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Zu Josef Haslinger im Arp Museum die Collage von KLAUSENS

klau|s|ens, du machtest noch eine collage?

von der lesung von josef haslinger im arp museum rolandseck remagen?

ja!

ja! machte ich!

nicht „wir“?

diesmal nicht. man darf nicht immer so ausrechenbar sein.

aha!

frau maren jäger aus mainz ist auch noch drauf. moderatorin des abends.

und die gedichte?

unsere, zweitklausens? die sind hier:
http://www.klausens.com/klausens-und-josef-haslinger.htm

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Live-zeichnend-dichtend erlebt KLAUSENS Josef Haslinger im Arp Museum

klau|s|ens,du warst als LIVE dabei?

heute ist LIVE immer das wichtigste.

du warst LIVE bei dieser flutwelle?

nein, aber der schriftsteller haslinger.

und dann?

… hat er überlebt! samt frau und kindern.

das ist gewiss ein großes glück.

gewiss, aber es bleibt der schock, es bleibt die verletzung der seele, es bleibt das trauma:  man muss sowohl an den ereignissen nagen als auch an der tatsache, dass man selber überlebte, dass die nächsten anverwandten auch überlebten … aber so viele andere starben. die klassischen fragen des menschseins, die wir nie beantworten werden.

haslinger hat darüber geschrieben?

einen eher sachlich-nüchternen bericht … und gestern aus dem geschriebenen gelesen. hier folgt der text der arp-homepage:

„Josef Haslinger
Phi Phi Island – Ein Bericht

Am 26. Dezember 2004 löste ein Seebeben vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra eine verheerende Flutwelle aus. Der Tsunami tötete und verletzte Hunderttausende, machte Unzählige heimatlos und zerstörte ganze Landstriche. Auch die wenige Kilometer vor der Westküste Thailands gelegene Insel Koh Phi Phi, auf der Josef Haslinger zusammen mit seiner Familie die Weihnachtsferien verbrachte, wurde von der verheerenden Naturkatastrophe schwer getroffen. Sie hatten Glück; sie überlebten. Ein Jahr später reiste Haslinger ein zweites Mal auf die Insel, sprach mit Zeugen und schaffte es auch, dadurch die Erlebnisse zu fassen, die Katastrophe zu verarbeiten. Seine anfängliche Schreib-Scheu wich durch die literarische Auseinandersetzung mit dem Schrecken. Josef Haslinger wurde 1955 in Zwettel in Niederösterreich geboren, heute lebt er in Wien und Leipzig. Seit 1996 lehrt Haslinger als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 1995 erschien sein Roman »Opernball«, der ein spektakulärer Erfolg bei Kritikern und Lesepublikum wurde, 2000 dann »Das Vaterspiel« und im Frühjahr 2006 »Zugvögel«. Haslinger erhielt zahlreiche Preise, zuletzt den Preis der Stadt Wien, den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels und in diesem Jahr die Auszeichnung als Mainzer Stadtschreiber.“

im arp museum?

ja, der ort war weiß und hell und sauber und klar. aber die ereignisse auf phi phi ja ganz andere. man muss das alles im kopf zusammenkriegen. zuhause hört man zuvor noch im radio von den wohl doch sehr schweren verletzungen jenes samuel koch aus WETTEN DASS …? … und das alles geht durch den versammelten kopf des armseligen menschen aller zeit. dazu die probleme des alltages.

du schriebst auch?

wir schreiben, zweitklausens! wir! — wir schrieben LIVE-gedichte zu josef haslinger LIVE, der LIVE las und LIVE schilderte und LIVE befragt wurde, wie jener tsunami für ihn und seine familie dereinst LIVE war. (ich glaube, seine frau war auch mit anwesend, gestern.)

und dann?

dann haben wir alles LIVE … und doch müssen wir leben. man kann auf das LIVE des lebens nicht immer weitere LIVEs aufhäufen und denken, das leben würde so LIVE erträglicher.

und deine LIVE-gedichte?

unsere LIVE-gedichte, zweitklausens! unsere! die sind hier:
http://www.klausens.com/klausens-und-josef-haslinger.htm

aber für eine LIVE-zeichnung hat es auch noch gereicht?

ja, aber das war mehr zum anfang hin, als man sich LIVE auf das LIVE vorbereitete. nachdem die veranstaltung begonnen hatte, folgte meinerseits LIVE-gedicht auf LIVE-gedicht.

wer wird es dir danken?

ich denke zuallererst: ich mir selbst! (das feuilleton wohl nicht.) erwähnt sei: ich habe den tsunami ja auch überlebt! millionen und milliarden haben diesen tsunami auch überlebt. ich war allerdings erst gar nicht dabei und gar nicht darin. dann ist es natürlich etwas ganz anderes. aber alles und jedes ist eine frage der betrachtung. das leben ist eigentlich nur eine ansammlung von verschiedensten betrachtungen …

… bis es dann doch vorbei ist.

maximilian schell (oder hat er es von jemand anderem?) vergleicht es (das leben) mit einem theater, und wir sind darin die schauspieler. wir besetzen verschiedene rollen. also: wir wurden besetzt … auf diese rollen. dann ist das leben aus. wir werden anders wiedergeboren und spielen wieder neue rollen. und so weiter und weiter und weiter.

aber wozu dann noch die literatur?

vielleicht ist die literatur dann die „theaterkritik“ des ganzen. sie gehört einfach dazu, auch wenn die akteure dadurch kaum besser werden.

dann hat also iregndein herrgottkosmosnocheinmal gesagt: KLAUSENS, du wirst mein schriftsteller und LIVE-dichter?

nein, er hat gesagt: „klau|s|ens und zweitklausens und alle anderen klau(s)ense und klau=s=ensen, ihr werdet meine idioten!“

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Zu einer Ausstellungseröffnung im ARP-Museum Rolandseck schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, du warst bei einer ausstellungseröffnung?

ja, aber schon am donnerstag.

du bist also wieder hinter der zeit zurück?

zeit ist relativ, es geht ja um den inhalt.

was ist dein inhalt?

diese ausstellung im arp museum bahnhof rolandseck. übernommen aus straßburg, aus dem museum für moderne und zeigenössische kunst. (arp wurde ja da geboren. in straßburg.)

schön?

die eröffnung war ganz klassisch und überaus langweilig. warum tut man sich das an? was hat das mit kunst zu tun? gepflegte langeweile, brave sonntagskleidung, anstandsgespräche.

wie muss ich mir das vorstellen?

rede 1,2,3,4 – dann rumgehen. hernach ein glas wein und käsestängchen. (rede 4 war spontan! wow! aber da wollte nur der verein der förderer um mitglieder werben!)

das war alles?

ja, die reden flossen wenig gehaltvoll durch meine ohrmuscheln hindurch. die worte selbst schienen nicht wichtig. es mussten eben reden gehalten werden.

ach, herrjeh!

so sind ausstellungseröffnungen oft. es ist ein ritual der langeweile. und so kam es mir an jenem donnerstag, dem 12.3.2009, besonders vor.

welche ausstellung war es denn?

„ART IS ARP“.

was meint das?

das bezieht sich auf marcel duchamp und einen ausspruch von ihm, zu hans/jean arp: „For Arp, art is Arp“.

du bist also nur wegen diesem motto dorthin gefahren, um eine der üblichen eröffnungen zu erleben?

nein, nein, es war ja die erste eröffnung von oliver kornhoff als neuer direktor. außerdem hatte das museum ja so unter beschuss gestanden, wegen arp-fälschungen bzw. nicht korrekter güsse nach seinem ableben. alles solche dummen dinge. die artikel haben sich gehäuft, der ruf des museums litt schaden.

die wollten sich jetzt mit echt-arp wieder rehabilitieren?

nicht nur das. der staatssekretär joachim hofmann-göttig aus rheinland-pfalz will nun in die erste riege der museen aufsteigen. er hielt rede 1.

die wollen durchstarten?

ja, bei den besucherzahlen. es war eine offensive ansage – und der arme herr kornhoff muss es nun wahrmachen.

bei der eröffnung gab es konkurrenz?

woher weißt du? – ja, seltsam, dass die bundeskunsthalle bonn zugleich eröffnete, und zwar eine ausstellung über tschechische fotografie. so hat man dem herrn kornhoff mögliche gäste abgezogen.

das ist aber seltsam.

überaus! auch das gibt anlass für viele neue fragen!

und dann?

nichts war. ich habe mich selten so gepflegt gelangweilt. es war die museale kultur in aller unanstößigkeit des nicht-erregenden. man will „bloß nichts falsch machen“, und der besucher fragt sich: warum bin ich da?

warum bist du denn da?

das wäre jetzt eine philosophische frage, die ich in der kürze nicht beantworten kann.

hast du denn etwas zur kunst?

aber ja: ein gedicht, LIVE von der eröffnung.

KUNSTSTÜCK

Ein Kunstwerk
Ist wenn man
Es unterlässt
Über eben das
Etwas zu schreiben

Copyright Klau|s|ens in allen Schreibweisen und Schraibwaisen, z.B. als Klausens oder Klau$s$ens oder Klau!s!ens, am 12.3.2009, Donnerstag, LIVE geschrieben, gegen 19:32 Uhr, im Arp Museum Bahnhof Rolandseck (bei Remagen), während der ersten Eröffnungsrede von Oliver Kornhoff als Direktor in eben jenem Museum.Landes-Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Hans-Arp-Allee 1, 53424 Remagen, Tel +49 (0)22 28/94 25 12, Fax +49 (0)22 28/94 25 21, info[AT-ZEICHEN]arpmuseum.org

und dein bild?

… spielt mit dem arp-duchamp-motto in ungekannter weise. „aap“ ist niederländisch „der affe“. davon abgeleitet: ein segel auf einem dreimaster. dann gab es noch einen berühmten boxer namens peter müller, aus köln, dem man den spitznamen „aap“ gab.

und jetzt gibt/macht/spielt KLAUSENS mit AAP den AFFEN für ART als ARP.

ja, und der bart ist zudem auch noch AB. „ART is ARP is AAP is ART is AB.“ (zitat von KLAUSENS)

und der offzielle museumstext?

ist z.B. dieser:

„Art is Arp
Zeichnungen, Collagen, Reliefs, Skulpturen, Poesie

13. März bis 14. Juni 2009

»For Arp, art is Arp« Dieser Ausruf von Marcel Duchamp gibt einer Ausstellung den Titel, deren Ziel es ist, der Formen- und Geisteswelt der Arp‘schen Kunst auf den Grund zu gehen und die wichtigsten Schaffensprozesse, deren Gesamtkontext und Entwicklung darzustellen. Für die umfassende Retrospektive wurden mehr als 100 Zeichnungen, Collagen, Skulpturen und Reliefs sowie etwa 80 Texte, Fotografien und Dokumente ausgewählt. Diese finden in einer eindrucksvollen Inszenierung im Neubau von Richard Meier ihren idealen Rahmen.

Der 1886 in Straßburg geborene Hans (Jean) Arp zählt zu den bekanntesten avantgardistischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er war Mitbegründer der Zürcher Dada-Bewegung. Das herausragende Talent des »Großen Der-Die-Das«, wie Arp sich selbst nannte, bestand darin, scheinbar Unvereinbares in seinem Werk zu vereinen: Dadaismus und Surrealismus, Surrealismus und Konstruktivismus.

Schon in sehr jungen Jahren wendet sich Arp von der traditionellen Malweise ab und der Natur zu. Das »Gesetz des Zufalls«, das Prozesshafte und der Automatismus bilden die wichtigsten Schaffensprinzipien seiner Arbeiten. Die Ausstellung gewährt einen tiefgehenden Einblick in die Formensprache des Künstlers, in der das »bewegte Oval« als Ursprungsform sowie als Ausdruck von Wachstum und Metamorphose eine zentrale Position einnimmt.

Ein Schwerpunkt der Gesamtschau liegt auf den Gemeinschaftsarbeiten, die Arp mit anderen Künstlerinnen und Künstlern wie Max Ernst, Sonia Delaunay oder Alberto Magnelli, besonders aber mit seiner Frau Sophie Taeuber-Arp schuf. Zusammen mit ihr und Theo van Doesburg entstand auch die Umgestaltung der Straßburger Aubette zu einem Vergnügungskomplex nach amerikanischem Vorbild. Als eines der ersten avantgardistischen Gesamtkunstwerke führt das Projekt »Aubette« den Gedanken der ständigen Erweiterung von Malerei und Architektur vor Augen.

Darüber hinaus wird mit dieser Ausstellung Arps qualitätvolles literarisches Schaffen zu seinem bildkünstlerischen Werk in Bezug gesetzt. Neben zentralen Texten werden Tonaufzeichnungen seiner Gedichte zu hören sein, die verdeutlichen, wie er spielerisch alle konventionellen Sprachregeln außer Kraft setzt.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Arp Museums Bahnhof Rolandseck mit dem Musée d’Art moderne et contemporain in Straßburg. Sie bietet dem Publikum einen vielfältigen Schlüssel zum Verständnis Arps, der durch die Abkehr von jeglicher Tradition einen wichtigen Beitrag leistete, die Kunst im beginnenden 20. Jahrhundert von den ästhetischen und gesellschaftlichen Bestimmungen der vorangegangenen Jahrzehnte zu lösen.“

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