlauDOCHsKUNSTens, am 13.10.2019, Sonntag, 17:43 Uhr bis 17:45 Uhr MESZ und 17:59 Uhr MESZ, Königswinter

1000_pix_96_dpi_klausens_zeichnung_k_werk_GOTT_NOBEL_vom_14_10_2019

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