Schlagwort-Archive: 2009

Kopenhagen, die Klimakonferenz und natürlich das Klima grüßt KLAUSENS

schau nur: diese anmut und würde! ja, diese würde!

nicht auszudenken, wenn es nun endlich würde!

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Paul McCartney und seinen Auftritt in Köln in der Lanxess Arena bespricht KLAUSENS

du, klau|s|ens, was willst du über paul mccartney berichten?

er ist einer von den beatles.

ja, ja, aber er ist schon 67.

und dann ist es doch gerade interessant zu wissen, wie so jemand spielt und wie so jemand ist.

hast du denn noch nie einen beatle LIVE gesehen?

bislang nicht. und dann hat er in köln gespielt. und wo wolfgang niedecken von BAP hingeht, gehe ich dann auch hin. am 17.12.2009 waren ich und niedecken da.

nur deshalb warst du da?

nein, nein, ich wollte wissen, wie die welt so ist, wenn sie ihre vergangenheit feiert.

und wie ist die welt?

nett.

nicht mehr?

ganz nett.

nicht noch mehr?

weißt du, sie haben da super gespielt. musikalisch war das große klasse. ehrlich …

aber …

… es fehlte etwas wildes, etwas urtümliches, es fehlte einfach dieses wilde herz vom rock ’n roll. dieses urtümliche. diese kraft. dieses aufbegehren. dann dieses ehrliche a la bruce springsteen.

das war nicht da? du hast nichts verspürt?

nein, leider nein. paul spielte in der großen masse die bekannten beatles-lieder, und natürlich die vielen, die wohl eher seiner feder entstammen.

und? nicht zufrieden?

doch, doch, aber paul hatte eigentlich keinen kontakt zu seiner band.

war die band denn schlecht?

oh, nein, die waren SUPER gut. aber paul spielte sehr für sich allein, und die band …. das waren seine gehilfen:

Paul McCartney – lead vocals, bass, guitar, piano, ukulele, etc.
Rusty Anderson – guitar, bass
Brian Ray – guitar, bass
Abe Laboriel Jr. – drums
Paul Wickens – keyboards

oho! keine verbrüderungen auf der bühne, kein zugewandt-sein? kein zueinander-spielen?

man hatte nie das gefühl: das ist EINE band und die gehören zusammen. es waren eben sehr gute musiker, aber keine gewachsene band. keine zusammengeschweißte gemeinschaft. kein schicksal. mehr unterhaltung. (außerdem hat mccartney die band-mitglieder nicht einem nach dem anderen vorgestellt, wie es eigentlich üblich ist.)

gab es keine session? improvisation? ein sich finden der musiker im spontanen dialog?

nein, eher nicht, ganz zum ende bei der zweiten zugabe, da hatte man das gefühl: jetzt wird etwas weiter gespielt, etwas mehr improvisiert … aber vorher, da waren viele stücke doch recht kurz und konsequent abgespielt worden. es gab also keinen musikalischen exzess. sie spielten u.a. (ich kann allerdings nicht alle stücke des abends erinnern. ich kenne auch gar nicht alle.):

Magical Mystery Tour
Drive my Car
Jet
Got to get you into my Life
Highway
Long and winding Road
(I Want To) Come Home
My Love
Blackbird
Here today
Dance tonight
And I love her
Eleanor Rigby
Something
Mrs. Vanderbilt
Band on the Run
Ob-la-di Ob-la-da
Back in the USSR
I’ve Got a Feeling
Paperback Writer
A Day in the Life / Give Peace a Chance
Let it be
Live and let die
Hey Jude
erste ZUGABE
Wonderful Christmas Time
Day Tripper
Lady Madonna
Get back
zweite ZUGABE
Yesterday
Helter Skelter
Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band … noch ein song.

und dieses feuerwerk da, diese pyrotechnik für innen?

die hat uns alle erschreckt, gewiss, aber das war ja vorher so geplant. außerdem war es nur bei einem stück.

mccartney spielte also mit einer band? einfach? klassisch? schlicht?

er hatte keinen background-chor und keine besetzung von 17 mann. nein, nein: da waren im kern 2 gitarren, er selber (diverse instrumente, er spielt ja nicht nur bass), dann ein klavier und ein schlagzeug. also die beatles-besetzung + 1 keyboard extra. (seit den späten 60er jahren braucht man für viele beatles-stücke eben noch diverse sounds, die man mit gitarren alleine nicht erzeugen kann.)

und so haben die da dann alles runtergespielt?

runtergespielt wäre falsch: sie haben das großartig gemacht, und doch fehlte etwas.

das publikum?

da waren viele aus den altersgruppen der 50er, also: eigentlich: zeitgenossen. etwas jüngere als paul. baujahr 1951 oder 1953 oder 1955 oder 1957. damals, als die beatles so ganz berühmt wurden. damals, als das weiße album herauskam, damals, als ..

es ist schon gut, ich muss das alles nicht hören.

diese menschen sind auch älter geworden, sie haben den tod von john lennon mitbekommen, auch den von george harrison, und  nun sind nur noch zwei beatles über, und da wollten sie paul LIVE erleben.

und dafür kamen auch welche aus stuttgart?

wenn das südlichste konzert in deutschland köln ist, dann müssen die stuttgarter wohl nach köln.

und dieser paul?

er ist ein seltsamer kerl. mir kam er vor wie eine mischung zwischen dem jungen ilja richter und jenem schauspieler hugh grant.

ach, du meinst schon wegen der augen?

ja, sicher, es sind die seltsam hängenden augen, sie hängen außen nach unten, und das gibt dem gesicht den eigentümlichen eindruck. es hat etwas schläfriges, etwas trauriges, etwas hündisches. aber es war noch mehr.

was denn?

der macht dann so scherze.

aha.

einer ruft laut aus dem publikum, und mccartney reagiert immer ironisch. er nimmt alles nicht ernst. er verarscht die leute (oder auch nicht. aber es kommt so rüber!). er verarscht also auch nicht wirklich. es soll wohl doch irgendwie humor sein. ich konnte nicht lachen. mir blieb er als mensch sehr fremd.

und als musiker?

für ihn ist rockmusik offenbar nur noch ein spiel. und dass er selber auf der bühne steht, das vielleicht auch. und wenn er musik macht, erinnert man sich an james last. alles wirkt etwas glatt. glattgebügelt. selbst ein so wildes lied wie HELTER SKELTER weiß einen nicht im tiefsten innern zu berühren. (die TOTEN HOSEN müssten das lied jetzt mal spielen. denen gelänge das besser. echter authentischer.)

dabei hat er doch so großartige lieder geschrieben.

sicher, viele wurden ja auch gespielt. ich zähle mal ein paar auf. aber insgesamt macht er alles glatt und sanft und weich. wir kennen ja sein lied „mull of kintyre“, diese „glattart“, die hat ihn wohl die letzten jahrzehnte – nach den beatles – begleitet. (von diesen liedern spielte er aber kaum etwas, es war im kern ein beatles-lied-programm.)

und so „glatt“ steht er dann auf der bühne?

nun, er hat hosenträger über einem blauen hemd. anzughose. aber das optische ist mir nicht so wichtig.

was denn?

ich möchte wissen, ob er die musik existentiell lebt.

und?

paul mccartney tut es eher nicht. nicht mehr. er macht so lange musik, und er ist so situiert und so verbürgerlicht … da ist die musik nur noch spielerei. und alle seine letzten lieder, die er komponiert hat, die haben so eine eigenartige seichte, also etwas seichtes, dass man sich wundert, wie er das leben sieht.

dabei hatte er doch so einiges erlebt, nicht zuletzt mit den frauen.

ja, aber in der musik der neueren zeit und in der darstellung der musik der älteren zeit kommt es kaum erfahrbar rüber.

das ist ja doch seltsam.

alles ist seltsam. jede erkenntnis. jedes leben. jeder willen. alles. niemand vermag zu sagen, was was soll. niemand.

außer dir?

nein, nein, zweitklausens. ich kann nur gedichte schreiben. LIVE-gedichte. das ist eine art der welterkenntnis.

na also. sind die gedichte nicht von uns?

doch, doch, entschuldigung, sie sind immer von uns gemeinsam, zweitklausens. aber was ändert das an paul mccartney, dem genialen musiker … und aber auch dem etwas weichgespülten musikmenschen? ich bleibe etwas zwiegespalten.

http://www.klausens.com/klausens-und-paul-mccartney.htm

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Zur Auswahl bei der Klavier-Beethoven-Competition Bonn äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, war dir noch etwas aufgefallen, bei dieser beethoven competition in bonn, wo sie die besten nachwuchspianisten und -pianistinnen suchen?

ja, sicher: jeder ist anders.

ach, wie neu!

nein, es ist schon ein unterschied, ob eine frau mit blanken, nackten armen spielt oder ein mann, wo man denkt, dass dessen manschette oder der ärmel vom sakko gleich die tasten streift.

ist das so?

sicher, sicher … man denkt es.  zudem, wenn diese anzüge nicht von einem maßschneider stammen, und deshalb nicht immer optimal sitzen, dann …

so etwas beobachtet man bei einem klavierwettbewerb?

das sind alles elemente die dazugehören.

was denn noch?

das einstellen der richtigen sitzposition. das hat es schon kabarettisten gegeben, die mit diesem element spielen.

was ist das element?

jeder mensch sitzt anders und ist anders groß.

und dann?

dann müssen die sich den stuhl so hochdrehen oder runterdrehen bzw. die kleine bank, bis alles passt.

und das findest du interessant?

aber ja: es sind doch nachwuchspianisten. und dann ist die frage: wie schnell machen sie das? wie hektisch? wie wirkt das auf mich?

alles so etwas beobachtest du bei einem klavierwettbewerb?

sicher, sicher: die augen beobachten doch immer mit.

aber es zählt am ende nur die musik!

ich hoffe. ich hatte den eindruck, dass die 9-köpfige jury (1 frau, 8 männer) gar nicht immer den pianisten oder die pianistin sehen kann. also die hände, wie sie spielen.

wirklich?

ja, es scheint, als ob ein teil beobachten könnte, wie die finger sich auf den tasten bewegen, aber ein anderer teil nicht.

wie kommt das?

es hängt immer davon ab, wie du als zuschauer zu dem klavier sitzt.

und wie sitzen die?

die sitzen von vorne, zu neunt, das klavier aber steht ja immer seitlich, mit etwas von einer schräge, und so kann ein teil der jury die finger beobachten, ein anderer nicht.

vielleicht ist das für die gar nicht wichtig?!

das habe ich ich mir auch schon überlegt, obwohl auch da viel zu viele unterschiede zu sehen sind. die finger sind anders lang, und sie stolzieren so anders über die tasten.

manche steil?

manche steil von oben, andere eher flach, manche eher hart und intensiv, manche eher weich und langatmig. und dann wie die finger also solche wirken: dicklich oder zart. oder mehr wie ein stumpf, ganz kurz, oder mehr wie ein federnkiel. und dann die ganze art, diese finger zu bewegen. also: da gibt es große unterschiede.

und?

ich habe nun einen vorschlag.

welcher wäre das?

ich schlage vor, dass man einen wettbewerb macht, wo es nur um die ästhetik des spielens geht.

wie stellst du dir das vor?

die pianisten sitzen in einem extra raum, und der zuschauer sieht über eine riesige beamleinwand die klaviatur von oben, die klaviatur von der seite und die klaviatur schräg von hinten.

und dann?

dann kommt die musik wohl über die boxen. aus dem nachbarraum. – oder die musik kommt live, aber das klavier ist verhängt, damit man nicht die personen sieht, die klavier spielen. – das wäre meine idee.

und nun?

nun sehen die zuschauer nicht das gesicht und nicht den körper, wenn ich die kamera da richtig einjustiere. sie sehen nur die finger und die klaviatur.

aber sie werden doch erkennen, ob es sich oder mann oder frau handelt?

das lässt sich nicht vermeiden. aber man könnte dann dennoch hingehen, un nur die ästhetik der finger bewerten, nichts anderes als dieses optische bild.

das wäre dann ein ganz eigener wettbewerb.

genau: es wäre eine neuerung, aber auch eine neue komponente des klavierspielens, denn hier wird etwas ganz anderes beurteilt.

du behauptest also, dass diese ästhetik des spielens und das ergebnis etwas miteinander zu tun haben?

das wäre gerade die frage: der laie denkt das, aber vielleicht denkt der laie da ganz falsch. ich würde es gerne wissen wollen.

tolle ideen hast du, klau|s|ens.

aber, zweitklausens, wir sind doch immer eine person. wir haben unsere ideen doch immer zusammen.

ach so!

siehste. auch unsere gedichte sind immer von uns zusammen: http://www.klausens.com/international-telekom-beethoven-competition-bonn.htm

und wer spielte aus bonn?

da war tatsächlich eine künstlerin: die großartige camilla köhnken.

und?

sie kam leider nicht weiter. aber bei 29 kamen ja nur 12 weiter. da darf man nicht traurig sein. – außerdem gibt es ja noch weitere wettbewerbe.

waren die denn traurig?

nein, waren die eher nicht. genauer: sie zeigten es nicht.

wie war das denn?

also: die 29 kamen dann rein, am sonntag gegen 21.00 uhr etwa, und setzen sich vorne links auf die zuschauerplätze.

und dann?

dann hat der sehr nette vorsitzende (präsident) der jury, der herr pavel gililov, einfach die namen vorgelesen, die es geschafft haben.

er hat also 12 namen vorgelesen?

ja, alphabetisch. er fing mit abramski an, der hatte es geschafft. ron abramski.

und die es nicht geschafft hatten?

die wurden nicht vorgelesen. die wurden gedanklich übersprungen.

und dann?

dann hörte man nichts.

wie?

es war nicht wie bei dieter bohlen und RTL. nein, ich hörte keinen jubel, keine verzweiflung. alle wirkten sehr gefasst. das war schon seltsam.

so sind die regeln der klassik, man ist immer gefasst und höflich … bis aufs blut.

vielleicht, aber mir ist es jedenfalls haftengeblieben. nachher, als sie aufstehen durften, da haben sich manche eher verhalten noch umarmt oder auf die schulter gekopft, oder so. aber man merkte nicht wirklich, wer es geschafft hatte … und wer es nicht geschafft hatte.

und wer hat es geschafft?

also: zu den letzten 12 gehören: rona-baramski hinrich-alpers jordi-bitlloch georgy-gromov andreas-hering ho-jeong-lee esther-park pavel-raykerus ishay shaer mimi-jue-wang jingge-yan einav-yarden.

aha – und wer gewinnt?

das klavier-piano! ist doch klar! … und unsere kunstfotomontagen.

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Von der Beethoven-Competition in der TELEKOM-Zentrale spricht KLAUSENS

klau|s|ens, du warst in der TELEKOM, in der zentrale des löwen?

das kommt, weil die einen wunderschönen großen raum haben, einen saalraum, einen hallensaalraum … und da wird klavier gespielt. gesponsort oder gesponsert von der TELEKOM … wie man das so macht.

das ist doch dieser wettbewerb, wo der preisträger des ersten platzes satte 30.000 euro bekommt.

genau: es ist das nachwuchsfestival für die großen pianisten von morgen. und wer hier schon starten darf, kann sich freuen. allein schon über den start: INTERNATIONAL TELEKOM BEETHOVEN COMPETITION BONN.

wieviele sind denn gestartet?

es waren 29 – und davon kamen 12 gestern weiter.

es geht also nach dem „ausleseprinzip“?

gewiss: circa 70 haben sich beworben, 32 sollten genommen werden, 29 spielten tatsächlich vor, dann wurden es 12, dann werden es 6, dann werden es 3, dann wird es letztendlich 1 (=einer oder eine). der sieger oder die siegerin.

so, und du hast gestern 3 gesehen?

ich sah juliana steinbach und andrej kasik und ron abramski.

und wer kam von diesen dreien zu den letzten 12?

das war allein ron abramski.

und was dachtest du?

ich dachte: ohne eine musikalische ausbildung ist es schwer, dass zu beurteilen. ich selber fand den andrej kasik so toll, weil der perlte und perlte. er spielte alles sehr lebendig und voller leidenschaft. das sagte mir sehr zu. ein richtiger energetischer tastentanz.

du hast keine klassische ausbildung?

leider nein. ich habe orgel-, gitarren- und gesangskenntnisse. aber keine klassische ausbildung z.b. an piano oder geige.

dann bist du also kein gut behütetes bürgerkind aus einem patrizierhaus mit einem parkettboden?

offenbar nein.

kannst du dennoch etwas hören?

aber ja: auch ich höre unterschiede, und empfinde das eine anders als das andere. (aber ich habe nicht die ausbildung und die besondere beobachtungsgabe und natürlich das geschulte gehör der jury!)

und?

mir war sofort klar, dass man auch einen speziellen wortschatz braucht, um das zu beschreiben, was man hört.

was spielen die denn?

ach so: in der ersten runde dürfen sie sehr bedingt wählen und spielen im kern dann 3 stücke aus einer sehr kleinen liste. und die jury des wettbewerbes hört dann manche stücke immer und immer wieder, bis sie denen zu den ohren raushängen.

und du?

ich hörte ja nur 3 mal bislang. gestern konnte man sachen hören wie fuge nr. 12 f-moll BWV 857 (bach) oder sonate für klavier nr. 32 c-moll op. 111 (beethoven) oder 32 variationen über ein eigenes thema für klavier c-moll WoO 80 (beethoven). die klavierspieler kennen das.

so – und du selber hast dann begonnen, eigene worte zu sammeln?

ich habe z.b. als ron abramski spielte, mit so einer auflistung begonnen, und das nur von verben mit 2 silben. davon sind einige existent, andere noch nicht, und es gibt bekannte worte, z.b. als nomen, die dann bei mir als verben auftauchen. alles infinitive also. das ist wichtig!

schön, also bitte!

ERSTE VOKABELSAMMLUNG
ZUM KLAVIERSPIELEN

– den Musikkritikern zugewährt –

(ACHTUNG: ALLES SEIEN DEUTSCHE INFINITIVE! UND: ES WURDEN NUR ZWEISILBIGE WORTE GEWÄHLT)

stecken___rommeln___schillern___schenkeln
___huddeln___kammern___pfloppen___behren
bockeln___ahnen___wähnen___walgen
___kehren___flinken___siegen___perlen
spritzen___tanzen___stampfen___gleiten
___hämmern___wimmern___himmeln___rotten
singen___gieren___schlendern___packen
___kochen___brodeln___wogen___wiegen
fliegen___flocken___ackern___loben
___jodeln___jauchzen___micken___klicken
senken___saalen___hüpfen___sudeln
___vöhren___niggeln___schrammen___pfeffern
gossen___brumpfen___weichen___trödeln
___gellen___schrillen___wackern___wurden
zippern___brohlen___blenden___blecken
___wieren___krassen___kessen___glocken
löcken___miegen___terren___prohren
___bassen___balgen___bemmeln___kirren
zillen___wandeln___pressen___prassen
___lellen___kallen___lahmen___haaren
nissen___gemmeln___lümmeln___hoppen
___xetten___hommen___hallen___kalken
stolzen___schossen___reilen___gummen

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau-s-ens oder Klau(s)ens, LIVE geschrieben, am 5.12.2009, Samstag, in der TELEKOM-Zentrale in Bonn, zwischen 19:00 und 19:25 Uhr bei der INTERNATIONAL TELEKOM BEETHOVEN COMPETITION BONN. Es ist die Vorrunde von 29 Kandidaten und Kandidatinnen. Es spielt Ron Abramski, Großbritannien. Geboren 1978. Wohnort: Wörth am Rhein.

schön, schön.

bitte. – man kennt die musikkritiken aus den zeitungen und weiß, wie die sich so abquälen. mit den worten dazu.

du hast neues material geliefert.

ja: abramski gemmelte lieblichst im zweiten satz, bevor er sich etwas herzdürfend verhoppelte, bis er dann überaus überzeugend die terzen nur so abbalgte, den triolen immerzu leichtfüßig zugewandt, aber dennoch dem weisen dominant-cis-moll-sept-akkord vollkommen sich eher zartmeinend entgegenbrohlend. dann – zum schluss – niggelte das klavier noch wie ein kätzlein, bevor ron die F-tasten flinkfrei flockte.

aha: so geht das also. oder so ginge das auch.

ja, ja. in etwa. – du musst dir nur mal die liste anschauen, der teilnehmer, wo sie herkommen und wo sie jetzt wohnen. auch das ist schon eine erfahrung für sich: die internationale des flügels, fast schon ein gedicht eigenen ranges – ich sollte es zu meinen realgedichten tun: Ron Abramski, Geburtsjahr: 1978, Nation: Großbritannien. Wohnort: Wörth am Rhein, Deutschland / Hinrich Alpers, Geburtsjahr: 1981, Nation: Deutschland, Wohnort: Hannover, Deutschland / Jordi Bitlloch, Geburtsjahr: 1984, Nation: Frankreich, Wohnort: Berlin, Deutschland / Georgy Gromov, Geburtsjahr: 1980, Nation: Russland, Wohnort: St. Petersburg, Russland / Andreas Hering, Geburtsjahr: 1983, Nation: Deutschland, Wohnort: Rostock, Deutschland / Ho Jeong Lee, Geburtsjahr: 1986, Nation: Korea, Wohnort: Detmold, Deutschland / Esther Park, Geburtsjahr: 1984, Nation: USA, Wohnort: Little Ferry, NJ, USA / Pavel Raykerus, Geburtsjahr: 1982, Nation: Russland, Wohnort: St. Petersburg, Russland / Ishay Shaer, Geburtsjahr: 1983, Nation: Israel, Wohnort: Tel Aviv, Israel / Mimi Jue Wang, Geburtsjahr: 1986, Nation: China, Wohnort: Hannover, Deutschland / Jingge Yan, Geburtsjahr: 1986, Nation: China, Wohnort: Peking, China / Einav Yarden, Geburtsjahr: 1978, Nation: Israel, Wohnort: New York, NY, USA / Jay Cheng, Geburtsjahr: 1978, Nation: China, Wohnort: Peking, China / Inna Faliks, Geburtsjahr: 1978, Nation: USA, Wohnort: New York, NY, USA / Huijing Han, Geburtsjahr: 1982, Nation: China, Wohnort: Berlin, Deutschland / David Kaplan, Geburtsjahr: 1983, Nation: USA, Wohnort: Berlin, Deutschland / Andrej Kasik, Geburtsjahr: 1982, Nation: Deutschland, Wohnort: Wien, Österreich / Camilla Köhnken, Geburtsjahr: 1983, Nation: Deutschland, Wohnort: Bonn, Deutschland / David Meier, Geburtsjahr: 1977, Nation: Deutschland, Wohnort: Lübeck, Deutschland / Claudio Sanna, Geburtsjahr: 1985, Nation: Italien, Wohnort: Ossi, Italien / Michael Schöch, Geburtsjahr: 1985, Nation: Österreich, Wohnort: Mils, Österreich / Daniel Seroussi, Geburtsjahr: 1985, Nation: Israel, Wohnort: Berlin, Deutschland / Anna Shakina, Geburtsjahr: 1984, Nation: Russland, Wohnort: St. Petersburg, Russland / Julia Siciliano, Geburtsjahr: 1983, Nation: USA, Wohnort: Livonia, MI, USA / Juliana Steinbach, Geburtsjahr: 1979, Nation: Brasilien, Wohnort: Paris, Frankreich / Imri Talgam, Geburtsjahr: 1987, Nation: Israel, Wohnort: Tel Aviv, Israel / Kaori Tanaka, Geburtsjahr: 1979, Nation: Japan, Wohnort: Wien, Österreich / Avan Yu, Geburtsjahr: 1987, Nation: Kanada, Wohnort: Berlin, Deutschland

und auf dem foto?

ach so: da siehst du. wie die tastatur alias klaviatur weggetragen wird … von dem steinway piano.

warum das?

ich denke, sie wollen verhindern, dass irgendeine putzfrau nachts unbefugt ein paar töne anstimmt und so alles verstimmt bzw. sogar zerstört. (gesehen hatte ich das zuvor jedenfalls noch nicht.)

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Von der SPD = SP Weh! verlangt KLAUSENS nach Abschiedsrede von Franz Müntefering nun auch den Rücktritt von Frank Walter Steinmeier

er hat eben gesprochen, zum letzten mal, als parteivorsitzender.

der franz müntefering?

ja.

aber der applaus war blass.

lang, aber blass – da hast du recht.

aber was soll er auch sagen?

man könnte sagen: ich habe versagt, die SPD hat versagt, die rechte führungsriege hat versagt, schon seit jahren.

aber wer traut sich das?

müntefering nicht.

eben: außerdem haben sie ja alles ausgekungelt schon wieder. keine basisbefragung, sondern steinmeier und nahles und gabriel werden denen quasi vorgesetzt.

auch das stimmt: sie machen einfach weiter und weiter, schieben sich oben die politik und die posten zu, aber sie tun es in buße und sie reden von der „aufarbeitung“, weil ihnen das die posten letztendlich bringt. alles taktik.

eben – und dieser steinmeier hat die alte politik, spätestens seit er leiter der staatskanzlei in niedersachsen wurde, mitbegleitet und miterfunden.

er hat schröder die bälle zugespielt.

oder schröders bälle auf den platz getragen.

dieser steinmeier geht dann nach einer gigantischen niederlage hin, übernimmt „die verantwortung“, und das bedeutet neupolitisch: ich mache weiter!

genau. dann sagt er: ich werde fraktionsvorsitzender … quasi als dank für die niederlage.

und er wird auch noch gewählt!!!

deshalb muss er noch gehen. wenn müntefering geht, muss steinmeier erst recht gehen.

das forderst du?

ja.

bist du SPD-mitglied?

die frage wird mir jetzt zu intim. aber als künstler und schriftsteller kann ich ernsthaft sowieso kein parteimitglied sein.

und günter grass?

der hat ja auch den nobelpreis, der kann ewig in parteien sein und falsche politiken an vorderster front unterstützen.

aber die SPD arbeitet doch jetzt auf.

sagt sie. die beiträge der delegierten sind vielversprechend, aber die führungsriege sitzt immer noch dick und dreist da und mauert.

was willst du?

ich will, dass nach dem abgang von müntefering auf jeden fall noch steinmeier gehen muss.

und dann?

dann muss endlich die innerparteiliche demokratie in der SPD ernst genommen werden.

und das bedeutet?

man kann noch gar nicht einen neuen vorsitzendenden wählen. das wäre die alten fehler wieder neu. man muss die partei erst einmal befragen. alle mitglieder.

aber die SPD wird es trotzdem machen.

man muss es befürchten. leider. die SPD bleibt eine SP WEH! für alle zeit.

klausens-fotos-collage-spd-parteitag-dresden-abschiedsrede-franz-muentefering-13-11-2009

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KLAUSENS sieht Kurt Masur und erfindet vorher die „Klausensische Symphonella“

klau|s|ens, du hattest wieder eine neue idee?

ich habe wieder etwas neues geschaffen.

aber was denn?

ich habe die „symphonella“ erschaffen, bzw die „klausensische symphonella“. SIEHE HIER! es wurden direkt 5 stück davon! also:
KLAUSENSISCHE SYMPHONELLA Nr. 1 http://www.myvideo.de/watch/7057748/Klausens_KLAUSENSISCHE_SYMPHONELLA_Nr_1_Klau_s_ens
KLAUSENSISCHE SYMPHONELLA Nr. 2 http://www.myvideo.de/watch/7057773/Klausens_KLAUSENSISCHE_SYMPHONELLA_Nr_2_Klau_s_ens
KLAUSENSISCHE SYMPHONELLA Nr. 3 http://www.myvideo.de/watch/7057789/Klausens_KLAUSENSISCHE_SYMPHONELLA_Nr_3_Klau_s_ens
KLAUSENSISCHE SYMPHONELLA Nr. 4 http://www.myvideo.de/watch/7057804/Klausens_KLAUSENSISCHE_SYMPHONELLA_Nr_4_Klau_s_ens
KLAUSENSISCHE SYMPHONELLA Nr. 5 http://www.myvideo.de/watch/7057814/Klausens_KLAUSENSISCHE_SYMPHONELLA_Nr_5_Klau_s_ens

das hört sich wundervoll an – aber was ist es?

die symphonella?

ja, genau die. die, die du ja neu erfunden hast.

ein „kleines, großes musikstück“!

dazu braucht die welt dich?

sicher, nur mich. also: dazu bedarf es unbedingt meiner.

dazu bedarf es des „klau|s|ens alias zweitklausens“?

ja, ja, denn ich bin der kreator. der künstler. der könner. der ideen-haber. der gestalter. der macher. der auswähler. der benenner.

ich habe verstanden — was hast du kreiert?

ich habe heute die bald weltberühmten 5 bonner klausensischen symphonellas kreiert, am 31.10.2009 – und sie werden in die geschichte eingehen. (und das in der beethovenhalle, der guten, alten beethovenhalle, die doch so sinnlos vom abriss bedroht ist. ein musikalisches denkmal auch für die beethovenhalle.)

was ist die idee?

die idee ist: ein orchester spielt noch nicht, der dirigent ist noch nicht da.

ja – ich verstehe: kurt masur war noch nicht in der halle bzw. zumindest noch nicht vorne bei dem orchester.

genau so. so war es!

und dann?

dann trainiert das orchester sich ein – heute ging es um beethoven, 8. symphonie, ganz zum schluss kam auch noch die ouvertüre von fidelio dran … dafür wurden die instrumente eingespielt.

ja, ja, das ist doch dieser meisterkurs. da gibt es meisterkurs I und meisterkurs II – und das ist jetzt wohl der meisterkurs II.

genau, der findet so statt:

Öffentliche Proben Meisterkurs II
Do, 29.10., 19 Uhr
Sa, 31.10., 10 Uhr
Di, 03.11., 10 und 19 Uhr
Mi, 04.11., 10 Uhr (Generalprobe)

Abschlusskonzert Meisterkurs II
Mi, 04.11., 20 Uhr.

Alle Veranstaltungen in der Beethovenhalle.

Mit: Seokwon Hong, Eun Sun Kim, Vladimir Kulenovic, Christian Schumann, Svetoslav Borisov, Dane Lam, Pablo Rus Broseta, Byoungwhie Chung, Hebe de Champeaux, Joshua Kangmin Tan, Mirga Grazinyte, Gábor Káli und dem Beethoven-Orchester.

und dann ist kurt masur als ratgeber oder korrektor oder eingreifer oder diskutant oder lehrmeister der absolute chefdirigent von allem. der meister-macher. eben: der kopf vom ganzen. er lauscht und greift ein. er sitzt und hört. er kommt und verändert. er debattiert, er stoppt. usw. – ein kurs für junge dirigenten. SIEHE HIER.

so, so, aber deine symphonella hat mit masur nichts zu tun.

indirekt, denn das orchester weiß ja beim einspielen: a) gleich kommt kurt masur … und b) wir werden beethovens achte symphonie und dann fidelio (ouvertüre) spielen.

aber was ist jetzt dein werk?

ich bestimme 33 sekunden.

33 sekunden?

ja, eine symphonella dauert 33 sekunden.

und wie?

aus dieser probephase unmittelbar vor dem konzertieren.

du schneidest also 33 sekunden raus?

so ist es! ich als kreator entscheide, wann 33 sekunden aus dieser kurzen „einöl“-phase des orchesters genommen werden. diese 33 sekunden banne ich (als kurzvideo in bild und) in ton. und schon habe ich eine „klausensische symphonella“, kurz: symphonella.

und heute sind dir 5 dieser symphonellas gelungen?

genaus so: die nr. 1, die nr. 2, die nr. 3, die nr. 4, die nr. 5.

großartig.

ich weiß: es ist ein künstlerischer ansatz: das ganze kann nur funktionieren, wenn ich dabei bin. und das ganze kann nur funktionieren, indem ich diese jeweils 33 sekunden festlege, die man als symphonella dann bezeichnet. (und der dirigent darf noch nicht beim orchester sein, während es spielt!)

du „schaffst“ also die symphonella, aber andere musizieren.

ja, ich greife auch nicht ein … in dieses musizieren. aber ich bin da. meine aura und mein wille prägen das ergebnis ungemein.

und wenn du nicht da wärest?

dann gäbe es keine symphonella.

dann arbeitest du also konsequent als künstler und bedienst dich auch bestimmter vorbilder?

sicher, john cage hat doch dieses musikstück gemacht, was aus „keiner musik“ bestand, aber dann doch dauerte. denn die „musik“ war für cage die tonatmosphäre im raum samt dem räuspern des publikums.

ich weiß, was du meinst. das stück heißt 4,33.

wolfgang sterneck schreibt zu diesem cage-stück: >>Das veränderte Verständnis der Stille führte 1952 zur Komposition von ”4,33”, einem Stück in dem kein Geräusch absichtlich erzeugt wird. Die Aufgabe der beteiligten MusikerInnen ist es dabei, die Bühne zu betreten und sie nach einer Zeitspanne von 4,33 Minuten wieder zu verlassen ohne ein Instrument gespielt zu haben. Die Musik besteht aus den Geräuschen des Publikums, einem Husten, Flüstern oder auch aus Protestrufen, genauso wie beispielsweise aus den Geräuschen einer quietschenden Tür, eines auf der Straße vorbeifahrenden Lastwagens oder eines Regengusses. Einige Jahre nach der Komposition von ”4,33” erklärte Cage in einem Interview, dass er das Stück nicht mehr benötige, da er inzwischen in der Lage sei, es ständig zu hören. ”Die Musik, die mir am liebsten ist und die ich meiner eigenen oder irgendeines anderen vorziehe, ist einfach die, die wir hören, wenn wir ruhig sind.” <<

ja, das war eben jener cage. aber meine symphonellas sind eben von klau|s|ens, der auch klau-s-ens ist, oder klau/s/ens oder klau&s&ens, oder wie viele schreibweisen oder schraibwaisen der mann auch kennt.

ich bin stolz auf dich, also auf uns. ich achte das KLAUSENSISCHE stets hoch.

danke, aber gedichtet haben wir ja auch noch:
SIEHE HIER.

aber das seriello dort ist doch schon alt, von 2008.

ich habe ein weiteres seriello gemacht, und weitere gedichte erstellt. alles ist ein stetiger schöpferischer prozess, egal ob 2008 oder 2009. man kann es nicht aufhalten.

klausens-seine-klausensische-symphonella-wurde-erfunden-am-31-10-2009-beethovenhalle-bonn

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Nachtrag von KLAUSENS zur ewigen und allmächtigen Alkoholisierung der Gesellschaft

klau|s|ens, was ist denn noch? alkohol? hattest du nicht gestern alles geschrieben?

alles?

ich meine: etwas.

mir fiel nur ein, wie es war, als ich bei borussia dortmund mal war.

was denn?

da standen die kioske und trinkstände und bierbuden und tapeziertische vor dem stadion. und um das stadion. und genau dort waren die menschen am trinken wie verrückte. glug, glug, glug.

ich denke, so ist es überall.

letzte woche erst erlebte ich fans des 1. fc köln, wie sie zum heimspiel gegen mainz fuhren. im regional-express-zug.

was denn?

sie ließen sich schon vor dem spiel volllaufen. im zug hatten sie die bierkästen dabei. klick, klack, kluck. sie machten lärm, sie tranken, die kronkorken flogen durch die luft. sie johlten. sie schrien.

aber deshalb sollte doch gestern in mönchengladbach der alkohol(verkauf) rund ums stadion und in der innenstadt verboten werden, von 9.00 uhr bis 15.30 uhr, weil es VOR dem spiel so ein problem ist.

aber man muss es gesehen haben.

was denn?

wie junge männer sich literweise den alkohol reinschütten, damit sie (später) dann im stadion auch „schön“ betrunken sind, falls es dort kein bier zu kaufen gibt (was wohl unterschiedlich ist, je nach stadion).

sie müssen dann vorher betrunken sein, weil sie nachher nichts mehr kriegen.

ist das nicht widerlich und widerwärtig?

sicher, sicher, aber es ist auch logisch: kriege ich nachher nichts, brauche ich jetzt eine ladung der dröhnung – und zwar geballt.

es ist die logik dessen, der meint logisch zu sein.

inwiefern?

unlogisch ist schon allein die idee, ich könne nur mit diesen massen alkohol bei einem fußballspiel „bestehen“ … um dann lallend umzufallen.

ich sehe auch noch einen anderen gedanken.

welchen?

alkohol verleiht dir macht.

macht?

wenn du dich mit 10 oder 12 oder 14 kumpels haltlos betrinkst und dann in einem zugabteil sitzt, dann hast du macht.

keiner kann etwas!

eben: du bestimmt die lautstärke, du entscheidest, ob du eine flasche über den boden rollen lässt oder nicht. oder ob du rülpst.

du spuckst!

du rauchst eventuell auch noch im zug!

und kein passant kann etwas sagen oder tun.

eben: du bist teil eines sturmtrupps … und dir gehört die welt. du bist fast so, wie sich in allen diktaturen der welt die folterknechte fühlen. macht macht dich scheinbar groß. alkoholmacht, gewaltmacht.

in der woche lehrling oder arbeiter, der sich alles sagen lassen muss …

… und am wochenende beim fußball der grosse „king“, der sein regime durch den zug oder die bahn „schmettern“ lässt. und die normalen menschen müssen sich ducken oder klein beigeben.

das alles macht der alkohol.

der alkohol macht macht.

es ist eine echte, erfahrbare, real gelebte macht.

du und der alkohol und dann eine gruppe oder clique …

… und alle welt kuscht vor dir.

jetzt bliebe nur noch eine frage: wie regeln das gangs, die qua religion gar nicht trinken dürfen?

entweder, die trinken nicht …

… oder sie tun es trotzdem. … oder sie toben sich nicht bei fußballspielen aus.

das ist mal wieder fein beobachtet.

ja, klau|s|ens, wenn wir die welt erklären, wird sie ganz einfach und durchschaubar.

ja, sehr schön, zweitklausens. und sie ändert sich auch nicht. der alkohol bleibt, die macht bleibt, die machtphantasien bleiben …

aber alles tickt genauso weiter, wie vorher.

mensch, jetzt kommt noch diese winterzeit zu alledem hinzu. wie soll man das nur verarbeiten? die winterzeit! der alkohol! die ohnmacht!

hat blog-schreiben eventuell auch etwas mit machtphantasien zu tun? sind blogs gar der alkohol des non-alphabeten?

aber – sei mal ehrlich – rotten wir uns vor spielen in zügen und/oder massen zusammen?

nein, aber wir rotten uns zu texten zusammen. und zu bildern. – hilflos !!!

klausens-foto-und-k-werk-kunstwerk-alkohol-wein-alkoholismus-25-10-2009

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Zum Alkoholverbot in Mönchengladbach (B. M-Gladbach – 1. FC Köln) und zum Alkoholmissbrauch allerorten schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, alle welt trinkt nun alkohol, überall, dauernd, öffentlich. fast jeder.

ja, es ist modern, betrunken zu sein.

früher haben wir über russland gelacht. wodka und so.

und heute gehen wir selber im alkohol unter.

keine u-bahn mehr ohne sichtbare bierflasche.

überall sitzen menschen in den bahnen und bussen und haben flaschen mit alkohol in der hand.

bei jungen leuten, auch bei studenten, ist die bierflasche wie ein accessoire.

genau das: es ist ein modeartikel. kult.

und dabei reden wir nicht von FLATRATE-saufen.

nein, das macht schon RTL. das ist dann die fiese spitze des eisberges, der zum kühlen der getränke gebraucht wird.

wovon reden wir?

wir reden vom ubiquitären alkoholismus. allüberall.

in deutschland. ubiquitär?

ja, überall. genau das – und man kann nirgend(s)wo mehr hingehen, ohne angst zu haben, da dann betrunkenen über den weg zu laufen.

diese sind laut und ausfallend.

alle spielen „mallorca“ oder „bayernstübl“. es sind alles bestrebungen, die zusammenlaufen.

wie meinst du?

sie haben doch z.B. die skihallen gegründet.

ja, ja, und dann?

dann haben sie in diese skihallen auch diese abtanzpaläste gemacht. alles muss zu DJ ÖTZI und viel alkohol und bei immer guter laune sein. dann haben wir leute wie diesen JÜRGEN MILSKI, die bei geldspielen im fernsehen amoralisch locken … und das dann in mallorca singklatschend mit dem abtanzen bei alkohol in eine beziehung zu bringen wissen.

was hast du gegen gute laune? bist du ein nieselprim? eine spaßbremse?

ich habe nichts gegen gute laune! – aber wenn diese nur durch alkohol „erkauft“ wird, dann kann man diese gute laune doch vergessen.

aber der alkohol des oktoberfestes in münchen ist der deutsche „schlager“ schlechthin. das zieht die touristen. das bringt geld rein. importgeld. touristen-money.

dann können wir ja auch einen „weinsee“ bauen, den ersten echten weinsee der welt, mit einem fassungsvermögen von 100 millionen hektolitern.

und dann?

… würde das den tourismus ankurbeln. – nein, man man muss die dinge zusammen sehen.

und wie sind diese?

heute ist in mönchengladbach alkoholverbot.

wirklich?

ja, sie wissen sich nicht mehr zu helfen. da ist das fußballspiel von borussia mönchengladbach gegen den 1. FC köln. sie haben angst vor schlägereien.

aha.

400 gaststätten, tankstellen, kioske und geschäfte (incl. supermärkte) dürfen heute keinen alkohol verkaufen.

wann?

zwischen 9 und 15.30 uhr.

und dann?

dann ab 15.30 wieder (dann beginnt nämlich das spiel) – aber es ist erstmalig, so etwas.

und?

wir schränken die freiheit ein, weil wir mit der freiheit nicht umzugehen wissen.

so ist es doch immer. da ist die freiheit – aber auch die regeln, die diese beschränken, weil es anders nicht mehr geht. (egal, was die FDP da alles von „freiheit“ erzählt. real gibt es immer einschränkungen. eine ampel ist ja auch eine einschränkung.)

es sind 142 straßen im umkreis von 5 km um den borussiapark und wohl auch in teilen der innenstadt von mönchengladbach  … ich schätze mal rund um den bahnhof.

das ist der alkoholverkauf verboten?

ja, ja, es ist eine historische zäsur.

es gibt immer diese historischen zäsuren.

das fass läuft über, und dann.

„das fass läuft über“ ist ja sprachlich auch schon der alkohol in unserer alltagskultur. du bist dir dessen gar nicht bewusst.

nie war er mehr da, als heute. der alkohol.

und je mehr die menschen verelenden, desto mehr wird auch diese massenkrankheit zunehmen. dabei hat der grönemeyer schon vor jahren gewarnt: „alkohol ist …“

ja, dieses lied … selbst die rockmusiker können die menschen nicht mehr belehren. wir sind hilflos.

ja, das menschliche paradies ist, wenn der schnaps von den bäumen tropft.

oder auch die hölle. ich denke, eher die hölle.

willst du also nun auch das gesamte paradies verbieten? samt der gebratenen hühner, die …

ich sprach vom schnaps, der von den bäumen tropft.

gehört nicht das eine zu dem anderen?

klausens-foto-und-kwerk-kunstwerk-alkohol-wein-alkoholismus-24-10-2009

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Die umstrittenen neuen Internetadressen der DENIC wie www.1.de und KLAUSENS

klau|s|ens, heute vergeben sie die neuen adressen. zweistellig oder einstellig. von der DENIC aus. ab und um 9.00 uhr konnte man sich bewerben.

ich weiß, ich weiß: ein einziger scherz.

wieso denn? ist es nicht schön, wenn VW endlich www.vw.de bekommt?! bislang gab es doch adressen mit einer oder zwei stellen gar nicht. (huch!!! die ist schon in betrieb. da stelle ich gerade um 10.16 uhr fest. huch!!! was ist das denn? wie funktioniert die welt? wielange dauern anträge und deren beweilligung? wer zaubert wo? welches geld fließt wie?)

aber wie viele adressen werden nun frei?

ich weiß es nicht!

überlege doch mal: allein für die zahlen: 1- 99. also 99 neue adressen. nur 99. bei den buchstaben ist kaum anders von a über aa bis zu z oder zz.

na und – die sollen doch auch vergeben werden. ist doch besser, als das es sie nicht gibt.

ja, ja, aber wie viele interessenten gibt es auf der welt oder in deutschland?

ich denke tausende, wenn nicht gar zehntausende, vielleicht gar millionen.

na also, na also – und weißt du, wie das vergabeverfahren läuft?

nein, wie denn?

„FIRST COM – FIRST SERVED“.

und was heißt das?

wer zuerst kommt, frisst zu erst.

du meinst: bei der beantragung?

ja, sie wollen das dann bis auf die millisekunde genau ergründen. sie sagen: „Ein elektronischer Zeitstempel, der im Millisekundenbereich arbeitet, gilt als Nachweis über die Reihenfolge der Eingänge.“

das ist doch ein scherz!

originalton der DENIC von ihrer homepage: „Da es sich um eine beschränkte Anzahl potenzieller neuer Domains handelt, und weil sich „First come – first served‘ als Verfahren bei der Domainregistrierung bewährt hat, entschieden wir uns bewusst wieder dafür“, begründet Sabine Dolderer die Vorgehensweise bei der Einführung. Im Interesse der Internet Community sollen die Registrierungsaufträge schnell, sicher und vor allem unter Wahrung größtmöglicher Chancengleichheit und Transparenz umgesetzt werden. Die Einführungsphase der neuen Domains beginnt am 23. Oktober 2009 9:00 (MESZ). Der Übergang in den normalen Regelbetrieb erfolgt voraussichtlich ab 26. Oktober 2009.

Das Registrierungsverfahren wurde in einer mehrtägigen Testphase unter realistischen Bedingungen getestet. Damit das Verfahren so sicher wie möglich umgesetzt werden kann, müssen alle DENIC-Mitglieder die von der DENIC eG definierten Vorgaben genau einhalten. So wird es für die Einführungsphase ein separates System geben. Die eingehenden Aufträge werden über eine E-Mail-Registrierungs-Schnittstelle verarbeitet. Ein elektronischer Zeitstempel, der im Millisekundenbereich arbeitet, gilt als Nachweis über die Reihenfolge der Eingänge. Derjenige Auftrag, der für eine Domain als erster eingeht, erhält den Zuschlag. Dabei kann die Anzahl der bereits erfolgreich registrierten Domains in Form eines Online-Monitorings auf http://www.denic.de beobachtet werden. Während der Einführungsphase können über das reguläre, produktive Registrierungssystem keine Domains unter Berücksichtigung der neuen Richtlinien registriert werden.

Für Domains unter der TLD .de gelten ab dem 23. Oktober 2009 folgende Regeln:

* Auch ein- und zweistellige sowie reine Zifferndomains können jetzt registriert werden.
* Domains, die einem Kfz-Kennzeichen oder einer TLD entsprechen, sind frei gegeben.
* Erlaubte Zeichen für Domains sind die Ziffern 0 bis 9, der Bindestrich, die lateinischen Buchstaben a bis z und die weiteren Buchstaben aus der aktuell gültigen Anlage zu den Domainrichtlinien.
* Eine Domain darf mit einem Bindestrich weder beginnen, noch enden. Auch Bindestriche an dritter und vierter Stelle der Domain sind nicht zulässig.
* Die Mindestlänge einer Domain liegt bei einem Zeichen.
* Die Maximallänge einer Domain beträgt 63 Zeichen (bezogen auf den Domain-ACE) – jeweils exklusive .de.

das ist es ja: da sitzen überall programmierer und überlegen, wie sie heute um neun uhr als erste an den server der DENIC rankommen, mit ihrem antrag, und wie zugleich andere daran hindern.

dann bekommen also die klügsten programmierer diese domains. oder die geldmächtigsten.

davon kannst du ausgehen. die ganze welt ist ein irrenhaus. und deutschland gehört gerne dazu. lächerlich, welche ungerechtigkeiten dann noch als „gerecht“ oder „demokratisch“ oder „nachvollziehbar“ oder so ausgegeben werden.

ich schreibe jetzt mal was. eine kunstaktion !!!

was denn?

ich schreibe jetzt mal:

www.1.de

www.1.de

www.1.de

www.1.de

www.1.de

www.1.de

www.1.de

www.1.de

www.1.de

www.1.de

aber diese domain gibt es doch noch gar nicht. du kannst sie heute beantragen, d.g. du konntest.

ich weiß, ich weiß: da sitzt um 10.18 uhr noch die TELEKOM drauf, als umleitung. aber VW war ja schon belegt mit VW, wie wir eben feststellten. – also: wir werden dann eines tages, wenn wir in unserem blog(g) auf diesen LINK klicken, wissen, wer sich in dem schäbigen „demokratischen“ rennen, um diese neuen domains durchgesetzt hat.

du bist aber klug!

aber für eine neue domain reicht es trotzdem nicht.

wieso denn eigentlich?

mit fehlt der apparat – und ohne apparat bist du nichts. da kannst du keine millisekunde besser sein als die internet-domain-konkurrenten. es ist alles ein mieses spiel. ein mieses DENIC-spiel.

hättest du verlosung besser gefunden?

vergabe, von einer kommission, die von unbestechlichen richtern besetzt ist. in diese richtung etwas – aber nicht diese millisekunden in ihrer scheindemokratie. lächerlich!

dann nimm doch deinen fotoapparat und knips dir eine schöne, moderne, künstlerische EINS. anstatt der domain www.1.de – vielleicht hilft das.  – oder auch zwei.

klausens-kunstfoto-die-eins-23-10-2009 003 [800x600]

klausens-kunstfoto-die-eins-23-10-2009 003 [800x600]

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Von der Buchmesse und etwas China berichtet KLAUSENS

holla, klau|s|ens, dieses eine foto von dir soll ein bericht sein?

sagt es nicht schon so viel?

ich weiß es nicht.

das foto ist, wenn man sich auf dem laufband (vom torhaus kommend) den hallen nähert. aber: da war auf der buchmesse ja auch der stand vom P.E.N., dem schriftstellerverband, und da war eine traube drum herum. der stand war ganz klein. und die traube bestand aus den kamerateams. ich kam.

das war alles?

nein, es hat noch eine frau gesprochen. eine chinesin vielleicht.

das hast du gesehen?

ja, das habe ich gesehen.

eine frau hat gesprochen? und es gab eine traube? und es war am P.E.N.-stand?

ja, das war so – und sei hier gesagt.

aufschlussreich, was du beobachtest.

mehr konnte ich nicht erkennen, denn es war ja die traube da.

war die traube groß oder klein?

ich würde sagen, sie war eher klein, weil der stand vom P.E.N. ja auch eher klein war. das war alles direkt bei dem stand, wo man die bücher vom buchpreis alle ausstellte.

und du hast dich nicht in die traube gestellt?

nein, denn bei der buchmesse ist es immer voll und immer laut. man versteht selten etwas, wenn man nicht direkt daneben ist. (selbst bei mikrofonsachen ist es nicht immer leicht: das verstehen.)

dann hast du dich also wieder von der traube entfernt?

ja, das habe ich gemacht. ich konnte weder teilhaben, was ich ursprünglich ja vorhatte, noch konnte ich in erfahrung bringen, worum es wohl gerade ging.

und dann?

dann habe ich an die freiheit gedacht. und heute schreibe ich von der freiheit. und eigentlich geht es darum doch bei der schriftstellerei: um die ausübung der freiheit und um die erlaubnis zur freiheit. auch um die erkämpfung der freiheit.

konnte die dame denn frei reden?

das weiß ich nicht, aber ich hatte den eindruck, dass sie reden konnte. aber es gab ja diese traube. und die vielen kameras, die samt ihrer stative dann wie einzäunungen des geschehens werden. man erlebt also, wie öffentlichkeit zugleich aktiv dinge „einsperrt“ oder „absperrt“. kurios, diese kameras.

und mehr war nicht?

wie soll ich das wissen? vielleicht war es das, also diese veranstaltung:

Literatur und Macht: 1989. Folgen für die chinesische u. deutsche Literatur

„Chinesische Stunde“ mit Ma Jian, Yang Lian, Tilman Spengler und Herbert Wiesner
Moderation und Übersetzung: Tienchi Martin-Liao
Aus Solidarität mit in China verfolgten Kolleginnen und Kollegen will der deutsche P.E.N. den Unterdrückten ein Podium bieten. Mitglieder des Unabhängigen Chinesischen P.E.N. berichten vom System der Zensur und Unterdrückung in China.

Themengebiet:
Ehrengast 2009: China
Veranstaltungsart:
Diskussion
Datum:
14.10.2009
11:00 – 12:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Messegelände, 3.1 L672

oder der rest dieser veranstaltung. oder der diskurs danach. die freiheit muss ja überall und zu jeder zeit und andauernd beobachtet werden. wie soll ich das allein nur schaffen?

du hast doch mich: den guten alten zweitklausens! china-kenner paar echse lenz.

klausens-foto-buchmesse-frankfurt-13-10-2009 007 [800x600]

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