Archiv der Kategorie: autobahn

klau|s|ens dichtet an … gegen die verrinnende zeit im stau – www.klausens.com

klau|s|ens, du mal wieder im stau?

man sollte nicht nach köln fahren, schon gar nicht zur rush-hour.

und du tatest deshalb was?

ich hörte radio. da kam der verkehrsfunk.

sie sagen jetzt immer, wie viel zeit man verliert, im stau.

genau das: seit einigen wochen schon. erst hört man nur so halb hin, wenn man nicht auf der entsprechenden autobahn ist.

und dann?

dann sagte mir ein ehemaliger klassenkamerad das wort „zeitverlust“.

was geschah nun?

ich hörte ab sofort nicht mehr die gesamte meldung, sondern ausschließlich das wort „zeitverlust“, wannimmer ich WDR-radio hörte. ich war auf dieses neue wort wie fokussiert.

wie gehst du damit um?

ich denke von morgen bis abends über die idee von „zeitverlust“ nach.

was erbringt das?

gestern im stau kam ich dann auf dieses schlichte, aber überaus durchtriebene gedicht – es ist also ein LIVE-gedicht, ein live reagieren auf die ewigen „zeitverlust“-durchgaben des WDR. es heißt „je öfter man es nennt“.

JE ÖFTER MAN ES NENNT

Zeitverlust
Zeitverlust
Zeitverlust
Zeitverlust
Zeitverlust
Zeitverlust
Zeitverlust
Zeitverlust
Zeitverlust
Zeitverlust

DESTO MEHR HAT MAN (DAVON)

Copyright: Klausens am 24.11.2014, Montag, Autobahn A 555, gegen 8:35 Uhr MEWZ, Bonn Richtung Köln, Höhe Abfahrt Köln-Rodenkirchen, BEZUG: Die Verkehrsdurchsagen im WDR, die neuerdings seit ein paar Wochen auch Angaben zum „Zeitverlust“ durch Staus machen.

schön, ich aber überlege gerade, wie ich die zeit wieder reinhole, die ich mit diesem blogeintrag verbracht habe.

kunstfoto-k-werk-zeit-und-zahlen-klausens-10-11-2014-und-25-11-2014

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klau|s|ens liebt die immer neuen bahn- und flugstreiks wegen der stets fast genau gleich erwartbaren medienbegleitung – www.klausens.com

klau|s|ens, es geht wieder los! man streikt!

wieso? schon wieder?

hier: >>Bahnreisende müssen sich wegen eines Lokführerstreiks am Wochenende auf große Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr einstellen. Die Gewerkschaft GDL rief ihre Mitglieder zu einem Ausstand aus, der von Samstagmorgen (02.00 Uhr) bis Montagmorgen (04.00 Uhr) dauern soll. Im Güterverkehr der Deutschen Bahn soll der Streik bereits am Freitagnachmittag (15.00 Uhr) beginnen.<<

herrjeh, herrjeh, wo doch die schulferien zuende gehen.

das ist ziemlich gemein, würde ich sagen.

ich denke auch: leute, die so an den schaltstellen sitzen, wie diese eisenbahner … die müssen anders agieren. denn theoretisch könnten die den zehnfachen stundenlohn von einem chemiefacharbeiter durchsetzen, für alle.

eben: nur weil die so sensibel im netzwerk von deutschland drinhängen … und macht haben, viel macht.

das geht ja eigentlich nicht.

nein, bei aller liebe für die kleinen leute und die arbeitsmenschen … irgendwie ist es gemein, dass jetzt so viele andere wieder und wieder drunter leiden sollen. (vom wirtschaftlichen schaden wollen wir jetzt mal nicht reden: der wäre gesamtaddiert durch alle menschen und dinge, die nicht an den ort kommen, wohl in milliardenhöhe.)

ja, aber noch schöner sind die berichte, die ewig gleichen berichte.

welche?

im fernsehen: immer wenn gestreikt wird, stehen die reporterinnen und reporter im bahnhof oder in der eingangshalle oder neben dem gleis. – und im flughafen wissen sie es auch, wo man steht, zum beispiel vor den check-in-schaltern. die sind dann gerne leer. oder auch voll, weil menschen nicht weiterkommen. beides ist üblich.

ja, man kann es alles vorher schon wissen.

man kennt den bericht. man kennt die eingespielten interviews. (man braucht gar nicht mehr gucken.) man kennt auch manche gesichter, die gerne für diese berichte „vor ort“ dann eingesetzt werden.

es ist immer das gleiche. A) streik B) medienberichte.

eigentlich ja: dann werden reisende befragt. gern welche, die nicht weiterkommen.

auch das immer das gleiche. die LIVE-schalte, die anmoderation, der kamerablick. alles gleich.

aber ja, aber ja! alles vorhersehbar, man braucht sich gar nicht mehr zu informieren.

die können sich schon auf dem bahnsteig ein kreuzlein kleben, damit sie wissen, wo sie das nächste mal genau wieder stehen werden, diese reporterinnen und reporter.

und die könnten auch wiederholungen von vor 2 jahren senden. ich würde es nicht merken.

ich höre gar nicht mehr hin.

ich auch nicht, diese berichte sind alle so gleich und so austauschbar, und der informationsnutzen ist so gering … also …

hoffentlich sind unsere blog-einträge nicht immer gleich?! das wäre ja auch schrecklich!

die medien sind sowieso schrecklich, die medienmenschen auch … und streiks dann erst recht. (moment, wir kommen gleich! wo doch eh alles gleich ist!)

999-pix-foto-bericht-WDR-fernsehen-lokalzeit-bonn-streik-flughafen-koeln-bonn-16-10-2014

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klau|s|ens empfiehlt eine kleine schnelle schilder-maßnahme in der sommerpausen-falschfahrer-werbe-debatte des herrn dobrindt – www.klausens.com

klau|s|ens, pilotprojekte? na? wie findest du?

so macht man werbung, so kommt man in die presse, so spart man geld, so geht es voran.

du würdest also eine fülle von „pilotprojekten“ in die welt setzen?

gewiss, 365 im jahr, denn ich habe immer etwas „gemacht“, formal, muss aber keine entscheidungen treffen und habe alles zeitlich gen nimmerlein verschoben.

das wusste ich so nicht.

man lernt immer dazu, in dieser verschrobenen welt.

und du?

ich betrachte mir bisweilen verkehrsschilder, wie ich sie real vorfinde … real aufgestellt vorfinde.

dann passiert was?

ich denke über die schilder nach und versuche diese zu verstehen.

das ergibt?

… dass ich denke: ach gott, da hättest du jetzt auch zum falschfahrer werden können! (die schilder sind optisch so blöde und so nachlässig angebracht, dass man den menschen in fehler hineinzwingt … geradezu.)

deshalb spricht man ja auch von den „schildbürgern“.

ich aber mache nur einen ganz kleinen vorschlag, der an vielen stellen sofort das übel beseitigen würde.

woraus bestünde dein vorschlag?

man soll einfach mit den vorhandenen (auch zu diskutierenden) schildern zack-schnell-zack die situation durch eine bessere anbringung verbessern … und meistens durch eine verdopplung der schilder die aussage dabei sehr klar und eindeutig machen, sodass der schnell herbeifahrende binnen tausendstel sekunden alles intuitiv begreift.

du bist ein held der straße, klau|s|ens. du verdienst die dobrindt-ADAC-medaille in fleisch.

danke, zweitklausens, aber ändern wird sich dadurch nichts. nur pilotprojekte bringen einen minister (vermeintlich) voran. nur die.

dabei weiß der gesunde menschenverstand vieles schon lange vor solchen pilot-nur-kost-exkursen.

die regierung (samt vermeintlicher karriere) aber weiß nichts vom gesunden menschenverstand.

klausens-analyse-falschfahrer-potential-aktuell-beschilderung-schilder-19-8-2014

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klau|s|ens hat nun (wie beim Citroën C1) alles als seine natur – www.klausens.com

klau|s|ens, da war dieser werbespruch!

eben: ein auto ist natur. so ungefähr bleibt es im hinterhirn hängen. auto = natur, also: wenn es ein citroën C1 ist, dann auto = natur.

und?

da bin ich doch vom stuhl gekippt. (ganz natürlich.)

wieso?

so kann man doch alles verkaufen und anpreisen (und verkleistern), indem man es einfach mal mit natur zusammenbringt.

wie lautet denn der slogan im original?

so: „Die Stadt ist seine Natur.“ (gemeint das auto C1.)

das ist ja eine finesse höchsten grades.

und so kam ich wütend auf diese gedichtzeilen:

DU, MENSCH! ALLES WIRD GUT – MIT ETWAS NATUR!

Chemieabfälle sind meine Natur
Folter und Hass sind meine Natur
Zwangsentmietungen sind meine Natur
Lug und Trug und Unwahrheit sind meine Natur

– ist einfach die Natur der Natur.

Ja, auch Plastik ist meine Natur
Und: Tierquälerei ist erst recht meine Natur

– ist einfach die Natur der Natur.

Kindesmisshandlungen sind meine Natur
Selbstbetrug und Selbstbelug sind meine Natur
Verbrechen aller Art sind meine Natur
Bombenattacken und Raketenbeschüsse sind meine Natur

– ist einfach die Natur der Natur.

Ja, alles, alles ist am Ende meine Natur, oh Autobahn
Und: Das Ende scheint mehr und mehr in Sicht

– ist einfach die Natur der Natur.

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen am 20.7.2014, Königswinter-Oberdollendorf, gegen 9:39 Uhr bis 9:57 Uhr MESZ.

klausens-ein-kunstfoto-natur-abend-himmel-oberdollendorf-19-7-2014-1000-pix-mit-logo

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klau|s|ens sieht die gewollte deutsche maut für autos als einführung neuer grenzen in europa – www.klausens.com

klau|s|ens, nun bekommen auch wir die maut, in deutschland, für europa.

dobrindt will heute mittag seine gesetzidee(n) vorstellen, ja, ja.

sie machen da das und dort dies!

die deutschen spinnen, die europäer spinnen.

sie reden von einem land, einem europa.

dann machen sie die EG und schaffen teils die grenzen ab. sie führen den gemeinschaftlichen EURO ein.

alles soll ein (1) europa sein, hieß es.

und nun führen sie über die maut die grenzen wieder anders und neu ein.

jedes land macht auf kurz oder lang seine eigene maut, mit seiner eigenen vignette.

so werden neue länderräume und neue grenzen geschaffen.

ein hirnriss!

A passt nicht zu B und B passt nicht zu A.

so ist die welt eine welt des gedanklichen schadens.

und deutschland vorneweg.

man spaltet europa wieder neu auf, nun mit einer jeweils eigenen PKW-maut.

wer soll die welt in ihrem irrwitz und ihrem CSU-wahn verstehen?

dann tritt doch aus europa aus! und aus deutschland!

ich werde darüber nachdenken!

klausens-die-maut-und-europa-mit-deshalb-neuen-grenzen-7-7-2014-mit-logo

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klau|s|ens sieht trotz X-mal-hochwasser nur noch zersiedelung wie z.B. in königswinter – www.klausens.com

klau|s|ens, immer mehr hochwasser, immer mehr LIVE-berichte. wir kennen nun alle sandsäcke bis ins einzelne.

gewiss: wir werden bald auch deichbau-experten, so sehr „kümmern“ sich die medien um das wasser und den menschen und die katastrophe und die natur.

aber nichts ändert sich.

doch, sie bauen die deiche etwas höher, da und dort.

aber ist das die lösung?

je mehr wir alles zersiedeln und die böden mit gebäuden und parkplätzen und tiefgaragen versiegeln, desto schlimmer wird es.

am rhein haben alle neuen häuser so schöne extra-wände gegen das hochwasser.

aber das ist es doch! dann wird der rhein zur rinne oder gar röhre, nichts kann mehr versickern, das wasser kann nur noch längs dem beton entlangschießen. gefahr droht! mehr und mehr gefahr!

aber sie machen es trotzdem.

alle wollen schön wohnen, die wohnungspreise steigen rasant: nun kann man noch viele reiche am rheinufer unterbringen.

stichwort: sumpfweg, diese unnötige und schreckliche bebauung in königswinter nähe hauptstraße.

ach ja: sumpfweg und die interessen des kapitals. und dann stadtratsmitglieder, die das schön mitmachen. ach ja: königswinter.

sie bauen jenseits und längs des rheins.

wo?

überall – da wo villen standen, werden die ex-parks und ex-gärten davon bebaut und zugebaut. nicht nur direkt am wasser.

beispiel?

ich nehme nur mal ein ganz kleines beispiel, von einem eher kleinen haus, was aber genau so schlimm ist.

wo?

römlinghovener straße in königswinter-oberdollendorf.

was ist da?

da ist eine kleine villa, ich schätze 30er jahre. mir gefiel sie sehr gut.

und nun?

nun kommen eigentumswohnungen in den ex-garten der eher kleineren villa. siehe doch die fotocollage.

da wird also vorne die historische mauer bzw. einfassung wohl abgerissen (ist nämlich schon viel von weg), und dann kommen diese klötzchen in den garten?

es ist eher ein riegel. aber der garten muss dafür weg.

und so siehst du es immer wieder?

oh ja, oh ja. ich nenne nur das stichwort lemmerz-park: da musste die eher flache villa des unternehmers weichen. abriss! danach hat man alles total bebaut und verbaut. das ganze grün mit klötzchen zersiedelt.

so findet man es oft am rhein, auch in bonn.

gewiss: das kapital schreit und die ministerialräte wollen doch auch schön wohnen.

und nun?

nun lesen wir weiter artikel mit hochwasserwarnungen und sehen die berichte im fernsehen.

und?

wir wissen, dass alles noch schlimmer werden wird. gerade auch hier am rhein, tendenziell aber überall.

weil alles verbaut und durchgebaut werden soll und wird.

ja, der mensch kann mit „natur“ nichts anfangen. er flüchtet sich dann in die idee der „kulturlandschaft“.

waren das nich mal äcker und weinberge und so etwas? obstplantagen? gebüsche? wiesen? alles dieses?

ja, aber heutzutage meint kulturlandschaft, dass alles und jedes bebaut ist, bis die hochwässer mehr und mehr triumphieren. – danach ist „wasser“ die kulturlandschaft der moderne. überall wasser.

klausens-fotos-collage-zersiedelung-koenigswinter-oberdollendorf-hier-roemlinghovener-str-am-2-6-2013

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klau|s|ens sieht die (un)logik der kaputten autobahnbrücke auf der A1 und der immer dickeren gigaliner-LKW – www.klausens.com

klau|s|ens, die brücke bei leverkusen über den rhein (autobahn A1) ist ja für laster schwerer als 3,5 tonnen verboten.

das kommt, weil die brücke reißt. zu viele und zu schwere LKW. das schafft die nicht.

„Auf der A1 Dortmund – Köln ist die Leverkusener Rheinbrücke in beiden Richtungen für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt.“ das las ich soeben mal wieder beim WDR. das gilt und gilt und gilt, mindestens bis märz 2013. aber bis dahin hat man nur provisorisch was getan. danach kommen alle brücken neu, ja superneu, ja giganeu. 10 fahrspuren? auf beiden seiten? also 20?

es scheint in diesem moment in NRW die einzige verkehrsmeldung zu sein. jetzt gerade. diese eine teil-LKW-gesperrte brücke. (selten, so etwas! selten!)

oh, welch wonne!

dabei reißen noch und schon 1000 und nochmals 1000 brücken. in köln-mülheim zittert derzeit die brücke, weil viele, die nicht in leverkusen über den rhein dürfen, nun über die mülheimer brücke fahren.

dann reißt die auch ein.

alles reißt ein, brücke für brücke. auch die in köln-poll-nach-rodenkirchen. auch die!

in bonn haben sie dasselbe problem mit dem „tausendfüssler“ (stadtautobahn A565).

wieso „sie“? wir alle haben das problem, weil wir bald über keine brücke mehr dürfen oder nur noch über eine spur, was dann stau bedeutet … und de facto keine spur.

sie wollen doch diese dicken laster. diese gigadinger. zeitgleich immer wieder: die gigalaster entlasten den verkehr!

sie lügen uns zu, sie lügen uns kaputt. – es ist infam, dicke laster zu fordern und immer immer wieder diese „modellprojekte“ mit den extradicken lastern machen zu wünschen zu tun. böse lobbys.

die welt ist voller böser lobbys: sie sagen, wir sparen da geld …

… während genauso geld vernichtet wird: je mehr waren und güter auf die straße kommen und je mehr laster fahren und je dicker die laster sind, …

… um so schlimmer wird es mit den brücken.

es ist eine welt des irrsinns. (und wir sollen mehr und mehr konsumieren. das bedeutet mehr und mehr LKW.)

überall schreien lobbys: wir, wie, wir!

aber das eine schadet dem anderen – und umgekehrt.

alle schaden sich gegenseitig und vernichten das eigentum des staates und des volkes.

aber nur durch vernichtung wird wieder bedarf geschaffen. zum beispiel für die großen baugiganten, die eine brücke erneuern oder gar neu bauen können.

somit hat alles sinn?

gewiss: der stau hat sinn für die mineralölindustrie …. und die dicken LKW machen sinn für die bauindustrie. am ende profitieren alle!

dann ist die welt doch genauso richtig … wie sie ist.

wenn du meinst … willst du dein auto in zukunft über den rhein schwimmen lassen. oder wie hattest du dir das gedacht?

was steht den auf unserem wut-kunstwerk zur autobahnbrücke in leverkusen?

„GEWICHT UND MENGE UND IRRTUM UND GRÖSSE
UND ALLE-WOLLEN-WAREN-HOLAHI-HOLAHO“

klausens-k-werk-5-1-2013-schwere-laster-und-noch-mehr-schwere-LKW-fuer-die-rheinbruecken-wie-leverkusen-a-1-

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klau|s|ens sieht glücklich ein eichhörnchen im baum – www.klausens.com

klau|s|ens, wie bescheiden du bist!

gewiss, zweitklausens, ein eichhörnchen … und ich bin glücklich.

und shoppen?

shoppen – und ich bin unglücklich.

dann bist du also ganz auf naturerlebnisse gestimmt?

leider nicht. das eichhörnchen sah ich im baum neben der autobahn.

du gehst neben der autobahn?

es war die stadtautobahn. außerdem war mein auto kaputt … und ich ging zu meinem auto, welches in der reparatur war.

das auto war in der reparatur?

damit es am nächsten tag wieder würde auf der stadtautobahn fahren können.

aber der baum mit dem eichhörnchen war doch neben der stadtautobahn! das leidet doch, wenn du wieder auto fährst!

auf das eichhörnchen kann ich leider keine rücksicht nehmen, wenn mein auto wieder fährt.

dann fährst du also dann an dem baum und dem eichhörnchen vorbei?

ja, ohne es zu sehen!

wofür sind dann die autos gut?

wenn es keine autos gäbe, gäbe es keine stadtautobahn. und dann könnte man auch keine eichhörnchen sehen, dort im baum an der stadtautobahn … eichhörnchen, die man aber nur sieht, wenn das auto kaputt ist, sodass man zu fuß an jenem eichhörnchen vorbeikommt.

und shopping?

mag ich immer noch nicht.

es muss eine herrliche zeit gewesen sein, diese zeit von 2012, als die menschen mit kaputten autos zu den eichhörnchen pilgerten und das shopping vergaßen.

schreibe es so in deine chronik!

ich verstehe nur nicht, warum du auch noch das foto dieses triumphes zerstören musstest. mit deinen strichen. und diesem rot!

kunst gehört doch auch zur natur des menschen! so wie die autos!

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klau|s|ens berichtet über die mediale realität des verbrechens zu köln und anderswo – www.klausens.com

klau|s|ens, da war die stadt köln, gestern, dieser mann, der auf der autobahn A1 geflohen war, auf der autobahn, von der raststätte weg … der zuvor eine schusswaffe gezogen hatte … bei einer kontrolle …

und dann?

… gestellt wurde, in köln, in der innenstadt. alles gestern.

ein böser mann?

das war ein böser mann, ja, ja, aber man kennt keine hintergründe. vielleicht war er auch lieb und die schusswaffe nahm er, weil er nicht weiter wusste.

ein bösgewordener mann?

vielleicht auch so. sie schrieben in der presse:

„Einen bewaffneten Autofahrer hat die Polizei von der Autobahn bis in die Kölner Innenstadt verfolgt. Dort gelang es den Beamten am Freitagmittag, den Mann zu überwältigen und festzunehmen. Der 49-Jährige hatte nach Angaben der Polizei bei einer Kontrolle an der Raststätte Remscheid an der A1 eine Schusswaffe gezogen, diese gegen sich selbst gerichtet und war dann losgerast. Seine Flucht verlief über die Autobahn und quer durch Köln. Als der Mann dort wegen des starken Verkehrs stoppen musste, überwältigten ihn Spezialkräfte der Polizei.“

warum erzählst du mir das?

warum? weil die leute dachten, in köln, wo er gefasst wurde: alles sei ein film.

die verbrecherjagd sei ein film?

so denken die leute heute.

wie dachten sie früher?

wenn so eine szene war, in der innenstadt, mit absperrung und polizei und verfolgung, und es waren filmdreharbeiten … dann dachten die leute: es ist realität. da ist wirklich die polizei zugange.

so war es früher!

eben! heute ist es anders: heute ist es die realität … und jetzt denken die leute, es müssten dreharbeiten sein.

die dreharbeiten sind also normaler und häufiger geworden als die realität regulärer verbrechen.

so ist das mit der medialen welt: alles hat sich irgendwie gedreht.

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Die Autobahn seltsam anders erlebt KLAUSENS

klau|s|ens, was waren deine seltsamen erlebnisse auf der autobahn?

man fährt, aber alles ist anders.

wie denn?

man weiß es nicht: man kennt die strecke, aber etwas ist anders.

aber was ist es?

das merkt man erst später: die autobahn wurde von zwei zu drei streifen. sie wurde dreispurig an einer stelle, die vorher zweispurig war.

wie hat man das gemacht?

ganz einfach: den standstreifen nimmt man hinzu. aus dem standstreifen wird eine fahrspur.

aber das ist doch ein bekannter vorgang!

das dachte ich auch. aber fahre mal auf so einer autobahn, die du ganz anders kennst. du kommst dir vor, als wärest du aus der welt gehoben.

wieso denn?

weil nichts mehr so ist, wie du es in deinem unterbewussten „kennst“. die dinge haben sich verändert. du veränderst dich daraufhin durch die veränderung der dinge. du wirst kirre, eine erste vorstufe von „irre“.

die autobahn ist nicht mehr die gleiche! holla!

es ist eine entrückung aus der welt: durch eine neue fahrbahnmarkierung verlierst du für momente deine identität. du wirst aus dem leben geworfen.

aber dann …

… dann schaltest du auf einmal: hach, sie haben die autobahn neu markiert.

und dann?

dann ist wieder alles gut. noch ein-, zweimal fahren und die neue lage wird zur neuen normalität.

dann ist der alltag wieder da.

dann fährt man sicher und fest wie stets auf der autobahn. hier war es die autobahn A 59 bei bonn-beuel.

das sind die geschichten, die das leben schreibt.

sind es kleine bagatellen oder wirklich große ereignisse?

wir waren entrückt.

ja, beim fahren entrückt. wir werden diesen verfremdungsmoment nie vergessen.

es ist so, als hätte man drogen zu sich genommen. eine autobahn wurde aus zwei spuren zu drei spuren – quasi über nacht. nur durch etwas weiße farbe bzw. entfernung der weißen farbe.

… und keiner hatte es uns vorher gesagt. ohne warnung rasten wir in diese schreckliche situation der dreispurigkeit.

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