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klau|s|ens schreibt zum tod von helmut kohl – www.klausens.com

klau|s|ens, du warst einer von denen, die kohl bewunderten?

oh nein, oh nein! – ich lese immer vom „großen europäer“ und vom „vater der wiedervereinigung“, 1000-fach, es ist wie ein mantra … und man kann es auch würdigen. europa versus nationalstaaten und krieg. ja. ja. europa ist besser als kein europa. gewiss!

dann willst du ihn würdigen?

„würdigen“ ist ein falsches wort. das gäbe einen falschen zungenschlag.

und der richtige zungenschlag?

dem mann ist die einheit zugefallen, er hat sie genutzt. also! er ist in dieser beziehung ein „gewinner“ gewesen, aber ein leben hat ja mehr facetten.

aber sonst eher nicht? nur europa, nur DDR zu BRD?

kohl war für mich die höchste form der provinzialität, so als würden jagdverbände und schützenvereine und handballmannschaften und dorfpolizisten nun irgendwie immer mitregieren. spießer, dumpfbürger, geistig unwendige menschen, traditionsbeharrend im schlechten.

dass war ja auch seine sache: personen, bündnisse, halteseile, die region. der kontakt. die drohung. die zusage.

schön, aber wer bündelt da mit wem? kohl hat leute angerufen, aber wen? und welche hat er alle ausgegrenzt? na?

zum beispiel journalisten, künstler, weltbürger. demonstranten!

alles nicht sein fall. dazu diese cholerik, das aufbrausende, das abkanzelnde, dieses „billige“. viele seiner sätze waren ohne jede klasse.  kaum von goethe gespeist.

du beklagst seine art.

aber wie, aber wie! vieles von ihm war dumpf und dümmlich. voller unverständnis für bestimmte erscheinungen dieser welt. wir haben uns an kohl abgearbeitet. wir haben ihn nicht gemocht. er hat alles kleinmachen wollen, was mit „links“, mit „grün“, mit „demokratie“ zu tun hatte. er selber aber war gerne boss und herrscher, der oberste, der die macht hat und sich über diese macht definiert.

er konnte ganz schön fiese bemerkungen machen.

oft so dümmliche. aber er bekam immer beifall von den kleinbürgern dieser welt, auch von CDU-nahen großbürgern. man vergesse auch rheinland-pfalz und den katholizismus nicht. diese ganze brühe, diese ganze soße. die bundeswehr! mobben konnte kohl ja auch! und vergaß nichts und niemanden! gerne auch im streit! im verachten! im nichtmögen! kohl war für mich nie ein sympathieträger.

es waren 16 lange jahre, und man erhoffte sich eine phase von willy-brandt-II …

… brandt, die zweite phase? die schröder danach dann nicht geliefert hat?

kohl hatte eine gewisse selbstherrlichkeit, die im vorläufertum zu einer von der des donald trump steht.

gewiss, gewiss, das gehört auch alles zu dem bild des helmut kohl. seine haltung in der parteispendenaffaire lässt auch eine gewisse nähe zu trump aufscheinen: „im zweifelsfall ist mir staat und verfassung und gesetz sowieso einerlei. ich mache das, was ich machen will. BASTA!“

kohl als BASTA!-politiker. ach ja.

es sind da so viele facetten, bis hin zu seinen freunden, die nun in den fernsehsendern auftauchen, seinen engsten menschen von damals, die teils echte, teils falsche tränen weinen. aber sie dürfen nun alle ihre statements abgeben.

du denkst an menschen wie seiters oder waigel! (selbst kinkel von der FDP darf nun mal wieder im fernseher reden. CDU-bosbach sowieso immer. – sprach blüm eigentlich?)

also: kohl und europa, kohl und die einheit, kohl und die macht, kohl und die kaltschnäuzigkeit, kohl und das provinzielle, kohl und die leibesfülle, kohl und die kaum-familie, kohl und die heimat, kohl und seine bibliothek von nur-geschichtsbüchern, kohl und kaum-kultur, kohl und dennoch ein museumsgründer, kohl und der seinen nachruf-durch-museen-schaffer, kohl und die treue (zu bestimmten personen), kohl und der direkte kontakt, auch zum „kleinsten mann“, kohl und die linke: fast schon hass, kohl und die welt: eher ein widerspruch, und und und. kohl und seine feindschaften.

hans-peter-schwarz ist aktuell ja auch verstorben, das war einer der CDU-historiker, am 14.6. schon. professor hans-peter schwarz, x bücher tragen seinen namen. er schrieb auch über 1000 seiten zu kohl: >>Helmut Kohl. Eine politische Biographie. DVA, München 2012, ISBN 978-3-421-04458-7, 1052 S.<<

haben wir die gelesen?

nein, bei der zahl der bücher, die man lesen kann, sind 1000 seiten kohl wirklich nicht unsere sache.

aber europa war seine herzenssache, und die deutsche einheit ja auch.

ich weiß, ich weiß, ich weiß: ich habe es in 1000 nachrufen wieder und wieder und wieder gehört. aber die anderen seiten des helmut kohl wurden gerne auch mal weggelassen. gestern. in den statements. [ist ja auch politik: weglassen. umschiffen. nicht aussprechen.]

ich mochte auch seinen humor nicht. oft hatte er auch gar keinen!

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klau|s|ens mit neuer parole für die so verachtenswerten rechtsgewaltmacher – www.klausens.com

klau|s|ens, man kann dieses deutschland nicht ertragen.

es ist nicht das ganze deutschland, aber doch einige teile davon.

da kommen flüchtlinge, vielleicht höchst traumatisiert, je nachdem, was sie erlebt haben … eine flucht als solche ist ja schon ein kleines trauma – aber eine böse und bösartige und hetzerische menge stellt sich den flüchtlingen entgegen. (diese bussache zu clausnitz. wie widerwärtig!)

die opfer werden erneut attackiert. – humanität, wo bist du? brecht, hast du die DDR-bürger damals nichts gelehrt? über moral und so? oder wollen die nun genau das unter beweis stellen?

dann diese rufe: „wir sind das volk!“

genau darum ging es mir.

inwiefern?

ich denke, man sollte dort direkt und ehrlich rufen: WIR SIND DER MOB!

die PEGIDA hat das verhalten der busbelagerer ja für gut befunden.

dann sollte die PEGIDA auch mit dieser parole durch die welt der inhumanität ziehen: WIR SIND DER MOB!

und die AfD, die gibt ja auch so schlimme äußerungen von sich.

auch da gilt: WIR SIND DER MOB!

schön? – und dann?

dann ziehe ich mir diesen WISCH-UND-WEG-MOB über meinen kopf, um diese ganzen äußerungen nicht mehr hören zu müssen. und um diese ganzen erschreckenden fernsehbilder nicht mehr sehen zu müssen.

dann müsste die parole aber anders lauten: WIR SIND EUER MOB!

danke für den hinweis. [den mob stellt man doch üblicherweise in die abstellkammer? nicht wahr?]

bei mir ist es so: wenn ich irgendwie dampf austreten sehe (und das nicht nur in bautzen aus dem dach eines flüchtlingsheimes), dann denke ich immer an das schlimmste. die ganze deutsche geschichte kommt da in mir hoch. alles. das grauenvollste wird wieder möglich.

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klau|s|ens erklärt sich die böse PEGIDA-hass-hetze auch mit DDR-psycho-altlasten – www.klausens.com

klau|s|ens, es ist diese aggression. diese fratzen des bösen. die schnelle gewalt, alles das.

es ist eine form von entmenschlichung, die sehr beunruhigt.

man denkt an die DDR, wenn man die bilder aus dresden sieht.

oh ja, damals, da waren viele menschen sehr frustiert, die hatten die faust geballt in der tasche und klagten über den DDR-staat.

dann gab es leute, die zum apparat gehörten, anpasser, parteimitglieder, kleine funktionäre … die waren aber auch nicht glücklich.

die konnten auch arg missmutig und widerwärtig sein, obwohl sie eigentlich zum staat damals gehörten.

beide gruppierungen müssen sich ja an dem alten system und ihren eigenen frustrationen abarbeiten, irgendwie, so sehen es die modelle der psychologen vor.

gewiss, und die bilder aus dresden lassen einen nun denken: das machen die (erst) jetzt.

wie ein geschlagenes kind, dass dann seine betreuer anspringt und schlägt und beleidigt.

es muss ja alles irgendwann mal raus.

und man hat in dresden den eindruck, da sind leute, die wollen es nun endlich mal rauslassen.

25 jahre nach der wiedervereinigung.

sie haben in den jahren zuvor den moment versäumt, aber PEGIDA gibt ihnen nun die möglichkeit, sich richtig auszukotzen.

in der DDR haben sie den mund gehalten oder mussten sie den mund halten, über alles, was ihnen nicht passte.

nun aber soll alles von damals raus … nun darf und will man sich auskotzen.

aber man hat sich neue feinde gesucht, weil die alten feinde und parteibonzen abgesetzt sind.

und nun müssen asylanten, asylantenhelfer, demokraten und journalisten und politiker der demokratie als feindbilder herhalten.

es ist gewiss eine sache für die psychologen, diesen bosheitsstau, der sich 25 jahre nach der wiedervereinigung mal so richtig entlädt, in eine theorie einzukleiden, in ein psychologisches modell.

es wird nicht viel ändern … aber es macht es uns vielleicht einen hauch leichter, mit diesem so aggressiven rassismus und rechtsnationalismus irgendwie umzugehen. (es sind letztlich kranke. und sie bräuchten eine andere therapie, als die von ihnen selbst aktuell via PEGIDA gewählte.)

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klau|s|ens (selber das volk) hört nun “wir sind das volk” – www.klausens.com

klau|s|ens, was soll man sagen? alle sind nun das volk, also wenige.

das ist die crux. damals bei der revolution ’89 hat sich die mehrheit der bevölkerung (endlich) gegen die minderheit der DDR-herrschenden erhoben.

und nun?

erhebt sich irgendeine minderheit mit 15.000 menschen (gestern in dresden: pegida) oder 300 menschen (gestern in bonn: bogida) … behauptet aber: „Wir sind das Volk!“

es ruft sich so schön!

das denke ich auch: dieser spruch hallt durch die straßen, macht einen stark und trotzig.

deshalb rufen sie es!

aber sie verzerren die wahrheit, sie verhöhnen die sanfte revolution in der DDR von 1989.

alle laufen auf die straßen und sind nun „volk“.

3 spielende minderjährige können auch rufen: „wir sind das volk!“

auch zwei hausfrauen an der supermarktkasse.

alle menschen haben interessen und (vor allem) partikularinteressen.

alle können behaupten, teil vom volk zu sein, aber niemals DAS VOLK.

eben: aber der trick besteht ja darin: ich will einen swimming pool … und dann suche ich mir drei andere, die auch einen wollen. kostenlos. vom staat. einfach so: einen swimming pool in den garten oder vor die tür oder auf den spielplatz nebenan.

was macht ihr dann?

wir rufen „WIR SIND DAS VOLK!“ und üben unheimlichen druck für unsere EGO-interessen (hier: swimming pool) aus.

so funktioniert die welt.

das, was ich will, gebe ich als das aus, was alle wollen.

rassismus?

bisweilen auch den. ich denke, der spruch „wir sind das volk!“ ist historisch besetzt und sollte jetzt nicht von allen „dahergelaufenen“ für ihre zwecke ausgesaugt und durchgepresst werden.

schön: einer, der überhaupt noch denkt!

klausens-k-werk-wir-sind-das-volk-16-12-2014-und-9-11-2014

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klau|s|ens zeichnet was zu ehren (von dem festakt) für 25 jahre montagsdemo leipzig – www.klausens.com

klau|s|ens, 70.000 waren das. 70.000 tausend.

eben: und schon war’s geschehen. heute vor 25 jahren. 70.000 tausend sagten letztlich eher „nein“ als „ja“.

du meinst, dann kam auch dieser mauerfall?!

der kam ja, der kam ja. aber im november 1989.

alles lief so ungedacht und verdammt gewaltlos ab.

vielleicht sollte man deshalb den festakt und alle historischen bilder heute mal kostenlos nach china senden.

und nach hongkong.

an alle beide. (aber hongkong gehört ja formal nun auch zu china.)

aber die wollen nicht zurücktreten.

wollten denn honecker und co. zurücktreten?

wir denken auch an den großen pfarrer christian führer.

ja, leider ist er mittlerweile verstorben. aber (an) solche personen denkt man immer mit, wenn es um die großen demonstrationen von 1989 geht.

denn immer war ja etwas davor, zeitlich gesehen.

und oft dauert es jahre und jahre an beharrung … bis dann alles  (endlich! endlich!) mal zusammenbricht.

das denkt sich die krankheit ebola vielleicht auch.

an die wollen aber heute nicht erinnern. die sitzt ja aktuell auch in leipzig. jeder und jede bekommt ihren eigenen festakt. oder schreikrampf. je nachdem, wie es ausgeht.

und heute bekommt die demo vom 9.10.1989 mal eine zeichnung von uns. (das könnte der entwurf für ein denkmal sein.)

„MONTAG UND DIENSTAG FEIERN DIE EINHEIT DER DEMO“.

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