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klau|s|ens kann „die erneuerbaren“ nicht mehr hören – www.klausens.com

klau|s|ens, du bist mal wieder einer sache überdrüssig.

es ist nur dieses: „die erneuerbaren“. das hörte ich heute mal wieder im radio.

bist du gegen diese energien?

ich? ach nein, wieso? nein, nein!

was beschwerst du dich?

ich höre immer „die erneuerbaren“, überall und dort und da.

ist es falsch?

vor 30 jahren, ja, da war das vielleicht ein schlachtruf. aber heute?

worum geht es dir?

es geht um mein gefühl. erstens kann ich da nicht mehr zuhören, weil ich es schon eine million mal gehört habe.

und zweitens?

zweitens mag ich schon gar nicht diese kurzform: anstatt „die erneuerbaren energien“ sagt man nur noch „die erneuerbaren“.

wozu führt dich das?

es führt mich zu der erkenntnis, dass die, die dieses wort in den mund nehmen, es selber 1 million mal am tag sagen, und dann zu dieser neckischen und zugleich abgedroschenen kurzform übergangen sind: „die erneuerbaren.“ (es ist wie ein etikett, das man mit dem mund vor  sich herträgt.)

aber du hast nichts dagegen? gegen diese energien?

nein, nein, sollen sie machen, sollen sie machen. aber ich kann und will es nicht mehr hören. das langweilt mich eigentlich.

womit würdest du es vergleichen?

zweitklausens, das weißt du doch selber: ich sage „kaffeemaschine“ und „öffentlicher nahverkehr“ und „die erneuerbaren“. das geht da rein und dort raus.

die welt ist aber noch lange nicht gut.

gewiss, aber das, was früher ein impuls der rebellion war, ist heute ein impuls des neobiedermeier. alle wollen „die erneuerbaren“ haben: im garten, um die ecke und neben dem feld. das steht für geborgenheit und rührseligkeit. und die GRÜNEN machen es den netten, feinen, jungen, mittelständischen familien schön, mit „den erneuerbaren“.

dann versteckt sich hinter allem ein typus von kultur und weltbild und grundhaltung?

so ist es doch immer, nimm die kirchen, nimm die parteien, nimm die musikszene oder die jugendmoden. alles das sind lebenshaltungen, die da verpackt sind. auch in der sprache von denen, „liebe brüder und schwestern“, ach, nee, „liebe freunde“.

und „die erneuerbaren“, das als andauernder begriff verpackt für dich so eine haltung?

genau das. wenn schon, dann bitte weiterhin trocken ausgeschrieben „die erneuerbaren energien“. – aber eigentlich langweilt mich das ganze thema bis auf die bohne.

und moderne heizungen mit pellets?

dito.

und die anschaffung dreier sonnenkollektoren durch den oberstudienrat dieter m. für sein reihenhaus in bielefeld.

dito, dito, dito. die können mich mal alle. (und die pole schmelzen ja auch. und dennoch und zudem! selbst wenn es alle spießerfamilien so schön „erneuerbar“ haben … in ihrem häuselein zart und fein.)

aber dein bild (siehe unten) von frau und insel und dschungel verkauft uns doch auch letztlich eine art von romanze.

das stimmt, aber hier ist es wenigstens exotisch. HINGEGEN: „die erneuerbaren“ sind einfach nur total langweilig.

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